Thüringische Landeszeitung 30.07.2007

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Dean Reed: Sunnyboy im Regen

Weimar. (tlz) Am Samstag lud das Kino im mon ami zur Vorpremiere des Dokumentarfilms "Der Rote Elvis" über den sozialistischen Rockstar und Cowboy-Darsteller Dean Reed. Erstaufgeführt wurde der Film von Leopold Grün am 13. Februar auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin; am 2. August startet er deutschlandweit. Eigentlich Teil des Open-Air-Kino Programms, wurde die Vorführung wegen des wechselhaften Wetters vom Weimarhallenpark ins Foyer der Weimarhalle verlegt. Gekommen waren etwa 40 Besucher - bei 120 Plätzen eine Auslastung von nur 33 Prozent. "Wir haben dieses Jahr einfach Pech mit dem Wetter", sagt Kinoleiter Edgar Hartung und erinnert an Besucherzahlen aus dem vorigen Jahr: 350 waren damals zu "Sommer vorm Balkon" von Andreas Dresen erschienen.

Zusammen mit den Festivalbeiträgen "Irina Palm" von Sam Gabarski und "Angel" von Francois Ozon hat Edgar Hartung auf der Berlinale auch Leopold Grüns "Der Rote Elvis" entdeckt und in das Kinoprogramm des mon ami aufgenommen. Der Film erzählt in einer Mischung aus Interviews mit Weggefährten, Filmausschnitten und Archivmaterial die Geschichte des amerikanischen Rock'n'Roll-Sängers und überzeugten Marxisten Dean Reed, dessen Kampf für soziale Gerechtigkeit nach Auftritten in Südamerika begann und ihn schließlich 1972 in die DDR führte

Auf die Frage, ob ein Film über Dean Reed denn überhaupt noch sein Publikum fände, antwortet Hartung, dass es im Film nicht nur um Dean Reed und seine Musik gehe. Vielmehr ginge es um eine Utopie und den Freiheitskampf eines Frauenhelden, der keinen Halt vor Grenzen machte und ein Pulverfass zu Zeiten des Kalten Krieges darstellte.

Mythos einer Ikone des Kalten Krieges

In Südamerika, der Sowjetunion und der DDR als Star des Sozialismus und Instrument gegen Amerika eingesetzt, in Amerika als Verräter geächtet, war Dean Reed ein durch und durch ambivalenter Charakter: gleichzeitig Sunnyboy und Revolutionär, Patriot und Amerika-Kritiker, spaltete sich seine Person zwischen den Blöcken, zwischen Erfolg und Scheitern, zwischen politischem Engagement und Naivität, zwischen äußerer Haltung und privatem Handeln.

"Der Rote Elvis" ist somit nicht nur ein Film für alte Reed-Fans - diese werden nicht ganz auf ihre Kosten kommen, da der Film nur wenige Ausschnitte von Konzerten zeigt. Der Mythos von der widersprüchlichen Ikone des Kalten Krieges spricht auch diejenigen an, die als Teenager kein Plakat von ihm überm Bett hängen hatten.

Film & Gespräch mit dem Regisseur Leopold Grün: Sonntag, 5. August, 20 Uhr, mon ami

Sofia Shabafrouz

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Letzte Änderung: 2007-07-30