Sächsische Zeitung, 05.09.2007

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Bautzener auf den Spuren von Dean Reed

Von Nadja Lindner

Im Steinhaus-Kino ist heute die Dokumentation "Der Rote Elvis" zu sehen. Produzent und Dramaturg des Films stammen aus der Oberlausitz.

Ein Mensch mit vielen Gesichtern: Dean Reed war ein Multitalent. In den USA floppten seine Lieder. In Lateinamerika hatte er jedoch mehr Fans als Elvis. Mit geschmeidiger Stimme sang er Country-Songs und Freiheitslieder, war Schauspieler und Regisseur. Der bekennende Marxist kämpfte auf der ganzen Welt für Frieden und Freiheit und tourte als erster Amerikaner durch die UdSSR. Nach seiner Immigration 1971 in die DDR war er auch hierzulande ein gefeierter Künstler.

"Ein Vorzeige-Roter"

"Für mich war Dean Reed damals ein uninteressanter Vorzeige-Roter", sagt der Bautzener Thomas Janze. Er ist Produzent des Dokumentarfilms "Der Rote Elvis", welcher sich um das Leben des Sängers in der DDR dreht. Viele sind, wie Janze, der Meinung, die DDR hätte den Amerikaner heroisiert. Er war der Mensch, der in das Land einwanderte, aus dem alle anderen heraus wollten. "Die Regierung hat ihn zu einem politischen Instrument gemacht", meint der Produzent. Als der Regisseur Leopold Grün ihn fragte, ob er den Film drehen möchte, habe er sich allerdings sofort aus dem Bauch heraus dafür entschieden. Die gleichzeitige Auseinandersetzung mit dem Leben des Künstlers und die Produktion des Films seien eine große Herausforderung gewesen.

Insgesamt haben Thomas Janze und sein Team vier Jahre an dem Film gearbeitet. Neben einer Menge originalem Bild- und Filmmaterial, kommen im Film einstige DDR-Größen zu Wort. Unter ihnen Schauspieler Armin Mueller-Stahl und der letzte DDR-Staatsratvorsitzende Egon Krenz. Neu aufgemachte Rock'n'Roll-Songs, sowie eigens komponierte Klänge geben einen akustischen Eindruck vom Leben des roten Elvis. 2006 reiste das Filmteam zum Dreh in die USA und nach Chile, um unter anderem mit Isabel Allende Bussi, der Tochter Salvador Allendes, zu sprechen. "In Chile war es überraschend, wie gegenwärtig Dean Reed immer noch in den Köpfen der Menschen ist." sagt der Produzent.

Die Wurzeln von Thomas Janzes Filmkarriere liegen in einem Volontariat, dass er zu DDR-Zeiten beim Defa Trickfilm Studio in Dresden leistete. Danach arbeitete er ein Jahr lang bei der Sorbischen Filmgruppe in Bautzen. Nach dem Studium der Filmproduktion in Babelsberg, ist Thomas Janze seit 1992 leitender Produzent der Berliner Film- und Fernsehproduktionsfirma totho, die neben dem Dokumentarfilm auch Werbespots und Konzertaufzeichnungen produziert. Er ist sowohl Kameramann, Regisseur als auch Filmproduzent. Auch ein zweiter Bautzener war an den Arbeiten zum Film beteiligt. "Dean Reeds unerbittlicher Kampf für sozial und politisch Unterdrückte, aber auch die Widersprüchlichkeit seiner Person haben mich sehr fasziniert.", sagt Peter Thiemann, der Dramaturg des Films. Er und Thomas Janze kennen sich bereits seit frühester Kindheit, haben die gleiche Oberschule besucht und auch zusammen in der sorbischen Filmgruppe gearbeitet. "Der Rote Elvis" ist ihr viertes gemeinsames Filmprojekt.

Dass sie nicht dabeisein können, wenn der Doku-Streifen in Bautzen über die Kinoleinwand läuft, bedauern Produzent und Dramaturg. "Es sind Dreharbeiten zu einem neuen Film dazwischengekommen", erklärt Peter Thiemann. Worum es darin geht, darüber schweigen die Filmemacher allerdings.

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Letzte Änderung: 2007-09-07