The rebel/Der Rebell |
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Chile |
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"(...) ich habe in vielen Ländern gelebt(...) Aber Chile bleibt immer meine erste Liebe. Möglicherweise, weil das das erste Land war, wo ich, außer in meinem Heimatland, gelebt habe, und wo das Volk mich adoptiert hat. Ich kenne Chile, die ganze politische Entwicklung von ganz rechts bis mittel bis zu den Christdemokraten und dann bis zur Unidad Popular, eine Regierung des Volkes. (...)" Aus einem Interview des Berliner Rundfunks vom 7. Oktober 1982 "(...) I have lived in many countries(...) but Chile will always be my first love. Maybe because it is the first country where I lived beside my homeland and there the people adopted me. I know Chile; all the political development from ultra right to the middle to the Christian Democrats - and then to the Unidad Popular, a government of the people. (...)" "(...) he vivido en muchos países(...) Pero Chile será siempre mi primer amor. Probablemente porque es el primer país donde he vivido, además de mi país natal, y en donde el pueblo me ha adoptado. Yo conozco Chile, todo su desarrollo político, desde la derecha hasta al centro con los democratacristianos, y de ahí hasta la Unidad Popular, un gobierno del pueblo (...)" |
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1961"Wie Südamerika wirklich war, dass es nicht nur aus Konzerthallen, Nachtklubs und pompösen Hotelsälen bestand, das habe ich erst nach Wochen bemerkt. Da war eines Tages plötzlich eine kleine Meldung in der Zeitung, dass chilenische Arbeiter einen Landsmann von mir, Manager einer Filiale eines US-Unternehmens, verprügelt hatten. Und sie hatten ein böses Wort gerufen: 'Yankee, go home!' Yankee, go home! Amerikaner raus! - das war ein Wort, das mich zutiefst traf. Irgend etwas schien in der freundlichen Welt, wie ich sie kannte, doch nicht in Ordnung zu sein. Ich wurde gefeiert, stieß auf Sympathie, und zur gleichen Zeit wurden Landsleute von mir beschimpft und bedroht. Warum das? Welche Gründe gab es dafür? Ich wusste es noch nicht. Ich habe damals auch zum erstenmal gesehen, unter welch entwürdigenden Bedingungen Menschen leben müssen. Ich erinnere mich genau, wie ich bei einer Fahrt zum Pazifikstrand am Rande eines der Slums von Santiago entlangfuhr. In diesen Hüttenvierteln herrschte das nackte Elend. Da standen Kinder am Straßenrand, barfuß, mit zerfetzten Hemden und mit aufgeschwemmten Bäuchen, dem untrüglichen Zeichen ungenügender Ernährung. So etwas hatte ich bisher nur auf Bildern aus Afrika gesehen. Stickige Ausdünstungen drangen durch das geöffnete Autofenster, grünschillernde Abwässer rieselten zwischen den erbärmlichen Behausungen herunter. Ein toter Hund lag am Straßenrand. Schwärme von Schmeißfliegen hingen in der Luft. Alte Leute, zerlumpt wie ihre Enkel, saßen apathisch herum. Kinder spielten mit einem Auto, das aus Knüppelholz, Konservendosen und Bindfäden gebastelt worden war. All das war nur ein paar Kilometer von den Prachtstraßen entfernt. Und plötzlich erinnerte ich mich, dass ich auch dort Menschen gesehen hatte, die verschlissene Kleider trugen, eingefallene Gesichter hatten, freudlose Augen: Schuhputzer, Losverkäufer, Straßenhändler. Unter der grellen Leuchtreklame von Wrigley's Chewing Gum verkaufte ein armer Kerl Kaugummis, womit er am Tag nur eine Handvoll Münzen verdienen konnte. Die Millionen kassierten andere. Wrigley's - das ist eine Weltmarke. Heute weiß ich, dass die Bosse in meiner Heimat von jedem Dollar, den sie in Lateinamerika investieren, vier Dollar Gewinn machen. Heute weiß ich, dass diese sogenannte Entwicklungshilfe ein höchst profitables Geschäft ist. Aber schon damals war ich kein "Blinder" mehr. Denn so teilt man in Südamerika die Menschen ein: in Reaktionäre, Revolutionäre und in "Blinde", die in den Tag hineinleben, nicht sehen können oder nicht sehen wollen, was um sie her geschieht. Damals habe ich angefangen nachzudenken. Da war die heile Welt der modernen Großstädte, und da waren die Slums. Da war die offiziell immer wieder bekräftigte Freundschaft mit meinem Heimatland, und da waren die Yankee-go-home-Rufe. Da war die schillernde Kaugummireklame, und da war der Kaugummihändler, der kaum sein Leben fristen konnte. Die Welt schien mir nicht mehr in Ordnung.
Abend für Abend sang ich meine Lieder, Lieder von der Liebe, Lieder vom Glück, Lieder, zu denen ich mich noch immer bekenne, mögen sie heute manchem als belanglos und banal erscheinen. Ich sang sie mit Freude und aus Überzeugung. Aber mehr und mehr bohrten Fragen in mir. Und ich dachte immer häufiger an meinen Lehrer Paton Price, der mich aufgefordert hatte, die Wahrheit zu suchen. Was war wahr in dieser Welt und was nicht? Noch wusste ich es nicht." Dean Reed, Aus meinem Leben. Aufgeschrieben von Hans-Dieter Bräuer; 2. aktualisierte und erweiterte Auflage; Edition Peters, Leipzig/Dresden 1984; S. 26 ff |
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19621962 kam ich erneut nach Chile, um eine große Show für einen örtlichen Rundfunksender zu machen. Zu jener Zeit fand dort gerade die Fußballweltmeisterschaft statt. Ich lernte einige Spieler der sowjetischen Mannschaft kennen, und wir ließen uns zusammen fotografieren. Die Fotos wurden später in der Presse veröffentlicht. Ich lud meine Freunde in meine Show ein. Die USA-Botschaft in Chile machte mich darauf aufmerksam, dass das nicht gern gesehen würde. Ich gab zur Antwort, dass die Kunst und der Sport dem Frieden dienen müssten, und dass unsere Freundschaft sie nicht ärgerlich machen, sondern erfreuen sollte. Welt Studenten Nachrichten 11/83 In 1962 I went back to Chile for a big show in a local radio station. The World Football Championships were on there at the time. I knew some of the players on the Soviet team, and we took a few pictures that were published in the papers. I invited my friends to my show, and the United States Embassy in Chile intervened to let me know that my government took a dim view of this. I replied that art and sports had to contribute to peace, and that our friendship should make them happy and not annoy them. Welt Studenten Nachrichten 11/83 En 1962, coincidiendo con el mundial de fútbol, volví a Chile para participar en un gran show en una radio local. Yo conocía a algunos jugadores del equipo ruso y nos tomamos algunas fotografías que fueron publicadas en los periódicos. Invité a mis amigos al show y la embajada de EEUU en Chile intervino para hacerme saber que el gobierno no veía con buenos ojos lo que había hecho. Contesté que el arte y el deporte debían contribuir a la paz y que nuestra amistad les debía alegrar y no molestar. |
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1970
01.09.1970: Waschen des Sternenbanners in Santiago 04.11.1970: Amtseinführung Präsident Allendes |
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1971"(...) ich war dort für vier Monate im Jahr '71. Wir sind z.B. mit Salvador zusammen von Stadt zu Stadt gegangen. Er hat geredet und ich habe gesungen. Dasselbe hat Victor Jara gemacht. Sehr oft er an einer Seite, ich auf der anderen. Zur gleichen Zeit habe ich für die Gewerkschaft diesen Film gedreht. Ich kenne das ganze Chile von Norden bis Süden. In jedem Betrieb, in jeder Fabrik, in jeder Schule, glaube ich, war ich einmal. Und ich liebe dieses Volk besonders. Und deshalb, was ist mit dem Coup... Der faschistische Coup '73 war die größte Tragödie meines Lebens, weil so viele von meinen Freunden ermordet sind. Deshalb habe ich auch einen Film darüber geschrieben und gedreht und viele Lieder auch. (...)" Aus einem Interview des Berliner Rundfunks vom 7. Oktober 1982 "(...) I was there for four months in 1971. For instance we went from town to town together with Salvador. He spoke and I sang. Victor Jara did the same. Often he on one side of the stage and I on the other. At the same time I shot this film for the union. I know all of Chile from the north to the south. I think I have been at least once in every plant, factory and school. And I do love the people in a special way. And therefore, what happened with the coup... The fascist coup in '73 was the worst tragedy in my life, because so many of my friends were murdered. Therefore I wrote and directed a film about that and many songs. "(...)Yo estuve ahí por cuatro meses en el año '71. Fuimos por ejemplo con Salvador de ciudad en ciudad. Él hablaba y yo cantaba. Lo mismo hacía Víctor Jara. Muchas veces él a un lado suyo y yo del otro lado. Al mismo tiempo filmé para el sindicato esta película. Yo conozco Chile entero de norte a sur. En cada empresa, en cada fábrica, en cada colegio, creo que estuve una vez. Y yo amo este pueblo de sobremanera. Y por éso, lo que pasó con el Golpe... El Golpe facista del '73 fue al tragedia más grande de mi vida, porque fueron asesinados tantos amigos míos. Por esó escribí y filmé una película acerca de ello y muchas canciones también. (...)" |
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1983"Meine Freunde waren sehr besorgt um mich, und zwischen meinen Auftritten, bei denen mich immer wieder viele Menschen vor der Polizei abschirmten, bin ich stets in irgendwelchen Wohnungen versteckt worden. Dort habe ich auch immer übernachtet, und nicht in den Hotels, wo man mich hätte leicht bespitzeln können. |
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Ich wollte unbedingt bis Sonntag, das war der 21. August, durchhalten; denn für diesen Tag hatte mich Santiagos Erzbischof Enrique Silva, ein entschiedener Gegner Pinochets, eingeladen, in einer großen Kirche in Santiago zu singen. Das aber war dem Diktator offenbar zuviel. Am Freitag umstellten etwa 60 Polizisten das Haus, in dem ich mich aufhielt, und nahmen mich fest. Ich sollte dann ein Revers unterschreiben, demzufolge ich das Land für immer zu verlassen hätte. Doch die zwei Worte "für immer" paßten mir nicht, und da ich wußte, daß man mich ohnehin abschieben würde, unterschrieb ich nicht." Dean Reed Quelle: Jan Eik, Besondere Vorkommnisse, Verlag Das Neue Berlin 1995 |
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Deans Lebenslauf
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Press review/Pressespiegel
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Zu den Dreharbeiten zu "El Cantor""Bei Außenaufnahmen zu meinem Chile-Film "El Cantor", der meinem von der chilenischen Militärjunta ermordeten Freund und Sänger Viktor Jara gewidmet ist, habe ich die Kinder vor den Junta-Schergen in Sicherheit zu bringen. Dazu benutzen wir ein Auto. Es ist eine dramatische Szene, die mit Rücksicht auf die Kinder doch mit sehr viel Behutsamkeit gedreht wurde. Ich hatte mir diese unmenschliche Jagd anders vorgestellt und je verwegener ich fuhr, desto begeisteter reagierten die Kinder. Der Produktionsleiter raufte sich die Haare und schwieg." Aus einem Interview mit der Jugendzeitschrift FRÖSI 1978 |
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Weiterführende Informationen
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Beiträge in der Online-Zeitung zu Chile
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Externe Links |
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CD-Empfehlung (2003):¡VENCEREMOS! Homenaje a Salvador Allende
Links zur CD: |
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Neuer Dokfilm über Salvador Allende in Cannes vorgestellt (2004):"...Ebenfalls im Wettbewerb, wenn auch außerhalb der Konkurrenz, lief ein weiterer, hochpolitischer Dokumentarfilm, übrigens eine deutsche Koproduktion: Salvador Allende von Patricio Guzman. Der Altmeister des kämpferischen chilenischen Kinos kannte den Präsidenten gut, er hat ihn mit der Kamera begleitet und kann einige, bisher unbekannte Aufnahmen präsentieren. Doch die persönliche Nähe, die Liebe zu dieser Lichtgestalt der demokratischen Linken schadet dem Film eher, als dass sie neue Einsichten vermitteln könnte. Auch aus der Distanz von 30 Jahren vermag Guzman nicht, Fehleinschätzungen der Allende-Regierung neu zu bewerten. Seine Heldenverehrung nimmt sogar komische Züge an. Der Geliebten Allendes, heute eine schöne Greisin, raunt er entgegen, das Verhältnis zwischen ihr und dem Präsidenten sei die schönste Liebesgeschichte Chiles im 20. Jahrhundert gewesen. Darüber kann auch die alte Dame nur lachen. Doch wie bei Michael Moore erstaunt auch im Allende-Film, der etwas unentschlossen zwischen Analyse und persönlicher Betroffenheit schwankt, die Unverfrorenheit der amerikanischen Politik, die schon in der Frühphase der Unidad Popular alles daransetzte, die demokratisch gewählte Regierung Chiles zu zerstören. Der damalige Botschafter in Chile erklärt das im Film unumwunden und detailreich und macht so unwillentlich eine erschreckende Kontinuität sichtbar. Und noch ein Aspekt verleiht diesem Film überraschende Aktualität. Allende, den viele noch immer für einen liebenswerten politischen Träumer halten, dessen Ideale an der Wirklichkeit zerbrachen, erweist sich in seinem Denken als genauer Prophet heutiger internationaler Prozesse, als früher Gegner der Globalisierung, durch die sich gewaltige ökonomische Mächte die Erde untertan machen, fernab der Regierung und der Parlamente - wie er in einer klarsichtigen Rede vor der UNO erklärte. Allein schon diese Wiederentdeckung macht den Film sehenswert. In Chile ist dieses dramatische Kapitel der Geschichte noch immer ein Tabu, bisher fand sich kein Verleih. In Deutschland soll der Allende-Film noch in diesem Jahr ins Kino kommen..." |
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Beiträge von euch zum Thema - macht mit!
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www.DeanReed.de
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