Redaktion RoterMorgen – 9. März 2026
Am 7. und 8. März gingen in vielen Städten Deutschlands tausende Menschen zum Internationalen Frauenkampftag auf die Straße. Demonstrationen fanden unter anderem in Hamburg, Köln, Berlin, Hannover, Leipzig und vielen weiteren Städten statt. Themen wie Krieg, soziale Krise, internationale Solidarität und Frauenbefreiung standen im Mittelpunkt. Gleichzeitig kam es an mehreren Orten zu Angriffen von Faschisten sowie zu Polizeigewalt gegen Demonstrierende.
Der Internationale Frauenkampftag hat seine Wurzeln in der revolutionären Arbeiterbewegung. Vor über hundert Jahren wurde er von der deutschen Kommunistin Clara Zetkin vorgeschlagen. Bereits 1910 brachte sie auf der internationalen Konferenz sozialistischer Frauen die Idee eines gemeinsamen Kampftages der Arbeiterinnen ein. Im Jahr 1921 legte eine internationale Konferenz kommunistischer Frauen schließlich den 8. März als festen Termin fest.

Der 8. März entstand also nicht als symbolischer Feiertag, sondern als Kampftag der Arbeiterinnen gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Auch wenn sich die rechtliche Lage von Frauen in vielen Ländern seitdem verbessert hat, bleibt die grundlegende Ursache der Unterdrückung bestehen: das kapitalistische System und das mit ihm verbundene Patriarchat.
.
Tausende auf den Straßen
In Hamburg beteiligten sich am Nachmittag über 15.000 Menschen an einer Demonstration. Gefordert wurden unter anderem ein Stopp der Aufrüstung, bessere und verlässliche Betreuung für Kinder und Pflegebedürftige sowie eine menschenwürdige Asylpolitik.
Auch in Hannover gingen über 10.000 Menschen unter dem Motto „Wir kämpfen bis wir frei sind“ auf die Straße. In Köln beteiligten sich rund 18.000 Menschen an einer Demonstration am Nachmittag des 8. März. In Berlin nahmen zunächst über 30.000 Menschen an einer Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes teil. Am Abend zogen mehrere tausend Menschen bei einer revolutionären Demonstration durch Kreuzberg und Neukölln.
Viele Veranstaltungen zeigten deutlich: Für immer mehr Menschen gehört der Kampf für Frauenrechte untrennbar zum Kampf gegen Krieg, soziale Ungleichheit und Ausbeutung.
.
Internationalistische Solidarität
Ein wichtiger Bestandteil vieler Demonstrationen war die internationale Solidarität. Auf zahlreichen Kundgebungen wurde die Freilassung der deutschen Journalistin Eva Michelmann gefordert. Sie wurde zusammen mit ihrem Kollegen Ahmed Polad in der syrischen Stadt Ar-Raqqa entführt, als beide über Angriffe auf die kurdische Region Rojava berichten wollten.
Die Verteidigung der Frauenrevolution in Rojava spielte auf vielen Demonstrationen eine wichtige Rolle. In Frankfurt formierte sich ein revolutionärer Block unter der kurdischen Parole „Jin, Jiyan, Azadî“ – „Frau, Leben, Freiheit“. Transparente verbanden den Kampf der Frauen in Kurdistan mit den Kämpfen in Palästina und anderen Teilen der Welt.
Auch in Wuppertal stand der internationale Charakter des Frauenkampfes im Mittelpunkt. Dort beteiligten sich etwa 150 Menschen an einer Demonstration, bei der kurdische, palästinensische und iranische Frauen Redebeiträge hielten. Unter der Parole „Frauen kämpfen international gegen Faschismus, Krieg und Kapital“ zog der Demonstrationszug durch die Innenstadt.
Diese internationalistische Perspektive gehört seit jeher zum marxistisch-leninistischen Verständnis des Frauenkampfes: Die Befreiung der Frau kann nur weltweit und gemeinsam mit der Arbeiterklasse erreicht werden.
.
Angriffe von Faschisten
In mehreren Städten kam es zu Angriffen durch Faschisten. In Freiburg wurde eine sozialistische Demonstration am Abend des 7. März mehrfach gestört. Während der Abschlusskundgebung belästigten mehrere Männer Teilnehmerinnen und Teilnehmer, beleidigten sie als „Zecken“, wurden handgreiflich und zeigten schließlich den Hitlergruß.
Die anwesende Polizei griff zunächst nicht ein. Eine Rednerin erklärte später, solche Vorfälle zeigten, warum der Kampf gegen Faschismus und Frauenfeindlichkeit notwendig sei.
Auch in Halle (Saale) kam es zu Provokationen durch Faschisten. Zwei Männer beschimpften eine Demonstration mit etwa 100 Teilnehmern frauenfeindlich und zeigten ebenfalls den Hitlergruß. Sie wurden später von der Polizei festgenommen.
.
Polizeigewalt gegen Demonstrierende
Neben faschistischen Angriffen kam es auch zu Polizeigewalt. In Halle hielten Polizisten nach dem Ende einer Demonstration mehrere abreisende Teilnehmer fest. Dabei wurden Menschen gegen eine Straßenbahn gedrückt. Als Demonstrierende Solidarität zeigten und eine spontane Kundgebung bildeten, riefen sie: „Du bist nicht allein!“
Auch bei einer Demonstration in Freiburg am 8. März mit über 2.000 Teilnehmern griff die Polizei ein, nachdem von einem Gebäude ein Transparent entrollt worden war. Demonstrierende stellten sich solidarisch um die Betroffenen. Die Polizei setzte daraufhin Pfefferspray ein, schubste Menschen und schlug mit Fäusten zu. Eine Person wurde am Nacken festgehalten und geschlagen.
Solche Vorfälle zeigen für viele Teilnehmer erneut, dass der Staat nicht neutral ist. Aus marxistisch-leninistischer Sicht dient er in erster Linie der Aufrechterhaltung der bestehenden kapitalistischen Ordnung.
.
Frauenkampf und Klassenkampf
In vielen Städten verbanden sozialistische und kommunistische Gruppen den Frauenkampftag ausdrücklich mit klassenkämpferischen Forderungen. In Leipzig riefen mehrere Organisationen zu einer revolutionären Demonstration auf, an der über 400 Menschen teilnahmen. Dort wurde die Parole gerufen: „Dieser Staat schützt mich nicht, meine Schwestern schützen mich.“
Auch in Rosenheim gingen Revolutionäre unter dem Motto „Wir können uns nur selbst befreien“ auf die Straße. Sie betonten, dass echte Gleichberechtigung nur durch eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft erreicht werden kann.
Aus marxistisch-leninistischer Sicht ist die Unterdrückung der Frau eng mit der Klassenherrschaft verbunden. Kapitalismus und Patriarchat stützen sich gegenseitig: Frauen leisten oft schlecht bezahlte Arbeit, übernehmen einen großen Teil der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit und sind besonders stark von Armut betroffen. Gleichzeitig werden ihre Rechte immer wieder angegriffen, wenn wirtschaftliche Krisen zunehmen.
.
Der Kampf geht weiter
Zum Abschluss des Frauenkampftages wurden in mehreren Städten Frauenstreiks angekündigt. Für den 9. März waren weitere Kundgebungen und Demonstrationen geplant, unter anderem in Köln und Berlin.
Der 8. März bleibt damit ein Tag des Widerstands und der Solidarität. Für Marxisten-Leninisten ist klar: Die Befreiung der Frau kann nicht vollständig innerhalb des kapitalistischen Systems erreicht werden. Sie ist Teil des gemeinsamen Kampfes der Arbeiterklasse gegen Ausbeutung, Krieg und Unterdrückung.
Der Internationale Frauenkampftag erinnert deshalb jedes Jahr daran, dass echte Gleichberechtigung nur durch gesellschaftliche Veränderung möglich ist – durch Solidarität, Organisation und gemeinsamen Kampf.
.
Eine Weiterveröffentlichung des Textes ist gemäß einer Creative Commons 4.0 International Lizenz ausdrücklich erwünscht. (Unter gleichen Bedingungen: unkommerziell, Nennung der verlinkten Quelle (»Roter Morgen«) mit Erscheinungsdatum).
Antworten