Chris Trubartic

„Vom Mitgefühl“ – ein Willkommenslied

Lieder gegen Menschenverachtung
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Chris Trubartic

Ich sitze allein in meiner Küche und singe mein Willkommenslied für all die Menschen, die aus vielen unterschiedlichen Gründen zu uns kommen. Mein Freund und wunderbarer Kamerakünstler ist bei mir und dreht ein paar Einstellungen.
Wir haben viel Spaß. Wir drehen eine Frühstückssituation, Teller und Tassen stehen auf dem Tisch, frisch gemahlener Kaffee wird zubereitet, ein leckeres Marmeladenbrötchen wird geschmiert …
Der/die Betrachter*In wundert sich. Der Sänger ist allein, kein anderer Mensch im Bild, niemand der sich über ein leckeres Brötchen freut und/oder mein Willkommenslied mitsingt.

Ja, das ist schade. Eigentlich hätte ich das auch gern anders, und es gibt einige gute Freunde aus allen Teilen der Welt, die gerne mitmachen würden.
Darüber habe ich lange nachgedacht.
Ich habe in einem anderen Video (Kein Alien) eine Freundin gebeten, mit mir zu drehen. Das war klasse und auch ein ganz anderes Ding. Kommt schon auch atmosphärisch anders rüber, oder?
Dennoch habe ich mich entschieden, meine Lieder besser allein zu präsentieren. In unserem Land ist in dieser Zeit sehr viel verrohte Gewalt unterwegs, die durch die sozialen Medien schon fast industriell befördert wird. Zur psychischen und physischen Gewalt sind die Gräben zugeschüttet. Mobbing, Drohungen, Beleidigungen, Hass, soziale Kälte, Rassismus, Zynismus und Diskriminierungen werden durch die AfD gefördert und gefordert. Deren Neonazis sind in ihrer Gewaltverherrlichung genauso extremistisch rechtsradikal verblendet, wie die mörderischen Schergen, die der Islamische Staat und al Quaida in die Welt schicken, um mit dem Bekenntnis zur Verunglimpfung der eigenen Religion unschuldige Menschen aller!!! Religionen zu ermorden.
Rechtsradikalismus (inclusive Religionsfanatismus und Brutalkapitalismus) ist ein Verbrechen, das jeden und alles verrät. Kinder, Familie, Freunde, Kollegen, Dorf, Stadt, Land, Kontinent, die Natur und die Erde … Rechtsradikalismus ist I M M E R Gewalt, Ausbeutung, Krieg, Unterdrückung, Folter, Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass!!
Es ist sehr wichtig, sich zu entscheiden und sich dem mit seinen Möglichkeiten entgegen zu stellen.
Jede/r sollte für sich auf seine Weise entsprechend handeln.
Das tue ich für mich mit diesem musikalischem Engagement und einigen anderen Aktivitäten.

Ich schaue immer mal wieder auf die Kommentare von einigen meiner Lieder, in denen sich ein deutliches Spektrum rechter Gewaltphantasien spiegeln.
Ich möchte nicht, dass Menschen, für die ich singe, die ich liebe, meine Freunde oder KollegInnen nenne – oder auch nur meine tollen internationalen Mitmenschen in aller Welt, die ich in all ihren Unterschieden bewundere, schätze, wertschätze und respektiere, durch meine Videos oder Lieder von brauner, wie auch immer gearteter Gewalt beschmutzt werden. Das ist der Grund, warum ich in der Regel lieber allein in meinen Filmen agiere.

Das Frühstück auf meinem Tisch, die Teller und Tassen und der frisch gebrühte Kaffee in diesem Video, stehen für meine Einladung an die Menschen in unserer Welt, sich willkommen zu fühlen in diesem Land. Ich hoffe sehr, dass sie sich hier wohlfühlen, ihre Lieben nachholen und ihre Wünsche erfüllen können.
Und ich schäme mich für jeden Mitmenschen, der unschuldig in sein verarmtes oder unsicheres Land abgeschoben wird.

Vom Mitgefühl

Liebtext »

Hey du siehst so anders aus, was ist mit Dir denn los
Hörst Dich auch ganz anders an, das finde ich famos
Du machst mich neugierig, Mensch, erzähl mir von Deiner Heimat
Du sagst, Du bist aus Libyen, Dein Haus ist ausgebrannt
Dein Kumpel kommt aus Syrien, sein Dorf ist weg gebombt
Die Flucht war nicht geplant – dann – irgendwann unausweichlich

Und jetzt seid ihr hier – ein langer Weg
voll von Grauen und Angst, Kampf und Gefahren
Steht in unsrer Tür, seid wie her geweht
Aus des Krieges Glut – auch voller Tränen und Wut

Sag mal Mensch wie betest Du, das ist mir unbekannt
Vielleicht ist das derselbe Gott, kann sein sie sind verwandt
Woll‘n sicher keine Kriege – von Herzen Freundschaft und Liebe
Sag mal Deine Kinder sind so klein und auch so zart
Zittern vor dem Bombenwind, das Leben war zu hart
Zu groß die schlimmen Sorgen – voll Schrecken auch vor dem Morgen

Und jetzt seid ihr hier – ein langer Weg
voll von Grauen und Angst, Kampf und Gefahren
Steht in unsrer Tür, seid wie her geweht
Aus des Krieges Glut – auch voller Tränen und Wut

 Hör mal ich bewundre Dich, die Kraft und Deinen Mut
Unvorstellbar ist für mich, wenn Krieg ist was man tut
Ihr rettet Euch hierher, und für mich seid Ihr willkommen

Refr. 2      

Denn jetzt seid Ihr hier – ein langer Weg,
voll von Grauen und Angst, Kampf und Gefahren
Und wir sind dafür, dass Ihr sicher seid
Hier in diesem Land – reichen wir Euch die Hand
Reichen wir Euch die Hand
Reichen wir Euch die Hand
Reichen wir Euch die Hand
Reichen wir Euch die Hand

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