Günter Reisch

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Günter Reisch (24.11.1927 - 24.02.2014) war ein erfolgreicher deutscher sozialistischer Regisseur. Dean plante mit ihm die Realisierung seines letzten Filmprojektes "Bloody Heart".

Günter Reisch(November 24, 1927 - February 24, 2014) was a successful German socialist director. He was involved in the preparation for Dean's last movie project "Bloody Heart".

Bloody Heart Bloody Heart Bloody Heart
Bloody Heart Bloody Heart Berlinale ca. 1985
Günter Reisch Günter Reisch 2004 Filmpremiere Freiluftkino Friedrichshain
Potsdamer Filmgespräch 31.07.2007 DVD-Premiere Feb. 2008 Günter Reisch
26. September 2009 26. September 2009 26. September 2009
26. September 2009 26. September 2009 26. September 2009
25. September 2010 25. September 2010 25. September 2010
25. September 2010 25. September 2010 25. September 2010
28. September 2013 28. September 2013 28. September 2013

Tom Hanks bei Günter Reisch in Berlin 2003

31.01.2016: Günter-Reisch-Buch in Lehnitz

Reisch-Buch

Bis zu seinem Tod arbeitete Günter Reisch an seiner Autobiografie, die nicht nur seinen Lebensweg, sondern auch eine Geschichte der DEFA erzählt und von seiner Frau Beate Reisch und dem Filmwissenschaftler Peter Warnecke zum Druck befördert wurde.
Günter Reisch: ... will Regisseur werden: Eine DEFA-Filmkarriere

Paul Werner Wagner im Gespräch mit Dr. Beate Reisch
Sonntag 31. Januar 15:00 Uhr
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
Eintritt 5 € (3 € ermäßigt)

Nach der Begrüßung und einleitenden Worten über bisherige Lesungen und Begegnungen in den zurückliegenden Monaten las Beate Reisch zunächst aus dem 1. Kapitel über Günters Kindheit, Jugend und Kriegserlebnisse. Im Gespräch mit Paul Werner Wagner ging es dann um die Arbeit als Regisseur im DEFA-Spielfilmstudio in Babelsberg. Sie las von den Schwierigkeiten bei der Vorbereitung des Films "Anton der Zauberer", der nach dem Wechsel an der Studiospitze von Albert Wilkening zu Hans-Dieter Mäde endlich in Produktion gehen sollte. Ewig konnte sich der vorgesehene Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl nicht zu einer Zusage durchringen - würde er nach der Unterzeichnung der Biermann-Petition bleiben oder gehen? Schließlich wurde wenige Tage vor Drehbeginn die Titelrolle mit Ulrich Thein neu besetzt.

Abschließend las Beate Reisch noch aus dem 14. Kapitel über die Freundschaft zwischen Günter Reisch und Dean Reed und ihre Zusammenarbeit am Bloody Heart-Projekt bis zu Deans letztem Lebenstag.

Im Publikumsgespräch wurde auch an Günter Reischs Besuche im Friedrich-Wolf-Haus erinnert. Nach zwei unterhaltsamen und informativen Stunden signierte Beate Reisch noch zahlreiche Buchexemplare für die interessierten Besucherinnen und Besucher.

31. Januar 2016 31. Januar 2016 31. Januar 2016

Beiträge auf der Dean-Reed-Website


Press review/Pressespiegel


Externe Links

Günter Reisch
www.guenter-reisch.de

Der Regisseur Günter Reisch wird heute 80 Jahre alt
Ab Mittwoch stellt er im Foyer des Filmmuseums seine Sammlung vor

[...] Eine andere Bildtafel ist den Promis gewidmet, denen er begegnete. Darunter Tom Hanks, der bei ihm zu Hause in der Küche den Apfelkuchen von Frau Beate aß. In erster Linie war der Hollywood-Star allerdings nach Berlin gekommen, um mehr über Dean Reed zu erfahren, dessen Leben er verfilmen wollte. Und da Günter Reisch gemeinsam mit Reed an einem Indianerfilm arbeitete, bevor sich dieser das Leben nahm, war der DEFA-Mann sicher ein aufschlussreicher Gesprächspartner. [...]

Potsdamer Neueste Nachrichten, 24.11.2007

Ein Anarchist kehrt zurück
Geschichte lebendig werden lassen. Der DEFA-Regisseur Günter Reisch wird 85

In diesen Tagen erscheint der Film "Wolz – Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten" (DDR 1973), den Günter Reisch vielleicht nicht zu Unrecht für seinen besten hält, endlich als DVD. Seit der Zusammenarbeit am gemeinsamen Debüt, dem satirischen Lustspiel "Junges Gemüse" von 1955 war Reisch mit dem Autor Günther Rücker befreundet, der seit den sechziger Jahren an einem Stoff über den radikalen Kommunisten Max Hoelz arbeitete. Nach Jahren in der DEFA-Dramaturgie, wo es Bedenken gegen den wenig "linientreuen" Anarchisten gab, konnte der Stoff in der Phase nach dem VIII. Parteitag der SED realisiert werden, in der es laut Honecker in der Kunst keine Tabus geben durfte. Günter Reisch wollte mit dem Stoff leidenschaftlich überzeugend auf die Jugend zugehen, um Geschichte lebendig werden zu lassen. Aus dem Revolutionär Max Hoelz wurde der Kriegsheimkehrer Ignaz Wolz, der mit einem unbändigen Hass auf die kapitalistische Ausbeuterordnung und die Kriegsgewinnler seinen eigenen Krieg gegen die Reichen führt, um den Armen zu geben. Er wird bewundert und gefürchtet. Nach einem langen Zuchthausaufenthalt findet er mit seinen anarchistischen Ideen keinen Rückhalt mehr bei alten Weggefährten und geht desillusioniert ins Ausland. Nach langem Suchen fand Günter Reisch in dem Litauer Regimantas Adomaitis seinen idealen Hauptdarsteller, in Heidemarie Wenzel eine ihm ebenbürtige Partnerin.

Adomaitis spielte in einem weiteren Reisch-Film. In "Die Verlobte" (1980) war er der Mann im Leben der von Jutta Wachowiak gespielten Heldin. Auch dieser antifaschistische Film nach einem Tatsachenroman von Eva Lippold ist ein Anwärter auf den Titel "Bester Reisch-Film", aber der Regisseur ist nicht allein dafür verantwortlich. Während der Dreharbeiten erkrankte er schwer, und Drehbuchautor Günther Rücker führte den Film zu Ende.

Danach hat Günter Reisch nur noch einen Spielfilm gedreht. In "Wie die Alten sungen" (1986) knüpfte er an seinen ein Vierteljahrhundert zuvor entstandenen gesellschaftskritischen Gegenwartsfilm "Ach, du fröhliche" an.

Es gab noch viele Projekte, darunter ein Musical nach der Geschichte des "Hauptmanns von Köpenick" und "Bloody Heart", ein Drama um den Freiheitskampf der nordamerikanischen Indianer, das Reisch mit Dean Reed zusammen realisieren wollte und kurz vor Drehbeginn wegen Reeds Tod abgesagt werden musste. Reisch lehrte an Filmschulen in Babelsberg, Berlin, München, Köln, Graz und bis vor wenigen Jahren als Honorarprofessor an der Bauhausakademie in Weimar. Als Mitglied der Akademie der Künste engagierte er sich in Verbänden und Vereinen für die Erhaltung der Filmkultur und die Würdigung der DEFA-Geschichte, an der er seit 1947 aktiven Anteil hatte.

Reisch, der sich neben dem Historienfilm immer wieder für die heiteren Kino-Genres starkmachte, hat beides am überzeugendsten in der sozialistischen Schelmengeschichte "Anton, der Zauberer" (1978) verbunden. Ulrich Thein kehrte darin als schlitzohriger Handwerker zwischen Schiebereien und Aktivisten-Auszeichnung nach Jahren der schauspielerischen Abstinenz wieder auf die Leinwand zurück, und das Publikum kam in Scharen. Auch dieser Film wäre ein Anwärter für das Besten-Prädikat.

Derzeit würdigt das Zeughaus-Kino im Deutschen Historischen Museum Berlin Günter Reischs Werk mit einer Retrospektive. Wenn hier am heutigen Sonnabend die beiden großen Liebknecht-Filme "Solange Leben in mir ist" (1965) und "Trotz alledem" (1972) gezeigt werden, wird Günter Reisch dabeisein – und die vielen Glückwünsche zu seinem 85. Geburtstag entgegennehmen.

F.-B. Habel, Junge Welt, 24.11.2012

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Letzte Änderung: 2016-02-02