Books and films about Dean/Bücher und Filme über Dean

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Neue Literatur

111 Orte in Berlin, die Geschichte erzählen

Lucia Jay von Seldeneck, Carolin Huder

Emons, 2012. ISBN: 978-3954510399, 230 Seiten, Preis 14,95 €

Das Buch ist eine unglaubliche und spannende Fundgrube für Berlin-Geschichten, vom Big Eden, badenden Lebemännern bis zum toten DDR-Cowboy.

[...] bis zum Zeuthener See, in dem sich Dean Reed, der singende DDR-Cowboy, das Leben nahm.

Radio Berlin 88,8


Kaiserreich, Weimarer Republik, Hitler-Deutschland, BRD und DDR sind die historischen Plattformen, auf denen sich Berlins Schicksal abspielt(e) Literatur und Film, Rundfunk und Architektur, Bildende Kunst, Kneipen und Industrie, Denkmäler, Straßen, Plätze, Hotels und vor allem die Menschen, die sie gemacht und bevölkert haben, werden vorgestellt, beleuchtet, illustriert und erläutert. Ob es Otto Witte ist, der "König von Albanien", Dean Reed, der in der DDR gescheiterte US-Sänger, der exzentrische Schauspieler Klaus Kinski ...

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110_Der Zeuthener See

Der Cowboy mit dem roten Stern

Am Morgen des 15. Juni 1986 finden die Hundertschaften der Volkspolizei, die seit Tagen den Wald rund um den Zeuthener See durchkämmen, einen weißen Lada. Es ist das Auto von Dean Reed, der seit drei Tagen vermisst wird. Zwei Tage später wird auch seine Leiche im See gefunden. Ein Abschiedsbrief und eine Schachtel Beruhigungstabletten auf dem Rücksitz des Autos beweisen es: der berühmteste Rockstar des Ostens, der amerikanische Sänger und Schauspieler Dean Reed, hat seinem Leben nur 15 Minuten von seinem Haus in Schmöckwitz entfernt ein Ende gesetzt.

Doch das darf niemand erfahren. Und diese Anweisung kommt von ganz oben. Erich Honecker selbst lässt den Abschiedsbrief wegschließen und die Meldung rausgeben, dass Dean Reed bei einem Unfall ums Leben gekommen sei. Denn Dean Reed ist die Starikone des Ostblocks. Ein amerikanischer Cowboy, der 1972 dem Westen den Rücken kehrte, um in Schmöckwitz zu leben. Und der strahlende Sonnyboy, der am Revers seiner Lederjacke einen roten Stern trägt, war tatsächlich ein Star: Er hatte Fans überall in der Welt. Berühmt war er nicht nur wegen seiner Countrylieder, nicht nur, weil er aussah, wie ein Rock-'n'-Roll-Star aus Amerika eben aussehen muss, nicht, weil er die Hauptrollen in Filmen spielte - sondern weil er größere Ziele hatte: Reeds Mission war der globale Freiheitskampf. Er protestierte in Chile gegen die Militärjunta, sang im Irak, in Nicaragua, in Bangladesch, verbrannte US-Flaggen vor Konsulaten weltweit und ließ sich im Libanon mit Maschinengewehr und Palästinensertuch fotografieren.

Und die DDR baute diesen Mythos nur zu gern weiter aus - bis die Grenzen zwischen Pop, Kult und Propaganda immer mehr verschwammen.

Der singende Freiheitskämpfer, der die Unfreiheit in der DDR nie sehen wollte, verschwand Ende der 1980er Jahre aber immer mehr aus der Öffentlichkeit. Die Zeiten hatten sich geändert.

Comments/Kommentare

Hallo,
Dean Reed hat die US-Flagge nicht verbrannt, sondern gewaschen vor amerikanische Botschaft in Chile!

Schöne Grüße
Petya /Petra/ Schlick, Salzburg, 16. Januar 2016

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Letzte Änderung: 2016-12-20