{"id":1204,"date":"2017-11-03T06:00:29","date_gmt":"2017-11-03T05:00:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=1204"},"modified":"2017-11-28T03:29:01","modified_gmt":"2017-11-28T02:29:01","slug":"1204","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/1204\/","title":{"rendered":"&#8211; GegenStandpunkt &#8211; Anmerkungen zu einer Kritik des Revisionismus des Gegenstandpunkt Verlages"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Revolution\u00e4rer Aufbau, BRD<br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<h2 id=\"seo_h1_tag\" class=\"_5gmx\" data-testid=\"event-permalink-event-name\">GegenStandpunkt<\/h2>\n<h4><strong>Erste Anmerkungen zu einer Kritik des Revisionismus des Gegenstandpunkt Verlages<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<div id=\"attachment_1202\" style=\"width: 140px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1202\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1202\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/RA_00001.png\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"74\" \/><p id=\"caption-attachment-1202\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Revolution\u00e4rer Aufbau, BRD<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gegenstandpunkt Verlag (im Folgenden teilweise GSP genannt) ist die Nachfolgeorganisation der sogenannten \u201eMarxistischen Gruppe (MG)\u201c, welche insbesondere in den 1980er Jahren eine gewisse Massenbasis an deutschen Universit\u00e4ten hatte und tausende Intellektuelle organisieren konnte. Ende der 1990er Jahre \u00fcberzog der deutsche reaktion\u00e4re Staat Mitglieder der Organisation mit Berufsverboten, woraufhin sich die MG aufl\u00f6ste. Heute entfaltet der nachfolgend gegr\u00fcndete Verlag zwar lange nicht mehr die Aktivit\u00e4t von damals, h\u00e4lt jedoch noch in vielen deutschen St\u00e4dten regelm\u00e4\u00dfig Diskussionsveranstaltung ab, betreibt ein verlagseigenes Schulungswesen und publiziert eine Vierteljahreszeitschrift sowie diverse B\u00fccher. Hin und wieder werden vom GSP auch Flugblatt-Aktionen an Gymnasien und Hochschulen durchgef\u00fchrt. Die Organisation rekrutiert sich heutzutage nicht viel anders als in der Vorg\u00e4ngerorganisation in der Hauptsache aus Akademikern, Kleinb\u00fcrgern und Lehrern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einfluss des Gegenstandpunkt Verlages ist heute in jeder Hinsicht als marginal zu bezeichnen und er ist in vielen St\u00e4dten vor allem damit befasst, seine aussterbenden Strukturen mit M\u00fche und Not aufrechtzuerhalten. Nichtsdestotrotz sucht der GSP an einigen Stellen auch Kontakt zu revolution\u00e4ren, linksradikalen und seiner Ansicht nach fortschrittlichen Zusammenh\u00e4ngen, um dort Nachwuchs f\u00fcr seine Redaktion und sein Schulungswesen zu gewinnen. Wie im Folgenden gezeigt und bewiesen werden soll, stellt diese T\u00e4tigkeit des GSP eine Sch\u00e4digung f\u00fcr die revolution\u00e4re Bewegung dar und ist, da der GSP unter dem Label \u201eMarxismus\u201c agiert, ein revisionistischer Angriff auf die Ideologie des Proletariats und somit auch ein Angriff auf das Proletariat selber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eingangs sei noch erw\u00e4hnt, dass dieser Text mit einem \u00e4u\u00dferst begrenzten Verst\u00e4ndnis des Marxismus geschrieben wurde. Wir m\u00fcssen noch sehr viel lernen und die Ideologie unserer Klasse best\u00e4ndig weiter studieren. Ohne unsere begrenzte Kenntnis \u00fcber unsere Ideologie zu negieren, meinen wir zumindest ein Kernelement des Marxismus verstanden zu haben: den proletarischen Klassenstandpunkt: eben alles danach zu pr\u00fcfen, ob es unserer Klasse n\u00fctzt oder schadet; und wenn ihr etwas schadet, es dann zu bek\u00e4mpfen und zu zerschlagen. Mit diesem Wissen bewaffnet meinen wir, dem Gegenstandpunkt Verlag nachweisen zu k\u00f6nnen, dass er mit dem Marxismus in keiner Art und Weise auch nur irgendwas zu tun hat. Dies soll im Folgenden ausgef\u00fchrt werden. Das vorliegende Dokument stellt einen ersten Versuch dar, unsere Erfahrungen mit dem Gegenstandpunkt Verlag zu systematisieren. Wir hoffen, damit eine Diskussion ansto\u00dfen zu k\u00f6nnen, die es bald erm\u00f6glichen wird, den Revisionismus des GSP auf allen Ebenen zu entlarven und zur\u00fcckzuschlagen. In diesem Sinne sei noch einmal herausgestellt, dass dieses Dokument in keiner Weise den Anspruch hat, eine allumfassende und ersch\u00f6pfende Kritik des GSP-Revisionismus zu sein. Vielmehr ist es der Auftakt der Aufarbeitung der sch\u00e4dlichen Umtriebe des Gegenstandpunkt Verlages.<\/p>\n<div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-0\" morelink-text=\"hier geht es weiter\">hier geht es weiter \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Individualismus statt proletarischer Klassenstandpunkt<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gegenstandpunkt Verlag, welcher sich selber als \u201emarxistisch\u201c bezeichnet, formuliert den Ausgangspunkt seiner gesamtem Politik wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Zum Kritisieren schicken sich Leute an, wo und wann immer sie unzufrieden sind. Also in stolzen \u201eZivilgesellschaften\u201c genauso wie in totalit\u00e4ren V\u00f6lkergef\u00e4ngnissen. Unabh\u00e4ngig von \u00f6ffentlich-rechtlichen Genehmigungsfragen und kein bisschen heimgesucht von Zweifeln an der Freiheit ihres Willens melden approbierte Lumpen wie sittliche Autorit\u00e4ten an, was ihnen nicht passt. Denn alle verf\u00fcgen \u00fcber die Gabe des\u00a0<\/i><em><i>praktischen Gef\u00fchls<\/i><\/em><i>, das in s\u00e4mtlichen gro\u00dfen und kleinen Belangen des Lebens zwischen angenehmen und unangenehmen Erfahrungen zu unterscheiden pflegt. Die\u00a0<\/i><em><i>theoretische Leistung der Kritik<\/i><\/em><i>\u00a0bringt das praktische Gef\u00fchl \u201ezur Sprache\u201c; sie bel\u00e4sst es nicht bei der Kundgabe des Eindrucks, dass einem etwas missf\u00e4llt oder Schwierigkeiten bereitet. Kritik\u00a0<\/i><em><i>f\u00fchrt den Vergleich durch,<\/i><\/em><i>\u00a0den das praktische Gef\u00fchl unmittelbar mit dem Befund entscheidet, dass die Umwelt den eigenen Vorstellungen einfach nicht entspricht. Sie formuliert die Unangemessenheit zwischen Bed\u00fcrfnissen und den Gegenst\u00e4nden ihrer Befriedigung, den Gegensatz zwischen Erwartungen und dem, was die Umst\u00e4nde daf\u00fcr hergeben; sie zeigt, wie Interessen durch die Taten anderer Leute verletzt werden. Mit dieser Bem\u00fchung legt sie es nicht darauf an zu beweisen, dass das werte Ich wieder einmal zu kurz kommt. Das Subjekt der Kritik geht ganz selbstverst\u00e4ndlich davon aus, mit seinem freien Willen die Lizenz zum Genuss wie zur Gestaltung der Welt zu haben \u2013 darin besteht schlie\u00dflich der Ertrag ihrer \u201eAneignung\u201c durch das Denken. Es l\u00e4sst sich nicht \u00fcber seinen h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Geschmack aus, sondern \u00fcber das\u00a0<\/i><em><i>Objekt<\/i><\/em><i>\u00a0seiner Begierden und Interessen. Von\u00a0<\/i><em><i>dem<\/i><\/em><i>\u00a0behauptet der Kritiker, dass und inwiefern es\u00a0<\/i><em><i>nichts taugt<\/i><\/em><i>. Er legt der Sache, mit der er sich befasst, einen Defekt zur Last \u2013 welcher verantwortlich daf\u00fcr ist, dass sie f\u00fcr die beanspruchten Dienste nicht so recht zu gebrauchen ist oder Schaden anrichtet.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist zun\u00e4chst zu erw\u00e4hnen, dass dieser politische Ausgangspunkt den Charakter eines Beschlusses hat, den Charakter eines Beschlusses, die Welt auf eine bestimmte Art und Weise zu betrachten, in dem man sich selber als Individuum mit seinen Bed\u00fcrfnissen und Interessen als Ma\u00dfstab f\u00fcr die Welt setzt. Diese Bemerkung ist notwendig, weil dieser Ma\u00dfstab in den Publikationen des Gegenstandpunkt Verlages immerzu als quasi nat\u00fcrliche Selbstverst\u00e4ndlichkeit behauptet wird. Auch wenn der GSP von sich behauptet, nur \u201eobjektive Wissenschaft\u201c zu betreiben, so liegt seiner Politik doch auch eine parteiische Weltanschauung zugrunde, n\u00e4mlich eine Parteilichkeit f\u00fcr das Individuum mit seinen Bed\u00fcrfnissen und Interessen, an der dann die gesamte Welt gemessen wird: Wie verh\u00e4lt sich dieses und jenes zu meinen individuellen Bed\u00fcrfnissen? Es ist nun zu pr\u00fcfen, inwiefern diese Haltung und Herangehensweise dem Marxismus entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegen\u00fcber den andern Arbeiterparteien. Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen. Sie stellen keine besonderen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen. Die Kommunisten unterscheiden sich von den \u00fcbrigen proletarischen Parteien nur dadurch, da\u00df sie einerseits\u00a0<\/i><i>i<\/i><i>n den verschiedenen nationalen K\u00e4mpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalit\u00e4t unabh\u00e4ngigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen, andrerseits dadurch, da\u00df sie in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchl\u00e4uft, stets das Interesse der Gesamtbewegung vertreten. Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weitertreibende Teil der Arbeiterparteien aller L\u00e4nder; sie haben theoretisch vor der \u00fcbrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus. Der n\u00e4chste Zweck der Kommunisten ist derselbe wie der aller \u00fcbrigen proletarischen Parteien: Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat. Die theoretischen S\u00e4tze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind. Sie sind nur allgemeine Ausdr\u00fccke tats\u00e4chlicher Verh\u00e4ltnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unseren Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommunisten stehen also nicht auf dem Standpunkt des gesch\u00e4digten Individuums, sondern auf dem Standpunkt der ausgebeuteten und unterdr\u00fcckten Klassen, insbesondere des Proletariats. Sie treten an, um \u201e<i>alle Verh\u00e4ltnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein geknechtetes, ein verlassenes, ein ver\u00e4chtliches Wesen ist.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a>\u00a0Kommunisten sind keine Individualisten, sondern haben sich f\u00fcr eine bedingungslose Parteinahme f\u00fcr die Arbeiterklasse, das Volk und deren Befreiung entschlossen. Diese Parteinahme erkennt die Notwendigkeiten der Revolution an und macht sich frei von jeglicher individueller Nutzenkalkulation. Ein Revolution\u00e4r richtet sein ganzes Leben auf den Kampf f\u00fcr die Befreiung des Proletariats aus und ordnet diesem politischen Anliegen all seine Interessen und Bed\u00fcrfnisse unter. Der Vorsitzende Mao formulierte dies treffend wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Ein Kommunist soll offenherzig, ehrlich und aktiv sein, das Interesse der Revolution mu\u00df ihm teurer sein als sein eigenes Leben, er hat seine pers\u00f6nlichen Interessen den Interessen der Revolution unterzuordnen; er soll immer und \u00fcberall an den richtigen Grunds\u00e4tzen festhalten und einen unerm\u00fcdlichen Kampf gegen alle falschen Ideen und Handlungen f\u00fchren, um so das kollektive Leben der Partei und die Verbindung zwischen der Partei und den Massen zu festigen; er mu\u00df sich mehr um die Partei und um die Massen k\u00fcmmern als um die eigene Person, mehr um andere Menschen als um sich selbst. Nur dann kann er als Kommunist angesehen werden.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um allen Kommunisten und Kommunisten in Formierung ein leuchtendes Beispiel der richtigen Haltung und Gesinnung zu geben, hielt der Vorsitzende Mao eine Gedenkrede \u00fcber den vorbildlichen und beeindruckenden Genossen Norman Bethune:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Der dem Genossen Bethune eigene Geist der absoluten Selbstlosigkeit und der absoluten Hingabe f\u00fcr andere fand seinen Ausdruck in einem \u00e4u\u00dferst tiefen Gef\u00fchl der Verantwortlichkeit f\u00fcr die Arbeit und in einer \u00e4u\u00dferst warmen Herzlichkeit zu den Genossen und zum Volk. Jeder Kommunist mu\u00df von ihm lernen. Es gibt nicht wenig Menschen, die sich verantwortungslos zu ihrer Arbeit verhalten, das Leichte suchen und vor Schwerem zur\u00fcckschrecken, anderen die schwere Last aufb\u00fcrden und selbst die leichte schultern. Was sie auch tun \u2013 sie sorgen vor allem f\u00fcr sich und erst dann f\u00fcr die anderen. Haben sie sich ein wenig angestrengt, f\u00fchlen sie sich schon als Helden, lieben es zu prahlen, da sie bef\u00fcrchten, da\u00df man es sonst nicht erfahren w\u00fcrde. Den Genossen und dem Volk bringen sie keine W\u00e4rme entgegen, sondern sind k\u00fchl, gleichg\u00fcltig, gef\u00fchllos. Im Grunde sind solche Menschen keine Kommunisten, oder zumindest k\u00f6nnen sie nicht als echte Kommunisten gelten. Wer von der Front zur\u00fcckkam, sprach von Bethune mit h\u00f6chster Achtung, alle waren von seiner Gesinnung tief ber\u00fchrt. Dr. Bethune machte einen gewaltigen Eindruck auf alle Soldaten und Einwohner des Grenzgebiets Schansi-Tschahar-Hopeh, die Gelegenheit hatten, sich von ihm behandeln zu lassen oder mit eigenen Augen zu sehen, wie er arbeitete. Jedes Mitglied der Kommunistischen Partei mu\u00df von Genossen Bethune diese Gesinnung eines wahren Kommunisten lernen.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist also kennzeichnend f\u00fcr die Ideologie des Marxismus: Eine in sich geschlossene, harmonische Weltanschauung, die jeder Sklaverei, jeder Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung den Kampf ansagt und der Befehl, daf\u00fcr eine Partei neuen Typs als Vortrupp der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten aufzubauen, mit der entsprechenden Disziplin und Opferbereitschaft. Und das ist gerade nicht das Wesen des Marxismus: Eine Anleitung zur Selbstverwirklichung und eine theoretisch-ideologische Rechtfertigung des eigenen Individualismus. Der vom Gegenstandpunkt Verlag formulierte Ausgangspunkt hat also mit dem Marxismus \u00fcberhaupt nichts zu tun. Er ist unmarxistisch und passt durch und durch zum\u00a0<i>kleinb\u00fcrgerlichen<\/i>\u00a0Individualismus und nicht zur Ideologie des\u00a0<i>Proletariats<\/i>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Abgrenzung zum Anarchismus, welcher auf einem \u00e4hnlichen kleinb\u00fcrgerlichen Grundstein fu\u00dft wie die Ideologie des GSP, formulierte Genosse Stalin im Jahr 1907 das Prinzip des Marxismus wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Die Sache ist die, dass der Marxismus und der Anarchismus sich auf v\u00f6llig verschiedene Prinzipien gr\u00fcnden, obgleich beide unter sozialistischem Banner in der Kampfarena erscheinen. Der Grundstein des Anarchismus ist die Pers\u00f6nlichkeit, deren Befreiung seiner Ansicht nach die Hauptbedingung f\u00fcr die Befreiung der Masse, des Kollektivs ist. Nach Ansicht des Anarchismus ist die Befreiung der Masse unm\u00f6glich, solange die Pers\u00f6nlichkeit nicht befreit ist, weshalb seine Losung lautet: \u201eAlles f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeit.\u201c Der Grundstein des Marxismus dagegen ist die Masse, deren Befreiung seiner Ansicht nach die Hauptbedingung f\u00fcr die Befreiung der Pers\u00f6nlichkeit ist. Das hei\u00dft, nach Ansicht des Marxismus ist die Befreiung der Pers\u00f6nlichkeit unm\u00f6glich, solange die Masse nicht befreit ist, weshalb seine Losung lautet: \u201eAlles f\u00fcr die Masse.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann gewisserma\u00dfen sagen, der GSP erhebt den Zielzustand des Kommunismus, was ja tats\u00e4chlich der planvoll und kollektiv organisierte Nutzen der Gesellschaftsmitglieder ist, zum individuellen Ausgangspunkt und Ma\u00dfstab und blamiert daran alles, was dem nicht entspricht. \u00dcber die h\u00f6chste Form der kommunistischen Gesellschaft sagte Marx in seiner Kritik des Gothaer Programms folgendes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>In einer h\u00f6heren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und k\u00f6rperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbed\u00fcrfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkr\u00e4fte\u00a0<\/i><i>g<\/i><i>ewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller flie\u00dfen \u2013 erst dann kann der enge b\u00fcrgerliche Rechtshorizont ganz \u00fcberschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen F\u00e4higkeiten, jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen!<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie dem Zitat auch zu entnehmen ist, hat auch Marx schon darauf hingewiesen, dass dieser Endzustand nat\u00fcrlich nicht ohne Etappen und einen langen Weg dorthin zu haben ist. Von harten Notwendigkeiten auf dem Weg zum Kommunismus will der Gegenstandpunkt Verlag aber in diesem Zusammenhang nichts wissen. Vielmehr quengelt er permanent herum, dass die Welt nicht den Vorstellungen der Individuen mit ihren Bed\u00fcrfnissen und Interessen entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Der giftige Keim setzt sich fort<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon an dieser Stelle ist klar, dass der Ausgangspunkt des GSP das zentrale Element des Marxismus, den Klassenstandpunkt des Proletariats und der unterjochten Klassen, negiert. Es ist somit folgerichtig zu erwarten, dass diese unmarxistische Haltung sich notwendig in der Ideologie des GSP fortsetzt und weitere revisionistische Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. Elemente des Marxismus werden danach gepr\u00fcft, ob sie f\u00fcr die hauseigene GSP-Ideologie taugen und wenn das nicht der Fall ist, werden sie ausgel\u00f6scht. Im Prinzip kann man sagen, dass alles, was mit dem proletarischen Klassenstandpunkt zu tun hat, aus der Ideologie des Proletariats entfernt wird. Der Marxismus wird vom GSP auf eine kastrierte Version der marx\u2018schen Kritik der politischen \u00d6konomie heruntergebrochen. Die politische Praxis des Gegenstandpunkt Verlages sieht so aus, dass er unterschiedliche \u201eGegenst\u00e4nde\u201c und Ph\u00e4nomene der kapitalistischen Gesellschaft \u201epr\u00fcft\u201c, was bedeutet, dass er mit methodischen Anleihen von Hegel versucht, diese Erscheinungen vollumf\u00e4nglich zu erkl\u00e4ren und in der Erkl\u00e4rung zu zeigen, dass diese Erscheinungen eine gewisse Sch\u00e4dlichkeit f\u00fcr die Interessen und Bed\u00fcrfnisse der Individuen mit sich bringen. Exemplarisch sei hier das Werk \u201eKapital Bd. 1\u201c von Karl Marx erw\u00e4hnt, welches der Gegenstandpunkt Verlag in vielen St\u00e4dten mit einer beachtlichen Regelm\u00e4\u00dfigkeit schult und genau f\u00fcr diesen Zweck einsetzt. Das Werk wird aus dem marxistischen System herausgel\u00f6st und f\u00fcr einen anderen, ihm fremden Zweck, instrumentalisiert: Die Unvertr\u00e4glichkeit der Produktion f\u00fcr Profit mit dem Individualismus aufzuzeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegen der Negation des Klassenstandpunktes des Proletariats und wegen des Setzens des Individuums als einzig g\u00fcltigen Ma\u00dfstab, wird vom GSP weiterhin die Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats geleugnet, ebenso die Notwendigkeit von revolution\u00e4rer Gewalt, revolution\u00e4rer Disziplin und die des Aufbaus einer einheitlichen revolution\u00e4ren Kampfpartei. Bei der Untersuchung der GSP-Ideologie scheint es der Fall zu sein, dass der GSP die Revolution tats\u00e4chlich aus individualistischen Gr\u00fcnden einfach nicht will. Alles, was im Zuge der Notwendigkeiten einer Revolution mit Beschr\u00e4nkungen und Unterordnungen des Individuums unter eine Organisation und den politischen Zweck zu tun hat, wird negiert. Hier l\u00e4sst sich auch die\u00a0<u>Anbetung des Legalismus<\/u>\u00a0des Gegenstandpunkt Verlages einordnen. Alles, was auch nur im Entferntesten strafrechtliche Relevanz hat, versucht der GSP m\u00f6glichst weit von sich zu weisen. Er gibt sich alle M\u00fche, dem Staat gegen\u00fcber gerade nicht gef\u00e4hrlich zu wirken, in dem er beispielsweise seine Strukturen offensiv transparent h\u00e4lt, \u201eb\u00f6se\u201c W\u00f6rter wie zum Beispiel \u201eRevolution\u201c in seinen Publikationen meidet und erst Recht nicht \u00fcber irgendwelche politischen Konsequenzen redet. Das zeigt sich auch in der kompletten Negation der marxistischen Philosophie, der Negation unserer Weltanschauung, der Negation des dialektischen und historischen Materialismus. Jeder Optimismus in Richtung Revolution aufgrund der Analyse der Bewegungsgesetze der Geschichte soll sich verbieten. Der Marxismus wird seiner Parteilichkeit und seinem politischen revolution\u00e4ren Zweck beraubt und verkommt zur harmlosen wissenschaftlichen Akrobatik, deren einzige politische Konsequenz das in seiner Individualit\u00e4t gesch\u00e4digte Subjekt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegen ihres verkehrten Ma\u00dfstabs \u201edie eigenen Bed\u00fcrfnisse und Interessen\u201c kommen weiterhin alberne Kritiken an wahren Revolution\u00e4ren zustande.\u00a0Sie\u00a0werfen\u00a0an vielen unterschiedlichen Stellen\u00a0denNotwendigkeiten und\u00a0Etappen auf dem Weg zum Kommunismus\u00a0vor, dass sie nicht der Kommunismus sind.\u00a0Exemplarisch\u00a0ist zu betrachten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Beim Hinweis auf den kleinen Widerspruch, da\u00df eine Herrschaft \u00fcber das Volk reichlich \u00fcberfl\u00fcssig ist, wenn sie ohnehin nur das ausf\u00fchrt, was das Volk braucht und will, werden orthodoxe und belesene Arbeiterfreunde sehr historisch und revolutionstheoretisch. Auch die \u201eDiktatur des Proletariats\u201c sei ein Staat, hei\u00dft es dann, und zur Niederhaltung der Feinde des Sozialismus bitter n\u00f6tig. Da\u00df alles, was die Staatst\u00e4tigkeit im Verh\u00e4ltnis zum Volk ausmacht \u2013 die Ma\u00dfregelung der Mehrheit, der Zwang zum Verzicht, die ausgekl\u00fcgelte Organisation von Rechten und Pflichten \u2013 entf\u00e4llt, wenn das Volk eine Revolution veranstaltet hat; das \u201eOrdnung\u201c dann vielleicht endlich etwas anderes ist als die gewaltsame sozialfriedliche Regelung von Diensten und Entbehrungen einer ganzen Klasse, f\u00fcr die sich der Flei\u00df am vom Arbeitgeber \u201egeschaffenen\u201c Arbeitsplatz nicht lohnt; da\u00df man wegen einiger hundert von der Last ihrer Verantwortung freigesetzter \u201eUnternehmer\u201c keinen Gewaltapparat braucht, der getrennt von der Arbeitermacht \u00fcber, also gegen sie regiert.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/i>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbiger Artikel des GSP \u00fcber die Gro\u00dfe Sozialistische Oktoberrevolution, aus dem das Zitat entnommen ist, bietet noch umfangreiches weiteres Material des Gegegenstandpunkt Verlages, welches unter anderem die \u00d6konomie des Sozialismus und das Thema Warenproduktion im Sozialismus ber\u00fchrt und Thema weiterer Abhandlungen sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Zitat kopiert der GSP mechanisch seine Vorstellung eines b\u00fcrgerlichen Staates und schiebt sie den Kommunisten in der Sowjetunion unter. Der GSP wirft so unterschiedliche Arten von Staaten in einen Topf, beraubt sie ihrem Klassencharakter und behauptet sie alle gleicherma\u00dfen als Unterdr\u00fcckungsmaschinen gegen die Arbeiterklasse. Staat ist jedoch erst einmal nur definiert als Herrschaft einer Klasse \u00fcber eine andere. Die Frage ist deshalb, welche Klasse die herrschende ist, wem dieser Staat also Nutzen bringt und wem nicht. Genosse Stalin \u00e4u\u00dferte bez\u00fcglich dieser Frage wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Der Staat ist eine Maschine in den H\u00e4nden der herrschenden Klasse zur Unterdr\u00fcckung des Widerstands ihrer Klassengegner. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Diktatur des Proletariats im Grunde genommen durch nichts von der Diktatur jeder anderen Klasse, denn der proletarische Staat ist eine Maschine zur Niederhaltung der Bourgeoisie. Aber es gibt hier einen wesentlichen Unterschied. Er besteht darin, dass alle Klassenstaaten, die bisher existierten, eine Diktatur der ausbeutenden Minderheit \u00fcber die ausgebeutete Mehrheit waren, w\u00e4hrend die Diktatur des Proletariats die Diktatur der ausgebeuteten Mehrheit \u00fcber die ausbeutende Minderheit ist.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso kritisierte Genosse Stalin in selbigem Aufsatz die Vorstellung, nach einer Revolution brauche es keine Diktatur des Proletariats wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>B<\/i><i>edeutet das, die Sache sei damit abgetan, dass man die Macht ergreift, sie an sich rei\u00dft? Nein, keineswegs. Die Machtergreifung ist nur der Anfang. Die in dem einen Lande gest\u00fcrzte Bourgeoisie bleibt, aus vielen Gr\u00fcnden, noch lange Zeit st\u00e4rker als das Proletariat, von dem sie gest\u00fcrzt wurde.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiterhin \u00e4u\u00dferte sich Lenin in Staat und Revolution ausf\u00fchrlich zum Charakter der Diktatur des Proletariats als absterbendem Staat:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Der Staat stirbt ab, insofern es keine Kapitalisten, keine Klassen mehr gibt und man daher auch keine\u00a0<\/i><em><i>Klasse<\/i><\/em><i>\u00a0mehr\u00a0<\/i><em><i>unterdr\u00fccken<\/i><\/em><i>\u00a0kann. Der Staat ist aber noch nicht ganz abgestorben, denn noch bleibt die Wahrung des \u201eb\u00fcrgerlichen Rechts\u201c, das die faktische Ungleichheit sanktioniert. Zum vollst\u00e4ndigen Absterben des Staates bedarf es des vollst\u00e4ndigen Kommunismus.<\/i>\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der GSP entdeckt jedoch in seinem Idealismus nur Gewalt und Herrschaft, welche es doch gar nicht br\u00e4uchte, wenn es darum ginge, die Individuen zu befriedigen. Ihm fehlt eben der proletarische Klassenstandpunkt, er will sich nicht damit auseinandersetzen, wie die Arbeiterklasse und das Volk zu ihrer Befreiung gelangen, welche Notwendigkeiten und Etappen daf\u00fcr durchlaufen werden m\u00fcssen etc. Er h\u00e4lt nur eine leere Abstraktion von Staat, Herrschaft und Gewalt fest, die nichts mit der Diktatur des Proletariats zu tun hat und blamiert sie an seinem Ma\u00dfstab \u201eBed\u00fcrfnisse und Interessen der Individuen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Verhinderte Revolution\u00e4re oder egoistische Dr\u00fcckeberger?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man als Wunschdenker des GSP den Gegenstandpunkt mit der Frage konfrontiert, warum er sich vor Fragen der Revolutionstheorie und den allgemeinen Notwendigkeiten der Revolution dr\u00fcckt, bekommt man in der Regel zwei Rechtfertigungen vorgelegt. Zun\u00e4chst bekommt man den Vorwurf, dass man sich in der Kritik ja noch gar nicht einig w\u00e4re. Man m\u00fcsse erst einmal diese Einigkeit herstellen und wenn man dies getan h\u00e4tte, w\u00fcrde sowieso auf der Hand liegen, welche praktischen Konsequenzen aus der Kritik und der Analyse folgen w\u00fcrden. Das ist in vielerlei Hinsicht Unsinn. Gerade die praktischen Schl\u00fcsse und die Anwendungen marxistischer Prinzipien sind die kontroversen Fragen, weil sie auf der Anwendung des abstrakten Wissens auf die konkrete, sich ver\u00e4ndernde Realit\u00e4t und daraus resultierenden strategischen und taktischen Einsch\u00e4tzungen beruhen. Weiterhin folgt aus der theoretischen Einigkeit noch lange nicht notwendig eine gemeinsame Praxis. Man kann sich marxistische Prinzipien aneignen und erkl\u00e4ren, diese jedoch im Dienste des Proletariats und der unterdr\u00fcckten Klassen anzuwenden, ist noch ein weiterer Entschluss und setzt eben den vom Gegenstandpunkt Verlag negierten proletarischen Klassenstandpunkt voraus. Davon will der GSP jedoch nichts wissen. Vielmehr betreibt er eine wahnhafte Haarspalterei und Pedanterie, was den Inhalt der vorgetragenen Analyse und Einsch\u00e4tzungen angeht. Mit einem beispiellosen Fahndungsstandpunkt \u2013 der unbedingt Fehler finden will, um die Frage der politischen Konsequenzen und der praktischen Anwendung des Marxismus gar nicht erst aufkommen zu lassen \u2013 gehen GSPler auf die vorgetragenen Argumente und Kritiken los. Bei minimalen Unterschieden und theoretischen Unsauberkeiten bei z.B. der marx\u2018schen Kapitalanalyse werden unangemessene Grundsatzdebatten hinaufbeschworen und dort, wo es keine noch so kleinen Uneinigkeiten zu finden gibt oder man im Gegenteil im ideologischen Kampf selber angegriffen und mit Fehlern konfrontiert wird, werden einfach Standpunkte konstruiert oder Gegenstandswechsel zu anderen Themen eingeleitet, wo man sich angeblich noch \u00fcberhaupt nicht einig w\u00e4re und wo man ja noch ganz viel diskutieren m\u00fcsse, bevor man \u00fcberhaupt \u00fcber politische Konsequenzen wie die angeblich dann banale Frage der Revolution reden k\u00f6nne. Nicht selten werden Punkte des Gegen\u00fcbers auch verzerrt und vulgarisiert, um dann eine l\u00e4cherlich gemachte Karikatur des urspr\u00fcnglichen Standpunktes attackieren zu k\u00f6nnen. \u201eStrohmann-Argumente\u201c werden in Anschlag gebracht, dem Gegen\u00fcber werden Standpunkte einfach unterstellt, die er zwar gar nicht hat, die man aber als GSPler selber gut zu \u201ekritisieren\u201c wei\u00df. Die Dinge werden einfach so gedreht, wie es einem passt und wie es vor allem dazu taugt, das Gegen\u00fcber in der Diskussion zu \u201evernichten\u201c und als vermeintlicher Dummschw\u00e4tzer blo\u00dfzustellen. Das ist Instrumentalismus, eine Form von Pragmatismus, und hat mit marxistischen Arbeitsmethoden \u00fcberhaupt nichts zu tun. In diesem Zusammenhang seien auch die mit diesen Leuten oftmals existierenden Begriffs- und Definitionsverwirrungen angesprochen. Der Gegenstandpunkt Verlag benutzt h\u00e4ufig eine unmarxistische Sprache und ersetzt Definitionen und W\u00f6rter aus dem marxistischen System mit Begriffen der b\u00fcrgerlichen Wissenschaft. Notwendig kommt es dadurch in der Debatte mit Marxisten zu Verwirrungen. Diese Verwirrungen bez\u00fcglich einzelner W\u00f6rter werden ebenfalls breit getreten und als Ablenkung von Kernfragen in Stellung gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Rechtfertigung f\u00fcr ihr Kapitulantentum ist die Unterstellung, die Massen w\u00e4ren \u201enationalistisch verdorben\u201c, was der Gegenstandpunkt Verlag mit einer beispiellosen Verachtung f\u00fcr die Massen begleitet. Die kollektiv \u201enationalistische\u201c Gesinnung des Volkes sei der Grund, weswegen sich der GSP von ihm isolieren und den Aufbau einer kommunistischen Partei als unzeitgem\u00e4\u00df abtun w\u00fcrde. Der GSP h\u00e4lt die Massen f\u00fcr die Feinde seiner Politik und h\u00e4lt ihre derzeitige Agitation und Organisierung f\u00fcr unm\u00f6glich. Der angebliche Nationalismus der Massen wird regelm\u00e4\u00dfig an Zitaten aus b\u00fcrgerlichen K\u00e4sebl\u00e4ttern wie der FAZ belegt, also generalisierend f\u00fcr das Volk behauptet, ohne ihn tats\u00e4chlich empirisch in den \u00e4rmsten und breitesten Teilen der Massen nachgewiesen zu haben. Es scheint also erstens ein beachtliches Desinteresse an gerade denjenigen zu bestehen, in die man doch eigentlich das sozialistische Bewusstsein hineintragen sollte. Weiterhin: Angenommen es w\u00e4re tats\u00e4chlich so, das Volk w\u00e4re von imperialistischem Chauvinismus gekennzeichnet. Man muss sich schon ernstlich fragen, wie daraus der politische Schluss folgen soll, sich deswegen von ihm zu isolieren und seine Politik getrennt von ihm stattfinden zu lassen. Die \u00e4rmsten und breitesten Teile verf\u00fcgen \u00fcber ein Bewusstsein, das sie von der Revolution abh\u00e4lt? Dann sollte man sie gerade mit Agitation und Propaganda \u00fcberh\u00e4ufen und das sozialistische Bewusstsein in den Massen mit aller Kraft f\u00f6rdern! Wenn es einem darum ginge, dem Volke zu dienen und es von seinem Elend zu befreien, wenn man tats\u00e4chlich ein ernsthafter Revolution\u00e4r w\u00e4re, dann w\u00fcrde man sich keine Minute damit zufrieden geben, dass das Volk verblendet w\u00e4re und man w\u00fcrde Tag und Nacht in den Arbeitervierteln dieses b\u00fcrgerliche Bewusstsein bek\u00e4mpfen und das sozialistische Bewusstsein f\u00f6rdern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rechtfertigungen des Gegenstandpunkt Verlages halten keiner inhaltlichen Pr\u00fcfung stand. Entweder haben sie sich das einfach nicht besonders gut \u00fcberlegt, oder aber der Grund f\u00fcr das Nichtwahrnehmen der revolution\u00e4ren Pflicht, sich mit den Massen zu verbinden, liegt in dem Entschluss begr\u00fcndet, die Revolution mit den damit einhergehenden Notwendigkeiten einfach nicht zu wollen.<b><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Stellung des GSP zur Revolution<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gegenstandpunkt Verlag ist keine revolution\u00e4re marxistische Organisation, sondern ein revisionistischer Verein, der mit seiner unmarxistischen Theorie versucht sicherzustellen, dass diejenigen, die sich zu ihnen verirren, nicht in irgendeiner Form auf die Idee kommen, die Revolution zu wollen. Die Mitglieder des Gegenstandpunkt Verlages verteidigen und legitimieren ihren Individualismus. Diese Organisation zieht daher vor allem Leute an, die in dieser Gesellschaft als Individuen durchaus saturiert werden. Ihre Agitation bedeutet Agitation f\u00fcrs Kapitulantentum, also letztlich Agitation f\u00fcr die Aufrechterhaltung der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft. Der GSP ist ein Paradebeispiel des Revisionismus: Der Marxismus wird derart gek\u00fcrzt und verfremdet, dass er von\u00a0<i>der<\/i>proletarischen Ideologie in eine Ideologie umgewandelt wird, die nicht dem Proletariat und dem Volk n\u00fctzt, sondern dem Feind. Im ideologischen Kampf gegen den Renegaten Karl Kautsky formulierte Lenin dieses Prinzip des Revisionismus wie folgt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<i>Kautsky entnimmt dem Marxismus das, was f\u00fcr die Liberalen, f\u00fcr die Bourgeoisie annehmbar ist (die Kritik am Mittelalter, die fortschrittliche Rolle des Kapitalismus im Allgemeinen und die der kapitalistischen Demokratie im Besonderen), und streicht und verschweigt und vertuscht vom Marxismus all das, was f\u00fcr die Bourgeoisie unannehmbar ist (die revolution\u00e4re Gewalt des Proletariats gegen\u00fcber der Bourgeoisie, um diese zu vernichten). Darum eben erweist sich Kautsky infolge seiner objektiven Stellung, wie immer seine subjektive \u00dcberzeugung auch sein mag, unvermeidlich als Lakai der Bourgeoisie<\/i>.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher fordern wir alle wahren Marxisten auf, den sch\u00e4dlichen Einfluss des GSP zu bek\u00e4mpfen, den Marxismus hochzuhalten und alle Angriffe von jedwedem Revisionismus\u2018 zu entlarven und zur\u00fcck zuschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">P.S.:\u00a0Die Ideologie des Gegenstandpunkt Verlages, welche das Individuum mit seinen Bed\u00fcrfnissen und Interessen in den Mittelpunkt stellt, bringt nicht selten auch das Ph\u00e4nomen des verzweifelten, gekr\u00e4nkten und an der Welt leidenden Subjekts hervor. Hier in der Gesellschaft best\u00e4ndig in seinem\u00a0Individualismus\u00a0gesch\u00e4digt zu werden und gem\u00e4\u00df der GSP-Ideologie im Prinzip nichts dagegen tun zu k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt eine gewisse H\u00e4ufung von Depressionen, Alkoholismus und Hedonismus im Umfeld des Gegenstandpunkt Verlages.<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a>GegenStandpunkt Verlag: Kritik \u2013 wie geht das?, in: Politische Vierteljahreszeitschrift, Bd. 4-13.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a>Marx, Karl; Engels, Friedrich: Manifest der Kommunistischen Partei<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a>Marx, Karl: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a>Tse-tung, Mao: Gegen den Liberalismus, Werke Bd. 2<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a>Tse-tung, Mao: Dem Gedenken Bethunes<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a>Stalin, Josef: Anarchismus oder Sozialismus?, Werke, Bd. 1<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a>Marx, Karl: Kritik des Gothaer Programms<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a>Gegenstandpunkt. Politische Vierteljahreszeitschrift \u201e100 Jahre Russische Revolution. R\u00fcckblick auf einen unverzeihlichen Fehler\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a>Josef Stalin: \u00dcber die Grundlagen des Leninismus<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a>Josef Stalin: \u00dcber die Grundlagen des Leninismus<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a>Lenin Staat und Revolution<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/www.revolutionaerer-aufbau.org\/erste-anmerkungen-zu-einer-kritik-des-revisionismus-des-gegenstandpunkt-verlages\/#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a>Lenin \u201eDie proletarische Revolution und der Renegat Kautsky\u201c <span class=\"_4n-j _fbReactionComponent__eventDetailsContentTags fsl\" data-testid=\"event-permalink-details\"><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=1195#respund\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-398\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Revolution\u00e4rer Aufbau, BRD GegenStandpunkt Erste Anmerkungen zu einer Kritik des Revisionismus des Gegenstandpunkt Verlages . 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