Ilga Röder

Halberg Guss Saarbrücken und kein positives Ende?

Ilga Röder

3. Dezember 2019
Seit Wochen betont der Insolvenzverwalter Franz Abel, dass er nicht die Absicht habe, das Werk zu schließen, stehen doch 1000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
200 Arbeitsplätze sind schon vernichtet worden, die Kollegen hatten einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und warten noch heute auf die ihnen zugesicherten Abfindungen.

Doch dann wird bei der Betriebsversammlung die Hiobsbotschaft verkündet: Ab 1. Dezember sollen 600 weitere Arbeiter freigestellt werden, ihnen droht der Verlust des Arbeitsplatzes. 450 Halberger sollen weiterarbeiten und zur Rettung beitragen. Die wäre möglicherweise mit einem neuen Investor in Sicht. Die Ferrro Gruppe aus Neunkirchen hat Interesse an den Gusswerken. Tage später kommt die Bestätigung. Die Jobs sind endgültig weg, nicht nur die Arbeiter, sondern auch deren Familien sehen schweren Zeiten entgegen.

Betriebsversammlung November 2019. Bild: YouTube screenshot

Nach VW war auch General Motors als Interessent ausgestiegen, da sie unter der Leitung von PREVENT überhöhte Preise zahlen mussten, auch unter One Square Advisors, einem Finanzdienstleister aus Frankfurt, soll es nicht besser gewesen sein.

Außerdem heißt es, dass dieser Investor die Schwesterwerke Leipzig und Saarbrücken trennen wollte, um Leipzig zu retten und dafür Saarbrücken zu opfern.

Das neue Zukunftskonzept baute auf der erhofften Zusage von GM, Deutz und anderen Kunden, fürdie die Ferrero Gruppe aus Neunkirchen weiterproduzieren wollte und sogar bei der Halbierung der Produktion auf ca 30.000 Tonnen Gussteile im Jahr noch Perspektiven gesehen hätte.

Oskar Lafontaine, Fraktionsvorsitzender der Linken, prangert die ehemalige Leitung an, sie hätten das Werk ruiniert und fordert von der Landesregierung, eine Mehrheitsbeteiligung an den Gusswerken zu erwerben. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger fordert; Halberg Guss muss leben! Falls genug Kunden zusagen, ist die letzte Schlacht noch nicht geschlagen.

Insolvenzverwalter, Regierung und die Unternehmensleitung schieben sich seit Wochen den schwarzen Peter zu.

Nicht nur für die Arbeiter und ihre Familien, sondern auch für die saarländische Industrie ist das Drama um die Arbeitsplätze ein herber Schlag. Alle Parteien hoffen, dass sie noch eine Alternative zur endgültigen Schließung finden werden.

Die Arbeiter und ihre Familien gucken mal wieder in die Röhre.

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Monika Oette

Übernahme der Neue Hallberg Guss GmbH Leipzig sowie die Gusswerke Saarbrücken durch AVIR Gruß Holding GmbH

Monika Oette

Leipzig, 4. Februar 2019
Der Münchener Sanierungsberater „One Square Advisors GmbH“ gab am 7. Dezember 2018 bekannt, dass die AVIR Gruß Holding GmbH die beiden Hallberg Betriebe in Leipzig und Saarbrücken übernommen haben. Schon Mitte Dezember 2018, gab der alte Eigentümer bekannt, dass die Stilllegungsanzeige der Neuen Hallberg-Guss GmbH Leipzig (NHG) zurückgenommen wurden.

Dieses geschah, nachdem der Verkauf aufgrund eines Arrestverfahrens von Seiten des NHG-Kunden Volkswagen von knapp 50 Mill £ NHG-Verkaufs-Zusicherung beinahe gescheitert wäre. VW begründete das „Beinahe-Scheitern“ damit, dass es zwischen April und Juni 2018 „Wucherpreise“ für Gussteile zahlen musste.

In einer Meldung des „DGAP.de – Financial News Dierectly From The Source“  heißt es u.a.: „…Damit ist der ehemalige Geschäftsbetrieb der Neue Hallberg Guss GmbH auf die Tochtergesellschaften der AVIR Guss Holding GmbH, Gusswerke Saarbrücken GmbH und Gusswerke Leipzig GmbH, übergegangen…“

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Mitarbeiter hätten die Möglichkeit, im Rahmen eines Betriebsüberganges, auf die neue Gesellschaft zu wechseln. Es wurde zwar nirgendwo erwähnt, wie sich im Arrestverfahren geeinigt wurde. In der Zurücknahme der Stilllegungsanzeige wird als Käufer auch die AVIR Guss Holding GmbH benannt.

Eine frohe Botschaft für die rund 2000 Mitarbeiter der Gusswerke, besonders der älteren Mitarbeiter, die schwerlich eine neue Erwerbstätigkeit gefunden hätten. Bleibt zu hoffen das die neuen Arbeitsverträge zumindest den gleichen Standard aufweisen wie die alten. Damit endet ein monatelanger Streit zwischen dem bisherigen Eigentümer und der Belegschaft. Der Hersteller von Motorblöcken und Antriebswellen gehört seit Jahresbeginn zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor, die sich mit dem VW-Konzern erbittert um Lieferkonditionen gestritten und Aufträge verloren hat.

Täglich 7 Stunden und mehr arbeiten die Kollegen von Halberg-Guss wie hier am Hochofen. Bild: Schlacke wird aus einer Gieflpfanne entfernt.

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Fiete Jensen

Kampferfolg bei Halberg Guss in Leipzig

Fiete Jensen

Leipzig, 23. August 2018
Wende bei Halberg Guss: Das Unternehmen will nun das Leipziger Werk nicht mehr schließen und den Kollegen in Saarbrücke nicht kündigen. Es ist geplant, über ein Fortführungskonzept zu verhandeln. Die Mitarbeiter/innen in beiden Werken sind erfreut und hoffen auf den dauerhaften Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Das hatten sich die 700 Halberger in Leipzig in ihren kühnsten Träumen kaum auszumalen gewagt: Sechs Wochen lang hatten sie den Betrieb besetzt und bestreikt. Die Forderung der Kollegen war immer der Erhalt ihrer Arbeitsplätze und damit der Erhalt der Existenz ihrer Familien. Die IG Metall beschränkte sich indes auf das Aushandeln einer Abfindung. Doch es kam anders: Halberg Guss teilte am Mittwoch nach einer erneuten Schlichtungsrunde mit: „Die Schlichtung arbeitet an Fortführungs- und Zukunftskonzepten für beide Standorte.“ Damit bliebe neben Saarbrücken auch der Standort in Leipzig erhalten. Die IG Metall setzte am gleichen Tag nach und verkündetet das gleich, fügte aber hinzu: „Beschlossen ist aber noch nichts. Die Rahmenbedingungen der Schlichtungsverhandlung müssten noch klarer werden.“ Darüber soll in den nächsten Tagen weiter verhandelt werden. Der seit Ende Juli unterbrochene Streik in Leipzig und Saarbrücken bleibe so lange ausgesetzt.Bis dahin soll der Streik weiter ausgesetzt werden.
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Plötzliche Kehrtwende

Nur 90 Minuten hatte die Beratung in Frankfurt/M gedauert. Es war die fünfte, sogenannte Sondierungsrunde und wann genau die Sondierung, die am Mittwoch erneut vertagt wurde weitergeht, ließen die Beteiligten offen.

Für Halberg Guss ist die Ankündigung, nun doch eine Fortführung des Leipziger Werks zu prüfen, eine komplette Kehrtwende. Noch Anfang Juli hatte Halberg-Guss-Chef Alexander Gerstung im Interview gepoltert: „Die Werksschließung Ende 2019 ist in Stein gemeißelt.“ Davon ist nun plötzlich keine Rede mehr. Ob der Standort am Ende aber wirklich erhalten bleibt, ist aber noch völlig offen – und auch, ob alle 700 Mitarbeiter in Leipzig an Bord bleiben.

Foto: Kurti Schmalz

Keine Illusionen

Die Halberg Kollegen sollten aber keine Illusionen und Vertrauen in vage Versprechungen haben. Die neuen Halberg-Guss-Eigner Prevent und Volkswagen sind kein Sozialverein. Wenn sie jetzt so handeln, als ob es wie Zugeständnisse an die Belegschaft aussieht, dient auch dieser Schritt nur der Profitsicherung. Halbergs Kunden haben massiv Druck auf die Geschäftsleitung ausgeübt weil ihnen die Motorblöcke fehlten. Vor zwei Wochen hatten sie gedroht, bei einem erneuten Streik in Leipzig und Saarbrücken ihre Maschinen abzuholen und die Motorblöcke anderswo gießen zu lassen. Während des Ausstands im Juli hatte der Motorbauer Deutz sogar per Zeitungsanzeige an beide Seiten appelliert, den Konflikt endlich beizulegen. Die Kölner hatten wegen des fehlenden Nachschubs aus Leipzig und Saarbrücken bereits ihre Produktion gedrosselt und Opel die Produktion im Werk Eisenach sogar ganz eingestellt.

Halberg will seine Kunden nicht verlieren, aber höhere Profite erwirtschaften. Das wird ihr Ziel bleiben, und deswegen werden erneut Möglichkeiten der Kosteneinsparung ausgelotet. Dazu gibt es viele Möglichkeiten wie z. B. die Schließung des Unternehmens und Gründung eines neuen Unternehmens die den Großteil der Halbergkollegen/-innen zu erheblich niedrigeren Löhnen wieder einstellt. Oder die Verlagerung der Produktion in eine Billiglohnland wobei alle Arbeitsplätze an den jetzigen Standorten verloren gehen werden. Der sog. Einbruch bei den Auftragserteilungen kam nach erneut angekündigten Preiserhöhungen zu Stande. Sie sind angekündigt worden, weil die Hauptaktionäre, die Hastor-Kapitalisten, ihren profitgierigen Hals nicht voll genug bekommen.
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Wachsam und kampfbereit sein

Die Halberg Kollegen müssen nun wachsam sein und sich nicht einlullen lassen. Wenn nach den weiteren Verhandlungen keine 100% Sicherung der Arbeitsplätze gewährleistet wird, muss der Streik sofort wieder aufgenommen werden. Nur Streik ist die Sprache, die die Bosse verstehen. Ebenso sollten sie auch der IG Metall-Führung in den Arsch treten und sie verpflichten, sich für die 100%ige Sicherung aller Arbeitsplätze einzusetzen. Das Geschwafel von einer „sozialverträglichen Abwicklung“ bringt nichts und hat auch nichts gebracht. Der jetzige Erfolg ist ausschließlich dem entschlossenen Auftreten der Halberg-Kollegen zu verdanken. Sie haben mit ihrem Durchhaltevermögen gezeigt, dass ein konsequenter Kampf für die Arbeitsplätze der einzige sinnvolle Weg ist. Die IG Metall-Führung hat die Flinte schon ins Korn geworfen, bevor der Feind sich gezeigt hat. Wieder einmal ein schauerliches Beispiel von Verrat an den eigenen Mitgliedern.

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Nico Diener

Schlichtungsverhandlungen bei Hallberg Guss

Nico Diener

Leipzig, 1. August 2018
Seit Montag, 30. Juli ist es wieder laut in den Werkhallen der Neue Halberg Guss GmbH in Leißzig und Saarbrücken. Der schon sechs Wochen dauernde Streik wurde, vorerst für 14 Tage unterbrochen.

Eine Schlichtung soll nun das angeblich gewünschte Ergebnis bringen. Die IG Metal hat die Geschäftsleitung zu einer Schlichtung aufgefordert und dafür die befristete Wiederaufnahme der Arbeit geboten. Das kam den Hallberg-Bossen gerade recht weil sie in großen Schwierigkeiten stecken und die Kunden auf ihre besrellten Waren warten. Der unmittelbare Druck ist daher weg. Genau dieser druck der unsere einzuge Waffe ist „Streik“!

Nach zwei Schlichtungsverhandlungen mit der Geschäftsführung der Neue Halberg Guss GmbH stellt Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, fest: „Die Verhandlungen sind zäh. Es zeigen sich an mehreren Stellen große Schwierigkeiten.“ Und „Wir haben auf Deeskalation gesetzt und mit dem Vorschlag der Schlichtung die Voraussetzung für eine konstruktive Lösung des Konflikts um einen Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten geschaffen.“, so Köhlinger weiter. 
„Wir prüfen viele Optionen, aber entlang unserer Forderung für einen Sozialtarifvertrag scheinen die Differenzen weiterhin schwer zu überwinden“, so die Einschätzung von Uwe Schütz, IG Metall Verhandlungsführer. „Wir erwarten von den Gesellschaftern und der Geschäftsführung der Neue Halberg Guss endlich konstruktives Mitwirken an einer schnellen Lösung. Ein Spiel auf Zeit hingegen nehmen wir nicht hin.“

Diese Schmierenkomödide findet unter dem Vorsitz des Schlichters Lothar A. Jordan, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Arbeitsgerichts Mannheim, statt. Die Schlichtung wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Wir brauchen keine „sozialverträgliche Abwicklung“! Die Hallberg Kollegen/innen brauchen ihren Arbeitsplatz und gerechte Löhne! Und dafür loht es sich weiter zu streiken. Nur durch Streik bis hin zum Generalstreik aller metallverarbeitenden Betriebe in ganz Deutschland können sie ihre Ziele erreichen. Um diesen Forderungen mehr Ausdruck zu verleihen ha am 2. August eine Delegation der Redaktionen AmericanRebel und Arbeiterkampf die Hallberg-Kollegen/innen in Leibzig besucht und eine Grussbotschaft übergeben.
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Grußbotschaft an die streikenden Kollegen/innen von Halberg-Guss in Leipzig

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Die Redaktion der Onlinezeitungen »AmericanRebel.de« und »Arbeiterkampf.eu« senden Euch herzliche Kampfesgrüße aus Berlin und Kiel.

Seit 50 Tagen kämpft ihr nun schon gegen die Vernichtung Eurer Arbeitsplätze und für die Existenz Eurer Familien. Wir haben Euch dabei begleitet in dem wir unsere Leser/innen mehrmals über Euren Streik und über Eure Erfolge berichtet haben. Ja, es ist ein Erfolg, wenn so viele Kollegen und Kolleginnen so diszipliniert, geschlossen und lange gegen die Angriffe eines Konzernes auf ihre Existenz vorgehen. Von Euch können die Belegschaften vieler anderer Betriebe lernen und Euer Kampf wird als vorbildlich, egal wie er endet, in die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung eingehen.

Die Schließung des Werkes in Leipzig muss mit allen Mitteln verhindert werden! Lasst Euch nicht von juristischen Angriffen, von Angriffen der Unternehmerpresse und von sonstigen Einschüchterungen entmutigen. Den Hastor-Kapitalisten geht es einzig allein um den Profit den ihr ihnen erarbeiten sollt. Wenn ihr es nicht macht sollen es andere Kollegen, irgendwo in Europa, machen. Diesen Banditen seid ihr völlig egal und nur ein negative Position in ihrer Kalkulation! Aber wir Arbeitnehmer auf der ganzen Welt sind Menschen und wollen auch wie Menschen in Würde und mit Achtung vor unserer schweren Arbeit geachtet und behandelt werden. Ihr habt nichts zu verlieren, denn die Prevent-Bosse haben sich schon gegen euch entschieden und deswegen ist es nur legitim das Ihr Euren Betrieb bestreikt und den mutigen Kampf aufgenommen habt.

Ina Möller und Nico Diener von den Redaktionen AmericanRenel und Arbeiterkamf nach der Übergabe der Grußbotschaft in Leipzig. Leider wußten die Beiden zu der Zeit noch nicht das der Streik ausgesetzt wurde und trafen so nur den Pfördner an, der die Grußbotschaft an den Betriebsratsvorsitzenden Thomas Jürs übergab. Foto: Monika Oette

Große Sorge macht uns die Rolle der IG Metall-Führung, die sich strikt weigert, den Streik auszuweiten und andere Betriebe in den Arbeitskampf einzubeziehen. Allgemeine Worte von Solidarität täuschen unserer Meinung nach darüber hinweg, dass die Gewerkschaftsleitung alles unternimmt, um den Streik auf die unmittelbar Betroffenen zu beschränken. Ihre zentrale Forderung ist doch nicht die Verteidigung aller Arbeitsplätze, wie ihr es wollt, sondern ein sogenannter „sozialverträglicher“ Abbau eurer Arbeitsplätze und die Einrichtung einer so genannten „Transfergesellschaft“, was für euch nichts anderes bedeuten kann, als ein Verschiebebahnhof in die Arbeitslosigkeit. Doch Abfindungen sind kein Ersatz für einen Arbeitsplatz! Sie werden häufig auch noch auf den Anspruch von Arbeitslosengeld angerechnet.

Wessen Interessen vertritt die IG Metall-Führung in diesem Streik? Wie ihr wisst üben seit vielen Jahren die großen Autokonzerne massiven Druck auf die Zulieferbetriebe aus, um die Preise zu senken. Als größter europäischer Autokonzern spielt VW dabei eine führende Rolle. Schon zu Beginn der 1990er Jahren verhandelte der berüchtigte Ex-General-Motors-Manager Jose Ignacio Lopez bei VW in Wolfsburg die Zulieferverträge neu und erzwang massive Preissenkungen. Schon damals hatte diese Entscheidung die volle Unterstützung der IG Metall und der Wolfsburger Betriebsräte. Dass diese VW-Kostensenkung auf die Beschäftigten der Zulieferbetriebe abgewälzt wurde und schon damals zu Entlassungen und Sozialabbau in der Zulieferindustrie führte, kümmerte die Wolfsburger IGM-Funktionäre wenig. Sie waren und sind offensichtlich aufs Engste mit der Konzernleitung verbunden und verfügen mit den Stimmen des Landes Niedersachsen, gegenwärtig unter SPD-Führung, über eine Stimmenmehrheit im VW-Aufsichtsrat.

Aber kann es möglich sein die Interessen zweier Klassen, die der Aktionäre und die der Arbeitnehmer/innen zu vertreten? Holzauge sei wachsam! Was läuft hier ab?

Alle Kolleginnen und Kollegen in den Gewerkschaften müssten selbst ihre Sache in die Hand nehmen. Kein einziger Arbeitsplatz darf dem Profitstreben der Aktionäre geopfert werden. Nehmt direkten Kontakt zu den Kollegen bei VW, Opel, Daimler und den Zulieferern in ganz Europa auf und organisiert einen gemeinsamen gewerkschaftlichen Kampf. Das Ziel muss sein, alle Arbeitsplätze zu erhalten und kein fauler Kompromiss zwischen Kapital und Gewerkschaft!

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Autokorso der Arbeitnehmer von Halberg Guss in Saarbrücken

Ilga Röder
Saarbrücken

Saarbrücken, 4. Juli  2018
Mit einem Autokorso durch Saarbrücken demonstrierten heute die Beschäftigten des Autozulieferers Neue Halberg Guss für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Laut Polizei waren 350-400 Autos von Brebach nach Saarbrücken unterwegs und legten stellenweise den Verkehr lahm. Die Verhandlungen zwischen der IG Metall mit dem Halberg Guss Eigentümer Prevent könnten Freitag fortgesetzt werden.
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„Die Politik“ will vermitteln

Bisher ist es noch zu keinem Kompromiss in den Werken Leipzig und Saarbrücken gekommen. In Leipzig wurden Sitzblockaden vom Eigentümer verboten, ähnliche Massnahmen sind auch in Saarbrücken geplant. Ferner forderte die Hallberg-Geschäftsleitung die Streikenden in Saarbrücken auf, den Streik unverzüglich Streik zu beenden, um neue Verhandlungen nicht zu gefährden. Das Leipziger Werk sei leider nicht zu retten. Nun will die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger vermitteln.

Wie gehts weiter

Laut neuesten Nachrichten sollen die Gespräche zu Sondertarifverhandlungen am 12. Juli in Frankfurt weitergeführt werden. Bisher hatte die IG Metall dieses abgelehnt, weil sie formelle Tarifgespräche fordern, die Hallberg-Geschäftsleitung aber nur einen runden Tisch anbietet.

2011 hatte Hallberg Guss rund 2000 Beschäftigte eine Schliessung würde, wenn man alle Angehörigen, sowie die Beschäftigten in der Zulieferindustrie und deren Angehörige, weit über 5000 Menschen betreffen.

Ich war heute um 10.00 in Brebach (Stadtteil von Saarbrücken) unterwegs, da die Busse ab Saarbahnhaltestelle nicht weiterfahren konnten, ging ich zu Fuss und konnte ein paar Fotos machen. Einige Privatleute waren laut ihrer Aussage extra angereist, um die Demo zu filmen.
In Saarbrücken (Innenstadt) zurück waren auch die ersten Autos angekommen, wodurch die Saarbahn Verspätung hatte. Im allgemeinen hatten die Leute Verständnis für die Streikenden.

Ich konnte ein paar Bilder schießen:

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Neues von den Streikenden von Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken

Ilga Röder
Saarbrücken

Saarbrücken, 14. Juli 2018
Auch nach 4 Wochen Streik und zähen Verhandlungen konnten sich die IG Metall und das Management der Prevent-Tochter nicht einigen. Die Verhandlungen wurden von Streiks sowohl in Leipzig als auch in Saarbrücken begleitet.

Beide Parteien standen am Freitag, den 13.7. wieder vor dem Arbeitsgericht Frankfurt, da das Management den Streik für unrechtmäßig erklären will, ob die entsprechenden Gerichte in Leipzig und Saarbrücken die Streiks für rechtmäßig erklärt hatten.

Das Management bietet den von Entlassung bedrohten Arbeitnehmern Abfindungen an, wenn der Streik umgehend beendet würde, da auch die Weiterarbeit bei Motorenbauern und Zulieferern gefährdet sei. Nur eine umgehende Belieferung der langjährigen Kunden könne Arbeitsplätze erhalten.

Die Höhe der Abfindungen und Sozialleistungen für die Entlassenen sind weiterhin Streitpunkte für die beiden Parteien.

Die verbleibenden Arbeiter sollten bis Ende des Jahres vor Kündigungen geschützt werden, darin sieht die IG Metall aber keine Verbesserungen.

Das Ziel müsse sein, möglichst vielen Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu bieten, denn hier ginge es um das Schicksal von mehr als 2000 Menschen.

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Solidarität mit den Streikenden von Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken muss weiter gehen!

Maritta Brückner
Leipzig

Leipzig, 20. Juli 2018
Die Solidarität mit den Streikenden der Hallberg Guss muss unbedingt weiter gehen! – Die Leipziger Kollegen kämpfen nun schon den 37. Tag unermüdlich um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Der Plan A, Arbeitsplätze erhalten hat Vorrang zu Plan B, Sozialplan für alle Kollegen, denn der Sozialplan würde trotzdem in die Armut führen, da keine weiteren Arbeitsplätze in Leipzig vorhanden sind. 700 Kollegen sind in Leipzig betroffen und in Saarbrücken 1500, sagte mir Kollege Thomas Arnold von der Streikleitung IG Metall. Die Leipziger Kollegen würde es als erstes treffen.

Die Verhandlungen zwischen IG Metall und der Geschäftsleitung der Hallberg Guss wurde am Mittwoch nach 5 Stunden von der Geschäftsleitung abgebrochen. Man hofft, dass sie noch diese Woche wieder aufgenommen werden.

Alle Prozesse, die die Geschäfttsleitung gegen die Streikenden geführt haben , hat sie verloren. Der Streik ist rechtens , so der Gerichtsbeschluss. Das ist ein Erfolg!

Viel Solidarität erhalten die Streikenden von Leipziger Arbeitern. Mit dabei die z. Z. streikenden Arbeiter/innen des Amazon-Unternehmens. Auch international interessiert man sich für das Problem in Leipzig. So war man aus Dänemark angereist, um zu sehen, wie man helfen kann.

Jedoch geht die Angst unter den Kollegen um. Sollte ihr Arbeitsplatz verloren gehen, werden sie, nach ihrer Meinung wenig Chancen haben, neue Arbeit zu finden, da sie als aktive Streikende nun auch einen Stempel aufgedrückt bekommen haben, wovor neue Arbeitgeber zurück schrecken könnten.

Meine letzten Fotos: Gute Stimmung bei den Kollegen/-innen in Leipzig:

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Solidarität mit den Streikenden von Halberg Guss in Leipzig

Neue Hallberg Guss GmbH in Leipzig-Leutzsch

Maritta Brückner
Leipzig

Leipzig, 28. Juni 2018
Einer der letzten größeren Industriebetriebe in Leipzig soll geschlossen werden, entschied der Eigentümer, die bosnische Prevent-Gruppe. 700 Arbeitsplätze stehen unmittelbar auf dem Spiel, betroffen sind aber auch unzählige Arbeitsplätze mittelbar. Zählt man die Familienangehörigen mit, dürften 5 % der Leipziger betroffen sein. Zerrieben von kapitalistischen Profitmaximierungsbestrebungen großer Autokonzerne. Als Folge der Komplettenteignung Ostdeutscher 1990 stehen die Betriebe bei uns immer als erstes zur Disposition, denn wir haben nicht einmal regional verwurzelten Mittelstand. Die Arbeiter von Halberg Guss kämpfen für sich und für uns alle!

Die Streikenden waren seit 13. Juni täglich 24 Stunden auf dem Streikposten, der immer gut besetzt war. Gestern liefen die Kollegen Runden vor dem Werktor, so dass kein LKW rein kam. Die Nachtschicht kam heute eher zum Werktor, als sie hörten, dass die Blockade aufgehoben werden sollte.

Wie die Streikzeitung berichtet drohte am gestrigen späten Nachmittag eine Eskalation: Nach einem Gespräch mit der Rechtsanwältin der Geschäftsleitung verkündete der Polizeichef den Streikenden, dass geräumt werden müsse, wenn man das Tor nicht frei gibt. Nachdem inter Protesten der Streikenden ein Streikbrecher, unter Polizeischutz, mit einem Multikar die Zufahrt geräumt wurde, konnte der erste LKW passieren.

Aber so schnell, wie man gedacht hatte, konnten die LKWs nicht beladen werden, weil plötzlich im ganzen Werk kein Strom mehr war, wurde mir zugeflüstert. Und auch, dass die Streikbrecher es wohl schwer haben werden, die beladenen LKWs aus dem Werk zu bekommen.

Mitglieder des Stachel Leipzig solidarisierten sich mit den Streikenden und gaben etwas in die Streikkasse, denn der Streik geht weiter und muss weiter gehen. Wir wünschen viel Kraft für euren Kampf, liebe Kollegen.

Hier noch ein paar Schnappschüsse von mir:

Transparent vor dem Werkstor
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Gegen den neuen Arbeitgeber
dem Prevent Konzern aus Bosnien

Streikbrecher räumen unter Polizeischutz mit einem Multicar die Zufahrt zum Betriebsgelände

Danach konnte ein LKW
auf das Betriebsgelände fahren

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Video: Sachsenspiegel vom 26. Juni, verfügbar bis zum 3. Juli

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Solidarität mit den Streikenden von Neu Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken

Maritta Brückner
Leipzig

Leipzig, 30. Juni 2018
Ich war heute noch einmal vor Ort am Werk in der Merseburger Straße 204 in Leipzig-Leutzsch. Es ist der 17. Streiktag – und der Kampf geht weiter, hat man mir gesagt. Aber die Kollegen brauchen Unterstüzung und Solidarität. Kollege Arnold erzählte mir, dass man wegen einer Einstweiligen Verfügung den Eingang vor dem Werktor öffnen musste. Die LKWs konnten beladen werden. Aber im Werk gibt es nichts mehr zu holen, da nun alles leer sei, keiner mehr etwas produziert hat und produzieren kann. Stolz erzählte er mir, was für gute Arbeit sie immer geleistet haben. Sie haben immer zuverlässig und pünktlich geliefert. Ihre Arbeit wurde immer sehr geschätzt, weil es kein Murks war. Selbst die dünnsten Stücke konnten sie gießen (das ist schon ein Kunstwerk) und die Auftraglage war immer gut. „So gut wie die Leute, sei auch die Halberger Ware, unsere Kunden haben uns mehrfach ausgezeichnet“ sagte Kollege Hermann, der schon sein halbes Leben im Werk als Anlagenbediener arbeitet. „Ich bin glücklich bei der Truppe. Das hat auch was mit Wertschätzung und Selbstachtung zu tun und wer nicht kämpft hat schon verloren.“ Recht hat er.

Jetzt sind auch die Arbeitsplätze der Hallberg-Kollegen in Saarbrücken gefährdet

Hintergrund der angekündigten Schließung des Werkes ist ein Streit zwischen Volkswagen und dem Zulieferkonzern Prevent. Es geht hier um einen harten Preiskampf zwischen zwei Konzernen, der nun auf den Rücken der Kollegen und Kolleginnen ausgetragen wird. Die Beschäftigten aus Leipzig haben 2009 schon einmal ihren Beitrag zur Sanierung des Unternehmen geleistet und nun sollen sie endgültig abgeschröpft werden.

Mir wurde berichtet, dass alle Kollegen einen Brief per Post erhalten haben, in dem man ihnen mitteilte, dass dieser Streik und vor allem die Blockade eine strafrechtliche Seite habe und man die Rätelsführer dieser Aktion zu nennen habe. Anzeigen sind wohl schon von der Geschäftsleitung getätigt worden und

am Montag gibt es auf dem Arbeitsgericht in Leipzig schon eine erste Verhandlung.

„Ja sie wollen uns nun kriminalisieren, nur weil wir um unser Recht kämpfen“.

Es gab viele die vor Ort den Streikenden solidarisch beistanden. So auch Beschäftigte aus dem Opel Werk und Porsche. Selbst eine Schulklasse war bei den Streikenden. Der Motoradclub „Kule Wampe“ war mit ihren Motorrätern da. Die Kollegen aus Saarbrücken waren mit einem Kleinbus angereist. Sie berichteten mir, dass ihr Werk in Saarbrücken ebenfalls vor dem aus steht. Dort sind 1500 Kollegen mit Arbeitslosigkeit bedroht. Sie waren sehr traurig, weil sie sahen, wie man in Leipzig mit den Streikenden umgeht. „Das erwartet uns nun auch“

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