Zur Judenfrage

Gruppe RoterMorgen – 5. Februar 2024

Nach den Luftangriffen der imperialistischen Staates Israel auf von Zivilisten bewohnten Hochhäuser im palästinensischen Gaza und nach den antiisraelitischen Demonstrationen in deutschen Städten melden sich alle führenden Politiker der bürgerlichen Parteien zu Wort, um gegen die gerechte Sache der Palästinenser zu hetzen und sich bedingungslos hinter den Zionistischen Staat zu stellen.

Scholz a. 17.10.2023 in Tel Aviv: „Die Sicherheit Israels ist Staatsräson“ | Bild: YouTube

Gerade in Deutschland müssen die Jüdinnen und Juden geschützt werden. Die Judenfrage gilt auch heute noch als heikel. Aber bei allem Heiklen, es gilt die Thematik in der Bahn der Gesellschaftswissenschaft abzuhandeln, da in den Äußerungen der führenden bürgerlichen Politiker kein Gramm wissenschaftlichen Gehalts festzustellen ist. Sie sind unqualifiziert und wir sollten dieses historisch wertlose Gequake nicht als Richtschnur unserer Orientierung übernehmen. Es ist schon sonderbar, dass diese angeblich gebildeten Leute übersehen, dass zur Thematik der Judenfrage in der Gesellschaftswissenschaft eine fundamentale Schrift des jungen Marx aus dem Jahr 1843 vorliegt, der er den Titel ‘Zur Judenfrag` gab. Um sich zu dieser Thematik substanziell und kernig zu äußern, ist natürlich ein Lesen und ein gründliches Durchdenken dieser Schrift unabdingbar. Wir kommen nicht um sie herum, wenn wir nicht auf das Klippschulniveau bürgerlicher Politiker abrutschen wollen. Durch diese Schrift gelingt es uns, hinter dem Wirrwarr des Tages die große weltgeschichtliche Linie herauszulesen. Bevor wir uns zur Judenfrage äußern, bemühen wir vorbehaltlos und vorurteilslos erst die Wissenschaft, um die ausgeputzten bürgerlichen Gecken der Pseudowissenschaft zu überführen.

Es versteht sich von selbst, dass Kommunistinnen und Kommunisten die sogenannte „Rassentheorie“ als nicht existent betrachten. Und es versteht sich von selbst das sich kein Volk über ein anderes erheben darf und dass wir stets mit den jüdischen Arbeiterinnen und Arbeitern und auch den jüdischen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, solidarisch sind. Auf diese, die in der Fernsehen-Berichterstattung nicht vorkommen Schicht, müssen wir besonders achten. Für einen politisch gebildeten Menschen gibt es „den Juden“ schlechthin sowieso nicht. Es gibt unzählige Belege dafür, dass die theoretische Aufarbeitung des Holocaust heute noch immer auf dem primitiven Niveau der Rassenfrage verharrt und nicht vom Fleck kommt. Die bürgerlichen Wissenschaftler mögen sich noch so sehr antifaschistisch in Schale schmeißen, solange sie nicht die Klassenfrage als primäre erfassen, sind sie den Nazis schon auf den Leim gegangen. Die Totalitarismusforschung endet, wenn sie rechts und links gleichsetzt, unweigerlich in einer Sackgasse, die Faschisten streben unleugbar die Weltherrschaft an; die Kommunisten hingegen eine Welt ohne Herrschaft. Diese Forschung ist kurzsichtig oder gibt vor, es zu sein, denn sie sieht im Klassenkampf nur die Einheit der Gegensätze, die die Oberfläche ausmacht, sie schaut nicht in den Abgrund der Todfeindschaft von Stalingrad. Selbst einem Kind leuchtet ein, dass es bei einer Kampfkonstellation identische Gegensätze geben muss, wie bei einem Fußballspiel Torhüter gegen Torhüter.… u. s. w. Es ist symmetrisch und zugleich auch nicht. Dieses ‘zugleich auch nicht‘ bedingt hier geschichtlichen Fortschritt, der darin liegt, dass die nationalsozialistische Reaktion in der Bahn des Genozids mordet, die sozialistische Bewegung aber in einem Bürgerkrieg die Hintermänner des Genozids aufspürt und zur Verantwortung zieht. In der Ablehnung dieses Bürgerkrieges zeigt sich die moralische Verkommenheit bürgerlicher Intellektueller, der Sozialpazifisten und der Entwaffnungsanhänger, die sich gleichgültig gegen die bürgerliche Blutorgie verhalten. Vor der Oktoberrevolution gab es grausame antisemitische Exzesse durch die Schwarzhunderter, nach ihr war das ausgeschlossen. Man darf Lenins und Stalins Hass gegen die jüdischen Kapitalistinnen und Kapitalisten und dem ganzen Kulakenpack nicht mit ihrer Liebe zu den jüdischen Arbeiterinnen und Arbeitern, Bäuerinnen und Bauern vertauschen. Heute ist es in den bürgerlichen Universitäten so, dass gerade diese Würfelverdreher die Pulte besetzen, um bürgerliche Studentinnen und Studenten, darunter auch Juristinnen und Juristen, die Köpfe zu verdrehen. Wenn der heutige kapitalistische Ausbeuterstaat Antisemitismus unter Strafe stellt, fängt er zwei Fliegen mit einer Klappe, er spreizt sich mit der Vorspiegelung der Gleichheit aller Rassen populistisch auf, untersagt aber den Lohnsklavinnen und Lohnsklaven, über ihre Ungleichheit gegenüber dem Kapitalistenpack nachzudenken und gegen sie aufzumucken. Auch im Sozialismus, indem die Doppelgesichtigkeit der kapitalistischen Klassengesellschaft nicht mehr vorliegt, sich der Kapitalist nicht mehr hinter dem Gesetz verstecken kann oder anerkanntes Mitglied einer sogenannten bunten Gesellschaft ist, wird Antisemitismus auf andere Art unter Strafe stehen, als Entgleisung Einzelner oder konterrevolutionärer Gruppen. Wir treffen auf Schritt und Tritt auf diese Verwechslung von Rassen- und Klassenfrage, die das politische Schicksal jedes Menschen bestimmt, die bestimmt, ob er moralisch und intellektuell aufstrebt oder untergeht. Wer Geschichte als Rassenkampf deutet, folgt doch schon Alfred Rosenberg, der als Student die Oktoberrevolution miterlebte und 1930 das Buch ‘Der Mythus des 20. Jahrhunderts‘ hervorbrachte, indem er seine Gedanken zur Religion des Blutes und einer Metaphysik der Rassen entwickelte und das ihn zum führenden Ideologen der NSDAP machte,man folgt dieser Spur, ob wissentlich oder unwissentlich. Doch wenden wir uns jetzt der Schrift von Marx zu, in der es keine einzige rassistische Zeile gibt. Nicht als „Rassenfrage“, als politische, sondern als ökonomische Frage, noch nicht als Klassenfrage, wirft Marx das Thema auf.

Bekanntlich brachte die Französische Revolution als politische Revolution, als Revolution der bürgerlichen Gesellschaft die politische Gleichstellung der Juden. Nicht auf den Talmud, sondern auf das Jahr 1789 müssen wir historisch zurückgehen, um eine zeitgemäße Betrachtung der jüdischen Fragestellung zu erklimmen, den Rest überlassen wir den sogenannten Religionswissenschaftlern. Indem Marx die Französische Revolution analysiert, entdeckt er in dieser etwas Rätselhaftes. Während der Zerstörung der Stände hat sich kein politisches Gemeinwesen herausgebildet, sondern 1791 die Erklärung der Menschenrechte des egoistischen Bourgeois. Gerade in der historischen Phase, in der der Egoismus der Republik hätte geopfert werden müssen, wird der Citoyen[1] der Mann, der sich um das öffentliche Wohl kümmern sollte, zum Diener des egoistischen Bürgerlichen wird zum Privatmann, der seine Schätze anhäuft. Die Sphäre, in der der Mensch als Ganzer als Gemeinwesen gilt, ist durch die revolutionäre Emanzipation unter die Sphäre degradiert worden, in der er nur ein Teil des Ganzen ist. Es ist zum Gegenteil dessen gekommen, was Rousseau im Gesellschaftsvertrag konzipiert hatte, dass der Bürger als Teil des Ganzen dem volonté générale unterliegt. Dieses Gegenteil, dieser Bourgeois wird durch die Erklärung der sogenannten Menschenrechte zum wahren Menschen erhoben. Die politische Revolution machte dem egoistischen Materialismus der bürgerlichen Gesellschaft die Bahn frei. „Die feudale Gesellschaft war aufgelöst in ihren Grund in den Menschen. Aber in den Menschen, wie er wirklich ihr Grund war, in den egoistischen Menschen“.[2] Der Mensch wurde 1789 nicht von der Religion befreit, sondern er erhielt die Religionsfreiheit, die er erst jetzt zügellos ausleben konnte. Das galt für Juden und Christen gleichermaßen. Und was heute für den Juden gilt, gilt heute für den Christen gleichermaßen. Es kann kein Zufall sein, dass Marx mit der Betrachtung dieses aus der Französischen Revolution geborenen Juden beginnt, denn aus ihren eigenen Eingeweiden produziert die bürgerliche Gesellschaft fortwährend den Juden. Diese Betrachtung ergibt nun, dass der weltliche Kultus des Juden der Schacher ist, sein weltlicher Gott ist das Geld, durch das bereits Rousseau “die wirkliche Verbindung innerhalb der Gesellschaft.[3] sah. Diese Assoziation des Juden mit dem Schacher rührt aus dem Mittelalter her, galt 1843 und gilt auch heute noch. Dass das Geld der Gott der Juden ist, ist einer der entscheidenden Sätze im Frühwerk von Marx. Wir entdecken hier weder eine rassistische noch eine religiöse Spur. Bis zu dieser Klarheit muss man sich emporgearbeitet haben.

Der praktische Judengeist ist zum praktischen Geist des Christen geworden. Marx schreibt: „Wir erkennen also im Judentum ein allgemeines gegenwärtiges antisoziales Element … die Judenemanzipation in ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum“.[4] Marx lehrte uns im Manifest, die Welt mit nüchternen, nicht mit idealistischen Augen zu betrachten. Im Befreiungskampf des Proletariats kann der jüdische Schacherer in Gestalt der hohen Finanz und der Großkapitalisten nicht ausgeklammert werden. Anstatt über das Judentum Pauschalurteile abzugeben, erfolgt aus einer Klassenanalyse, dass diese perversen Judentypen durchaus ein zu beobachtendes Objekt proletarisch-bäuerlicher Sicherheitsorgane sind. Sie müssen gnadenlos und permanent mit dem Ziel der Vernichtung gemäß Lenins Auftrag der völligen Vernichtung der Bourgeoisie bekämpft werden. Es ist die Pflicht und Schuldigkeit der Revolutionärinnen und Revolutionäre, zusammen mit den jüdischen Ausgebeuteten der Lohnarbeit diese von ihren kapitalistischen Herrenmenschen und von ihren jüdischen Kulaken zu befreien. Erst dann sind die Juden keine Untermenschen mehr. Das Proletariat muss darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn Marx schreibt, dass der Jude das Geld zur Weltmacht erhoben hat. Solange der Staat Israel existiert, dem Gysi ein Selbstverteidigungsrecht zuspricht, wird die Menschheit Sklave der ‘Weltmacht Geld‘ sein, solange wird es lohnabhängige Untermenschen und kapitalistische Herrenmenschen geben. Wir haben in prosemitischer Ausrichtung die Juden vor ihrer schmutzigen Erscheinungsform zu bewahren.

Wir müssen den bürgerlichen Politikerinnen und Politikern die christliche Maske vom Gesicht reißen, damit man die jüdische Fratze dahinter erkennt. Sehr zu beachten ist auch der Gedanke des jungen Marx zum jüdischen Jesuitismus. Unsere heutigen Jesuiten schwören auf die Verfassung der Republik, nur um sie im nächsten Augenblick zu brechen. Die schlaue Umgehung der aktuell existierenden Gesetze ist gerade die Hauptkunst dieser jüdisch-christlichen Jesuiten.[5] Die Bewegung ihrer Welt innerhalb ihrer Gesetze ist notwendig eine stete Aufhebung des Gesetzes. Indessen gilt auch, dass das Judentum sich als Religion nicht weiterentwickeln konnte, „es konnte sich theoretisch nicht weiterentwickeln, weil die Weltanschauung des praktischen Bedürfnisses ihrer Natur nach borniert und in wenigen Zügen erschöpft ist“.[6] Mit dieser primitiv-perversen bürgerlichen Gesellschaft können sich die Völker nicht abfinden. Dem Schacherjuden wird heute in der BRD historisch bedingt eine Art Sonderstatus zugestanden. Aus der grauenhaften Tatsache, dass sechs Millionen Juden durch ihre christlich-arischen Konkurrenten als Gipfel der Inhumanität im großen industriellen Stil vernichtet worden sind, Arisierung war Enteignung, folgt keineswegs, die Werkzeuge der wissenschaftlichen Klassenanalyse aus der Hand zu legen. Der Jude strahlt einen unantastbaren Heiligenschein aus, hinter dem das große Kapital seine Ausbeutungsstrategien und Feldzüge plant. Wir aber müssen “die jüdische Beschränktheit der Gesellschaft“.[7] sprengen. Es bleibt, den Schlussgedanken der Frühschrift anzuführen. “Die gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum“.[8] Marx ist im Herbst 1843 noch kein Kommunist und hat auch die weltrevolutionäre Rolle des Proletariats noch nicht entdeckt, dies geschieht erst ein paar Monate später um den Jahreswechsel 1843/44 und ist in der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung[8] nachzulesen, aber das Gespür für die kommunistische Lösung der Weltgeschichte liegt in dem Schlusssatz durchaus vor. Es ist die Erkenntnis, dass der humanistische Fortschritt der Menschheit das Geld zu einer Ware machen muss, die der Welt von gestern angehört.

FRIEDE DEM JÜDISCHEN VOLK  –
KRIEG DEM KAPITALISTISCHEN AUSBEUTERPACK!
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PROLETARIER ALLER LÄNDER VEREINIGT EUCH!

Anmerkungen:

  1. Der Citoyen bezeichnet den Bürger bzw. Staatsbürger, der in der Tradition und im Geist der Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am Gemeinwesen teilnimmt und dieses mitgestaltet.
  2. Karl Marx: „Zur Judenfrage“, Werke, Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960, Seite 369
  3. Jean Jacques Rousseau: „Emile oder Über die Erziehung“, Reclam Verlag, 2019, Seite 304
  4. a.O., Seite 372f.
  5. Vergleiche a.a.O., Seite 375
  6. a.O.
  7. a.O., Seite 377
  8. a.O.
  9. Die spezifische Ausführung lautet: „Wo also die positive Möglichkeit der deutschen Emanzipation? Antwort: “In der Bildung einer Klasse mit radikalen Ketten, einer Klasse der bürgerlichen Gesellschaft, welche keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft ist, einer Standes, welcher die Auflösung aller Stände ist, einer Sphäre, welche einen universellen Charakter durch ihre universellen Leiden besitzt und kein besonderes Recht in Anspruch nimmt, weil kein besonderes Unrecht, sondern das Unrecht schlechthin an ihr verübt wird …“ (Karl Marx“ „Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“, Einleitung, Werke Band 1, Dietz Verlag Berlin, 1960, Seite 390). Diese Ausführungen von Marx haben nichts an Aktualität verloren. Ich verweise auf den diesjährigen Tag der Arbeit. Dieser Tag hat wie jeder andere Tag 24 Stunden. Für die Arbeit stellte das imperialistische Fernsehen gerade mal 2 Minuten zur Verfügung für die Ansprache des DGB-Vorsitzenden Hoffmann vor der Tagesschau. Überhaupt trägt das ganze historische Kapitel, unter dem wir heute mehr schlecht als recht leben, den Titel: Nacht über Deutschland.

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Dieser Artikel fußt auf eine Vorlage von Heinz Ahlreip. Eine Weiterveröffentlichung des Textes ist gemäß einer Creative Commons 4.0 International Lizenz ausdrücklich erwünscht. (Unter gleichen Bedingungen: unkommerziell, Nennung der verlinkten Quelle (»Der Weg zur Partei«) mit Erscheinungsdatum).
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