Redaktion – 14. Oktober 2025
Während Volkswagen zehntausende Arbeitsplätze streichen will, sichert sich die Konzernspitze Millionenboni. Der geplante Abbau von 50.000 Stellen zeigt erneut, wer im Kapitalismus die Krise bezahlen soll. Gleichzeitig rückt sogar die Umstellung von Autowerken auf Rüstungsproduktion in den Bereich des Möglichen. Für die Arbeiter bei VW stellt sich damit eine grundlegende Frage: Arbeitsplätze oder Kriegswirtschaft?
Der Volkswagen Konzern kündigt einen massiven Stellenabbau an. Bis zum Jahr 2030 sollen insgesamt 50.000 Arbeitsplätze verschwinden. Gleichzeitig kassieren die Mitglieder des Vorstandes Bonuszahlungen in Millionenhöhe.
Diese Entwicklung zeigt erneut den Widerspruch des kapitalistischen Systems. Wenn Gewinne sinken, sollen die Arbeiter bezahlen. Wenn Geld vorhanden ist, landet es bei der Konzernspitze und bei den Aktionären.
Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr
Noch Ende 2024 hatte sich Volkswagen mit der Gewerkschaft IG Metall auf den Abbau von 35.000 Stellen geeinigt. Nun erklärte Konzernchef Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre, dass die Zahl auf 50.000 erhöht werden soll.
Vor allem Arbeiter der Kernmarke Volkswagen sind betroffen. Schon in den letzten Jahren kam es in mehreren Werken zu Stellenabbau und Entlassungen.
Der Vorstand begründet diesen Schritt mit sinkenden Gewinnen. Der Nettogewinn des Konzerns brach im Jahr 2025 um 44,3 Prozent ein. Er fiel von 12,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 6,9 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Gewinn seit dem Diesel Skandal im Jahr 2016.
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Wirtschaftskrise als Vorwand
Der Finanzchef Arno Antlitz erklärt die schlechteren Zahlen mit politischen Spannungen in der Welt. Als Beispiel nennt er Strafzölle der USA. Diese sollen den Konzern im vergangenen Jahr rund 2,9 Milliarden Euro gekostet haben.
Besonders stark traf es auch die Tochterfirma Porsche. Ihr Gewinn brach um mehr als 90 Prozent ein. Nach Steuern blieben nur noch etwa 310 Millionen Euro übrig.
Doch selbst innerhalb des Konzerns gibt es Zweifel an den offiziellen Erklärungen. Berichten zufolge wurden Kosten in das neue Jahr verschoben. Gleichzeitig wurden Lagerbestände stark reduziert.
Außerdem verkaufte der Konzern Forderungen frühzeitig an Finanzfirmen, um schnell Geld in die Kasse zu bekommen. Auf diese Weise tauchten plötzlich 6,4 Milliarden Euro an freien Mitteln auf.
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Millionen Boni für die Konzernspitze
Gerade diese Zahl ist entscheidend für die Bezahlung der Vorstände. Die Höhe ihrer Boni hängt unter anderem von den verfügbaren Geldmitteln im Konzern ab.
Mit dem neuen Wert wird nun die höchste Bonusstufe erreicht. Für jedes Mitglied des Vorstandes kann das bis zu 1,75 Millionen Euro zusätzlich bedeuten.
Während also zehntausende Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, sichert sich die Konzernspitze Millionenzahlungen.
Beschäftigte sollen verzichten
Auch die Arbeiter fordern eine Sonderzahlung. Der Vorstand reagierte darauf mit einem Gutachten von Anwälten. Darin heißt es, eine solche Zahlung sei vor einer Betriebsratswahl nicht möglich.
Der Betriebsrat spricht von einer Verzögerungstaktik. In früheren Jahren seien Sonderzahlungen trotz anstehender Wahlen problemlos beschlossen worden.
Am Ende versprach der Konzern den Beschäftigten eine einmalige Zahlung von etwa 4.800 Euro. Gleichzeitig kündigte die Leitung jedoch an, zukünftige Boni zu kürzen. Auch der übliche Mai Bonus soll vorerst gestrichen werden.
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Werke zwischen Schließung und Aufrüstung
Noch größere Sorgen bereitet vielen Beschäftigten der geplante Stellenabbau. Allein bei Volkswagen sollen 35.000 Arbeitsplätze verschwinden. Weitere 15.000 Stellen stehen bei Porsche und der Softwarefirma Cariad auf dem Spiel.
Der Betriebsrat stimmte diesem Plan zu, weil damit angeblich Werksschließungen verhindert werden sollten. Doch inzwischen stellt der Vorstand auch das wieder in Frage. Konzernchef Blume erklärte offen, man werde sich auch die Werke genauer ansehen.
Besonders im Blick steht das Werk in Osnabrück. Dort wird sogar über eine Umstellung auf die Produktion militärischer Fahrzeuge gesprochen. Vertreter des Rüstungskonzerns Rheinmetall sollen das Werk bereits besucht haben.
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Rüstungsproduktion statt sichere Arbeit
Damit wird deutlich, wohin die Entwicklung im Kapitalismus führt. Während Arbeiter um ihre Arbeitsplätze fürchten müssen, wird gleichzeitig die Produktion für Krieg und Aufrüstung ausgebaut.
Für die Beschäftigten bedeutet das eine bittere Wahl. Entweder sie verlieren ihre Arbeit oder sie sollen Fahrzeuge für militärische Zwecke bauen.
Aus marxistisch leninistischer Sicht zeigt dieser Konflikt den wahren Charakter der großen Konzerne. Sie handeln nicht im Interesse der Arbeiter oder der Gesellschaft. Ihr einziges Ziel ist der Profit.
Deshalb kann der Kampf gegen Stellenabbau, Sozialabbau und Kriegsproduktion nur erfolgreich sein, wenn die Arbeiter ihre Interessen selbst in die Hand nehmen und gemeinsam gegen die Macht der Konzerne kämpfen.
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