{"id":769,"date":"2017-07-10T08:30:18","date_gmt":"2017-07-10T06:30:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=769"},"modified":"2017-09-12T08:37:55","modified_gmt":"2017-09-12T06:37:55","slug":"769","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/769\/","title":{"rendered":"Warum wir nicht mehr im Koordinierungskreis mitarbeiten, &#8230;"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Organisation f\u00fcr den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands<br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<h2>Warum wir nicht mehr im Koordinierungskreis mitarbeiten, sondern als Beobachter teilnehmen<\/h2>\n<h4><strong>Aus Arbeit Zukunft <em>online<\/em> vom 10. Juli 2017<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-774\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/azlogo.gif\" alt=\"\" width=\"159\" height=\"26\" \/> Viele unserer Leser\/innen wissen, dass wir seit f\u00fcnf Jahren an einem Prozess der Zusammenarbeit von verschiedenen revolution\u00e4ren Kr\u00e4ften teilgenommen haben. Uns war es wichtig, \u00fcberall da, wo es m\u00f6glich ist, zu einer Kooperation zu kommen, um so die revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte gegen\u00fcber dem Kapital zu st\u00e4rken. Und wir sind nach wie vor \u00fcberzeugt, dass dies notwendig und m\u00f6glich ist.<br \/>\nDamals haben wir am 9.6.12 an einer Tagung der KPD in Berlin teilgenommen und erkl\u00e4rt:<br \/>\n<em>\u201eWir schlagen die Bildung eines Koordinierungskomitees vor, dass sich zwei, drei oder vier Mal im Jahr treffen und drei Aufgaben habe soll:<\/em><br \/>\n<em>1. Kl\u00e4rung, was im Klassenkampf los ist und wo wir gemeinsam auftreten k\u00f6nnen.<\/em><br \/>\n<em>Nehmen wir als Beispiel die letzte Tarifrunde bei verdi und der IGM. Die Kolleg\/innen waren kampfbereit. Die Warnstreiks waren eindrucksvoll. Aber die Gewerkschaftsf\u00fchrungen haben diese Kampfbereitschaft ausgebremst und Abschl\u00fcsse weit unter der Kampfkraft gemacht. Wo war da die Stimme der Kommunisten, die den Kolleg\/innen in ihrer Entt\u00e4uschung und Wut Orientierung gegeben hat? Jede unserer Organisationen ist zu klein und zu schwach, um geh\u00f6rt zu werden. Wir wissen um die Schw\u00e4che unserer eigenen Organisation und sind da bescheiden. Aber w\u00fcrden wir zusammen k\u00e4mpfen, so w\u00fcrde unsere Stimme h\u00f6rbar im Klassenkampf, so k\u00f6nnten wir der Arbeiterklasse helfen, sich im Kampf zu entwickeln, das Bewusstsein zu heben und voranzukommen.<\/em><br \/>\n<em>2. Kl\u00e4rung der wichtigsten Differenzen und Schaffung von M\u00f6glichkeiten (Seminare, Schulungen), um diese Fragen sachlich und solidarisch zu bearbeiten.<\/em><br \/>\n<em>3. Gegenseitige Hilfe und Solidarit\u00e4t.<\/em><br \/>\n<em>Das Komitee solle nicht per Beschl\u00fcssen sondern durch Diskussion und \u00dcberzeugung die Zusammenarbeit schrittweise verbessern.<\/em><br \/>\n<em>Wir halten es f\u00fcr sehr wichtig, eine konkrete Zusammenarbeit zu entwickeln und so untereinander Vertrauen zu schaffen. Vielleicht l\u00e4sst sich nicht alles auf einmal verwirklichen. Aber wir k\u00f6nnen gemeinsam erste Schritte gehen.&#8220;<\/em><br \/>\nDiese drei Punkte sehen wir bis heute als Grundsteine zur St\u00e4rkung der revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte in unserem Land an. Denn die Zersplitterung und Schw\u00e4che nutzt dem Kapital. Einheit jedoch st\u00e4rkt uns und ist im Interesse der Arbeiterklasse.<br \/>\nNach einigen Diskussionen wurde unser Vorschlag angenommen und ein Koordinierungskreis gebildet, an dem der RFB (Revolution\u00e4rer Freundschaftsbund), die Kommunistische Initiative Gera 2010, die KPD, das Kommunistische Aktionsb\u00fcndnis Dresden (KAD) sowie die Chile-Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende teilnahmen. Im Laufe der Zeit stellten der KAD und die Chile-Freundschaftsgesellschaft aus verschiedenen Gr\u00fcnden ihre Mitarbeit als Organisationen ein. Einzelpersonen nahmen weiter an dem Prozess teil. Es wirkte wie ein hoffnungsvoller Anfang.<br \/>\nZun\u00e4chst schien es eine positive Entwicklung zu geben.<br \/>\nWir machten immer wieder Vorschl\u00e4ge zu gemeinsamen Aktionen wie z. B. gegen Leiharbeit. Oder wir erarbeiteten Flugbl\u00e4tter zu wichtigen Themen des Klassenkampfes wie dem Krieg in der Ukraine, dem antifaschistischen Kampf, gegen Sozialabbau, die dann als gemeinsame Flugbl\u00e4tter ver\u00f6ffentlicht wurden.<br \/>\nUnsch\u00f6n war dabei, dass solche Initiativen nur von uns ausgingen. Uns fiel auf, dass wir als kleinste Organisation vier- bis f\u00fcnfmal so viele Flugbl\u00e4tter vor Betrieben und in Stadtteilen verbreiteten wie die anderen Organisationen.<br \/>\nZudem hielten wir eine Auswertung unserer gemeinsamen Aktivit\u00e4ten f\u00fcr erforderlich. Einfach nur Flugbl\u00e4tter verteilen, ist uns nicht genug. Man muss auch auswerten, welche Resonanz sie fanden, wo es Schw\u00e4chen gab, wie man weiter vorankommen kann. Nur so h\u00e4tte man aus dem Getanen lernen und etwas verbessern k\u00f6nnen. Doch eine derartige Auswertung gab es nie.<br \/>\nDabei g\u00e4be es viel zu tun: Ob gegen Entlassungen, Sozialabbau, Wohnungsnot, Rentenk\u00fcrzungen, die katastrophale Lage im Gesundheits- und Bildungswesen, die Zerst\u00f6rung der Umwelt, in all diesen Bereichen gibt es K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse und des Volkes. Die Menschen warten nicht, ob wir uns einig sind oder teilnehmen. Im Kapitalismus sind sie gezwungen, sich ihrer Haut zu wehren. Es g\u00e4be also viel zu tun! Und wir nehmen nach unseren Kr\u00e4ften an diesen K\u00e4mpfen teil. Gemeinsam w\u00e4ren wir nat\u00fcrlich schlagkr\u00e4ftiger.<br \/>\nEbenso wurde immer deutlicher, dass im Koordinierungskreis vor allem \u00fcber Gedenktage und -veranstaltungen zur DDR usw. gesprochen wurde. Der Klassenkampf und unser gemeinsames Eingreifen stand nie vorne auf der Tagesordnung und wurde bis auf sehr wenige Ausnahmen nie besprochen. Nur bei der Ukrainekrise wurde einmal gr\u00fcndlicher \u00fcber unsere Aufgaben und unser Eingreifen gesprochen. Immerhin!<br \/>\nEbenso ging es mit Punkt 2, der solidarischen Kl\u00e4rung von Differenzen. Wir organisierten ein Seminar zur Frage \u201eWie kam es zum Revisionismus und wie wirkte er sich aus?&#8220;. Es war ein spannendes Seminar zu einer zentralen Frage in einer solidarischen Atmosph\u00e4re. Es referierten Genossen der KI Gera 2010, des RFB, der KPD, der DKP und von uns, der Organisation f\u00fcr den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Wir ver\u00f6ffentlichten eine Brosch\u00fcre mit allen Referaten (Beitr\u00e4ge zum Seminar: Wie kam es zum Revisionismus und wie wirkte er sich aus? Verlag Arbeit Zukunft 2014, kann beim Verlag bestellt werden.). Am Ende war man sich einig, dass diese Auseinandersetzung fortgesetzt und vertieft werden muss. Doch es geschah nichts. Auch andere wichtige Frage wurden nicht angegangen wie \u201eIst Russland eine Friedensmacht oder ein kapitalistisch-imperialistisches Land, das seine Interessen vertritt?&#8220; Obwohl seit rund 3 Jahren klar war, dass wir hier unterschiedliche Positionen haben, wurde bis heute dar\u00fcber nicht ernsthaft diskutiert. Gegen Bestrebungen auch im Koordinierungskreis, den Kampf gegen den Krieg auf eine Unterst\u00fctzung des \u201efriedlichen Russland&#8220; einzuengen, schrieben wir damals:<br \/>\n<em>\u201eEs gibt viele Gr\u00fcnde, sich zu trennen und nicht zusammenzuarbeiten. Das ist unter Linken, Revolution\u00e4ren, Marxisten-Leninisten eine &#8218;alte Tradition\u00b4.<\/em><br \/>\n<em>Worum geht es aber bei der Ukraine-Frage?<\/em><br \/>\n<em>Unserer Meinung nach steht an erster Stelle der gemeinsame Kampf gegen die brandgef\u00e4hrliche Politik des deutschen Imperialismus. Daher ist derzeit das das Hauptkriterium in dieser Frage f\u00fcr eine Einheit:<\/em><br \/>\n<em>Wie stehe ich zu dieser Politik? Wende ich mich gegen die Politik des deutschen Imperialismus?<\/em><br \/>\n<em>Das ist f\u00fcr uns die Grundlage f\u00fcr die Zusammenarbeit in dieser Frage. Daher ist f\u00fcr uns die Haltung zu Russland zun\u00e4chst einmal zweitrangig. Wichtig ist, dem deutschen Imperialismus in den Arm zu fallen, der wieder die Vorbedingungen f\u00fcr einen Krieg in Europa schafft&#8230;<\/em><br \/>\n<em>Die Plattform f\u00fcr eine Einheit gegen Imperialismus, Kriegsgefahr und Krieg muss ausgeweitet werden. Wenn wir ernsthaft gegen die Politik der herrschenden Klasse in unserem Land k\u00e4mpfen wollen, dann brauchen wir eine noch viel breitere Front, wo Pfarrer, die \u00fcberzeugt gegen Krieg k\u00e4mpfen, Humanisten, Sozialdemokraten, die gegen die gef\u00e4hrliche Politik Steinmeiers sind, Menschen der unterschiedlichsten Str\u00f6mungen und Weltanschauungen f\u00fcr ein Ziel k\u00e4mpfen: Frieden und gegen den Krieg!<\/em><br \/>\n<em>Sollte da das Kriterium die Haltung zu Russland sein?&#8220;<\/em><br \/>\nEs h\u00e4tte also viel zu diskutieren gegeben. Und noch mehr h\u00e4tte vor uns die Aufgabe gestanden, als Revolution\u00e4re an der St\u00e4rkung einer breiten Friedensbewegung tatkr\u00e4ftig mitzuwirken. Doch leider war das Interesse an einer Kl\u00e4rung nicht vorhanden, und nach zwei gemeinsamen Flugbl\u00e4ttern versandete die gemeinsame praktische Arbeit dazu.<br \/>\nAuch bei Punkt 3 f\u00e4llt unsere Bilanz schwach aus. Unser st\u00e4ndig wiederholter Vorschlag, aktuelle Themen des Klassenkampfes auf die Tagesordnung zu setzen, wurde regelm\u00e4\u00dfig ignoriert, so als ob wir nichts gesagt h\u00e4tten. Probleme wurden nicht wahrgenommen oder gar geleugnet. Initiativen versandeten.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der richtige Weg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz dieser Probleme halten wir den von uns eingeschlagenen Weg grunds\u00e4tzlich f\u00fcr richtig. Wir stehen zu den drei Punkten, die wir als Grundlage einer Zusammenarbeit formuliert haben. Wenn die Revolution\u00e4re noch nicht einmal die Kraft finden, im allt\u00e4glichen Klassenkampf eine gemeinsame Front aufzubauen und ernsthaft zusammenzuarbeiten, dann werden sie auch gr\u00f6\u00dfere Projekte wie das einer starken Kommunistischen Partei, verankert in der Arbeiterklasse und im Volk, nicht bew\u00e4ltigen.<br \/>\nWir stehen 2018 vor 100 Jahren Novemberrevolution! Was macht denn deutlicher als diese harte Niederlage der deutschen Kommunisten, was zu tun ist. Ernst Th\u00e4lmann zum Hamburger Aufstand gibt eine Hinweis:<em> \u201eDie &#8230;K\u00e4mpfer besa\u00dfen die volle Sympathie der Arbeiter in den Betrieben, aber sie hatten organisatorisch keine Verbindung mit ihnen. &#8230; Die schwerste L\u00fccke &#8230; war das Fehlen Kommunistischer Betriebszellen&#8230;&#8220;<\/em> Dies Fazit taugt nicht f\u00fcr ein Schema, aber wohin wir kommen m\u00fcssen, macht es mehr als deutlich: Nicht noch einmal darf die kommunistische Arbeiterpartei in Deutschland in eine revolution\u00e4re Situation hineintaumeln, weil sie \u00fcber keine tiefen, belastbaren, zuverl\u00e4ssigen Einfl\u00fcsse und Verbindungen in die arbeitende Klasse und zu den B\u00fcndnisschichten verf\u00fcgt!<br \/>\nMisstrauen, Spaltung, Konkurrenz, Organisationsegoismus aber werden lediglich Sekten schaffen, statt wirklich kommunistischer Organisationen, die dieser Th\u00e4lmannschen Lehre gen\u00fcgen.<br \/>\nDie wenigen gemeinsamen Aktivit\u00e4ten haben positive Resonanz auch in anderen Organisationen gefunden. Viele waren \u00fcberrascht, dass revolution\u00e4re Organisationen zusammenarbeiten statt sich zu bek\u00e4mpfen. Das zeigt, dass ein starker Wunsch nach einem gemeinsamen Kampf gegen das Kapital besteht. Das zeigt, dass dieser Weg sehr viel Potential f\u00fcr den Aufbau einer starken revolution\u00e4ren Bewegung bietet.<br \/>\nDoch der Koordinierungskreis ist diesen Weg nicht gegangen. Angesichts der Lage im Koordinierungskreis und nach immer wieder vorgetragener, aber wirkungslos verhallter Kritik haben wir Ende 2016 erkl\u00e4rt, dass wir nur noch als Beobachter an diesem Kreis teilnehmen werden. Wir werden unsere Kr\u00e4fte an anderen Stellen einsetzen, wo wir mehr f\u00fcr die Entwicklung des Klassenkampfes erreichen k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr den Koordinierungskreis bedeutet dies, dass wir an Sitzungen als Beobachter teilnehmen und dann aktiv mitmachen werden, wenn ernsthafte Schritte f\u00fcr eine Koordinierung im Klassenkampf ergriffen werden. Das hei\u00dft, wir sind jederzeit zu einer Zusammenarbeit bereit, wenn sie in die richtige Richtung geht. Mit unserer eigenst\u00e4ndigen Arbeit werden wir zugleich weiter alles daf\u00fcr tun, um bessere Voraussetzungen f\u00fcr die Zusammenarbeit und eine breite Front gegen den deutschen Imperialismus zu schaffen. Dabei werden wir geduldig daran arbeiten, das Gemeinsame zu f\u00f6rdern. Das Sekten- und Zirkelwesen muss \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=769#respund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-398\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Organisation f\u00fcr den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands Warum wir nicht mehr im Koordinierungskreis mitarbeiten, sondern als Beobachter teilnehmen Aus Arbeit Zukunft online vom 10. Juli 2017 . 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