Märkische Allgemeine 26.09.2011

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ERINNERUNG: Dean Reed spricht

Dokumente eines Vorzeigecowboys

POTSDAM/WALDSTADT - Bei vielen ist er in Vergessenheit geraten, manche halten ihn für einen zum Sozialismus übergelaufenen Dandy, andere bemühen sich, sein Andenken zu bewahren: Dean Reed (1938 1986). So wie der "Freundeskreis Dean Reed", der am Samstag im Hanns-Eisler-Klub seinen jedes Jahr stattfindenden "Dean-Reed-Abend" veranstaltete.

Als Fanclub will der Freundeskreis nicht gelten, eher als Gruppe von Leuten, die sich mit dem Leben und dem Andenken Reeds beschäftigen. So war der Raum dekoriert mit Plakaten und Fotos des am 22. September 1938 in Denver geborenen US-Amerikaners, Schauspielers, Sängers und Drehbuchautors.

Auf eine Leinwand wurden Bilder aus seinem Leben projiziert; im Hintergrund liefen Songs des Stars, der sich zugleich als US-Patriot und Marxist sah. Politisiert von der sozialen Ungleichheit und Massenarmut in Lateinamerika zog Reed 1973 in die DDR. Er kam aus einem Land, das für die DDR der Inbegriff des Imperialismus war, und wurde im sozialistischen deutschen Staat als "Sänger des anderen Amerika" bejubelt. Reed drehte in der DDR mehrere Filme, "Aus dem Leben eines Taugenichts" etwa und "El Cantor".

Am Dean-Reed-Abend nahm auch der Filmhistoriker F.-B. Habel teil, der aus seinem Buch "Dean Reed die wahre Geschichte" jenes Kapitel vortrug, in dem der Filmjournalist und Bundesverdienstkreuzträger Ron Holloway seine Begegnung mit Reed beschreibt. Es gab eine O-Ton-Einspielung Dean Reeds, in dem er mit breitem amerikanischen Slang seine Erfahrungen im Showgeschäft schilderte.

Interessant waren die Schlagzeilen von ausliegenden Original-Zeitungsartikeln der DDR-Presse zum Tod Reeds. "Der Cowboy mit der dünnen Haut", hieß es da: "Sein Gesang kündete von der Liebe zu den Völkern". Oder "Wo für den Frieden gekämpft wurde, war er zu Hause". Der Tod Reeds ist bis heute ein Mysterium. Er ertrank unter Einfluss von Beruhigungsmitteln am 13. Juni 1986 im Zeuthener See bei Berlin. Selbstmord oder Mord? Verschwörungstheorien behaupten, Reed sei von der Stasi oder vom KGB ermordet worden. Obwohl er sich in den 80er Jahren innerlich von der DDR entfernt hatte, schwor er dem Sozialismus nicht ab. "Es ist die einzige Lösung für die Hauptprobleme für die Menschheit der Welt", schrieb er im Abschiedsbrief.

Was auch geschehen sein mag, die Erinnerung an den Sänger, Marxisten und Freiheitskämpfer Dean Reed wird weiterhin von seinen Fans vom "Freundeskreis Dean Reed" wach gehalten.

(D.G)


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Letzte Änderung: 2010-10-10