Deutschland rückt auf in der Welt des Waffenhandels

Redaktion – 12. Oktober 2025

Deutschland hat seine Rolle als Waffenexporteur in den letzten Jahren stark ausgebaut. In der Zeit von 2021 bis 2025 rückte die Bundesrepublik in der weltweiten Rangliste der größten Waffenverkäufer vom fünften auf den vierten Platz vor. Damit überholte Deutschland sogar China.

Diese Zahlen stammen aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI. Demnach entfielen in diesem Zeitraum 5,7 Prozent der weltweiten Waffenverkäufe auf Deutschland. Gegenüber den Jahren 2016 bis 2020 stiegen die deutschen Ausfuhren von schweren Waffen um 15 Prozent. Weltweit nahm der Handel mit solchen Waffen im selben Zeitraum um 9,2 Prozent zu.
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Europa als wichtigster Abnehmer

Der größte Teil deutscher Waffen bleibt inzwischen in Europa. Rund 41 Prozent aller Lieferungen gingen in europäische Staaten. Etwa ein Drittel der Lieferungen ging in den Nahen Osten. Weitere 17 Prozent wurden nach Asien und Ozeanien verkauft.

Besonders deutlich zeigt sich die Rolle Deutschlands im Krieg in der Ukraine. Fast ein Viertel der deutschen Waffenlieferungen, rund 24 Prozent, wurden als Militärhilfe an die Ukraine geschickt.
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Auch Deutschland rüstet massiv auf

Nicht nur die Ausfuhr, auch die Einfuhr von Waffen ist stark gestiegen. Deutschland kaufte in der Zeit von 2021 bis 2025 mehr als zehnmal so viele schwere Waffen wie in der vorherigen Fünfjahresperiode. Das entspricht einem Anstieg von 914 Prozent.

Zu diesen schweren Waffen zählen unter anderem Kampfflugzeuge, Drohnen, Militärhubschrauber, Kriegsschiffe, Panzer und Artillerie.

Auch andere europäische Staaten steigerten ihre Waffenverkäufe stark. Besonders Polen und Italien weiteten ihre Ausfuhren aus. Italien gehört inzwischen zu den sechs größten Waffenexporteuren der Welt.
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Europa wird zum großen Waffenmarkt

Der Krieg in der Ukraine und die wachsenden Spannungen zwischen den großen Mächten treiben die Aufrüstung in Europa voran. Viele Regierungen erhöhen ihre Militärausgaben massiv. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit über die Rolle der USA innerhalb der NATO.

Die Folgen sind deutlich sichtbar. Die Waffenexporte der Staaten der Europäischen Union stiegen um 36 Prozent. Gleichzeitig haben sich die Waffenimporte der europäischen Länder sogar verdreifacht. Inzwischen geht rund ein Drittel aller weltweit gehandelten schweren Waffen nach Europa.
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Die USA bleiben führend

Die Vereinigten Staaten bleiben mit großem Abstand der wichtigste Waffenexporteur der Welt. Ihr Anteil an den weltweiten Verkäufen stieg von 36 auf 42 Prozent. Auch der Umfang der amerikanischen Lieferungen nahm deutlich zu.

Russland bleibt zwar der drittgrößte Exporteur, doch seine Ausfuhren brachen stark ein. Zwischen 2021 und 2025 sanken sie um 64 Prozent.

China liegt inzwischen auf dem fünften Platz hinter Deutschland. Während die chinesischen Waffenexporte leicht zunahmen, verringerte das Land gleichzeitig seine Waffenimporte stark. Das zeigt, dass China seine eigene Rüstungsindustrie weiter ausbaut.
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Aufrüstung im Dienst der großen Konzerne

Aus marxistisch leninistischer Sicht zeigt diese Entwicklung deutlich den Charakter des heutigen Kapitalismus. Die großen Mächte treiben die Aufrüstung voran, weil die Rüstungsindustrie gewaltige Profite verspricht.

Während Millionen Menschen unter steigenden Preisen, sozialen Kürzungen und unsicheren Arbeitsverhältnissen leiden, fließen immer größere Summen in Panzer, Flugzeuge und Raketen.

Die wachsenden Waffenexporte Deutschlands sind daher kein Zufall. Sie sind Teil einer Politik, die den Interessen großer Konzerne und militärischer Bündnisse dient. Für die arbeitende Bevölkerung bedeutet diese Entwicklung jedoch vor allem eines: mehr Aufrüstung, größere Kriegsgefahr und neue Belastungen durch steigende Militärausgaben.

Der Kampf für Frieden, Abrüstung und soziale Rechte bleibt deshalb eine zentrale Aufgabe der Arbeiterbewegung.

 

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