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Buckaroo

Buccaro
Winchester does not forgive
Buccaro - Il Winchester che non perdone
Buckaroo - El Winchester que no perdona
Buccaro - Galgenvögel zwitschern nicht
Buckaroo ne pardonne pas

Dean Reed
Jahr:1967
Premiere:28.10.1967
Produktionsland:Italien
Sprache:Italienisch
Länge:89
Format:Eastmancolor
Prod. Comp.:Magister
Regie:Adelchi Bianchi
Buch:Antonio Romano
Romano Scucciuglia(screenplay)
Romano Scucciuglia(story)
Kamera:Oberdan Troiani
Originalmusik:Coriolano Gori(as Lallo Gori)
Dean Reed(songs)
Darsteller:Dean Reed
Monika Brugger
Livio Lorenzon
Ugo Sasso
Omero Gargano
Gualtiero Rispoli
Jean Louis
Angela De Leo(as Angela Di Leo)
Carla Petrillo
Links: Internet Movie Data Base
Buckaroo Buckaroo Buckaroo
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Buckaroo

DVD "Buckaroo"

BUCKAROO
(IL WINCHESTER CHE NON PERDONA)

Buckaroo avenges the death of his father.
An action packed western accompanied by a great score of Lallo Gori.

Italian language
WIDESCREEN 89 minutes appr.
19.00 EURO

Inhaltsangabe aus dem deutschen Werberatschlag zum Film, 1969:

Buckaroo

In einem Postwagen sind 2 Männer unterwegs, um eine Goldmine in der Nähe der mexikanischen Grenze in Besitz zu nehmen. Bevor sie jedoch ihr Ziel erreichen, werden sie von einer Räuberbande überfallen, deren Anführer Monteiro ist. Der eine der beiden Männer, Nash, einigt sich mit Monteiro, tötet hinterrücks seinen Kameraden und beraubt ihn. Mit der Bande teilt er jedoch nur das Geld, die Karte von der Goldmine behält er für sich.

Fünf Jahre später feiert man im Saloon den Gründungstag des Ortes. Man huldigt Nash, denn er ist durch die Ausbeutung der Mine reich geworden und nun der Herr des ganzen Gebietes.

In der Nähe befindet sich noch eine andere reiche Goldmine, die dem alten Johnny und seiner reizenden Tochter gehört. Nash geht rücksichtslos gegen den Alten und seine Leute vor, weil er sich auch diese Mine aneignen will.

Da erscheint im Ort ein Fremder, er gibt sich aus als "Buckaroo", als Bändiger wilder Pferde. Buckaroo erkennt sehr schnell die Situation und verbündet sich mit dem Alten. Nash denkt, beide schnell erledigen zu können; er stellt jedoch fest; dass sich viele Leute im Ort auf die Seite Buckaroos und des Alten stellen. Nash lässt daraufhin Monteiro und seine Bande rufen, um seine Machtposition wieder herzustellen. Johnny wird hinterhältig erledigt, die anderen Rebellen werden in kuzer Zeit von den Banditen überwältigt.

Aus Furcht will Nash die Leute mit dem Leben davon kommen lassen, wenn sie versprechen, nie wieder in die Stadt zu kommen. Während er diese Bedingung stellt, spielt er mit der Pistole seines vor fünf Jahren von ihm getöteten Kameraden. Buckaroo erkennt die Pistole und begreift, den Mörder seines Vaters vor sich zu haben. Deshalb lässt er Nash in dem Glauben, seine Bedingung anzunehmen.

Am nächsten Morgen kehrt er jedoch mit seinen Anhängern in den Ort zurück, wo er Nash, Monteiro und seiner Bande entgegentritt. In einem dramatischen Kampf gelingt es ihm, die Ordnung wieder herzustellen und seinen Vater zu rächen.

Zuschauerkommentare zum Film - macht mit!

"Buckaroo" wurde in der Zeit gedreht, als der Italo- (oder, etwas abfällig, auch Spaghetti-) Western gerade seinen absoluten Höhepunkt erreichte, er kam etwa zur selben Zeit in die deutschen Kinos wie "Spiel mir das Lied vom Tod" (genau genommen gut 6 Wochen später, am 03.10.1969), dem absoluten Schwanengesang dieses Genres.

Etwas umstritten ist die Frage ob "Buckaroo" Deans erster Film in Italien war, oder ob diese "Ehre" "Bleigericht" gebührt. Während letzterer oftmals als erster Film bezeichnet wird (offizielles Erscheinungsjahr 1967), wie auch in Stefan Ernstings Biogaphie, sprechen mindestens 2 mehr oder weniger schwere Indizien für "Buckaroo" (offizielles Erscheinungsjahr 1968). Italienische (und damit natürlich auch weltweite) Uraufführung dieses Films war am 28.10.1967(!), die von "Bleigericht" am 29.04.1968, also fast auf den Tag genau ein halbes Jahr später. Wenn man sich zudem die Pressemitteilung Argentinien 1967 (Stichwort "Nuevo Cowboy") auf dieser Website einmal durchliest, wird man feststellen, dass dort von "Bleigericht" als seinem 2. italienischen Western die Rede ist.

Wie auch immer, unzweifelhaft ist in jedem Fall, dass beide Filme unmittelbar nacheinander gedreht wurden. Und doch unterscheiden sie sich qualitativ mehr als man meinen möchte...

Um "Buckaroo" richtig einordnen zu können, sollte man sich zunächst noch einmal die Gründe für den unglaublichen Erfolg der Italo-Western im Zeitraum von 1964 bis in die frühen siebziger Jahre hinein vor Augen führen. Während der amerikanische Western zu jener Zeit vor sich dahinsiechte und längst seine Originalität eingebüßt hatte (unterstützt auch durch eine wahre Flut an eindimensionalen TV-Western-Serien, in denen es vor schablonenartigen Charakteren nur so wimmelte), begann mit dem 1964 gedrehten "Für eine Handvoll Dollar" eine völlig eigenständige - europäische - Interpretation des wilden Westens.

Ganz anders als in den Karl-May-Filmen, in denen die "Guten" von den "Bösen" klar zu unterscheiden waren (deren kommerzieller Erfolg den italienischen Geldgebern andererseits auch erst den Glauben gab), waren die Helden des Italo-Western nur schwer als solche zu identifizieren. Dreckig, unrasiert und Zigarillos rauchend kam Clint Eastwood auf einem Maulesel(!) dahergeritten, und im Weste(r)n war nichts mehr wie man es vorher kannte. Statt für Ehre, Moral oder Gerechtigkeit interessierte sich dieser "Held" nur noch für eines: Geld, Gold, Reichtum in welcher Form auch immer.

Da man anfangs glaubte, das Publikum würde in einem solch uramerikanischen Genre eher Amerikaner in den Hauptrollen sehen wollen, wurden solche, vornehmlich günstig zu habende, verpflichtet. Serienstars wie Clint Eastwood ("Rawhide") oder Ed "Kookie" Byrnes ("77 Sunset Strip"), ausgediente Altstars wie Gilbert Roland und Van Heflin, oder ewige Nebendarsteller wie Lee Van Cleef oder Eli Wallach, die endlich in die 1. Reihe strebten.

Dies dürfte auch die Erklärung sein, warum der damals in Europa ja nahezu unbekannte Dean vergleichsweise leicht an Rollen im italienischen Western kam. Er war nicht nur Amerikaner aus dem Herzen des Westens, sondern auch noch auf einer Ranch aufgewachsen und ein ausgezeichneter Reiter, für einen "Buckaroo" also die Idealbesetzung.

Selbst in Italien bereits bekannte Darsteller wie etwa Giuliano Gemma bekamen anfangs amerikanische Pseudonyme verpasst (=Montgomery Wood), um das Publikum vermehrt ins Kino zu locken. Spätestens nach dem selbst im Mutterland des Westerns äußerst erfolgreichen "Zwei glorreiche Halunken" (1966) gelang es, sogar Hollywood-Ikonen wie Henry Fonda oder Yul Brynner zu verpflichten, und Giuliano Gemma durfte endlich wieder er selbst sein.

Weitere wichtige Elemente, die den besseren Italo-Western zum Erfolg verhalfen, waren die passende, innovative Musik (bei einer Umfrage nach den 20 besten Filmmusiken dieses Genres waren allein 9mal der Name Ennio Morricone und 4mal der von Bruno Nicolai, Komponist des Scores von "Adios Sabata", vertreten), revolutionäre Kameraeinstellungen (wie etwa Leones extreme Nahaufnahmen von Gesichtern) und originelle Details, die vor allem die Filme niederen Budgets oftmals besser aussehen ließen und würzten. Allein die "Mordinstrumente"... Bumerangs ("Willkommen in der Hölle"), Messer ("Der Gehetzte der Sierra Madre"), per Fuß geschossene Eisenkugeln ("Adios Sabata") etc.

Nur leider repräsentiert "Buckaroo" gar nichts von all dem, der Film plätschert recht unoriginell und langweilend vor sich hin, selbst die von Lallo Gori komponierte Musik ist recht einschläfernd geraten. Der Film erinnert in seiner Grundstimmung eher an eine schwächere Karl-May-Verfilmung als an den innovativen italienischen Western. Einzig bekanntes Gesicht neben Dean ist der hier zu Lande vor allem durch seine Rollen in zahlreichen Mantel-und-Degen-Filmen (oftmals neben Lex Barker - z.B. in "Der schwarze Brigant" oder "Küste der Piraten") bekannt gewordene glatzköpfige Schnauzbartträger Livio Lorenzon, der hier glaubhaft den Bösewicht verkörpert. Seine wohl populärsten Filme waren "Zwei glorreiche Halunken" (wenn auch nur in einer winzigen Nebenrolle) und neben Bud Spencer und Terence Hill in "Vier für ein Ave Maria".

Beim Endschnitt des Films dürfte wohl einer besonders geschlafen haben (wer auch immer dafür verantwortlich war); da ist in einer Szene, in der Dean eine Ansprache an die Stadtbewohner hält, in der Nahaufnahme jemand in seinem Rücken zu sehen, der Dean mit dem Colt bedroht. Dann erfolgt ein Wechsel auf die Totale und es ist gut zu erkennen, dass beide Personen, die neben ihm stehen, ihre Hände am Gurt oder in der Tasche haben, jedenfalls ohne Waffe dastehen. Zurück auf die Nahaufnahme und es ist wieder der "Unbekannte" zu sehen, der ihn an dieser Stelle auch ohne jeden Sinn bedroht.

Solche und ähnliche filmtechnische Unzulänglichkeiten dürften das "Lexikon des Internationalen Films" zu seinem Kommentar bewogen haben: "Handwerklich stümperhafter Italowestern mit lustlos vorgetäuschtem sozialen Anliegen", ist dort zu lesen.

Eine große Überraschung bietet der Film aber dann doch noch, eine Überraschung, die sich bereits im Vorspann des Films abzeichnet. Während da der von Dean gesungene Titelsong "Buckaroo" (lt. Vorspann bei der Plattenfirma RCA verlegt, möglicherweise auch in Italien auf Single erschienen?!) läuft, ist da von einem 2. Song zu lesen, "For Tomorrow I May Die". Und kurz vor dem finalen Showdown ist er dann auch zu hören, von Dean sehr "romantisch" am Lagerfeuer vorgetragen, was den Film noch weiter von seinen Artgenossen entfernt. Der Song selbst ist nichts anderes als "El Valle Del Arco Iris" (spanischer Text) bzw. "La Valle Dell'Arcobaleno" (italienisch), diesmal mit einem englischen, von Dean der Szene angepassten Text. Neben "God Creates Them, I Kill Them" (="Wandering Girl") und "Zorro" (="Dont Let Her Go") also der nächste recycelte Filmsong. Aus musikalischer Sicht war seine Zeit in Italien wohl doch eine eher wenig kreative... vielleicht auch Zeichen dafür, dass er sich mit anderen Gedanken trug.

Was seine Rolle des Rächers betrifft, ist Dean meines Erachtens fehlbesetzt, da fehlt ihm der mimische Tiefgang. Die Rollen des Sonnyboy-Revolverhelden in "Bleigericht" und die des Schlitzohrs in "Adios Sabata" haben ihm jedenfalls wesentlich besser zu Gesicht gestanden. Einzig bei den zu Hauf vorhandenen Reitszenen ist Dean in seinem Element, da macht er wie auch in "Bleigericht" eine sehr gute Figur.

Fazit: Für Freunde von Dean Reed schon aufgrund der Seltenheit und vor allem wegen der erwähnten 2 Songs zu empfehlen, alle anderen sollten jedoch die Finger davon lassen. Da ist "Bleigericht" sicherlich der wesentlich bessere und empfehlenswertere dieser 2 sehr frühen Filme.

Am Rande: Mir lag hier die 89minütige italienische Originalversion vor, in einer auf DVD aufgenommenen Fernsehausstrahlung. Meines Wissens ist der Film in Deutschland nach seinem Kinoeinsatz 1969 weder auf VHS erschienen, noch ist er jemals im Fernsehen ausgestrahlt worden. Sollte noch irgendwo eine deutsche Fassung existieren wäre es natürlich wünschenswert, wenn man irgendwann mal eine deutsche DVD bestaunen könnte. Bis dahin heißt es also Augen offen halten und suchen, vielleicht findet sich ja eine Super-8-Version...

Sebastian Bierbach, 09.07.2005

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Letzte Änderung: 2010-06-24