Werner W. Wallroth

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Werner W. Wallroth, 28. Februar 1930 - 9. August 2011, war ein deutscher Regisseur, der mit Dean einen DEFA-Film drehte.

Werner W. Wallroth, February 28, 1930 - August 9, 2011, was a German director who filmed a DEFA film with Dean in the GDR.

Werner W. Wallroth Blutsbrüder

Zuständig für Unterhaltung

Zum Tod des Potsdamer Regisseurs W. Wallroth

von Klaus Büstrin

Werner W.Wallroth gehörte bei der Defa zu den Regisseuren, die vor allem für die Unterhaltung zuständig waren. Also für jenes Genre, das nicht so leicht zu handhaben ist. Schon gar nicht in der DDR. Ihre Oberen achteten besonders bei satirischen Filmwerken darauf, dass eine grundsätzliche Kritik am sozialistischen Alltag nicht vorkam. Der Potsdamer Regisseur Werner W. Wallroth konnte davon ein Lied singen. Für elf Kinofilme hatte er die künstlerische Verantwortung. Gut amüsieren sollte man sich und immer auf hohem Niveau. Aber wenn es ihm gelang, war auch schon die staatliche Filmkritik zur Stelle und hat fast alle Seitenhiebe auf die DDR aus dem Drehbuch geworfen. So auch bei "Seine Hoheit - Genosse Prinz" aus dem Jahre 1969 mit dem unverwüstlichen Komödianten Rolf Ludwig. Wallroth und sein Szenarist, der erfolgreiche Lustspielautor Rudi Strahl, mussten sogar beim Kulturminister vorsprechen, der mit Listen von zu streichenden Wörtern und Sätzen aufwartete. Als der Film gezeigt wurde, gab es von den meisten Medien Verrisse. Ihm würde es an tiefergehendem Witz und geistvoller Ironie mangeln, schrieb der "Filmspiegel". Das Publikum hatte aber seinen Spaß an der Geschichte um den Genossen DDR-Außenhandelskaufmann Kaspar Mai, der plötzlich mit dem Umstand konfrontiert wird, dass er ein Prinz von Hohenlohe-Liebenstein ist.

24 Jahre lang hat Werner W. Wallroth Filme bei der DEFA gedreht, erfolgreiche und weniger erfolgreiche. Zuvor war der 1930 Geborene Kulturdirektor bei der Handelsorganisation der DDR, kurz HO genannt: in seiner Heimatstadt Erfurt. Dort baute er einen erfolgreichen Chor auf. 1954 nahm er ein Studium im neugegründeten Fachbereich Regie an der Babelsberger Filmhochschule auf, das er fünf Jahre später beendete. Seinen ersten Film "Das Rabaukenkabarett" drehte Wallroth 1961 mit vorrangig jungen Leuten, die er von der Filmhochschule kannte.

Werner W. Wallroth durfte 1968 den ersten 70-mm-Film der Defa mit Manfred Krug in der Titelrolle drehen: "Hauptmann Florian von der Mühle". Ein Mantel-und-Degen-Film, der flott und mit viel Humor über die Leinwand ging. 1,6 Millionen Zuschauer waren von ihm begeistert. Auch sein Indianerfilm "Blutsbrüder" (1975) mit Dean Reed und Gojko Mitic wurde ein Lieblingsstreifen vor allem junger Zuschauer. Die Defa wartete nur mit ganz wenigen Musical-Filmen auf. Einer davon war "Zille und ick" (1983). Wallroth verstand es, gemeinsam mit dem Komponisten Peter Rabenalt Handlung, Musik und Tanz geschickt zu verknüpfen.

Werner W. Wallroth wollte sein Publikum unterhalten, nicht nur im Kino, sondern auch im Theater. Er inszenierte den Schwank "Das Wunschkind" im Schlosstheater im Neuen Palais und schrieb gemeinsam mit seinem Freund, dem Komponisten Karl Ernst Sasse, das Musical "Der vertauschte Prinz" für das Brandenburger Theater sowie Texte für Kabarett und Lieder. Sein Nina-Hagen-Titel "Wir tanzen Tango" wurde Ende der 90er Jahre auch von der Gruppe "Rosenstolz" gecovert.

Am 9. August ist Werner W. Wallroth 81-jährig in Potsdam verstorben.

Potsdamer Neueste Nachrichten 15.08.2011

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Letzte Änderung: 2014-11-17