Redaktion – 6. Januar 2026
Der offene Angriff der USA auf Venezuela und die Entführung des gewählten Präsidenten Nicolás Maduro markieren eine neue Eskalationsstufe imperialistischer Gewalt. Weltweit regt sich Widerstand. Revolutionäre, Gewerkschaften und fortschrittliche Kräfte klagen diesen Akt des Staatsterrorismus an und stellen sich auf die Seite des venezolanischen Volkes.
Imperialistische Aggression statt Demokratie
Der militärische Überfall der USA auf Venezuela ist kein „humanitärer Eingriff“, sondern ein klassischer Akt imperialistischer Machtpolitik. Unter Missachtung des Völkerrechts und der Souveränität eines Landes wurde der Präsident entführt, um die politische Ordnung Venezuelas gewaltsam zu zerschlagen. Ziel ist nicht Demokratie, sondern die Unterwerfung eines Landes, das sich dem Diktat des US-Kapitals widersetzt und über immense Rohstoffreserven verfügt.
Diese Aggression reiht sich ein in eine lange Geschichte von US-Interventionen in Lateinamerika. Sie folgt derselben Logik wie Irak, Libyen oder Afghanistan. Lügen, Destabilisierung und schließlich offene Gewalt.
Lateinamerika erhebt die Stimme des Widerstands
In ganz Lateinamerika formiert sich entschlossener Widerstand gegen den Überfall. Parteien, Gewerkschaften und soziale Bewegungen erklärten ihre Solidarität mit dem venezolanischen Volk. Der Internationale Gewerkschaftsbund TUCA kündigte an, internationale Mechanismen zur Unterstützung der venezolanischen Arbeiter:innen in Gang zu setzen. Gewerkschaften, so Generalsekretär Rafael Freire, stünden an vorderster Front im Kampf für Souveränität, Demokratie und Selbstbestimmung.
Auch das Netzwerk REDH aus Intellektuellen, Künstlern und sozialen Bewegungen verurteilte die US-Aggression scharf. Sie bezeichnete den Angriff als kolonialen Akt, der darauf abzielt, Ressourcen zu plündern und ein abschreckendes Exempel zu statuieren.
In Havanna verurteilte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel vor zehntausenden Demonstrierenden den Angriff als Staatsterrorismus. In Argentinien, Mexiko, Ecuador, Guatemala, Costa Rica und El Salvador gingen Menschen auf die Straße und erinnerten an die blutige Geschichte imperialistischer Interventionen.
Kolumbien und der bewaffnete Widerstand
In Kolumbien riefen kommunistische Kräfte zu Protesten vor der US-Botschaft auf. Die Antifaschistische Internationale forderte die Völker der Region auf, sich im gemeinsamen Kampf für Unabhängigkeit zu vereinen.
Die ELN erklärte unmissverständlich, dass sie im Falle einer US-Invasion den bewaffneten Widerstand aufnehmen werde. Diese Erklärung ist Ausdruck der realen Gefahr, die von der imperialistischen Eskalation ausgeht. Der US-Angriff droht, die gesamte Region in einen neuen Krieg zu stürzen.
Caracas zwischen Widerstand und Unsicherheit
In Caracas demonstrieren seit Tagen tausende Menschen gegen den US-Überfall und fordern die Wiedereinsetzung des entführten Präsidenten. Breite Teile der Bevölkerung beteiligen sich an den Protesten. Gleichzeitig ist die Stimmung von Unsicherheit geprägt. Ein klarer Machtwechsel zugunsten der Opposition bleibt aus. Die groß angekündigten Siegesfeiern der Rechten finden nicht statt.
Die Kommunistische Partei Venezuelas verurteilte die Aggression als Ausdruck der kriegerischen Eskalation der US-Regierung und ihrer offenen Missachtung des Völkerrechts und des Friedens in Lateinamerika.
Internationaler Widerstand gegen den Krieg
Auch im Herzen des Imperialismus regt sich Widerstand. In zahlreichen US-Städten demonstrierten Menschen gegen die eigene Regierung unter Parolen wie „No Blood for Oil“. Viele zogen Parallelen zur Irak-Invasion 2003, die ebenfalls auf Lügen und Manipulation beruhte.
In Europa, Indien und anderen Teilen der Welt kam es zu Solidaritätsaktionen. In Madrid versammelten sich tausende Menschen vor der US-Botschaft. In Deutschland protestierten hunderte vor dem Brandenburger Tor, während die Bundesregierung den Überfall bis heute nicht verurteilt.
Jubel im Exil und die Propaganda der Herrschenden
Parallel zu den weltweiten Protesten feierten Teile der Exil-Venezolaner:innen den Sturz Maduros. Diese Bilder werden von bürgerlichen Medien instrumentalisiert, um den imperialistischen Angriff zu legitimieren. Dass Millionen Venezolaner:innen das Land aufgrund von Sanktionen, wirtschaftlichem Krieg und politischer Destabilisierung verlassen mussten, wird bewusst ausgeblendet oder einseitig der Regierung angelastet.
Der Jubel im Exil dient als propagandistisches Feigenblatt für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg.
Unsere klare Position
Revolutionäre Marxisten-Leninisten klagen diesen Überfall an. Die Zukunft Venezuelas kann nur vom venezolanischen Volk selbst bestimmt werden, nicht durch US-Spezialkräfte, Bomben oder Marionettenregierungen. Der Kampf gegen den Imperialismus ist international. Solidarität mit Venezuela heißt Widerstand gegen Krieg, Ausbeutung und koloniale Unterwerfung weltweit.
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