{"id":3046,"date":"2025-02-12T21:26:42","date_gmt":"2025-02-12T20:26:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/?p=3046"},"modified":"2025-02-12T22:23:04","modified_gmt":"2025-02-12T21:23:04","slug":"zum-niedergang-albaniens-als-sozialistisches-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/zum-niedergang-albaniens-als-sozialistisches-land\/","title":{"rendered":"Zum Niedergang Albaniens als sozialistisches Land"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif; color: #000000;\"><em><strong>Redaktion \u2013 12. Februar 2025<\/strong><br \/>\n<\/em><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3040\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-removebg-preview-300x59.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"59\" srcset=\"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-removebg-preview-300x59.png 300w, https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-removebg-preview-1024x201.png 1024w, https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-removebg-preview-768x151.png 768w, https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ak\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/1-removebg-preview.png 1127w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Albanien galt als das Leuchtfeuer des Sozialismus in Europa. Wie konnte es dennoch zur revisionistischen Entartung und schlie\u00dflich zur R\u00fcckkehr zum Kapitalismus kommen? Eine Artikelserie des <em>Roten Morgen<\/em>, die wir im Mai, Juni und Juli 1991 ver\u00f6ffentlichten, befasste sich mit den damaligen Entwicklungen und warf in diesem Zusammenhang einige grunds\u00e4tzliche Fragen zum Sozialismus auf.<br \/>\n<span style=\"font-size: 6pt; color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #993300; font-size: 16pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Die Revisionisten Alia &amp; Co. &#8211;<br \/>\nFeinde des albanischen Volkes<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Wahlen in Albanien m\u00f6gen vordergr\u00fcndig wie ein Erfolg der PAA aussehen: Sie konnte zwei Drittel der Parlamentssitze gewinnen. Auch wenn diese f\u00fcr die PAA g\u00fcnstige Sitzverteilung aufgrund des Mehrheitswahlrechts zustande kam: Immerhin erhielt die PAA 56 % der abgegebenen Stimmen. Allerdings erhielt sie diese Stimmen vorwiegend auf dem Land, w\u00e4hrend sie in st\u00e4dtischen Gebieten der &#8222;Demokratischen Partei&#8220; meist unterlag. Ramiz Alia fiel beispielsweise in Tirana mit Pauken und Trompeten durch. Es waren nur noch sehr wenige Arbeiter, die f\u00fcr die Kandidaten der PAA stimmten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das kam f\u00fcr uns nicht \u00fcberraschend: Bereits im letzten Jahr hatte die Reisegruppe der KPD in den albanischen Betrieben, die sie besuchte, feststellen m\u00fcssen, dass die Masse der Arbeiter die PAA \u2013 teils sehr schroff \u2013 ablehnte. Und aus den Nachrichten mussten wir entnehmen, dass sich unw\u00fcrdige Szenen abspielten, sobald beispielsweise in D\u00fcrres auch nur das Ger\u00fccht aufkam, ein Schiff werde vor Anker gehen, mit dem man Albanien verlassen k\u00f6nne. &#8222;Blo\u00df weg von hier&#8220; \u2013 das war f\u00fcr Zehntausende die Devise. Und das waren keine Zehntausende von Lumpenproletariern und Kriminellen, das waren auch nicht vorwiegend Bauern oder Intellektuelle \u2013 das waren vorwiegend Arbeiter. Ganz offensichtlich hat die Masse der albanischen Arbeiter nicht das Bewusstsein, die herrschende Klasse zu sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wollte man albanischen Arbeitern erz\u00e4hlen, die Diktatur, die in Albanien ausge\u00fcbt werde, sei ihre Diktatur, eine Diktatur der Arbeiterklasse, so w\u00fcrde man in aller Regel \u2013 je nach Temperament \u2013 entweder Hohn und Spott oder Pr\u00fcgel ernten. Kann man aber annehmen, die Arbeiterklasse sei in Wirklichkeit die herrschende Klasse, sie habe es nur nicht bemerkt? Es liegt auf der Hand, dass eine solche Annahme absurd w\u00e4re. Wenn die Masse der Arbeiter das Bewusstsein hat, sie h\u00e4tten nichts zu verlieren, sie seien besitzlos, rechtlos, unterdr\u00fcckt, dann kann dies nur daran liegen, dass das tats\u00e4chlich so ist! Und dies wiederum liegt keineswegs daran, dass die Revisionisten Alia und Co. daran gehen, den Begriff der Diktatur des Proletariats nunmehr auch offiziell zu begraben, wie das einst auch Chruschtschow getan hat. Dieses offizielle Begr\u00e4bnis ist lediglich der Schlusspunkt einer Entwicklung, die die albanische Arbeiterklasse von der f\u00fchrenden Klasse des Landes zu einer ausgebeuteten und unterdr\u00fcckten Klasse gemacht hat.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff; font-size: 14pt;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Die Arbeiterklasse hat ihre Vorhutpartei verloren<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wenn die albanischen Arbeiter nichts von der PAA halten, so beruht dies offensichtlich auf Gegenseitigkeit. Die Unzufriedenheit und der wachsende Widerstand der Arbeiter wurden von Staat und Partei offenbar bis zuletzt mit Phrasen wie &#8222;Das seien alles nur Kriminelle&#8220; unter den Teppich gekehrt, anstatt zu fragen, welche Umst\u00e4nde es waren, die die Klasse von ihrer Partei entfernten. Man erinnert sich an die Erkl\u00e4rung der SED-F\u00fchrer nach dem 17. Juni 1953, das Volk habe das Vertrauen der Regierung verloren, und an Brechts ironische Bemerkung, dann sei es wohl besser, dass die Regierung das Volk aufl\u00f6se und ein besseres w\u00e4hle.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die PAA hat heute jeden Gedanken daran, die Arbeiterklasse zu bef\u00e4higen, eine f\u00fchrende Stellung in der Gesellschaft einzunehmen, radikal aufgegeben; nicht einmal Phrasen sind davon \u00fcbrig geblieben. Im Wahlprogramm erkl\u00e4rte die PAA, \u201eihr grundlegendes Ziel sei die Sorge f\u00fcr den Menschen, seinen Wohlstand, die Schaffung notwendiger Bedingungen, um die materiellen und geistigen Bed\u00fcrfnisse des Volkes zu befriedigen\u201c. Also: Die Partei \u201esorgt f\u00fcr den Menschen\u201c, anstatt die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder anzusteuern, anstatt daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen, dass jede K\u00f6chin den Staat regieren kann, wie Lenin dies gefordert hat. Ebenso wie Ulbricht und Honecker konnten sich auch Alia und Co. keine Zukunft vorstellen und wollten keine Zukunft, in der nicht alle gesellschaftlichen Entscheidungen in ihren H\u00e4nden monopolisiert waren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das l\u00e4uft der Leninschen Forderung diametral entgegen: \u201eDer Kommunismus sagt: Die Avantgarde des Proletariats, die Kommunistische Partei, f\u00fchrt die parteilose Masse der Arbeitenden, indem sie diese Masse, zuerst die Arbeiter und dann auch die Bauern, aufkl\u00e4rt, schult, bildet und erzieht (&#8218;Schule des Kommunismus&#8216;), damit sie dahin gelangen k\u00f6nnen und wirklich gelangen, die Leitung der gesamten Volkswirtschaft in ihren H\u00e4nden zu konzentrieren.&#8220; (Lenin, Werke Bd. 32, S. 34)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Vorstellung von der Partei, die &#8222;f\u00fcr die Massen sorgt&#8220;, erinnert stattdessen an den Ausspruch des polnischen Revisionisten Gierek: \u201eWir werden gut regieren, und ihr werdet gut arbeiten.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Und da die Revisionisten Alia und Co. jeden Gedanken an die Mobilisierung der Arbeiterklasse zur gesellschaftlichen Planung, Leitung und Kontrolle der Produktion aufgegeben haben, betrachten sie den Sozialismus konsequenterweise als ein \u201e\u00fcberholtes Modell\u201c. Die PAA k\u00e4mpft zwar um die Macht, doch die Machterhaltung ist Selbstzweck, soll lediglich die Pfr\u00fcnde einer privilegierten Schicht verteidigen und hat mit den Interessen der Arbeiterklasse, mit der Verteidigung des Sozialismus, nicht mehr das Geringste zu tun. Die PAA \u201ezielte und zielt\u201c laut ihrem Wahlprogramm \u201eauf den Aufbau einer gerechten und demokratischen Gesellschaft, wo jeder nach seiner Arbeit und seinem Beitrag f\u00fcr den Fortschritt der Gesellschaft gew\u00fcrdigt und bezahlt wird. Sie hat versprochen, diese Werte zu bewahren und mit den Errungenschaften der Zivilisation der modernen Zeit zu bereichern.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wobei die Parteif\u00fchrer es nat\u00fcrlich &#8222;gerecht und demokratisch&#8220; finden, wenn sie ihre Machtstellung sichern und entsprechend gut bezahlt werden. Und wenn es dieser Sache dient, dann m\u00f6gen eben auch offene Antikommunisten an der Macht beteiligt werden; warum soll einen das st\u00f6ren, wenn man sich selbst von den Zielen und Idealen des Kommunismus endg\u00fcltig verabschiedet hat? Diese offenen Antikommunisten werden schlie\u00dflich auch dabei behilflich sein, die \u201eErrungenschaften der Zivilisation der modernen Welt\u201c, sprich: die Segnungen des Imperialismus, ins Land zu holen. Gest\u00fctzt auf diese Segnungen hofft die herrschende Schicht, ihre Macht gegen die Arbeiterklasse verteidigen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Dass Albanien dabei von den geballten Batterien westlicher Wirtschaftsmacht industriell in Grund und Boden geschossen werden wird, dass jegliche eigenst\u00e4ndige Entwicklung der Wirtschaft unm\u00f6glich gemacht und Albanien wieder zum Armenhaus Europas werden wird, st\u00f6rt diese Herrschaften nicht. Sie sind somit nicht nur Verr\u00e4ter der Arbeiterklasse, sondern auch der albanischen Nation. Nicht nur, dass sie das Au\u00dfenhandelsmonopol des Staates beseitigt haben, auch die freie Konvertierbarkeit des Lek ist im Wahlprogramm vorgesehen. Doch all dies hat seine Logik: Wenn Alia und Co. jeden Gedanken daran, sich auf die Arbeiterklasse zu st\u00fctzen, aufgegeben haben, bleibt ihnen keine andere M\u00f6glichkeit, als sich auf den Imperialismus zu st\u00fctzen und mit der Reaktion zu paktieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Der tiefe Graben zwischen der PAA und der albanischen Arbeiterklasse kann nicht erst dadurch hervorgerufen worden sein, dass sich durch die Ver\u00e4nderung der internationalen Lage die wirtschaftliche Situation schlagartig verschlechtert hat. Gewiss, eine solche Ver\u00e4nderung hat stattgefunden. Der Zusammenbruch der revisionistischen L\u00e4nder und der Wegfall des Staatshandels, den Albanien mit diesen L\u00e4ndern gepflegt hat, gab dem westlichen Imperialismus die M\u00f6glichkeit, den \u00f6konomischen Druck auf Albanien massiv zu verst\u00e4rken. Doch auch fr\u00fcher hatte Albanien schon sehr schwierige Situationen erlebt, zum Beispiel als Chruschtschow versuchte, Albanien zu erpressen und zusammen mit dem westlichen Imperialismus in die Zange zu nehmen. Enver Hoxha hatte damals gesagt, die Albaner w\u00fcrden lieber Gras essen, als sich zu beugen. Und das war damals keine Phrase: Es entsprach der Einstellung des gr\u00f6\u00dften Teils des Volkes, und die f\u00fchrende Kraft dieses Volkes war damals die Arbeiterklasse.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Der \u00e4u\u00dfere Faktor, der gestiegene Druck des Imperialismus, kann nicht die letztlich entscheidende Ursache f\u00fcr den Untergang des Sozialismus sein. Dieser \u00e4u\u00dfere Faktor h\u00e4tte zwar zur Notwendigkeit gewisser Kompromisse, vor allem im \u00f6konomischen Bereich, f\u00fchren k\u00f6nnen. Es ist nicht prinzipiell falsch, auch ausl\u00e4ndisches Kapital zur Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte zu nutzen, wenn die Lage dies erfordert: Schon Lenin hatte w\u00e4hrend der sogenannten Neuen \u00d6konomischen Politik (N\u00d6P) zu diesem Mittel gegriffen. (Am Au\u00dfenhandelsmonopol des proletarischen Staates hielt er freilich unter allen Bedingungen eisern fest.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch Alia und Co. geht es nicht darum, Kompromisse zu machen, um einen Kernbereich des Sozialismus zu verteidigen. Ihnen geht es allein um die Sicherung ihrer Macht und ihrer Stellung. Die pl\u00f6tzliche massive Verschlechterung der \u00e4u\u00dferen Lage Albaniens und die daraus folgenden wirtschaftlichen Probleme haben die tiefe Kluft zwischen der PAA und der albanischen Arbeiterklasse lediglich schlagartig und pl\u00f6tzlich in Erscheinung treten lassen. Doch dem muss eine l\u00e4ngere Entwicklung vorangegangen sein, die dazu gef\u00fchrt hat, dass die albanischen Arbeiter keine Partei mehr haben und deshalb den Einfl\u00fcssen des Imperialismus unterliegen. Gewiss ist es unw\u00fcrdig, wenn breite Massen der albanischen Arbeiter das Heil vom Imperialismus erwarten. Man darf aber nicht vergessen, dass diese Haltung schon l\u00e4ngere Zeit von der PAA gez\u00fcchtet wurde, die dem Imperialismus offenbar mehr vertraute als der Klasse, deren Partei sie angeblich war. Zuerst wurde die Aufkl\u00e4rung \u00fcber den Imperialismus, seine Interessen und aggressiven Absichten, immer mehr abgeschw\u00e4cht, dann wurde sie eingestellt, und heute lobt die PAA den Imperialismus in solchen T\u00f6nen, dass es manchem Sozialdemokraten bei uns schon peinlich w\u00e4re. In ihrem Wahlprogramm erkl\u00e4rte die PAA beispielsweise, sie werde \u201eAnstrengungen machen, dass Albanien an all den fortschrittlichen Prozessen in der Welt teilnimmt, die zur St\u00e4rkung des Friedens und der Sicherheit, der gleichen Zusammenarbeit unter den V\u00f6lkern und der Emanzipation der Menschen beitragen w\u00fcrden\u201c, wobei als Beispiel dann die Prozesse der europ\u00e4ischen Sicherheit und Zusammenarbeit genannt werden (gemeint ist hier die KSZE). Der Imperialismus als Garant f\u00fcr die Emanzipation der Menschheit! Weiter geht die PAA laut ihrem Wahlprogramm \u201evon dem Standpunkt aus, dass europ\u00e4ische Sicherheit eine allgemeine Sicherheit sein sollte, f\u00fcr die gro\u00dfen und kleinen L\u00e4nder, dass sie schnellere Fortschritte machen sollten, die Teilungen und Spaltungen zu \u00fcberwinden, die in der Zeit der Bl\u00f6cke und durch den Kalten Krieg geschaffenen sch\u00e4dlichen Mentalit\u00e4t entspringen. Das sollte von einer allseitigen \u00f6konomischen Zusammenarbeit begleitet sein, die dazu beitr\u00e4gt, die Unterschiede der Entwicklung zu verringern, die M\u00f6glichkeiten zu schaffen, dass alle V\u00f6lker unseres Kontinents sich der Segnungen der gegenw\u00e4rtigen Fortschritte erfreuen k\u00f6nnen.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wenn also die angebliche Partei der Arbeiter verk\u00fcndet, der Imperialismus werde dem kleinen Albanien Frieden und Wohlstand sichern, dann sollte man es sich gut \u00fcberlegen, ob man Steine auf albanische Arbeiter wirft, die sich gegen die PAA erheben, weil sie die Illusion haben, bei jeder anderen Herrschaft \u2013 auch der des Imperialismus \u2013 k\u00f6nne es nur noch besser werden.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff; font-size: 14pt;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Wie kam es zur revisionistischen Entartung? <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch welcher Art war diese l\u00e4ngere Entwicklung, die die albanische Arbeiterklasse ihrer Vorhutpartei beraubt und damit politisch und ideologisch wehrlos gemacht hat? Wir sind derzeit nicht in der Lage, diese Entwicklung anhand von empirischem Material pr\u00e4zise nachzuvollziehen: Teils fehlt es uns an Material, teils haben wir das vorhandene Material noch nicht gen\u00fcgend ausgewertet. Wir haben aber einige Schlussfolgerungen aus der Entartung ehemals sozialistischer L\u00e4nder gezogen und wissen insbesondere einiges \u00fcber diese Entwicklung in der DDR, wobei viele Erscheinungen in der DDR mit heutigen Erscheinungen in Albanien recht genau \u00fcbereinstimmen. Auf dieser Grundlage lassen sich einige Schl\u00fcsse \u00fcber die allgemeinen Ursachen der revisionistischen Entartung in Albanien ziehen und einige Vermutungen \u00fcber konkrete Ursachen anstellen, wobei es erforderlich ist, diese Dinge weiter zu untersuchen und die Schl\u00fcsse zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu konkretisieren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Vor allem ist es notwendig, den Sozialismus als eine \u00dcbergangsgesellschaft zu begreifen, die Muttermale der alten, der kapitalistischen Gesellschaft neben Keimen des zuk\u00fcnftigen Kommunismus enth\u00e4lt. Diese Gesellschaft f\u00fchrt keineswegs automatisch und im Selbstlauf zum Kommunismus; kommt es zur Stagnation des Fortschritts in Richtung Kommunismus, so bedeutet dies auf die Dauer, dass die Muttermale der alten Gesellschaft ausgeweitet werden. Orientierung auf den Kommunismus hei\u00dft aber auch, dass die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder immer mehr gest\u00e4rkt wird. Der sozialistische Staat und die f\u00fchrende Rolle der kommunistischen Partei m\u00fcssen also darauf ausgerichtet sein, diese Selbstt\u00e4tigkeit zu f\u00f6rdern, anstatt sie abzuw\u00fcrgen. Doch dieser \u00dcbergang ist stets sehr schwierig, denn er bedeutet, dass die Unterschiede von Kopf- und Handarbeit, besonders von leitender und ausf\u00fchrender T\u00e4tigkeit, nach und nach eingeschr\u00e4nkt werden mit dem Ziel, sie letztlich zu \u00fcberwinden. Besonders schwierig ist dieser Weg in einem Land mit schwach entwickelten Produktivkr\u00e4ften, und Albanien musste sich diesbez\u00fcglich geradezu aus dem Mittelalter herausarbeiten. Es kommt hinzu, dass die Arbeiterklasse in einem Land mit \u00fcberwiegender Bauernschaft betr\u00e4chtliche Kompromisse eingehen muss, um das B\u00fcndnis mit den Bauern nicht zu gef\u00e4hrden. All diese Faktoren hemmen das Voranschreiten zum Kommunismus. Trotz dieser enormen Schwierigkeiten hat es die PAA unter F\u00fchrung von Enver Hoxha lange Zeit verstanden, eine enge Verbindung mit der Arbeiterklasse und dem Volk zu halten und das Entstehen einer verspie\u00dferten, b\u00fcrokratischen, privilegierten Funktion\u00e4rsschicht, die die Basis f\u00fcr den Revisionismus darstellt, zu hemmen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Tendenzen zum Entstehen einer solchen Schicht gibt es in der \u00dcbergangsgesellschaft immer, und zwar deshalb, weil es eben noch Spezialisten f\u00fcr leitende T\u00e4tigkeiten geben muss, weil noch nicht ausnahmslos alle Werkt\u00e4tigen zur Leitung von Produktion und Gesellschaft herangezogen werden k\u00f6nnen. Gleichzeitig besteht noch nicht die M\u00f6glichkeit der Verteilung nach den Bed\u00fcrfnissen, wie das im Kommunismus sein wird, sondern die Notwendigkeit der Entlohnung nach Leistung. Es ist gar nicht zu vermeiden, dass die Spezialisten f\u00fcr Kopfarbeit und besonders f\u00fcr leitende T\u00e4tigkeiten besser entlohnt werden, und dies verfestigt die bestehenden Klassenstrukturen, anstatt sie aufzuheben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">In der sozialistischen Sowjetunion hatte das zu enormen Lohnunterschieden, zu sehr hohen Geh\u00e4ltern der leitenden Kader der Nomenklatura gef\u00fchrt. Nach der bitteren Erfahrung der revisionistischen Entartung der Sowjetunion achtete die PAA unter F\u00fchrung Enver Hoxhas darauf, dass die Lohnunterschiede in Albanien nicht zu hoch wurden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch die Bildung einer privilegierten Schicht ist schwer zu verhindern, wenn man in der Aufhebung der Teilung der Arbeit nicht z\u00fcgig voranschreiten kann, was in Albanien wegen des wenig entwickelten Standes der Produktivkr\u00e4fte wiederum sehr schwer war. Nicht nur die offiziellen L\u00f6hne bzw. Geh\u00e4lter spielen hier eine Rolle. Es besteht auch die Gefahr der Bildung von Seilschaften; man verschafft sich gegenseitig Vorteile. Das geschieht durchaus nicht notwendigerweise in subjektiv feindlicher Absicht: Bei der Besetzung von wichtigen Funktionen bevorzugt man nat\u00fcrlich zuverl\u00e4ssige Menschen, sp\u00e4ter aber kann es schon dazukommen, dass man jemanden bevorzugt, weil er \u201eaus guter Familie\u201c kommt, weil die Eltern Parteimitglieder sind usw. Hier z\u00e4hlen also bereits nicht mehr eigene Verdienste, sondern hier z\u00e4hlt, ob man in eine bestimmte Schicht hineingeboren wird. In Albanien wurden viele Ma\u00dfnahmen getroffen, um gegen solche Dinge zu k\u00e4mpfen. Den B\u00fcrokratismus kann man freilich nicht ausrotten, solange es noch Klassenunterschiede gibt, doch man kann ihn bek\u00e4mpfen. Solange vorwiegend solche Menschen in der Partei sind, die nicht nur marxistisch-leninistische Begriffe im Munde f\u00fchren, sondern die Arbeiter und \u00fcbrigen Werkt\u00e4tigen mobilisieren, solange die Kommunisten wirklich darum k\u00e4mpfen, dass m\u00f6glichst viele \u2013 auch parteilose \u2013 Arbeiter real eine leitende Rolle im Betrieb und im Staat einnehmen, werden die Arbeiter durchaus verstehen, dass es daneben unvermeidlich auch Missst\u00e4nde, B\u00fcrokratismus, Kommandowirtschaft geben muss, dass man diese Dinge nicht von heute auf morgen beseitigen kann.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wenn aber immer mehr Kommunisten immer selbstzufriedener werden, mehr von der Diktatur des Proletariats reden, als wirklich f\u00fcr eine f\u00fchrende Rolle von Arbeitern in allen gesellschaftlichen Bereichen zu k\u00e4mpfen, mehr von Kommunismus reden, als wirklich f\u00fcr die Beseitigung von Privilegien, Seilschaften und dergleichen zu k\u00e4mpfen, dann wird bei der Masse der Arbeiter immer weniger die Bereitschaft da sein, sich um gesellschaftliche Angelegenheiten zu k\u00fcmmern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">All dies f\u00fchrt nicht von heute auf morgen dazu, dass die Autorit\u00e4t der Partei verlorengeht, dass die Menschen den Sozialismus ablehnen. Solange die wirtschaftliche Situation ertr\u00e4glich ist, werden viele die Dinge hinnehmen, mit dem Staat zufrieden sein, ihn aber nicht als ihren Staat betrachten, sondern eher sagen: \u201eDie Kommunisten machen das ganz gut.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Entwickeln sich die Dinge aber in eine solche Richtung, so geht die Orientierung auf die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder, auf den Kommunismus, nach und nach verloren. Und so entsteht ein Kreislauf, denn je schw\u00e4cher die Initiative von unten wird, desto mehr scheint die Auffassung best\u00e4tigt zu werden, dass die Dinge nur dann laufen, wenn die Partei sich in alles und jedes unmittelbar einmischt, wenn die staatlichen Apparate und Einrichtungen die Dinge regeln usw. Umso wichtiger und \u201eunentbehrlicher\u201c erscheinen dann die f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten, und umso \u201eberechtigter\u201c erscheint es, dass diese als Lohn f\u00fcr ihre \u201everantwortungsvolle T\u00e4tigkeit\u201c betr\u00e4chtliche materielle Vorteile genie\u00dfen. Die Gesellschaft bewegt sich dann nicht in Richtung Beseitigung, sondern in Richtung Verfestigung der Klassen. Die demokratischen Rechte, die die sozialistische R\u00e4temacht den Werkt\u00e4tigen garantiert, bleiben immer mehr auf dem Papier stehen. Nat\u00fcrlich hat man bei Wahlen, Stellenbesetzungen usw. das formale Recht, die Personalvorschl\u00e4ge der Partei zu kritisieren. Doch wer das tut, ger\u00e4t zunehmend in den Ruf, ein Querulant oder gar ein Feind zu sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Solche Verh\u00e4ltnisse k\u00f6nnen sich nach und nach innerhalb der sozialistischen Ordnung entwickeln, wenn die Wachsamkeit der Revolution\u00e4re nachl\u00e4sst, wenn eine gewisse Selbstgen\u00fcgsamkeit eintritt, doch derartige Entwicklungen f\u00fchren \u2013 wenn sie ein gewisses Ma\u00df \u00fcberschritten haben \u2013 unweigerlich zum Revisionismus. Derartige Entwicklungen m\u00fcssen in Albanien stattgefunden haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Zwar hatte Enver Hoxha, das negative Beispiel der Sowjetunion vor Augen, diese Gefahr gesehen, davor gewarnt und Ma\u00dfnahmen dagegen getroffen; zur Entwicklung in der Sowjetunion hatte er treffend erkl\u00e4rt:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">&#8222;Die Partei wurde von schwerem Rost, von politischer Apathie befallen; es machte sich die irrige Meinung breit, nur der Kopf, die F\u00fchrung, habe zu wirken und alles zu l\u00f6sen. Diese Auffassung f\u00fchrte dazu, dass es \u00fcberall und bei allem hie\u00df: &#8218;Die F\u00fchrung wei\u00df schon Bescheid&#8216;, &#8218;Das Zentralkomitee irrt sich nicht&#8216;, &#8218;Das hat Stalin gesagt, und fertig&#8216; usw. Vieles davon mag Stalin gar nicht gesagt haben, aber man versteckte sich hinter seinem Namen. Die Apparate und die Partei- und Staatsangestellten wurden &#8218;allm\u00e4chtig&#8216;, &#8218;unfehlbar&#8216;, sie handelten b\u00fcrokratisch und beriefen sich dabei auf den demokratischen Zentralismus, auf die bolschewistische Kritik und Selbstkritik, die in Wirklichkeit nicht mehr bolschewistisch war. Zweifellos b\u00fc\u00dfte die Bolschewistische Partei so ihre einstige Lebenskraft ein. Sie bewahrte richtige Formeln, aber es waren eben nur Formeln; sie f\u00fchrte durch, war aber nicht selbstst\u00e4ndig aktiv, die Arbeitsmethoden und -formen bei der Leitung der Partei f\u00fchrten genau zum Gegenteil. Unter diesen Verh\u00e4ltnissen begannen die b\u00fcrokratisch-administrativen Ma\u00dfnahmen \u00fcber die revolution\u00e4ren vorzuherrschen. Die Wachsamkeit war nicht mehr operativ, denn sie war nicht mehr revolution\u00e4r, auch wenn man davon t\u00f6nte. Sie wurde von einer Wachsamkeit der Partei und der Massen zu einer Wachsamkeit der b\u00fcrokratischen Apparate und verwandelte sich \u2013 wenn auch nicht v\u00f6llig der Form nach, so doch faktisch \u2013 in eine Wachsamkeit des Staatssicherheitsdiensts und der Gerichte.&#8220; (Enver Hoxha, Die Chruschtschowianer, Tirana 1980, S. 48 f.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Und dennoch hatte die PAA keine vollst\u00e4ndige theoretische Vorstellung von diesen Prozessen, insbesondere nicht von ihren sozio\u00f6konomischen, klassenm\u00e4\u00dfigen Wurzeln. Man ging beispielsweise davon aus, dass die antagonistischen Widerspr\u00fcche \u201enicht auf die sozialistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse zur\u00fcckzuf\u00fchren (sind), sondern ein Produkt der vorhandenen Muttermale aus der alten b\u00fcrgerlichen Gesellschaft im Innern und des Drucks der kapitalistisch-revisionistischen Einkreisung von au\u00dfen\u201c sind. (Wissenschaftliche Konferenz, Tirana 1984)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Sie sind nat\u00fcrlich Produkt der Muttermale der alten Gesellschaft, doch diese Muttermale wurzeln ja gerade innerhalb der sozialistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse, da diese Produktionsverh\u00e4ltnisse die Arbeitsteilung zwischen Kopf- und Handarbeit beinhalten. Aus der falschen Vorstellung, diese Muttermale h\u00e4tten keine Basis in den sozialistischen Produktionsverh\u00e4ltnissen, erwuchs wiederum die voluntaristische Illusion (Voluntarismus: die Vorstellung, man k\u00f6nne unabh\u00e4ngig von objektiven Umst\u00e4nden fast alles erreichen, wenn man es nur wolle), man k\u00f6nne die sich hieraus ergebenden Probleme vorwiegend mit Direktiven, Befehlen, staatlichen Ma\u00dfnahmen und mit einer sehr formal verstandenen &#8222;f\u00fchrenden Rolle der Partei&#8220; l\u00f6sen, wodurch wiederum Methoden des B\u00fcrokratismus und des Kommandoregimes verst\u00e4rkt wurden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wie schon gesagt, ergriff die PAA viele Ma\u00dfnahmen, um gegen solche Tendenzen zu k\u00e4mpfen, die die Einheit von Partei und Klasse beeintr\u00e4chtigen konnten. Doch dieser Kampf stie\u00df seinerseits wiederum auf Grenzen, die in theoretischer Hinsicht unter anderem in der unvollst\u00e4ndigen Erkenntnis der Quelle antagonistischer Widerspr\u00fcche, in einer unvollst\u00e4ndigen Analyse der sozialistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse wurzelten. Da die innere klassenm\u00e4\u00dfige Basis antagonistischer Widerspr\u00fcche nicht richtig begriffen wurde, entstand eine gewisse Neigung, falsche Ideen mit Verboten zu bek\u00e4mpfen; wird eine solche Neigung \u00fcberm\u00e4chtig, so wird die Orientierung auf die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder nachhaltig beeintr\u00e4chtigt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Initiative, die in den sechziger Jahren von revolution\u00e4ren Jugendlichen ausging und auf die Schlie\u00dfung der Kirchen und Moscheen gerichtet war, war eine gute Sache, ein kr\u00e4ftiger Schlag gegen den reaktion\u00e4ren Einfluss, den die Pfaffen in der Gesellschaft aus\u00fcbten. Doch kann das Verbot der Religionsaus\u00fcbung auf Dauer keine richtige Politik gewesen sein. Gibt es f\u00fcr die Religion erst einmal keine materielle Grundlage, so stirbt sie von selbst ab, man braucht sie dann nicht zu verbieten. In Albanien mit seinen relativ r\u00fcckst\u00e4ndigen Produktivkr\u00e4ften und seiner gro\u00dfen Bauernschaft musste es aber eine gewisse materielle Grundlage f\u00fcr die Religion geben; dann aber ist ein Verbot der Religionsaus\u00fcbung geeignet, die Religion zu st\u00e4rken, gl\u00e4ubige Menschen gegen den Sozialismus aufzubringen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Verboten waren aber beispielsweise auch B\u00fccher von Sartre oder von Kafka. Dadurch freilich macht man solche B\u00fccher erst interessant. Ein Verbot ist in der Regel unn\u00f6tig und sch\u00e4dlich, denn der Marxismus hat zumindest unter der Arbeiterklasse genug Lebenskraft, um b\u00fcrgerlichen Ideen entgegenzutreten, wenn man ihn nur richtig zu handhaben versteht. Und Teile der Intelligenz und der Bauernschaft werden aufgrund ihrer Lebenslage auch mit den besten Argumenten ebenso wie mit den sch\u00e4rfsten Verboten nicht zu &#8222;\u00fcberzeugen&#8220; sein. Durch ein Verbot erweckt man den Eindruck, die Marxisten seien nicht in der Lage, sich gegen die Ideen zur Wehr zu setzen, die in solchen B\u00fcchern verbreitet werden. Ganz schlecht ist es, wenn Parteifunktion\u00e4re und Familienmitglieder von Parteifunktion\u00e4ren solche B\u00fccher besitzen d\u00fcrfen, andere aber nicht, wie es zumindest ab einem bestimmten Zeitpunkt der Fall war. Bek\u00e4mpft man b\u00fcrgerliche Ideen vorwiegend durch Verbote statt durch die wissenschaftlichen Ideen des Marxismus-Leninismus, so geht auch unter diesem Gesichtspunkt die Orientierung auf die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder immer mehr verloren. Die Funktion\u00e4re des Staates und der Partei erscheinen immer mehr als die H\u00fcter ewiger Wahrheiten, die zu bestimmen haben, was richtig und was falsch ist. Der Marxismus ist die revolution\u00e4rste Theorie, die am meisten am realen Leben orientierte Erkenntnismethode, die die Menschheit hervorgebracht hat, doch er wird so seines Wesens beraubt, in ein totes Dogmensystem, eine Religion verwandelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Bezeichnend ist der Hinweis von Ismail Kadare, man h\u00e4tte gegen seinen Roman &#8222;Der gro\u00dfe Winter&#8220; eine Kampagne durchgef\u00fchrt, und er w\u00e4re damals \u00f6fter verwundert gefragt worden, ob er denn nicht im Gef\u00e4ngnis sei. Diese Kampagne sei erst dann schlagartig beendet worden, als Enver Hoxha erkl\u00e4rt habe, das Buch sei doch gar nicht schlecht. Den Kr\u00e4ften des Apparats passte es offenbar nicht, dass in diesem Roman konkrete Menschen, die durch die widerspr\u00fcchliche Klassenrealit\u00e4t der \u00dcbergangsgesellschaft geformt worden waren, geschildert wurden, anstatt abstrakter &#8222;sozialistischer&#8220; Heroen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Aber was m\u00fcssen da bereits f\u00fcr Verh\u00e4ltnisse geherrscht haben, dass nur das Eingreifen Enver Hoxhas eine derartige Kampagne beenden konnte! Die Verh\u00e4ltnisse m\u00fcssen schon sehr \u00e4hnlich gewesen sein wie in der Sowjetunion Stalins, wo oftmals auch nur das pers\u00f6nliche Eingreifen Stalins das Schlimmste verhindern konnte. (Dies ergibt sich aus zahlreichen Stellen der Stalin-Werke, aus denen hervorgeht, dass Menschen zu Unrecht von b\u00fcrokratischen Kr\u00e4ften angegriffen oder kaltgestellt worden waren, sich vergeblich an zahllose Stellen der Partei oder des Staates gewandt hatten und erst rehabilitiert wurden, als sie sich an Stalin wandten.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Derartige Verh\u00e4ltnisse treiben schwankende Intellektuelle wie Kadare letztlich auf die Seite der Konterrevolution, nachdem man sie zuvor l\u00e4ngere Zeit vorwiegend mit materiellen Privilegien &#8222;bei der Stange gehalten hat&#8220;. (Was nebenbei gesagt auch nicht besonders gesund ist.) Die Arbeiterklasse kann ihre Hegemonie gegen\u00fcber den Intellektuellen und ihre Hegemonie (Vorherrschaft; f\u00fchrende Rolle) im geistigen und kulturellen Bereich nur aus\u00fcben, wenn die Kommunisten es verstehen, den Marxismus-Leninismus sch\u00f6pferisch anzuwenden und seine \u00dcberlegenheit gegen\u00fcber b\u00fcrgerlichen Ideen lebendig zu beweisen \u2013 zu zeigen, dass nur der Marxismus-Leninismus in der Lage ist, die Wirklichkeit, das Leben zu erkl\u00e4ren und im Sinne der Arbeiterklasse und der ganzen fortschrittlichen Menschheit zu ver\u00e4ndern.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>B\u00fcndnis mit den Bauern und Hegemonie des Proletariats<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Hegemonie des Proletariats ist \u00fcberhaupt ein Dreh- und Angelpunkt bei der Frage der Verteidigung des Sozialismus. Das gilt auch und gerade in einem Land wie Albanien mit \u00fcberwiegend b\u00e4uerlicher Bev\u00f6lkerung, einem Land, in dem das Proletariat folglich seine Klassenherrschaft nur im B\u00fcndnis mit den Bauern aus\u00fcben kann. Die kommunistische Partei darf bei aller notwendigen B\u00fcndnispolitik nicht vergessen, dass der Sozialismus nicht behauptet werden kann, wenn sich in der ganzen Lebensweise der Menschen nicht nach und nach \u2013 und sei es auch noch so langsam \u2013 kommunistische Elemente entwickeln. Es ist die Arbeiterklasse, deren objektives Klasseninteresse auf den Kommunismus gerichtet ist. Es ist die Arbeiterjugend, die am ehesten bereit ist, solchen Entwicklungen den Weg zu bahnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch nach unseren Beobachtungen hat es die PAA offenbar in den letzten Jahren immer weniger verstanden, die Jugend f\u00fcr kommunistische Ziele und Initiativen zu begeistern und zu mobilisieren. Sie tat es am besten, solange es darum ging, die gr\u00f6\u00dfte Not, das gr\u00f6\u00dfte Elend zu bannen: dem Volk Brot zu schaffen, durch Trockenlegung der S\u00fcmpfe die Malaria zu besiegen, den Analphabetismus zu \u00fcberwinden, die Frau vom Schleier und anderen extremen Formen der Herrschaft des Patriarchats zu befreien usw. Doch irgendwann tritt ein Punkt ein, an dem die elementaren Bed\u00fcrfnisse grunds\u00e4tzlich befriedigt sind, an dem sich die Frage stellt: Wird die Revolution weitergef\u00fchrt? W\u00e4lzt der Mensch mit den Umst\u00e4nden seine eigene T\u00e4tigkeit, sich selbst, um?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">(Marx: \u201eDas Zusammenfallen des \u00c4nderns der Umst\u00e4nde und der menschlichen T\u00e4tigkeit oder Selbstver\u00e4nderung kann nur als revolution\u00e4re Praxis gefasst und rationell verstanden werden.\u201c MEW 3, S. 6)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Oder werden letztlich die Produktionsverh\u00e4ltnisse und auf dieser Grundlage die ganze Lebensweise der alten Gesellschaft reproduziert? Der Sozialismus muss sich zwangsl\u00e4ufig ver\u00e4ndern \u2013 sei es in die eine oder in die andere Richtung. Er ist eine \u00dcbergangsgesellschaft und kann nicht einfach seine eigenen Zust\u00e4nde st\u00e4ndig reproduzieren, denn diese Zust\u00e4nde enthalten Elemente des Alten neben Keimen des Neuen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">In einer Gesellschaft mit relativ schwach entwickelten Produktivkr\u00e4ften ist es freilich schwer, stets die Initiative zu behalten, stets neue Keime des Kommunismus zu entwickeln (und sei es auch in noch so bescheidenem Ausma\u00df). Doch wenn man die Initiative verliert, verliert man das Proletariat und die Jugend und kann den Sozialismus nicht behaupten. Es ist gerade f\u00fcr uns sehr wichtig, zu studieren, wie die PAA diesbez\u00fcglich nach und nach die Initiative verloren hat. Denn bei uns, bei entwickelten Produktivkr\u00e4ften, wird sich nach dem Sieg der proletarischen Revolution von Anfang an viel sch\u00e4rfer die Frage stellen: Werden Keime der kommunistischen Produktions- und Lebensweise entwickelt, oder setzt sich der Kapitalismus wieder durch?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Phase, in der die revolution\u00e4re Begeisterung sich an Kampfzielen entfaltet und behauptet, die sich auf die Befriedigung der elementarsten Bed\u00fcrfnisse des Volkes beziehen, wird sehr viel k\u00fcrzer sein. Mehr noch: Bereits heute stellt sich f\u00fcr uns in der Tagespolitik die Aufgabe, Elemente des Kommunismus als Kampfziele zu entwickeln, die durch den hoch entwickelten Stand der Produktivkr\u00e4fte objektiv auf die Tagesordnung gesetzt sind, aufgrund des kapitalistischen Charakters der Produktionsverh\u00e4ltnisse aber nicht verwirklicht werden k\u00f6nnen. Dies ist eine Frage der revolution\u00e4ren F\u00fchrung des Tageskampfes, der Frage, den Kampf um unmittelbare Interessen so zu f\u00fchren, dass die kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse durch diesen Kampf angegriffen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Und der Kampf um diese unmittelbaren Interessen ist eben nicht immer in erster Linie ein Kampf gegen den Hunger. Auch wenn 10 % der Menschen unter dem offiziellen Existenzminimum vegetieren, sind Hunger und Obdachlosigkeit heute bei uns sicher nicht das Hauptproblem f\u00fcr die Massen. Das kann sich \u00e4ndern, eine revolution\u00e4re Situation kann (aber muss nicht) auf der Grundlage entstehen, dass diese Probleme wieder zum Hauptproblem werden. Aber unsere Aufgabe ist es heute, unter heutigen Bedingungen revolution\u00e4re Politik zu machen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">(Diese Zusammenh\u00e4nge sollen hier nur angedeutet werden, doch m\u00fcssen sie weiterverfolgt und weiter untersucht werden, um nach und nach eine kommunistische Tagespolitik entwickeln zu k\u00f6nnen, die in der Lage ist, breite Massen anzusprechen. Eine solche Politik muss auf Grundlage der heutigen Bedingungen entwickelt werden und nicht auf der Grundlage der Bedingungen der Weimarer Zeit oder des vorrevolution\u00e4ren und revolution\u00e4ren Russlands \u2013 was wir sicherlich nicht ausreichend getan haben. Hier d\u00fcrfte eine Quelle unserer Einflusslosigkeit liegen.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die PAA hat in ihrer Politik stets sehr stark den nationalen Faktor betont. Dies war zweifellos richtig, doch muss man sehen, dass die starke Betonung der nationalen Frage dem Wesen der Sache nach B\u00fcndnispolitik gegen\u00fcber den Bauern war. F\u00fcr das klassenbewusste Proletariat bedarf es keiner nationalen Politik, um den Sozialismus zu verteidigen. Es verteidigt den Sozialismus, weil es seine Klasseninteressen verteidigt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das hei\u00dft aber andererseits: Wenn die Arbeitermassen den Klassenstandpunkt verloren haben, dann hilft auch keine nationale Politik mehr. Und genau dies muss die PAA heute erfahren. Die Bauern w\u00e4hlen selbst heute noch die PAA, weil sie zu Recht Angst haben, dass das Eindringen des Imperialismus nach Albanien ihre Existenz vernichten wird (und sie sind die Betrogenen, weil die PAA das Eindringen des Imperialismus in Wirklichkeit f\u00f6rdert). Sie haben etwas zu verlieren, w\u00e4hrend die Arbeiter davon ausgehen, dass sie nichts zu verlieren haben \u2013 wobei sie sich dabei allerdings ebenfalls t\u00e4uschen. Denn das Kapital wird die Lebensbedingungen der albanischen Arbeiter nicht etwa verbessern, sondern drastisch verschlechtern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das Proletariat ist gerade deshalb die revolution\u00e4re Klasse, weil es keiner Umwege bedarf, um es in den Dienst einer emanzipatorischen Bewegung zu stellen. Die Proletarier werden durch den Kapitalismus so zu Boden gedr\u00fcckt, dass sie gezwungen sind, sich zur herrschenden Klasse zu erheben, um sich selbst und damit die Menschheit von der Unterordnung unter die Notwendigkeiten der Kapitalverwertung zu befreien. Wenn die albanischen Proletarier davon ausgehen, dass sie nichts zu verlieren haben, so zeigt dies sehr deutlich, dass sie ihre Rolle als herrschende Klasse eingeb\u00fc\u00dft haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nach unseren Erfahrungen scheint es auch beim Kampf um die vollst\u00e4ndige Befreiung der Frau nach und nach zu einer Stagnation gekommen zu sein. Auch dieser Kampf ist ein spezifisches Anliegen des klassenbewussten Proletariats, welches keinerlei Interesse an irgendwelchen sozialen Unterschieden zwischen den Geschlechtern hat, w\u00e4hrend das Patriarchat m\u00e4chtige historische Wurzeln in der b\u00e4uerlichen Gro\u00dffamilie hat, die bereits in den Ausl\u00e4ufern der Urgesellschaft begr\u00fcndet sind. In einem Bauernland muss die Arbeitermacht derartigen b\u00e4uerlichen Traditionen Rechnung tragen, darf sie die Entwicklung nicht \u00fcberspitzen, um die Einheit der Werkt\u00e4tigen, die f\u00fcr die Verteidigung des Sozialismus erforderlich ist, nicht zu gef\u00e4hrden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Erscheinungen wie das Verbot der Abtreibung, die Unm\u00f6glichkeit, dass Frauen sich in Caf\u00e9s aufhalten etc. m\u00f6gen \u2013 so reaktion\u00e4r sie sind \u2013 daher eine zeitweilige, relative Berechtigung haben. Doch soweit wir es beurteilen k\u00f6nnen, waren solche Erscheinungen in der \u00f6ffentlichen Diskussion in Albanien bis zuletzt ein Tabuthema. Dies aber ist bereits der Keim zu einem Aufgeben der Initiative, denn wenn das Proletariat gegen\u00fcber seinem B\u00fcndnispartner Zugest\u00e4ndnisse macht, so darf es seine eigene Klassenlinie, seine Ideologie nicht aufgeben, muss Kompromisse klar als Kompromisse kennzeichnen, anstatt sie als \u201eWille des Volkes\u201c zu verkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Geschieht dies aber in dem einen oder anderen Punkt, so wird das Proletariat von der r\u00fcckst\u00e4ndigen Mentalit\u00e4t anderer Schichten infiziert und letztlich seiner Hegemonie-Rolle beim Kampf um die Emanzipation der Menschheit beraubt. Die Politik der moralisch-politischen Einheit des Volkes wird, wenn man die Einheit verabsolutiert, von einem Mittel der Aus\u00fcbung der Hegemonie des Proletariats zu einem Mittel der Beseitigung dieser Hegemonie. Dies gilt im Verh\u00e4ltnis Proletariat \u2013 Intelligenz wie auch im Verh\u00e4ltnis Proletariat \u2013 Bauern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Diese wenigen Beispiele sollen hier stellvertretend f\u00fcr die allgemeine Frage stehen: Ist es im Laufe der Zeit m\u00f6glicherweise zu einer gewissen Verabsolutierung des Begriffs des Volkes, und das hei\u00dft vor allem zu einer gewissen Verabsolutierung des B\u00fcndnisses mit den Bauern gekommen? Die gewaltige Bedeutung, die der Leninismus der Frage des B\u00fcndnisses mit den Bauern, und zwar besonders in r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern, beimisst, misst er ihr zweifellos zu Recht bei. Eine Verabsolutierung tritt aber ein, soweit man aus den Augen verliert, dass dieses B\u00fcndnis ein B\u00fcndnis bei f\u00fchrender Rolle der Arbeiterklasse sein muss; Fehler in dieser Richtung w\u00fcrden dem Kern, dem Wesen des Leninismus gerade zuwiderlaufen! Auf den ersten Blick k\u00f6nnte es scheinen, als w\u00fcrde die Tatsache, dass &#8222;linke&#8220; Experimente auf dem Gebiet der Landwirtschaft, die bekanntlich zur willk\u00fcrlichen Massenschlachtung von Vieh und zur Fleischknappheit f\u00fchrten, gegen die Annahme sprechen, dass die proletarische Partei zu viel R\u00fccksicht auf die Bauern als B\u00fcndnispartner genommen habe und dass dies eine Entwicklungslinie sei, die dazu gef\u00fchrt habe, dass sie ihren Charakter als proletarische Partei schlie\u00dflich eingeb\u00fc\u00dft habe.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch diese Annahme kann dennoch zutreffen. Sowohl rechte als auch &#8222;linke&#8220; Fehler in Bezug auf die Frage des B\u00fcndnisses mit den Bauern k\u00f6nnen eine gemeinsame theoretische Grundlage darin haben, dass die bestehenden Klassengegens\u00e4tze untersch\u00e4tzt und die begriffliche Abstraktion des &#8222;Volkes&#8220; zunehmend verabsolutiert wurde. Dies kann gleichzeitig dazu f\u00fchren, dass die \u00f6konomische Politik zu wenig R\u00fccksicht auf die Interessen der Bauern nimmt, w\u00e4hrend in ideologischen und politischen Fragen zu wenig darauf geachtet wird, den spezifischen Klassenstandpunkt des Proletariats (notwendigenfalls auch in Abgrenzung zu den Bauern und nat\u00fcrlich auch zur Intelligenz) zu formulieren und \u2013 entsprechend den objektiven M\u00f6glichkeiten und Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen \u2013 nach und nach durchzusetzen, was aber unbedingt erforderlich ist, um die strategische Orientierung auf den Kommunismus zu wahren und damit den Sozialismus zu behaupten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Denn Sozialismus ist dem Wesen der Sache nach strategische Orientierung auf den Kommunismus, wobei der Klassencharakter dieser Orientierung proletarisch ist. Jede unzul\u00e4ssige Abschw\u00e4chung der Hegemonie des Proletariats ist somit eine Abschw\u00e4chung der Orientierung auf den Kommunismus und h\u00f6hlt den Sozialismus aus.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Notwendige Kompromisse im Bereich der \u00d6konomie und ggf. auch im Bereich der Politik d\u00fcrfen keineswegs zu Zugest\u00e4ndnissen im Bereich der Ideologie, also zur Abschw\u00e4chung des proletarischen Klassenstandpunkts, f\u00fchren. Dies beinhaltet unter anderem, dass Kompromisse jederzeit als solche gekennzeichnet werden m\u00fcssen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Gegen Subjektivismus und Objektivismus!<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">In der Analyse des Sozialismus einerseits und des Revisionismus andererseits seitens der Marxisten-Leninisten war lange Zeit der Subjektivismus vorherrschend, d.h. es wurden vorwiegend (mitunter sogar fast ausschlie\u00dflich) subjektive Faktoren gesehen, die den \u00dcbergang zum Revisionismus erm\u00f6glicht bzw. beg\u00fcnstigt haben: Fehler der Marxisten-Leninisten, das Bed\u00fcrfnis von B\u00fcrokraten nach Privilegien, das Abweichen von der marxistisch-leninistischen Theorie, der Verrat revisionistischer F\u00fchrer. Bei einer solchen Betrachtungsweise erscheint der Revisionismus als subjektiv bedingter Betriebsunfall der Geschichte. Eine solche Betrachtungsweise ist idealistisch, denn sie macht subjektive Betrachtungen, Vorstellungen, Bestrebungen usw., die aus dem Zusammenhang der objektiven Entwicklung einer sozialistischen Gesellschaft herausgel\u00f6st und damit verabsolutiert werden, in dieser verabsolutierten Form zum Motor der Geschichte. Eine solche Methode ist unmarxistisch.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Eine Reaktion auf subjektivistische Fehler kann der Objektivismus sein. Dieser erkennt nur oder fast nur objektive Faktoren der Entartung eines sozialistischen Landes an, seien sie innerer oder \u00e4u\u00dferer Natur. Die Methode des Objektivismus ist nicht weniger unmarxistisch als die des Subjektivismus, denn der Marxismus erkennt durchaus an, dass das subjektive Handeln der Menschen in gewisser Weise Motor der Geschichte ist: Die Menschen sind Produkt der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, doch beim \u00dcbergang zum Kommunismus ver\u00e4ndern sie \u2013 auf der Grundlage objektiv wirkender Gesetze \u2013 diese Umst\u00e4nde und damit sich selbst. Marx: &#8222;Die materialistische Lehre von der Ver\u00e4nderung der Umst\u00e4nde&#8230; vergisst, dass die Umst\u00e4nde von den Menschen ver\u00e4ndert&#8230; werden&#8230;&#8220; (MEW 3, S. 5; mit &#8222;materialistischer Lehre&#8220; ist hier der vormarxsche, nicht-dialektische Materialismus gemeint, in den der heutige Objektivismus zur\u00fcckf\u00e4llt.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Gerade weil der Kommunismus eine Gesellschaft ist, in der die Menschen nicht blind wirkenden Gesetzen unterworfen sind, sondern die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse bewusst gestalten, spielt der subjektive Faktor beim \u00dcbergang zum Kommunismus eine gewaltige Rolle. Da aber die Masse der Bev\u00f6lkerung die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse zun\u00e4chst noch nicht gestaltet (auch wenn es immer mehr dahin kommen muss!), spielt das subjektive Verhalten der proletarischen Vorhutpartei und ihrer F\u00fchrer eine bedeutende Rolle.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die notwendige Kritik am Subjektivismus darf nicht dazu f\u00fchren, dass diese Tatsache geleugnet wird. Das Falsche am Subjektivismus liegt nicht darin, dass er subjektiven Betrachtungen, Vorstellungen, Bestrebungen usw. innerhalb der \u00dcbergangsgesellschaft eine bedeutende Rolle zumisst, sondern darin, dass er diese losgel\u00f6st von den gesellschaftlichen Bedingungen, von der \u00f6konomischen Basis betrachtet. Auf Grundlage der \u00f6konomischen Basis der \u00dcbergangsgesellschaft entstehen jedoch sowohl Tendenzen, die auf den Kommunismus gerichtet sind, als auch Tendenzen, die den Revisionismus hervorrufen und auf die Restauration des Kapitalismus abzielen. Der subjektive Faktor \u2013 das Handeln der Menschen, der Klassenkampf \u2013 entscheidet, welche Tendenzen sich letztlich durchsetzen. Der Kommunismus kann sich aber nur dann durchsetzen, wenn die Menschen es immer besser lernen, den Produktionsprozess zu meistern. Mit anderen Worten: Beim \u00dcbergang zum Kommunismus wird der subjektive Faktor in immer st\u00e4rkerem Ma\u00dfe Bestandteil der \u00f6konomischen Basis. Diese Tatsache \u201e\u00fcbersehen\u201c sowohl der Subjektivismus als auch der Objektivismus, da beide mechanisch und nicht dialektisch sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Indem der Objektivismus die Bedeutung des subjektiven Faktors herabmindert, verharmlost er die Revisionisten und nimmt sie aus der Verantwortung f\u00fcr den Sturz des Sozialismus und die Restauration des Kapitalismus. Durch die objektivistische Betrachtungsweise scheinen auch die subjektiven Fehler von Marxisten-Leninisten denselben Stellenwert zu gewinnen wie der Verrat der Revisionisten, da ja angeblich ohnehin fast nur objektive Faktoren f\u00fcr den Verlauf der Dinge verantwortlich seien; die Trennungslinie zwischen Revolution\u00e4ren und Konterrevolution\u00e4ren wird so verwischt. Ferner wird die unvers\u00f6hnliche Trennungslinie zu den Trotzkisten aufgeweicht, die schon immer gepredigt haben, dass der Sozialismus bei wenig entwickelten Produktivkr\u00e4ften oder in einem einzelnen Land nicht verwirklicht werden k\u00f6nne. Der Objektivismus ist also politisch \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlich und kann sogar zum Einfallstor des Revisionismus und Trotzkismus werden.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Zur Frage der Produktivkr\u00e4fte<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Bisher hat der Sozialismus fast nur in r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern gesiegt (eine gewisse Ausnahme stellen die CSSR und die DDR dar), und in allen diesen L\u00e4ndern hat sich schlie\u00dflich der Revisionismus durchgesetzt. Damit stellt sich nat\u00fcrlich die Frage: Ist der Sieg des Revisionismus die (vielleicht sogar notwendige?) Folge der relativ wenig entwickelten Produktivkr\u00e4fte? Kann der Sozialismus sich unter solchen Umst\u00e4nden \u00fcberhaupt behaupten?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Marx\/Engels schreiben dazu:<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eDiese \u201aEntfremdung\u2018, um den Philosophen verst\u00e4ndlich zu bleiben, kann nat\u00fcrlich nur unter zwei praktischen Voraussetzungen aufgehoben werden. Damit sie eine \u201aunertr\u00e4gliche\u2018 Macht werde, d. h. eine Macht, gegen die man revolutioniert, dazu geh\u00f6rt, dass sie die Masse der Menschheit als durchaus \u201aEigentumslos\u2018 erzeugt hat und zugleich im Widerspruch zu einer vorhandenen Welt des Reichtums und der Bildung steht, was beides eine gro\u00dfe Steigerung der Produktivkraft, einen hohen Grad ihrer Entwicklung voraussetzt \u2013 und andererseits ist diese Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte (womit zugleich schon die in weltgeschichtlichem statt die in lokalem Dasein der Menschen vorhandene empirische Existenz gegeben ist) auch deswegen eine absolut notwendige praktische Voraussetzung (des Kommunismus, d. Verf.), weil ohne sie nur der Mangel verallgemeinert, also mit der Notdurft auch der Streit um das Notwendige wieder beginnen und die ganze alte Schei\u00dfe sich herstellen m\u00fcsste, weil ferner nur mit dieser universellen Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte ein universeller Verkehr der Menschen gesetzt ist\u2026\u201c<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">(Deutsche Ideologie, MEW 3, Seite 34 f.)<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Unter den Bedingungen des vormonopolistischen Kapitalismus folgte hieraus, dass der Sieg des Sozialismus in wenig entwickelten L\u00e4ndern unm\u00f6glich war: Der Kapitalismus war ja durchaus in der Lage, die Produktivkr\u00e4fte weiterzuentwickeln und somit den Prozess weiter zu f\u00f6rdern, durch den einerseits die Masse der Bev\u00f6lkerung eigentumslos wurde und andererseits die Voraussetzungen geschaffen wurden, beim \u00dcbergang zum Kommunismus nicht etwa nur den Mangel zu verallgemeinern. Dies aber hat sich mit dem \u00dcbergang des Kapitalismus in sein imperialistisches Stadium grundlegend ge\u00e4ndert: Ein wenig entwickeltes Land hat heute kaum mehr die Chance, auf der Grundlage einer \u201enormalen\u201c kapitalistischen Entwicklung die Produktivkr\u00e4fte zu entwickeln, sondern es ger\u00e4t unweigerlich unter die Vorherrschaft des Imperialismus, der es ausbeutet und gleichzeitig die eigenst\u00e4ndige nationale Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte verhindert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Albanien w\u00e4re geblieben, was es war \u2013 n\u00e4mlich das Armenhaus Europas \u2013, wenn dort nicht die Arbeiterklasse im B\u00fcndnis mit den Bauern die Macht ergriffen h\u00e4tte. Erst auf der Grundlage der Diktatur des Proletariats, die sich von Anfang an bewusst das Ziel des Sozialismus setzte, war die gewaltige Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte m\u00f6glich, die Albanien erlebt hat. Und umgekehrt: Die Restauration des Kapitalismus wird zur Herrschaft des Imperialismus f\u00fchren, der vorhandene Produktivkr\u00e4fte zerst\u00f6ren oder in jedem Fall ihre nationale Weiterentwicklung verhindern wird, sodass Albanien wieder zum Armenhaus Europas wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Mit anderen Worten: Unter den heutigen imperialistischen Bedingungen im Weltma\u00dfstab muss in einem r\u00fcckst\u00e4ndigen Land nicht zuerst die kapitalistische Entwicklung die Masse der Bev\u00f6lkerung als eigentumslos erzeugen und somit eine Macht schaffen, gegen die man revolutioniert, wie Marx sagte. Vielmehr kann es zu einer proletarischen Revolution kommen, ohne dass diese Voraussetzung gegeben ist. Das Ergebnis ist eine proletarische Macht, die r\u00fcckst\u00e4ndige Produktivkr\u00e4fte vorfindet, also nicht die Bedingungen vorfindet, um zum Kommunismus voranzuschreiten. Sie muss diese Bedingungen, diese Produktivkr\u00e4fte, selbst schaffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das best\u00e4tigt gl\u00e4nzend den Hinweis von Marx bez\u00fcglich der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte, die als weltgeschichtlicher Prozess die Voraussetzungen des Kommunismus schafft: Weltgeschichtlich war es sehr wohl die Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte \u2013 n\u00e4mlich in den imperialistischen Metropolen \u2013, die zu Bedingungen gef\u00fchrt hat, unter denen in einem unterentwickelten Land eine proletarische Macht siegen kann und siegen muss, um die weitere Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte in diesem Land zu erm\u00f6glichen. Also: Die proletarische Macht in einem solchen Land muss die Produktivkr\u00e4fte, die das Voranschreiten zum Kommunismus erst erm\u00f6glichen, selbst schaffen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Worin liegt der Revisionismus der PAA?<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nun kann freilich nicht bezweifelt werden, dass in Albanien eine Situation entstanden ist, in der die breite Mehrheit der Bev\u00f6lkerung die Liquidation des Sozialismus entweder begr\u00fc\u00dft oder ihr zumindest passiv gegen\u00fcbersteht. Damit stellt sich die Frage: G\u00e4be es denn heute \u00fcberhaupt noch eine Grundlage f\u00fcr eine Politik der Verteidigung des Sozialismus, selbst wenn sich in der PAA marxistisch-leninistische Kr\u00e4fte durchgesetzt h\u00e4tten, die eine solche Politik wollten? Denn es versteht sich von selbst, dass der Sozialismus nicht auf Dauer mit Gewalt gegen die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung gehalten werden kann; das w\u00e4re kein Sozialismus, keine strategische Orientierung auf den Kommunismus, also auf die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsmitglieder.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Es ist objektiv m\u00f6glich, bei dem niedrigen Stand der Produktivkr\u00e4fte und der ung\u00fcnstigen internationalen Lage dennoch einen sozialistischen Sektor der Industrie zu erhalten. Ein solcher sozialistischer Sektor der Industrie w\u00e4re nicht nur m\u00f6glich, sondern er ist aus der Perspektive der weiteren Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte in Albanien notwendig. Eine subjektive Voraussetzung f\u00fcr die Verteidigung eines sozialistischen Sektors (auch wenn dieser neben kapitalistischen Sektoren der Volkswirtschaft existiert) ist, dass die Menschen mit einem bescheidenen Lebensniveau zufrieden sind, das sich nur langsam verbessert. (Der Kapitalismus und die Herrschaft des Imperialismus werden das Lebensniveau breiter Massen auf Dauer gr\u00fcndlich ruinieren, aber das ist ihnen offenbar nicht bewusst.) Ebenso m\u00fcssten sie akzeptieren, dass sich die politische Situation, die Demokratie und das geistige Leben, die durch B\u00fcrokraten entstellt wurden, nur nach und nach verbessern werden. Denn bei einer optimalen Analyse und Politik durch die Partei k\u00f6nnten &#8211; vom gegenw\u00e4rtigen Zustand ausgehend &#8211; auch hier keine gro\u00dfen Spr\u00fcnge gemacht werden. Eine solche Geduld bringen die Massen freilich nicht mehr auf, wie es scheint. Die Partei hat nicht mehr den n\u00f6tigen Kredit, und eine solche langfristige, z\u00e4he Arbeit findet nicht die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung. Freilich: Die Parteif\u00fchrung will alles andere als eine solche Arbeit, eine solche Politik. Doch wir haben uns die Frage gestellt, wie die Politik der PAA unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen aussehen k\u00f6nnte, wenn sich marxistisch-leninistische Kr\u00e4fte durchgesetzt h\u00e4tten. Und unter diesen Bedingungen h\u00e4tte die PAA, beispielsweise bei den Wahlen, etwa folgendes sagen k\u00f6nnen:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eWir sind zu bestimmten R\u00fcckschritten bereit, weil die Bedingungen f\u00fcr den Sozialismus derzeit ung\u00fcnstig sind: z.B. Konzessionen an ausl\u00e4ndisches Kapital, aber begrenzt; z.B. freie M\u00e4rkte f\u00fcr bestimmte Konsumg\u00fcter und Dienstleistungen, aber ebenfalls begrenzt. Wir sind bereit, den eigentlichen \u201eSozialismus\u201c vor\u00fcbergehend auf einen bestimmten Sektor der Wirtschaft zu begrenzen, den wir allerdings als den f\u00fchrenden Sektor betrachten, denn wir halten grunds\u00e4tzlich an der bewussten Planung der Wirtschaft fest, die sich an den gesellschaftlichen Interessen orientiert. In der Landwirtschaft k\u00f6nnten u.U. durchaus erhebliche R\u00fccknahmen im Grad der Vergesellschaftung notwendig sein. Im politischen Leben ist es zu viel Vetternwirtschaft, B\u00fcrokratismus usw. gekommen, und hierf\u00fcr \u00fcbernimmt unsere Partei, obwohl es auch objektive Faktoren daf\u00fcr gibt, die Verantwortung. Wir bek\u00e4mpfen das von nun an nach besten Kr\u00e4ften, sagen aber offen, dass wir das nicht sofort und schon gar nicht vollst\u00e4ndig abstellen k\u00f6nnen. Und wir k\u00f6nnen hier \u00fcberhaupt nur Erfolge erzielen, wenn ihr uns unterst\u00fctzt. Wir sind andererseits bereit, jeden, der sich auf Kosten des Volkes Vorteile verschafft, streng zu bestrafen, besonders streng Mitglieder unserer Partei. Weiter m\u00fcsst ihr verstehen, dass die schlechte wirtschaftliche Lage besondere Ma\u00dfnahmen verlangt. Daher m\u00fcssen auch Arbeiter, die die Gesellschaft betr\u00fcgen, streng bestraft werden. Betriebsleiter m\u00fcssen weitgehende Vollmachten erhalten, was nicht unser Ideal ist, aber zur Zeit geht es nicht anders; die Wahl der Betriebsleiter ist zur Zeit nicht m\u00f6glich. Aber alle politischen Mittel, gegen B\u00fcrokratenfilz zu k\u00e4mpfen, m\u00fcssen den Arbeitern zur Verf\u00fcgung stehen; unsere Partei wird die Arbeiter bei diesem Kampf unterst\u00fctzen und jedes Parteimitglied entfernen, das dies nicht tut. Das ist unser Programm, und dieses Programm wird die Lage nur nach und nach verbessern, und zwar auch nur dann, wenn eine gen\u00fcgend gro\u00dfe Zahl von Werkt\u00e4tigen dieses Programm aktiv unterst\u00fctzt. Die Alternative ist die Errichtung des Kapitalismus, und das bedeutet unter den gegebenen Umst\u00e4nden die Herrschaft des Imperialismus, der Albanien in Not und Elend st\u00fcrzen wird: Materiell wird es euch auf Dauer wesentlich schlechter gehen, und auch Freiheiten werdet ihr nicht mehr, sondern wesentlich weniger haben, w\u00e4hrend unser Programm die schrittweise Ausweitung realer Rechte und Freiheiten f\u00fcr die Werkt\u00e4tigen vorsieht. Wir Kommunisten halten daher den Weg, den die Oppositionsparteien vorschlagen, f\u00fcr verderblich, doch wir k\u00f6nnen und wollen euch unser Programm nicht aufzwingen, denn der Sozialismus kann nur existieren, wenn er die Sympathie des \u00fcberwiegenden Teils der werkt\u00e4tigen Massen hat. Wenn ihr uns nicht vertraut, dann m\u00fcsst ihr eben, so leid es uns tut, eure leidvollen Erfahrungen mit Kapitalismus und Imperialismus machen. Entscheidet also selbst.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nat\u00fcrlich w\u00fcrde man solche b\u00fcrgerlichen Parteien nicht zulassen, solange ein einigerma\u00dfen festes Band zwischen der Arbeiterklasse und der kommunistischen Partei besteht; die Partei w\u00fcrde dann vielmehr die Klasse gegen die Konterrevolution mobilisieren. Doch wenn die Arbeitermassen kein Vertrauen mehr in die kommunistische Partei haben, w\u00fcrde die gewaltsame Verteidigung der Macht zum Selbstzweck werden und es noch mehr erschweren, das Vertrauen der Klasse wiederzugewinnen. Doch wenn man schon Wahlen durchf\u00fchrt, zu denen man b\u00fcrgerliche Parteien zul\u00e4sst, m\u00fcsste eine kommunistische Partei, die diesen Namen verdient, offen erkl\u00e4ren: \u201eDiese Parteien sind Parteien der Konterrevolution, der Herrschaft des Imperialismus \u00fcber Albanien, sind Parteien eines Weges, der zu Not und Elend f\u00fchren wird. Unsere Partei wird diesen Weg nicht gehen. Wenn ihr den kapitalistisch-imperialistischen Weg nicht wollt, dann w\u00e4hlt unsere Partei. Wenn ihr das tut, werden wir an unserem Programm arbeiten, und wir erwarten dann eure Unterst\u00fctzung! Wenn ihr aber den Kapitalismus und die Herrschaft des Imperialismus \u00fcber Albanien wollt, dann steht unsere Partei f\u00fcr eine solche Politik nicht zur Verf\u00fcgung.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">H\u00e4tte die PAA eine solche prinzipielle Haltung eingenommen, dann h\u00e4tte sie den Marxismus nicht verraten, dann h\u00e4tte sie, selbst bei einer Wahlniederlage und dem Verlust der Macht, die Chance gehabt, sp\u00e4ter das Vertrauen der werkt\u00e4tigen Massen wiederzugewinnen, wenn diese ihre leidvollen Erfahrungen erst gemacht h\u00e4tten. Die PAA w\u00e4re eine marxistisch-leninistische Partei geblieben und h\u00e4tte keine schlechten Bedingungen gehabt, sp\u00e4ter wieder um die Macht zu k\u00e4mpfen. Stattdessen hat die PAA erstens selbst ein Programm der Restauration des Kapitalismus sich zu eigen gemacht und gibt dies zweitens als ein \u201esozialistisches\u201c Programm aus. Das zweite ist in jedem Fall Betrug und eine radikale Abkehr vom Marxismus. Das erste (wenn man dabei offen sagt, was man tut) w\u00e4re aus der Perspektive des Marxismus-Leninismus richtig, wenn der Kapitalismus aufgrund des Standes der Produktivkr\u00e4fte objektiv notwendig und fortschrittlich w\u00e4re. Dies ist aber nicht der Fall. Erstens hat die Praxis bewiesen, dass der Sozialismus in Albanien m\u00f6glich ist und riesige Fortschritte gebracht hat. Zweitens ist sicher, dass der Imperialismus &#8211; auch \u00f6konomisch &#8211; einen riesigen R\u00fcckschlag bringen wird. Der Umstand, dass die Masse der Bev\u00f6lkerung dies nicht so sieht, \u00e4ndert nichts an diesen Tatsachen. Marxisten aber m\u00fcssen sich in erster Linie an den Tatsachen orientieren, nicht an der \u00f6ffentlichen Meinung. Vor allem aber stellt sich die Frage, warum sich in der PAA keine Kr\u00e4fte durchsetzen konnten, die eine marxistisch-leninistische Politik einschlugen. Warum Revisionisten wie Alia den Kurs der Partei bestimmen, deren einziges Bestreben erkennbar die Sicherung der Macht und der Privilegien einer bestimmten Schicht ist. Offenbar ist der Gro\u00dfteil der leitenden Funktion\u00e4re dieser Partei nach und nach den Weg der Verspie\u00dferung und schlie\u00dflich der revisionistischen Entartung gegangen, haben den Klassenstandpunkt des Proletariats und den Marxismus-Leninismus zunehmend nur noch im Munde gef\u00fchrt, als Religion behandelt, wobei es v\u00f6llig gleichg\u00fcltig ist, ob und wie lange sie an diese Religion noch geglaubt haben. Ihr Handeln war zunehmend von ihrem eigenen Klasseninteresse, dem einer verspie\u00dfernden, verb\u00fcrokratisierenden Schicht, die sich immer mehr Privilegien sicherte, gepr\u00e4gt. Dem entsprach, dass auf dem anderen Pol der Gesellschaft das Proletariat immer mehr sein Klassenbewusstsein einb\u00fc\u00dfte, weil die PAA zunehmend ihren Charakter als proletarische Vorhutpartei einb\u00fc\u00dfte und die Arbeiter ohne F\u00fchrung lie\u00df.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nach all unseren Erfahrungen kann der Prozess nur so abgelaufen sein, und es gilt, dies so genau wie m\u00f6glich nachzuzeichnen, auch wenn uns viele Fakten fehlen. Doch kommt uns hier unsere Kenntnis der Entwicklung der DDR zugute: Wie schon gesagt, k\u00f6nnen wir hier betr\u00e4chtliche Parallelen feststellen. Und unsere Kenntnisse \u00fcber die Entwicklung in Albanien m\u00fcssten systematisiert werden. Es spricht beispielsweise durchaus B\u00e4nde, wenn vor zwei Jahren Funktion\u00e4re des Jugendverbandes auf die Frage von Genossen unserer Reisegruppe, wie sie denn den b\u00fcrgerlichen Einfluss in der Jugend bek\u00e4mpfen w\u00fcrden, antworteten, einen solchen Einfluss gebe es nicht, die Jugend st\u00fcnde geschlossen hinter der Partei. Wie konnte die Partei solche Funktion\u00e4re hervorbringen? Wie konnte die Partei Verh\u00e4ltnisse zulassen, unter denen es offenbar f\u00fcr Funktion\u00e4re vorteilhaft war, sich so zu verhalten? (Wobei es ganz egal ist, ob diese Funktion\u00e4re das glaubten!) Da muss doch schon ein Klima geherrscht haben, in dem man mehr oder weniger bewusst davon ausging, der Vormarsch der b\u00fcrgerlichen Ideologie sei ohnehin unaufhaltsam, also m\u00fcsse man wenigstens die Fassade aufrechterhalten, damit es keinen Erdrutsch gibt. Das aber bedeutet, dass sich ein gro\u00dfer Teil der Parteikader objektiv nicht mehr von proletarischen Klasseninteressen leiten lie\u00df. Und hier liegt bereits der Keim des Revisionismus in der Partei.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Unsere Haltung zu Albanien in der Vergangenheit <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Im \u201eRoten Morgen\u201c 7 und 8\/1990 begr\u00fc\u00dften wir die sogenannten Reformen in Albanien. Bereits Ende 1989 druckten wir die Rede von Ramiz Alia vom 8. Plenum des ZK der PAA nach und brachten zum Ausdruck, dass wir diese Rede positiv einsch\u00e4tzten. Heute wissen wir, dass die &#8222;Reformen&#8220; den \u00dcbergang zum Revisionismus und Kapitalismus bedeuteten. Somit stellt sich die Frage, wie es dazu kam, dass wir diese \u201eReformen\u201c begr\u00fc\u00dften.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wir haben insbesondere verschiedene Ma\u00dfnahmen der Dezentralisierung von Planungs- und Leitungskompetenzen positiv eingesch\u00e4tzt. Wir nahmen an, dass dies Mittel w\u00e4ren, um die Initiative der Werkt\u00e4tigen zu steigern, die sozialistische Demokratie zu verbessern und mehr mit Leben zu erf\u00fcllen.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die albanischen Stellungnahmen, insbesondere die von Ramiz Alia, versuchten, diese Ma\u00dfnahmen in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. Die wirtschaftlichen Ma\u00dfnahmen waren mit verschiedenen politischen Ma\u00dfnahmen verbunden: So sollten mehr Leiter von Betrieben und Einrichtungen des Staatsapparats gew\u00e4hlt werden, es sollte die Wahl zwischen mehreren Kandidaten m\u00f6glich sein, und es sollte (so die Darstellung Alias) offener diskutiert werden, indem die falsche Vorstellung beseitigt wurde, alle Beschl\u00fcsse m\u00fcssten einstimmig erfolgen. Alia erkl\u00e4rte demagogisch, die Einheit in den Prinzipien werde nicht angetastet, sondern im Gegenteil besser verwirklicht, wenn \u00fcber einzelne Fragen, die die Prinzipien nicht betreffen w\u00fcrden, kontrovers diskutiert und abgestimmt werde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">All dies klang gut, es klang so, als sei dies ein Kampf gegen den B\u00fcrokratismus, gegen den Kommandogeist, der die Massen einem formalen Reglement unterwirft und ihre Initiative hemmt, ein Kampf f\u00fcr die Hebung der Aktivit\u00e4t der Massen beim Aufbau des Sozialismus. Und wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Sozialismus einen solchen Weg gehen muss, wenn er sich behaupten will.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Es gibt sicherlich Situationen, in denen die f\u00fchrende Rolle der Partei in sehr schroffer Form zum Ausdruck kommen muss, in denen man sich bei der Aus\u00fcbung der Diktatur des Proletariats unmittelbar nur auf einen relativ kleinen Teil der Klasse st\u00fctzen kann, in denen die Initiative der breiten Massen relativ wenig entwickelt ist und die Apparate des Staates folglich eine sehr gro\u00dfe Rolle spielen m\u00fcssen. Doch man muss verstehen, dass dies alles andere als ein erw\u00fcnschter Zustand ist, dass es sich hier vielmehr um Kr\u00fccken handelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">So kritisierte Lenin 1920\/21 im Kampf gegen die sogenannte Arbeiteropposition um Bucharin, Schljapnikow und Kollontai sehr scharf die Losung dieser Fraktion, die werkt\u00e4tigen Massen m\u00fcssten sofort die Leitung der gesamten Volkswirtschaft in die Hand nehmen. Er wies nach, dass dies illusorisch war, dass die Bedingungen daf\u00fcr nicht vorhanden waren, sondern erst geschaffen werden mussten. Gleichzeitig aber hielt er entschieden an der Zielvorstellung fest, dass die werkt\u00e4tigen Massen die Leitung der gesamten Volkswirtschaft in die Hand nehmen sollten. Er kritisierte die \u201eArbeiteropposition\u201c gerade deshalb, weil sie die \u201eLeitung der Volkswirtschaft durch die werkt\u00e4tigen Massen selbst\u201c lediglich als Phrase im Munde f\u00fchrte, aber die erforderliche langwierige Arbeit zur Verwirklichung dieses Ziels nicht leisten wollte: \u201eDer Syndikalismus \u00fcbertr\u00e4gt die Leitung der Industriezweige (Haupt- und Zentralverwaltungen) der Masse der parteilosen, nach Produktionsbereichen gegliederten Arbeiter; er hebt dadurch die Notwendigkeit der Partei auf und leistet keine langwierige Arbeit, um die Massen zu erziehen und die Leitung der gesamten Volkswirtschaft tats\u00e4chlich in ihren H\u00e4nden zu konzentrieren.\u201c (Lenin, <em>Die Krise der Partei<\/em>, Werke Band 32, Seite 34)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Mit anderen Worten: Lenin kritisierte die syndikalistische Abweichung gerade deshalb, weil ihre Politik nicht darauf ausgerichtet war, das Ziel zu verwirklichen, das sie lauthals im Munde f\u00fchrte, n\u00e4mlich die Leitung der gesamten Volkswirtschaft in den H\u00e4nden der werkt\u00e4tigen Massen zu konzentrieren.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die liberale, anarchosyndikalistische Abweichung ist lediglich eine Variante des Revisionismus, die die Diktatur des Proletariats zu Fall bringen kann. Die andere Variante besteht darin, das Ziel der Leitung durch die werkt\u00e4tigen Massen mehr oder weniger offen aufzugeben und die Leitung durch Apparate, durch besondere Spezialisten, durch Partei und Staat zu verewigen!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das ist deshalb revisionistisch, weil damit die Orientierung der sozialistischen Gesellschaft auf den Kommunismus beseitigt wird. Eine solche Konzeption mag sehr viel von der f\u00fchrenden Rolle der Partei reden, aber das ist demagogisch, denn wenn das Ziel der Arbeit der Partei nicht mehr darin besteht, die Masse der Arbeiter zur unmittelbaren Leitung zu bef\u00e4higen, dann ist die Partei keine Vorhutpartei der Arbeiterklasse mehr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Eine solche revisionistische Orientierung wird ganz offen zum Programm erhoben, wenn die PAA in ihrem Wahlprogramm erkl\u00e4rt, ihr grundlegendes Ziel sei \u201edie Sorge f\u00fcr den Menschen, seinen Wohlstand, die Schaffung notwendiger Bedingungen, um die materiellen und geistigen Bed\u00fcrfnisse des Volkes zu befriedigen.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Also: Die Partei \u201esorgt f\u00fcr den Menschen\u201c, anstatt die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder anzustreben, anstatt anzustreben, dass die Arbeiter \u2013 und zwar auch die parteilosen Arbeiter \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt ihre Rolle als regierende Klasse real einnehmen. Das l\u00e4uft der Leninschen Forderung diametral entgegen:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Der Kommunismus sagt: Die Avantgarde des Proletariats, die Kommunistische Partei, f\u00fchrt die parteilose Masse der Arbeitenden, indem sie diese Masse, zuerst die Arbeiter und dann auch die Bauern, aufkl\u00e4rt, sie schult, bildet und erzieht (Schule des Kommunismus), damit sie dahin gelangen k\u00f6nnen und wirklich gelangen, die Leitung der gesamten Volkswirtschaft in ihren H\u00e4nden zu konzentrieren. (ebenda)<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Vorstellung von der Partei, die \u201ef\u00fcr die Massen sorgt\u201c, erinnert stattdessen an den Ausspruch des polnischen Revisionisten Gierek: \u201eWir werden gut regieren, und ihr werdet gut arbeiten.\u201c<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Ein solches offenes Zugest\u00e4ndnis der v\u00f6lligen Abkehr vom Kommunismus ist freilich erst der Endpunkt einer l\u00e4ngeren revisionistischen und damit konterrevolution\u00e4ren Entwicklung. Und wir hatten, wie gesagt, die Hoffnung, dass die von Alia verk\u00fcndeten Reformen gerade einer solchen Entwicklung entgegenwirken k\u00f6nnten, indem sie die Selbstt\u00e4tigkeit der Werkt\u00e4tigen forderten. Wir hofften auch, dass die Ausweitung der materiellen Anreize nicht in erster Linie den Individualismus und einen engen \u201eprivaten Horizont\u201c f\u00f6rdern sollte, sondern dass sie darauf berechnet war, die Werkt\u00e4tigen anhand ihrer praktischen Erfahrung f\u00fchlen zu lassen, dass sie selbst ihr Schicksal und ihr Wohlergehen in der Hand hatten, dass diese Ma\u00dfnahmen also organischer Bestandteil einer Gesamtkonzeption waren, die die Initiative der Massen und damit den Keim des Kommunismus in der sozialistischen Gesellschaft f\u00f6rdern sollte. Diese unsere Hoffnungen hatten mit der Realit\u00e4t nichts zu tun, doch aufgrund unserer sehr begrenzten Kenntnisse \u00fcber die Lage in Albanien wussten wir das zu diesem Zeitpunkt nicht. Wir hatten nicht die geringste Vorstellung davon, welches Ausma\u00df die Kluft zwischen Partei und Klasse bereits angenommen hatte, in welch hohem Ma\u00dfe sich eine privilegierte Schicht herangebildet hatte, deren Ziel vor allem die Verteidigung ihrer Macht und ihrer Privilegien war, und dass als logische Folge davon die kommunistische Initiative der Massen fast v\u00f6llig beseitigt war. Unter diesen Umst\u00e4nden aber konnten die Reformen, wie wir heute wissen, nicht auf die Festigung des Sozialismus hinauslaufen, sondern nur auf die offene Konterrevolution. Sie waren Ausdruck der Tatsache, dass die wirtschaftliche Zerr\u00fcttung ein solches Ma\u00df erreicht hatte, dass die herrschende Funktion\u00e4rsschicht nicht mehr mit den alten Methoden herrschen konnte, dass das System eines hochentwickelten, zunehmend b\u00fcrokratischen Zentralismus bei rapide abnehmender Initiative der Massen sich \u00fcberholt hatte. Die Dezentralisierung hatte somit nicht den Inhalt, die lokale Initiative der Massen als gesellschaftliche Initiative zu fordern, sondern das individuelle Denken nur f\u00fcr sich selbst zu st\u00e4rken und die Zersplitterung in konkurrierende Warenproduzenten herbeizuf\u00fchren. Das war diesen Ma\u00dfnahmen selbst nicht anzusehen, sondern man musste die konkreten Klassenverh\u00e4ltnisse kennen, um zu wissen, dass die Ma\u00dfnahmen diesen reaktion\u00e4ren Inhalt hatten und nicht den von uns erhofften positiven. Es ist eben so, dass ein und dieselbe Ma\u00dfnahme unter bestimmten Bedingungen die sozialistische Demokratie, die Initiative der Massen f\u00f6rdern kann, unter anderen Bedingungen aber die Konterrevolution.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wir waren uns im \u00dcbrigen durchaus dessen bewusst, dass die Reformen in Albanien auch Gefahren beinhalten konnten, und haben dies intern auch so diskutiert. Ein zu diesem Zeitpunkt vermeidbarer Fehler bestand lediglich darin, dass wir dies nicht auch \u00f6ffentlich so gesagt haben, dass wir im \u201eRoten Morgen\u201c stattdessen eine Deutungsm\u00f6glichkeit der Reformen unumwunden als Wirklichkeit, als objektive Realit\u00e4t, dargestellt haben.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Weitaus schwerwiegender ist jedoch ein anderer Fehler, der nicht nur unsere Haltung im letzten Jahr oder in den beiden letzten Jahren betrifft, sondern unsere Haltung seit der Gr\u00fcndung unserer Partei. Dieser Fehler besteht darin, dass wir dazu neigten, die Entwicklung eines sozialistischen Landes \u2013 und eben auch des sozialistischen Albanien \u2013 nicht als einen schwierigen, komplexen, widerspr\u00fcchlichen Prozess zu betrachten, dass es folglich eine Tendenz gab, konkrete Erscheinungen in Albanien zu idealisieren, zu verkl\u00e4ren, zu verherrlichen. Gewiss haben wir in allgemeiner Form immer davon gesprochen, dass es im Sozialismus nat\u00fcrlich auch Widerspr\u00fcche, und zwar eben auch antagonistische Widerspr\u00fcche, gibt. Doch konkret haben wir uns oft nicht so verhalten, haben Erscheinungen in Albanien verteidigt, ohne sie zu verstehen, ohne sie aus den Umst\u00e4nden, den objektiven und subjektiven Bedingungen, aus dem Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis der Klassen heraus zu begreifen. Teilweise beruhte dies auf unserem mangelnden theoretischen Verst\u00e4ndnis der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Sozialismus, der \u00dcbergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Kommunismus, und wir unternehmen jetzt Anstrengungen, um die theoretischen L\u00fccken nach und nach zu schlie\u00dfen. Doch dies allein ist noch keine vollst\u00e4ndige Erkl\u00e4rung unserer Fehler in dieser Frage wie auch in anderen Fragen, die die Klassenrealit\u00e4t in unserem eigenen Land betreffen. Denn es stellt sich sofort die Frage, warum wir nicht schon fr\u00fcher Anstrengungen unternommen haben, um diese theoretischen L\u00fccken zu schlie\u00dfen, warum wir diese theoretischen L\u00fccken fr\u00fcher gar nicht als solche erkannt haben? Unserer Meinung nach liegt dem ein mangelndes, fehlerhaftes Verst\u00e4ndnis des Marxismus-Leninismus als der revolution\u00e4ren Weltanschauung und Methode zur Erkenntnis und Umgestaltung der Welt zugrunde. Lenin hob hervor, dass \u201eder Marxismus kein totes Dogma, nicht irgendeine abgeschlossene, fertige, unver\u00e4nderliche Lehre, sondern eine lebendige Anleitung zum Handeln ist\u201c. (Lenin, Werke Band 17, Seite 27)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch wir hatten eine Tendenz, ihn als fertige, abgeschlossene Lehre zu betrachten und zu behandeln, die es nur \u201eanzuwenden\u201c galt. So trennten wir beispielsweise die Begriffe der &#8222;Anwendung&#8220; und der &#8222;Weiterentwicklung&#8220; des Marxismus-Leninismus willk\u00fcrlich und meinten, wir k\u00f6nnten uns damit begn\u00fcgen, ihn \u201eanzuwenden\u201c.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch das Leben wirft st\u00e4ndig neue Probleme auf, und Marxisten-Leninisten haben die Pflicht, den Marxismus-Leninismus in der Analyse dieser Probleme fortzuentwickeln. Dies entspricht genau der Methode von Marx. Lenin hob hervor, \u201edass der Marxismus nichts enth\u00e4lt, was einem &#8218;Sektierertum&#8216; im Sinne irgendeiner abgekapselten, verkn\u00f6cherten Lehre \u00e4hnlich w\u00e4re, die abseits von der Heerstra\u00dfe der Entwicklung der Weltzivilisation entstanden ist. Im Gegenteil: die ganze Genialit\u00e4t Marx&#8216; besteht gerade darin, da\u00df er auf die Fragen Antworten gegeben hat, die das fortschrittliche Denken der Menschheit bereits gestellt hatte.\u201c (Lenin, Werke Band 19, Seite 3)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Stellen sich der Menschheit neue Probleme, so m\u00fcssen Marxisten hierauf neue Antworten geben, und zwar auf der Grundlage und mit Hilfe der bew\u00e4hrten Weltanschauung und Methode des Marxismus-Leninismus. Beispielsweise ist Stalins Schrift \u00fcber die \u00f6konomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR zweifellos eine bedeutende Fortentwicklung der marxistisch-leninistischen Theorie der \u00dcbergangsgesellschaft, doch naturgem\u00e4\u00df konnte sie die Probleme der \u00dcbergangsgesellschaft nicht abschlie\u00dfend kl\u00e4ren. Insbesondere die Erfahrung, die die Menschheit mit dem Revisionismus gemacht hat, wirft eine ganze Reihe von Fragen auf, die sich auch auf den Sozialismus beziehen, aus dem der Revisionismus ja hervorgegangen ist, Fragen, die Stalin naturgem\u00e4\u00df nicht beantworten konnte, die wir aber zu beantworten verpflichtet sind. Kommt man dieser Pflicht jedoch nicht nach, bleibt man mehr oder minder in der Vorstellung befangen, man k\u00f6nne den Marxismus-Leninismus in einer &#8222;fertigen&#8220; Form \u201everteidigen und anwenden\u201c, so f\u00fchrt dies zu einer Verk\u00fcmmerung, Verkn\u00f6cherung und zu einer Stagnation des marxistischen Denkens. Es besteht dann die Gefahr, dass man den Marxismus-Leninismus zu einem Dogmensystem verkommt, in das man die Wirklichkeit gewaltsam hineinpresst.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nat\u00fcrlich haben wir dies nicht ausschlie\u00dflich getan, doch es bestanden Tendenzen in dieser Richtung, und zwar gerade auch in der Betrachtung des sozialistischen Albanien. In der Zeit des Sektierertums waren diese Tendenzen sehr stark und oft genug vorherrschend. Hielt sich beispielsweise eine Reisegruppe der KPD in Albanien auf, so wurde meist alles und jedes, was man erlebte, f\u00fcr richtungsweisend und revolution\u00e4r erkl\u00e4rt und in absoluter Form verteidigt, und es wurde Druck auf diejenigen ausge\u00fcbt, die eine solche metaphysische Betrachtungsweise nicht teilen wollten. Derartige Erscheinungen haben die Rechten und Trotzkisten, die zuvor oft selbst die schlimmsten Sektierer waren, in der Partei sp\u00e4ter genutzt, um das sozialistische Albanien zu verleumden. Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir nach unserem offenen Bruch mit den Koch-Trotzkisten unsere Haltung in solchen Fragen korrigiert, haben dies aber nicht in jeder Hinsicht konsequent getan. Auch in den letzten Jahren kam es vor, dass Erscheinungen in Albanien um jeden Preis verteidigt wurden, ob wir sie begriffen haben oder nicht. Nat\u00fcrlich spielte der antikommunistische ideologische Druck, den der Imperialismus auf uns aus\u00fcbte, dabei eine Rolle und dr\u00e4ngte uns mitunter in eine Verteidigerrolle, ohne dass wir die Dinge, die wir verteidigten, immer durchdacht und begriffen hatten. Doch in eine solche Rolle darf man sich nicht dr\u00e4ngen lassen, denn dann isoliert man sich von fortschrittlichen Menschen, die mit Recht bestimmte Fragen stellen und es sehr wohl sp\u00fcren, wenn wir als Kommunisten solche Fragen nicht ernst nehmen, wenn wir Tatsachen, die nicht in unsere Vorstellung von den Dingen passen, nicht wahrhaben wollen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Letzteres aber sollte einem Marxisten gar nicht unterlaufen: Passen Tatsachen nicht in die Theorie, die man hat, so darf man nicht die Tatsachen leugnen oder zurechtbiegen, sondern man muss seine Theorie \u00fcberpr\u00fcfen. Das bedeutet keineswegs, den Marxismus-Leninismus zu \u201e\u00fcberpr\u00fcfen\u201c und zur Disposition zu stellen. Doch unsere Auffassung, unser Verst\u00e4ndnis des Marxismus-Leninismus kann in diesen oder jenen Fragen sehr wohl unrichtig oder unvollst\u00e4ndig sein und muss dann korrigiert bzw. weiterentwickelt werden. Was unsere Haltung zu Albanien betrifft, so werden wir stets einen entscheidenden und grundlegenden Trennstrich ziehen zwischen dem revolution\u00e4ren, dem sozialistischen Albanien Enver Hoxhas einerseits und dem heutigen revisionistischen Albanien, das in den offenen Kapitalismus \u00fcbergehen wird, andererseits. An dieser Trennungslinie werden wir auch nichts relativieren; es handelt sich um die Trennungslinie zwischen Revolution und Konterrevolution. Gleichzeitig aber werden wir die komplexe und widerspr\u00fcchliche Wirklichkeit der sozialistischen Gesellschaft, darunter eben auch des sozialistischen Albanien, genauer untersuchen. Und zwar gerade auch deshalb, um bessere und genauere Antworten auf die Frage geben zu k\u00f6nnen, wie die revisionistische Entartung verhindert, wie das Voranschreiten der Gesellschaft zum Kommunismus gew\u00e4hrleistet werden kann. Und schlie\u00dflich werden wir uns bem\u00fchen, der Verkn\u00f6cherung, der Stagnation des Denkens auch in anderen Bereichen, in denen dies bei uns aufgetreten ist, entgegenzuwirken. Wir werden uns darum bem\u00fchen, den Marxismus-Leninismus besser als sch\u00f6pferische Weltanschauung und Methode zur Erkenntnis und zur Umgestaltung der Welt zu nutzen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Generalstreik der Arbeiter fegt PAA-Regierung weg<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Alleinregierung der PAA unter Ministerpr\u00e4sident Fatos Nano musste nach nur 26 Tagen Amtszeit zur\u00fccktreten. Dies war durch einen Generalstreik der Arbeiter erzwungen worden. Sie wurde durch eine Regierung unter Beteiligung der b\u00fcrgerlichen Parteien abgel\u00f6st. S\u00e4mtliche Mitglieder der neuen Regierung m\u00fcssen ihre Parteimitgliedschaft f\u00fcr die Dauer ihres Amtes ruhen lassen. Diese Maskerade wurde von den neuen Koalitionspartnern der PAA durchgesetzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die PAA, die auf dem 10. Parteitag in Sozialistische Partei umbenannt wurde, sollte dadurch dazu gen\u00f6tigt werden, in aller Form symbolisch zu erkl\u00e4ren, dass sie sich von jeglichem Gedanken an die f\u00fchrende Rolle einer Partei der Arbeiterklasse und damit von jeglichem Gedanken an den Aufbau des Sozialismus ein f\u00fcr alle Mal verabschiedet hat. Faktisch aber hatte die PAA diesen Abschied schon fr\u00fcher vollzogen. Eine Partei der Arbeiterklasse, die diesen Namen verdient, darf in einem Arbeiterstaat keineswegs darauf hinarbeiten, m\u00f6glichst viele Positionen f\u00fcr sich zu reservieren, sondern ihr Ziel muss es sein, m\u00f6glichst viele, auch parteilose, Arbeiter dazu zu bef\u00e4higen, leitende Positionen in Staat, Wirtschaft und \u00fcberhaupt allen Bereichen der Gesellschaft einzunehmen. Die PAA unter F\u00fchrung Enver Hoxhas hatte diese revolution\u00e4re Orientierung, doch offensichtlich ist diese Orientierung immer schw\u00e4cher geworden und schlie\u00dflich ganz verlorengegangen. Wir werden uns in Zukunft bem\u00fchen, diesen Prozess, seine objektiven und subjektiven Bedingungen, so genau wie m\u00f6glich zu untersuchen. Was aber bereits jetzt klar auf der Hand liegt, was ohne komplizierte Analyse, sozusagen durch blo\u00dfe Beobachtung festgestellt werden kann, ist das Endstadium dieses Prozesses: Die PAA ist objektiv keine Partei der Arbeiterklasse mehr, vertritt objektiv nicht mehr deren Interessen. Das ist jetzt offenkundig, denn wie sonst sollte es zu erkl\u00e4ren sein, dass die PAA zwar 56 % der Stimmen erhielt, aber kaum Stimmen von Arbeitern?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Dass die PAA-Alleinregierung durch einen Generalstreik der Arbeiter hinweggefegt wurde? Wenn wir jedoch feststellen, dass die PAA ihren Charakter als Arbeiterpartei eingeb\u00fc\u00dft hat, so ist dies nicht erst das Ergebnis der kapitalistischen \u201eReformen\u201c, sondern war bereits ihr Ausgangspunkt. Denn eine Gesellschaft, die in relativ hohem Ausma\u00df auf die Triebkr\u00e4fte und Steuerungsmittel des Marktes verzichtet, kann auf Dauer nur existieren, wenn sie Triebkr\u00e4fte entwickelt, die einer h\u00f6heren Ordnung angeh\u00f6ren. Diese Triebkr\u00e4fte liegen in der Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsmitglieder, in der aktiven Teilnahme der Arbeitenden an der Planung, Leitung und Kontrolle der Produktion auf Grundlage ihres eigenen Interesses. Die Entwicklung dieser Selbstt\u00e4tigkeit wird jedoch stets auf Schranken sto\u00dfen, solange noch Klassen existieren, insbesondere solange eine Arbeitsteilung zwischen Kopf- und Handarbeit besteht und Spezialisten f\u00fcr Kopfarbeit sowie leitende T\u00e4tigkeiten existieren. Deshalb kann sich die \u00dcbergangsgesellschaft des Sozialismus nicht allein auf diese Selbstt\u00e4tigkeit st\u00fctzen, sondern ben\u00f6tigt auch die Leitung durch staatliche Apparate und die Kommunistische Partei. Wenn es jedoch dazu kommt, dass Staat und Partei vorwiegend die Interessen der Schicht von Spezialisten vertreten, wird die Spaltung der Gesellschaft in Klassen verfestigt, anstatt auf deren Aufhebung hinzuarbeiten; die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsmitglieder als Triebkraft der Produktion geht nach und nach verloren. Kommt dies einerseits vor und werden andererseits die Triebkr\u00e4fte und Steuerungsmittel des Marktes \u2013 letztlich also der Kapitalismus \u2013 nicht wiederhergestellt, so f\u00fchrt dies auf Dauer zu noch verheerenderen Wirtschaftskrisen als im Kapitalismus: Nicht \u00dcberproduktionskrisen, sondern ein R\u00fcckgang der Produktion aufgrund mangelnden Interesses der Produzenten dr\u00fccken den Konsum der Massen auf ein Minimum. Die Wiederherstellung des Kapitalismus, objektiv ein R\u00fcckschritt, erscheint unter diesen Umst\u00e4nden subjektiv als ein \u201eAusweg\u201c aus der Lage.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Die Wirtschaftsreformen Alia und Carcanis<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Vor einem Jahr noch waren Alia, Carcani und andere revisionistische F\u00fchrer der PAA bestrebt, diesen Weg sozusagen in einer dosierten, gem\u00e4\u00dfigten Form zu beschreiten. So stellte Adil Carcani im Mai 1990 auf der 11. Legislaturperiode der Volksversammlung ein \u00f6konomisches Konzept vor, dessen Grundz\u00fcge man schematisch in etwa wie folgt kennzeichnen kann: Die Kompetenzen der Betriebe und somit faktisch der Betriebsleiter sollten betr\u00e4chtlich ausgeweitet werden; in bestimmten F\u00e4llen (Betriebe, die Massenbedarfsartikel produzieren) sollten die Betriebe \u201eden gesamten Produktionsplan vollkommen selbst festlegen\u201c (Albanien heute 3\/1990, S. 10). In diesen F\u00e4llen war also die zentrale Planung bereits vollst\u00e4ndig beseitigt, in anderen F\u00e4llen \u201elediglich\u201c erheblich eingeschr\u00e4nkt, aber eben nicht vollst\u00e4ndig. Betriebe, die als besonders wichtig eingesch\u00e4tzt wurden, sollten nach wie vor Materialzuteilungen in Naturalien erhalten (S. 10), anstatt sich die erforderlichen Produktionsmittel und Rohstoffe auf dem Markt zu besorgen. Auch bei den anderen Betrieben sollten die Exekutivorgane der \u00f6rtlichen Volksr\u00e4te, also Organe der Staatsmacht, Mitspracherechte bei der Verteilung der Produkte erhalten, die Verteilung sollte also nicht allein dem Markt \u00fcberlassen bleiben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Was war der klassenm\u00e4\u00dfige Inhalt dieser Ma\u00dfnahmen? Da die Parteif\u00fchrung jeden Gedanken an die Hebung der Rolle der Arbeitenden bei der Leitung von Produktion und Verteilung aufgegeben hatte, setzte sie konsequenterweise \u201eauf den Markt\u201c und verlieh daher den Betriebsleitern zunehmend die Rolle von selbstst\u00e4ndigen Warenproduzenten. Sie versuchte jedoch, dabei nicht zu weit zu gehen, die Kompetenzen der staatlichen Organe nicht allzu sehr zu beschneiden, um diese Organe nicht \u00fcberfl\u00fcssig zu machen. Fr\u00fcher hatten diese Organe als Machtorgane des proletarischen Staates die Wirtschaft im Interesse der Arbeitenden geleitet; mit der zunehmenden Abkehr von der Orientierung auf die Heranziehung der Arbeitenden zur Leitungst\u00e4tigkeit, mit der zunehmenden \u00d6ffnung der klassenm\u00e4\u00dfigen Kluft in der Gesellschaft, hatten diese Staatsorgane jedoch zunehmend die Interessen der privilegierten Schicht vertreten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Diese Schicht war freilich nicht einheitlich: Auf der einen Seite gab es die Betriebsleiter, deren Freiheit, als selbstst\u00e4ndige Warenproduzenten zu fungieren, von den staatlichen Organen beschr\u00e4nkt wurde. Auf der anderen Seite gab es die B\u00fcrokraten in den staatlichen Organen, deren T\u00e4tigkeit sich zwar immer weniger an den Interessen der Arbeitenden orientierte, die aber die Aufrechterhaltung der alten sozialistischen Formen zur Verteidigung ihrer Pfr\u00fcnde ben\u00f6tigten und die daher sehr viel weniger als die Betriebsleiter an \u00f6konomischen Reformen im kapitalistischen Sinne interessiert waren. Freilich waren die Widerspr\u00fcche zwischen diesen beiden Teilen der privilegierten Schicht relativ: Sie brauchten sich gegenseitig. Sie mussten sich insbesondere miteinander arrangieren, wenn sie die Herrschaft der bestehenden privilegierten Schicht in der alten politischen Form aufrechterhalten wollten: in der Form einer Ein-Parteien-Regierung der PAA, die vorgab, eine Regierung der Diktatur des Proletariats zu sein. Alia und Carcani waren daher gerade auch als Vertreter des Parteiapparats daran interessiert, die Interessen der beiden Teile der herrschenden Schicht miteinander zu kombinieren und keine Neuerungen in Gang zu setzen, die das System als Ganzes gef\u00e4hrden k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Auf dem 10. Plenum des ZK der PAA im April 1990 erkl\u00e4rte Alia im Zusammenhang mit den Ver\u00e4nderungen im Bereich der Landwirtschaft: \u201eAber wie auch immer entschieden wird, die Parteikomitees, die Exekutivkomitees (der staatlichen Machtorgane, RM) und die Vorst\u00e4nde der landwirtschaftlichen Genossenschaften sollten nicht glauben, sie seien nun von der Arbeit entlastet, \u201abefreit\u2018 von dem Kreuzproblem der Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Viehzuchtprodukten. Nein, ganz im Gegenteil, sie haben nun eine gewaltige Organisations- und Erziehungsarbeit zu leisten, damit die Produktion sowohl f\u00fcr die Bauernschaft wie auch f\u00fcr die Stadt effektiv zunimmt. Den staatlichen Organen erwachsen eine Menge Aufgaben, insbesondere hinsichtlich der Festlegung von Regeln und Normen f\u00fcr den Bauernmarkt und der Verpflichtungen gegen\u00fcber dem Staat.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Im Nachhinein ist es unschwer zu erkennen, dass Alia dem b\u00fcrokratischen Teil der privilegierten Schicht damit zurufen wollte: \u201eSperrt euch nicht gegen die Reformen! Die Partei wird daf\u00fcr sorgen, dass euch nicht alle Kompetenzen weggenommen werden, dass ihr eure gesellschaftliche Stellung im Gro\u00dfen und Ganzen behaltet, wenn auch in ver\u00e4nderter Form.\u201c Dies galt nat\u00fcrlich nicht nur f\u00fcr die Landwirtschaft. Ebenfalls auf dem 10. Plenum sagte Alia: \u201eEinige B\u00fcromenschen, die daran gew\u00f6hnt sind, sich der Rechte anderer zu bedienen und sich mit einsamen Befehlen und Beschl\u00fcssen ihre Autorit\u00e4t zu erhalten, fragen nun: \u201aAber mit was sollen wir uns dann befassen?\u2018 Diese Genossen vergessen, dass die zentralen Organe oder die Exekutivkomitees nicht dazu da sind, Fonds und die materielle Basis aufzuteilen, sondern dazu, sich ernsthaft und kompetent mit der Erarbeitung einer Politik der Entwicklung auf dem betreffenden Gebiet zu befassen, mit Strategien des technischen und technologischen Fortschritts, mit sinnvollen allgemeinen Untersuchungen, die sich auf die Praxis, auf den Kontakt zu ihren Betrieben und Systemen, auf ihre Kontrolle st\u00fctzen. Unter den gegebenen Bedingungen ist es m\u00f6glich, auf wissenschaftlicher Grundlage die Aufgaben und Funktionen in der gesamten Pyramide des Leitungsapparats neu aufzuteilen.\u201c Das war zwar eine deutliche Kritik an den B\u00fcrokraten der Zentralmacht wie auch der \u00f6rtlichen Staatsorgane, die sich den Reformen widersetzten, aber die Kritik war verbunden mit der Hoffnung, dass es gelingen werde, ein revisionistisches Staats- und Wirtschaftssystem zu errichten, in das diese Teile der privilegierten Schicht integriert werden konnten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Carcani behauptete bei seiner Begr\u00fcndung des \u00f6konomischen Reformprogrammes sogar, trotz steigender Kompetenzen der Betriebsleiter werde sich zugleich auch die Bedeutung der Organe der staatlichen Zentralmacht erh\u00f6hen: \u201eInzwischen gewinnen die Pr\u00e4senz, die Kontrolle und die Rolle des Staatshaushaltes, aller Finanzorgane in den Ministerien und in den anderen zentralen Institutionen sowie im Finanzministerium selbst einen qualitativ neuen Inhalt bei der erweiterten Reproduktion der Betriebe auf eigene Rechnung. Sie werden wie bisher auf die Verfolgung und die Kontrolle \u00fcber die Effektivit\u00e4t der Leistung der Ausgaben nicht verzichten, im Gegenteil, ihre Rolle und Verantwortung werden sich erh\u00f6hen. Durch tiefgreifende Studien und Analysen werden sie dabei helfen, die prim\u00e4re Reihenfolge der Entwicklung einzelner Branchen und Sektoren der Wirtschaft zu bestimmen.\u201c (Albanien heute 3\/1990, S.16)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Gewiss: Vom Standpunkt des Marxismus aus ist die Vorstellung absurd, man k\u00f6nne einerseits den Betriebsleitern in relativ hohem Ma\u00dfe die Stellung freier Warenproduzenten einr\u00e4umen, andererseits durch staatliche Reglementierung eine planm\u00e4\u00dfige und proportionale Entwicklung der verschiedenen Zweige der Volkswirtschaft garantieren. Sind \u201ekommunistische\u201c Parteif\u00fchrer aber erst einmal untrennbar mit einer privilegierten Schicht verbunden, die sich anschickt, zur neuen Ausbeuterklasse zu werden, so \u201evergessen\u201c sie ihr marxistisches Wissen rasch, denn ihr Klassenstandpunkt, ihre Klasseninteressen sind dann mit dem Marxismus unvereinbar.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Die Revisionisten treten noch gegen Parteienpluralismus auf <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wie gesagt: Die F\u00fchrer der PAA mussten versuchen, die Interessen beider Teile der privilegierten Schicht zu verteidigen, wenn sie die beherrschende Stellung der PAA erhalten wollten. Und zu diesem Zeitpunkt hofften sie noch, dass dies m\u00f6glich sein w\u00fcrde. Alia selbst erkl\u00e4rte mehrmals, es gebe keine Grundlage f\u00fcr andere Parteien als die PAA, und er betonte dies auch noch in seinem Schlusswort auf dem 11. Plenum am 6. Juli 1990: \u201eNiemand, keine andere Kraft in unserem Land, keine Einmischung von au\u00dfen kann die wahre Demokratie, die Rechte des Volkes, den Fortschritt des Landes gew\u00e4hrleisten und die Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit des Landes verteidigen. Das kann nur die Partei und das um sie vereinte Volk leisten.\u201c Nexhmije Hoxha erkl\u00e4rte im Juni 1990 vor dem Generalrat der Demokratischen Front sogar, andere Parteien seien \u201ek\u00fcnstliche Parteien, die niemanden vertreten\u201c (Albanien heute 3\/90, S. 7). In diesem Zusammenhang lobte sie \u201edie gesunde moralisch-politische Lage und die Sicherheit der inneren Einheit\u201c (ebenda).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Hier zeigt sich sehr drastisch, in welchem Ma\u00dfe die F\u00fchrer der PAA zu diesem Zeitpunkt bereits die Wirklichkeit leugneten und nur noch eine Scheinwelt gelten lie\u00dfen, die ihren subjektiven W\u00fcnschen und Interessen entsprach. Diese W\u00fcnsche und Interessen waren jedoch nicht der Sozialismus oder eine wirkliche Arbeitermacht, sondern die Monopolisierung aller Entscheidungskompetenzen in ihren H\u00e4nden. Die bereits in den letzten beiden Ausgaben von <em>Roter Morgen<\/em> angegriffene typische Phrase der Revisionisten von der \u201eF\u00fcrsorge f\u00fcr die Menschen\u201c findet sich in der Rede von Nexhmije Hoxha vor dem Generalrat der Demokratischen Front sogar in der Form einer Definition des \u201eKerns des Sozialismus\u201c:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eDie F\u00fcrsorge f\u00fcr die Menschen, f\u00fcr ihre Rechte, bildet den Kern des Sozialismus.\u201c (ebenda, S. 6) Statt Selbstt\u00e4tigkeit also F\u00fcrsorge; das war der Wunschtraum, auf ewig in der alten Form weiterherrschen zu k\u00f6nnen. Als \u201eF\u00fcrsorge\u201c erkl\u00e4rte die Macht der Parteif\u00fchrer im Interesse einer privilegierten Schicht statt der Diktatur des Proletariats mit dem Ziel der Aufhebung der Klassen. Sowohl diese revisionistische Auslegung der f\u00fchrenden Rolle der Partei als auch die \u00f6konomischen Reformen mit teilweiser Beseitigung der Planwirtschaft wurden jedoch als marxistisch-leninistisch ausgegeben, und besonders Alia scheute sich nicht, die Reformen als ein Voranschreiten des Sozialismus darzustellen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>\u201eVervollkommnung der Gesellschaft\u201c<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Auf dem 10. Plenum im April 1990 sprach er von der \u201eununterbrochenen Vervollkommnung unserer Gesellschaft\u201c. \u201eDie werkt\u00e4tigen Massen beweisen Kultur, Reife und eine ausgewogene Urteilsf\u00e4higkeit&#8230; Die F\u00e4higkeit der Massen, mit den demokratischen Mitteln, Gesetzen und Institutionen im Dienst des sozialistischen Fortschritts umzugehen, spricht f\u00fcr die Richtigkeit der Parteibeschl\u00fcsse. W\u00e4re es umgekehrt zu Missbrauch gekommen, h\u00e4tten wir Anlass, uns gr\u00fcndlich den Kopf zu zerbrechen.\u201c Die Lage war also angeblich so stabil, dass man dem Kopf eine Ruhepause g\u00f6nnen konnte. Ja, der Sozialismus war Alia zufolge in Albanien zu diesem Zeitpunkt stabiler als je, strotzte geradezu vor Lebenskraft; das Volk hat die Beschl\u00fcsse dieses Plenums (des 9. RM) positiv aufgenommen und sich zu Taten inspirieren lassen, die der ununterbrochenen Vervollkommnung unserer Gesellschaft dienen.\u201c (10. Plenum) \u201eIn den drei Monaten seit dem 9. Plenum hat unser Land eine neue Phase des revolution\u00e4ren Aufbruchs durchgemacht.\u201c (ebenda)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eDer Kampf f\u00fcr die Demokratisierung des Lebens im Land ist ein historischer Prozess, der den Sozialismus bei jedem Schritt begleiten muss. Die aktuellen Ma\u00dfnahmen stellen in Wahrheit einen zweiten Zyklus, eine neue Phase der historischen Periode dar, die an der Schwelle zu den siebziger Jahren eingeleitet wurde, mit den bekannten Reden des Genossen Enver Hoxha und den Beschl\u00fcssen, die die Partei damals zur allgemeinen Revolutionierung ihres eigenen Lebens und des Lebens im ganzen Land fasste.\u201c (ebenda)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eDie Ver\u00e4nderungen auf dem Feld der Produktionsverh\u00e4ltnisse, die von der Partei angeregt wurden und die auf dieser Tagung des Plenums des Zentralkomitees legitimiert werden sollen, stellen einen wertvollen Beitrag zur sozialistischen Wirtschaftswissenschaft dar&#8230; Man kann getrost behaupten, dass die sozialistische Wirtschaftstheorie parallel zum langen Entwicklungsprozess des Sozialismus immer weiter perfektioniert wird.\u201c (ebenda) \u201eUnsere Erfolge auf allen Gebieten sind untrennbar verbunden mit der Rolle der Partei, mit dem Namen Enver Hoxhas&#8230; Deshalb sch\u00e4tzt das Volk die Partei und ist aufs engste mit ihr verbunden, deshalb respektieren Volk und Partei Enver Hoxha und folgen konsequent seinen Lehren.\u201c (ebenda)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Auf dem 9. Plenum im Januar 1990 tat Alia sogar noch so, als ginge es darum, eine wissenschaftliche Analyse zur Erforschung des Revisionismus mit dem Ziel seiner Verhinderung in Albanien zu erstellen: \u201eWir m\u00fcssen jetzt Lehren daraus ziehen, was sich im Osten ereignet hat. Wir m\u00fcssen die Frage stellen und die Antwort suchen, warum der Revisionismus entstanden ist, was seine objektiven und subjektiven Ursachen waren, was seine Vers\u00e4umnisse und \u00dcbereilungen, seine Fehler und Zugest\u00e4ndnisse waren.\u201c (Albanien heute 1\/90, S. 4) In der gleichen Rede erkl\u00e4rte der \u201eanti-revisionistische Analytiker\u201c Alia: \u201eDie Zeit, die heutige Lage dulden keine b\u00fcrokratische Haltung. Ihnen ist ein Ende zu setzen, und je schneller, desto besser. Dies sollten wir, wenn n\u00f6tig, auch unter irgendeinem Opfer tun, denn jede Etappe der Revolutionierung des Lebens der Partei und des Landes muss ihren Stil und ihre Menschen haben.\u201c (ebenda, S. 8) Wir wunderten uns damals, von welchem \u201eOpfer\u201c hier die Rede war. Inzwischen jedoch ist die Sache klar: Die hochzentralisierte Leitung der Wirtschaft, bei mittlerweile fast v\u00f6llig beseitigter Teilnahme der Massen, hatte betr\u00e4chtlichen B\u00fcrokratismus hervorgebracht. Da Alia als Vertreter der herrschenden Schicht sich eine wirkliche Teilnahme der Massen an der Leitung nicht vorstellen konnte und sie nicht wollte, sah er die Notwendigkeit, die zentrale Leitung der Wirtschaft selbst zu \u201eopfern\u201c. Sein Problem ist nur, dass dies mittlerweile weit radikaler geschieht, als er sich dies damals vorstellte. Die Darstellungsweise Alias, die zu den wirklichen Prozessen im Land und in der Partei im krassen Gegensatz stand, war bis Ende 1990 in der Phrase weitgehend \u201eorthodox marxistisch-leninistisch\u201c. Dies war vermutlich noch erforderlich, um die Parteibasis bei der Stange zu halten; der Zersetzungsprozess war wohl noch nicht so weit vorangeschritten, dass die Masse der Parteimitglieder die Orientierung auf eine relativ offene Wiederherstellung des Kapitalismus akzeptiert h\u00e4tte. Diese L\u00fcgen dienten also dem Sturz des Sozialismus, und daher m\u00fcssen Alia, Carcani und Co. als revisionistische Betr\u00fcger angesehen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">In welchem Umfang sie ihren eigenen L\u00fcgen glaubten, ist allein ihr eigenes Problem und f\u00fcr die Werkt\u00e4tigen ohne jede Bedeutung; auch Kohl wird sich sicherlich wohler bei der Vorstellung f\u00fchlen, er bringe den Menschen im Osten Deutschlands das Heil, als bei der (realistischen) Vorstellung, seine Politik ruiniere im Interesse des Kapitals ihre Existenzgrundlage. Und was Alia, Carcani und Co. betrifft, so kam es ihnen schon deshalb zupass, zumindest einen Teil ihrer revisionistischen L\u00fcgen zu glauben, weil eine offene Restauration des Kapitalismus ihren Interessen nicht entsprach; sie wollten ein klassisch revisionistisches Regime, wollten ihre Macht und ihre Privilegien verewigen. Honecker, Mielke und Co. wollten nichts anderes und fanden es offenbar bis zuletzt angenehm, zu glauben, sie w\u00fcrden diese &#8222;hehren Ziele&#8220; &#8222;im Interesse der Werkt\u00e4tigen&#8220; verfolgen und derartige Zust\u00e4nde seien &#8222;sozialistisch&#8220;. Engels beschrieb einen derartigen Bewusstseinsprozess treffend wie folgt:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eDie Ideologie ist ein Prozess, der zwar mit Bewusstsein vom sogenannten Denker vollzogen wird, aber mit einem falschen Bewusstsein. Die eigentlichen Triebkr\u00e4fte, die ihn bewegen, bleiben ihm unbekannt; sonst w\u00e4re es eben kein ideologischer Prozess. Er imaginiert sich (stellt sich vor, RM) also falsche respektive scheinbare Triebkr\u00e4fte. Weil es ein Denkprozess ist, leitet er seinen Inhalt wie seine Form aus dem reinen Denken ab, entweder seinem eigenen oder dem seiner Vorg\u00e4nger. Er arbeitet mit blo\u00dfem Gedankenmaterial, das er unbesehen als durchs Denken erzeugt hinnimmt und sonst nicht weiter auf einen entfernteren, vom Denken unabh\u00e4ngigen Ursprung untersucht, und zwar ist ihm dies selbstverst\u00e4ndlich, da ihm alles Handeln, weil durchs Denken vermittelt, auch in letzter Instanz im Denken begr\u00fcndet erscheint.\u201c (MEW Band 39, S. 97)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Alia, Carcani und Co. m\u00fcssen nicht unbedingt auf der begrifflichen Ebene gewusst haben, welche Klasseninteressen Triebkraft ihres Handelns waren, doch diese Frage spielt f\u00fcr ihre Beurteilung vom Klassenstandpunkt der Arbeiterklasse keine Rolle. Im \u00dcbrigen muss man freilich davon ausgehen, dass sie bei der Darstellung der Lage im Land bewusst gelogen haben, denn sie verf\u00fcgten zweifellos \u00fcber Apparate, die ihnen ein mehr oder minder realistisches Bild vermittelten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wie wir heute beispielsweise wissen, wurden Honecker, Mielke und Co. durch die Stasi \u00fcber die Lage in der DDR, insbesondere \u00fcber die Stimmung in der Bev\u00f6lkerung, bestens und ohne Sch\u00f6nf\u00e4rberei informiert (vgl. z.B. \u201eIch liebe Euch doch alle. Befehle und Lageberichte des MfS.\u201c Basis-Druck Verlagsgesellschaft Berlin, 1990).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">F\u00fcr die offiziell verbreiteten L\u00fcgen findet sich in der Ideologie der herrschenden Revisionisten stets eine Begr\u00fcndung: Diese L\u00fcgen sind &#8222;zweckdienlich&#8220;, dienen der Aufrechterhaltung des Systems, entsprechen der &#8222;revolution\u00e4ren Zweckm\u00e4\u00dfigkeit&#8220;. Ideologie und Zynismus liegen daher in der psychischen Mentalit\u00e4t solcher Revisionisten eng beieinander und bedingen sich gegenseitig. Ein revisionistisches Regime war nicht mehr m\u00f6glich. Wie gesagt: Alia, Carcani und Co. wollten ein revisionistisches Staats- und Gesellschaftssystem, doch die Umst\u00e4nde lie\u00dfen dies nicht zu. Die Bedingungen waren anders als in den verschiedenen L\u00e4ndern des Ostblocks, in denen der Sozialismus bereits sp\u00e4testens Anfang der 60er Jahre endg\u00fcltig beseitigt war und in denen sich ca. 30 Jahre lang eine revisionistische Ordnung halten konnte. Diese L\u00e4nder waren nicht isoliert, und sie hatten weitaus mehr Wirtschaftskraft als das kleine Albanien, das vom Imperialismus erbarmungslos in den W\u00fcrgegriff genommen wurde. Die Imperialisten taten alles, um die wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten Albaniens zus\u00e4tzlich anzuheizen und die PAA in die Knie zu zwingen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die Menschen waren nicht bereit, materielle Entbehrungen zu ertragen, wenn sie sahen, dass diejenigen, die von F\u00fcrsorge sprachen, sich Privilegien sicherten und den staatlichen Unterdr\u00fcckungsapparat zum Schutz dieser Privilegien ausbauten. Alia und Carcani versuchten zwar, der besonders schwierigen Lage Albaniens Rechnung zu tragen, indem sie den Betriebsleitern Mitte 1990 weitaus mehr Rechte zugestehen wollten, als dies z.B. in der revisionistischen DDR der Fall war. Doch all dies half nichts mehr. Die Verh\u00e4ltnisse waren bereits zu zerr\u00fcttet, um ein irgendwie geartetes revisionistisches Regime noch l\u00e4ngere Zeit halten zu k\u00f6nnen; eine Ausbeuterordnung ist in Albanien nur noch in offen kapitalistischer Form m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die F\u00fchrer der PAA stellten sich schlie\u00dflich hierauf ein und versuchten, einen Weg des \u00dcbergangs zum offenen Kapitalismus zu finden, bei dem sie sich einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Teil ihrer Pfr\u00fcnde sichern konnten. Nach den konterrevolution\u00e4ren Ereignissen im Dezember 1990 wurde ein gro\u00dfer Teil derjenigen Parteif\u00fchrer geopfert, die den b\u00fcrokratischen, staatlich-zentralistischen Teil der privilegierten Schicht vertraten, so z.B. der Innenminister Simon Stefani, um die Emp\u00f6rung der Massen \u00fcber Willk\u00fcrma\u00dfnahmen des Staatsapparats zu d\u00e4mpfen. Ferner opferte Alia seinen Wirtschaftsreformer Carcani, der zusammen mit ihm versucht hatte, Ausma\u00df und Tempo der Reformen in Grenzen zu halten. Weiter erkannten Alia und Co., dass ein Einparteien-Regime der PAA nicht mehr zu halten war; dies w\u00fcrden weder die Massen noch der Imperialismus zulassen. Also f\u00fchrte man eine Wahl mit b\u00fcrgerlichen Parteien durch. Die PAA-F\u00fchrung war offenbar durchaus realistisch genug, um ihren \u201eWahlsieg\u201c als Pyrrhussieg einzusch\u00e4tzen: Obwohl sie 2\/3 der Sitze errang, bot sie den b\u00fcrgerlichen Parteien Regierungssessel an. Diese lehnten ab: Sie waren ihrerseits realistisch genug, um zu erkennen, dass sie bessere Voraussetzungen hatten, der PAA ihren Willen aufzuzwingen, wenn die Alleinregierung der PAA erst einmal gescheitert war. Was dann ja auch prompt geschah. Doch worum geht es bei dem Tauziehen zwischen der PAA und den b\u00fcrgerlichen Parteien? Bereits im Juni-RM (S. 10) haben wir hierzu den damaligen Ministerpr\u00e4sidenten Fatos Nano (mittlerweile neuer Chef der ehemaligen PAA) zitiert, der zu den Unterschieden in den \u00f6konomischen Programmen der Parteien bemerkte, \u201edass die einzige Abweichung in der Zeit besteht, die sie f\u00fcr die Umsetzung ihrer Programme und Reformen vorsehen. Wir als Partei der Arbeit sind nicht f\u00fcr \u00fcbereilte Abenteuer. Wir ziehen in Betracht, dass wir den Arbeitern unter allen Umst\u00e4nden neue Jobs anbieten m\u00fcssen, bevor ein unrentables Unternehmen schlie\u00dft.\u201c (ATA 3.-6. April 1991 S. 16)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das ist bereits etwas grundlegend anderes als das Wirtschaftsprogramm der Regierung Carcani, die einen klassischen Revisionismus (mit allerdings etwas schw\u00e4cherem Zentralismus und etwas gr\u00f6\u00dferer Eigenst\u00e4ndigkeit der Betriebsleiter als beispielsweise in der DDR) angepeilt hatte: Das ist offener Kapitalismus, denn genau diesen wollen die b\u00fcrgerlichen Parteien, und seit der Regierung Nano eben auch die PAA.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Laut ihrem Wahlprogramm strebt die PAA es an, \u201edas System der zentralen F\u00fchrung und Verwaltung durch die Mechanismen der Marktwirtschaft zu ersetzen\u201c (Wahlprogramm der PAA nach ATA 1. 1. 1991). Und da der Kapitalismus ohne Herrschaft der Imperialisten \u00fcber Albanien nicht zu haben ist, akzeptiert die PAA in \u00dcbereinstimmung mit den b\u00fcrgerlichen Parteien auch diese Herrschaft: Nicht nur die b\u00fcrgerlichen Parteien, sondern auch die PAA strebt \u201edie volle Integration in Europa\u201c (Zeri i Popullit nach ATA 23.1.1991), die Abschaffung des Au\u00dfenhandelsmonopols, die freie Konvertierbarkeit des Lek an.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Unterschiede bestehen wie gesagt nur im Tempo. Wobei es im \u00dcbrigen reine Demagogie ist, wenn die PAA wie auch die b\u00fcrgerlichen Parteien die Abschaffung des Au\u00dfenhandelsmonopols planen bzw. fordern: Dieses ist seit den Reformen Carcani Mitte 1990 abgeschafft! Denn diese Reformen gestanden dem Einzelbetrieb &#8222;Rechte&#8220; auf dem Gebiet &#8222;des Exports und des Imports&#8220; zu (Albanien heute 3\/1990, S. 10).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Bestehen aber solche Rechte, so ist das Monopol des Staates, also der staatlichen Zentralstelle bez\u00fcglich des Au\u00dfenhandels bereits durchbrochen. Sprechen die PAA und die b\u00fcrgerlichen Parteien dennoch von \u201eAbschaffung des Au\u00dfenhandelsmonopols\u201c, so meinen sie viel weitergehende Reformen, n\u00e4mlich die Beseitigung jeglicher staatlicher Beschr\u00e4nkung des Rechts der Betriebe, nach Gutd\u00fcnken Au\u00dfenhandel zu betreiben. Das Programm Carcani mit seinen staatlichen Einschr\u00e4nkungen des freien Flusses von Waren, Kapital und Arbeitskraft ist l\u00e4ngst Schnee von gestern.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Der 10. Parteitag <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Folglich bezogen Alia und Carcani auf dem Parteitag kr\u00e4ftige Pr\u00fcgel. (Die hier verarbeiteten Informationen bez\u00fcglich des Parteitags haben wir der b\u00fcrgerlichen Presse entnommen; die Meldungen der albanischen Nachrichtenagentur ATA werden uns seit einigen Monaten nicht mehr zugeschickt.) Gleich in der Er\u00f6ffnungsrede griff Gjoni, zu diesem Zeitpunkt 1. Sekret\u00e4r der PAA, Ramiz Alia an und erkl\u00e4rte, dieser habe den Reformprozess zu sp\u00e4t eingeleitet, da er sich gegen\u00fcber einer \u201ealternden und unf\u00e4higen\u201c Elite, die nicht auf ihre Privilegien verzichten wolle, zu nachgiebig gezeigt habe. (Frankfurter Rundschau, 11.6.91)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Selbstverst\u00e4ndlich sind hier nicht die Betriebsleiter gemeint, sondern jener Teil der privilegierten Schicht, der die staatlichen Organe besetzt hatte und dessen weitere Existenz nur in einem revisionistischen Regime m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Gjoni griff sodann Carcani sowie die ehemaligen Innenminister Simon Stefan und Hekuran Hisai an. Auch hier ist die Logik klar: Carcani als Urheber der revisionistischen Wirtschaftsreformen, die jetzt bereits \u00fcberholt sind, und die beiden ehemaligen Innenminister als Exponenten des b\u00fcrokratischen, staatlichen Teils der privilegierten Schicht. Tats\u00e4chlich sollen sieben von elf Politb\u00fcromitgliedern aus der Partei ausgeschlossen worden sein. (FR 12.6.91)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Alia durfte seinen Sitz im Politb\u00fcro behalten, \u201evermutlich deshalb, weil er offene Selbstkritik \u00fcbte und die Mittelm\u00e4\u00dfigkeit sowie Unf\u00e4higkeit der Parteif\u00fchrung bedauerte\u201c (FR 12.6.91).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Eine \u201eSelbstkritik\u201c von bemerkenswerter \u201eanalytischer Kraft\u201c, \u00fcber die der Parteitag anscheinend h\u00f6chst gl\u00fccklich war!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Aber was h\u00e4tte Alia sonst auch sagen k\u00f6nnen? Etwa: \u201eIch war wendig genug, mit orthodoxen Phrasen den \u00dcbergang in ein klassisch revisionistisches Regime zu versuchen. Ich habe erkannt, dass das nicht funktioniert. Deshalb bin ich damit einverstanden, den offenen Kapitalismus einzuf\u00fchren und die PAA, jetzt \u201aSozialistische Partei\u2018, in eine sozialdemokratische Partei zu verwandeln.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nein, das konnte er sicher nicht sagen. Es w\u00e4re zwar die Wahrheit gewesen, h\u00e4tte ihm aber gewiss keinen Politb\u00fcrosessel verschafft, denn die Wahrheit ist nicht immer erw\u00fcnscht. Wobei man der nunmehr zur SPA gewandelten PAA immerhin zugutehalten muss, dass sie ihren Sozialdemokratismus ehrlich zugibt; hat sie doch die Aufnahme in die Sozialistische Internationale beantragt. Alia und Co. sind also jetzt Genossen von Brandt, Lafontaine und Edzard Reuter. Wir m\u00fcssen widerrufen, was noch in der \u00dcberschrift dieser Artikelserie steht, dass Alia und Co. n\u00e4mlich Revisionisten seien. Sie sind es bereits nicht mehr. Sie sind Sozialdemokraten. Der Verfallsprozess dieser Leute hat ein derart schwindelerregendes Tempo angenommen, dass sie es sogar geschafft haben, Gorbatschow zu \u00fcberholen. Auf dem Parteitag kam es zu einem Zwischenfall, als eine Resolution vorgelegt wurde, die Enver Hoxha angriff. Einige Delegierte sollen das Podium gest\u00fcrmt haben, es soll zu Rufen \u201ePartei, Enver, immer bereit\u201c gekommen sein. (FR 13.6. bzw. 11.6.) Wir wissen nicht, welche Kr\u00e4fte hinter diesen Ereignissen stehen. Wir wissen, dass trotz des starken antikommunistischen Klimas im Land Enver Hoxha bei vielen Besch\u00e4ftigten noch eine hohe Achtung genie\u00dft. Gleichzeitig besteht jedoch die M\u00f6glichkeit, dass der b\u00fcrokratische, vor allem auf den Staatsapparat gest\u00fctzte Teil der privilegierten Schicht, dessen Felle nun in rasendem Tempo davonschwimmen, versucht, solche ehrlichen Stimmungen und Gef\u00fchle f\u00fcr seine Zwecke zu nutzen. Derartige Elemente haben bereits nach Envers Tod einen Personenkult um ihn betrieben, beispielsweise das Enver-Hoxha-Museum im Stile einer Kathedrale ausgebaut, um selbst von dem \u201eGlanz\u201c zu profitieren, Envers revolution\u00e4re Politik aber faktisch im Mausoleum einzumauern. Wer heute in Albanien Envers Werk fortsetzen will, der muss vor allem den widerw\u00e4rtigen Verfallsprozess der PAA bzw. SPA offen brandmarken, der muss eine radikale Neuorientierung auf die Arbeiterklasse vornehmen, mit alten B\u00fcrokraten und neuen Kapitalisten radikal brechen, sie und das Vordringen des Imperialismus energisch bek\u00e4mpfen. Jegliche \u201eEnver-Nostalgie\u201c, die nicht mit einer solchen Politik verbunden ist, ist der revolution\u00e4ren Politik Enver Hoxhas geradezu entgegengesetzt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Bleibt die Frage, welche besonderen Interessen die SPA eigentlich vertritt, wodurch sie sich von den offen b\u00fcrgerlichen Parteien unterscheidet. Zun\u00e4chst einmal: Hier ist nach wie vor richtig, was Fatos Nano gesagt hat: Sie unterscheidet sich von den anderen Parteien im Tempo, mit dem der offene Kapitalismus angestrebt wird. Das hat allerdings weniger mit F\u00fcrsorge f\u00fcr die Arbeiter zu tun, die angeblich ihre Jobs nicht ersatzlos verlieren sollen, wie Nano demagogisch sagte, und die Arbeiter haben mit ihrem Generalstreik auch deutlich gezeigt, was sie von der \u201eF\u00fcrsorge\u201c eines Fatos Nano halten. Doch welchen Inhalt hat dieser Streit ums Tempo? Nun, je langsamer der Prozess verl\u00e4uft, desto mehr Zeit haben die Angeh\u00f6rigen der alten herrschenden Schicht (genauer: des Teils, den man mit dem Schlagwort \u201eBetriebsleiter\u201c kennzeichnen kann), die Posten im Kapitalismus f\u00fcr sich zu reservieren, anstatt sie an die Vertreter der neuen Parteien abzugeben. Wobei das Ganze nur ein Familienstreit ist, der die Besch\u00e4ftigten nicht ber\u00fchrt, denn die f\u00fchrenden Vertreter der neuen Parteien sind in aller Regel Dissidenten der PAA, also Leute, deren pers\u00f6nlicher Verfallsprozess noch etwas schneller verlaufen ist als der Verfallsprozess der PAA.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Der Streit ums Tempo bei der Einf\u00fchrung des offenen Kapitalismus ist im \u00dcbrigen keineswegs etwas Neues. Einen entsprechenden Streit gab es in der Sowjetunion, wo Leute wie Schatalin aufs Tempo dr\u00e4ngten und Leute wie Ryschkow als Bremser fungierten (vgl. RM 1\/91 S. 13 \u201eRusslandhilfe f\u00fcr die Mafia\u201c).<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Revisionistische Entartung \u2013 Kein Betriebsunfall der Geschichte <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">So bitter die Niederlage des Sozialismus in Albanien auch ist: Sie liefert lehrreiches Material f\u00fcr das Studium der Bewegungsgesetze des Sozialismus. Sozusagen im Zeitraffer ereigneten sich in Albanien die gleichen Dinge, die in den \u00fcbrigen ehemals sozialistischen L\u00e4ndern geschahen; die Sowjetunion ben\u00f6tigte hierf\u00fcr fast vier Jahrzehnten, und der Prozess, der zur offenen Restauration des Kapitalismus f\u00fchrt, ist dort immer noch nicht vollst\u00e4ndig abgeschlossen. Diese Wiederholung widerlegt alle subjektivistischen Betrachtungen, denen zufolge der Revisionismus ein zwar tragischer, aber mehr oder minder zuf\u00e4lliger Betriebsunfall der Geschichte ist, verursacht vor allem dadurch, dass einige Revisionisten finstere Verschw\u00f6rungen ausbr\u00fcten, wie sie den Sozialismus beseitigen k\u00f6nnen. Gewiss, es liegt uns v\u00f6llig fern, den subjektiven Verrat der Revisionisten irgendwie zu relativieren; ganz im Gegenteil halten wir es f\u00fcr erforderlich, sie schonungslos als Feinde der kommunistischen und Arbeiterbewegung zu brandmarken. Gleichzeitig gilt aber in Bezug auf die Revisionisten das Gleiche, was Marx in Bezug auf die Kapitalisten und Grundbesitzer schrieb: \u201eDie Gestalten von Kapitalisten und Grundeigent\u00fcmer zeichne ich keineswegs in rosigem Licht. Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit sie die Personifikation \u00f6konomischer Kategorien sind, Tr\u00e4ger von bestimmten Klassenverh\u00e4ltnissen und Interessen. Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der \u00f6konomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozess auffasst, den einzelnen verantwortlich machen f\u00fcr Verh\u00e4ltnisse, deren Gesch\u00f6pf er sozial bleibt, so sehr er sich auch subjektiv \u00fcber sie erheben mag.\u201c (MEW, 23,8.16)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Der Revisionismus ist subjektiver Ausdruck einer objektiven Entwicklungsrichtung der sozialistischen Gesellschaft, die nicht auf die allm\u00e4hliche Aufhebung, sondern auf die Verfestigung und Aufbl\u00e4hung der Klassenunterschiede gerichtet ist. Eine solche Fehlentwicklung hat objektive und subjektive Ursachen. Die objektiven Faktoren haben vor allem damit zu tun, dass dem Tempo, in dem die Aufhebung der Klassen erfolgen kann, objektive Schranken gesetzt sind. Die Unterschiede zwischen Arbeitern und Bauern, die Unterschiede zwischen Arbeitern und Bauern einerseits und den Spezialisten f\u00fcr Kopfarbeit, insbesondere f\u00fcr leitende T\u00e4tigkeiten, andererseits, k\u00f6nnen nicht sofort aufgehoben werden. All dies macht zum einen den Staat erforderlich, zum anderen die f\u00fchrende Rolle der Partei der Arbeiterklasse. Doch diese f\u00fchrende Rolle muss strategisch gerade darauf gerichtet sein, die Orientierung auf die Aufhebung der Klassen und des Staates und somit auch auf die Selbstaufhebung der Partei zu wahren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wird die Orientierung auf die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder durch die Orientierung auf die \u201eF\u00fcrsorge f\u00fcr die Massen\u201c durch eine Partei, die \u201eimmer recht hat\u201c, die \u201eSonne und Wind gibt\u201c, ersetzt, so kann es nicht ausbleiben, dass eine solche Partei zunehmend die Interessen der Spezialisten f\u00fcr leitende T\u00e4tigkeiten vertritt, dass die Existenz derartiger Spezialisten nicht mehr als eine zeitweilige Notwendigkeit begriffen wird, sondern dass sie beginnen, sich als Herren der Gesellschaft zu f\u00fchlen, als herrschende Schicht zu konstituieren.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Marx: \u201eDie materialistische Lehre (gemeint ist der mechanische, also der vormarxische Materialismus, RM) von der Ver\u00e4nderung der Umst\u00e4nde und der Erziehung vergisst, dass die Umst\u00e4nde von den Menschen ver\u00e4ndert und der Erzieher selbst erzogen werden muss. Sie muss daher die Gesellschaft in zwei Teile \u2013 von denen der eine \u00fcber ihr erhaben ist \u2013 sondieren.\u201c (MEW 3, S. 5 f.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Die verspie\u00dfernden Funktion\u00e4re der faulenden sozialistischen Gesellschaften glaubten gerade, sie seien &#8222;\u00fcber der Gesellschaft erhaben&#8220;, sie w\u00fcrden die Umst\u00e4nde \u00e4ndern und damit die Menschen erziehen. In Wirklichkeit hatten die Muttermale der alten Gesellschaft, die im Sozialismus vorhanden sind, diese Funktion\u00e4re l\u00e4ngst eingeholt und im b\u00fcrgerlichen Sinne erzogen. Bei alledem darf freilich nicht \u00fcbersehen werden, dass ein sehr straffer Zentralismus, die Konzentration aller wichtigen Entscheidungen in sehr wenigen H\u00e4nden, in der Anfangsphase des Sozialismus unumg\u00e4nglich ist. Diese Anfangsphase kann relativ lange dauern, wenn die Arbeitermacht in einem r\u00fcckst\u00e4ndigen Land gesiegt hat. In der Sowjetunion unter Stalin und im Albanien unter Enver Hoxha war es sicherlich so, dass alle wichtigen Entscheidungen letztlich im Politb\u00fcro der Kommunistischen Partei gef\u00e4llt worden sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Da diese Konzentration der Entscheidungskompetenzen dem \u00f6konomischen und kulturellen Entwicklungsstand der Gesellschaft entsprach, war sie fortschrittlich und schloss keineswegs eine breite, sch\u00f6pferische Initiative der Werkt\u00e4tigen aus. Im Gegenteil: Diese Initiative war vorhanden. Das muss man all denen entgegenhalten, die immer wieder vor sich hinbrabbeln, hier habe es sich um &#8222;Ein-Mann-Diktaturen&#8220; gehandelt, die den Rest der Gesellschaft geknebelt h\u00e4tten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wie w\u00e4re ohne sch\u00f6pferische Initiative der Massen die Industrialisierung der Sowjetunion in einer Zeitspanne m\u00f6glich gewesen, f\u00fcr die die Geschichte kein Beispiel kennt? Wie w\u00e4re es m\u00f6glich gewesen, dass w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges die Versorgungslage besser war als heute, unter Gorbatschow? In Albanien gab es zur Zeit der Befreiung weder Fabriken noch Eisenbahnen, noch Elektrizit\u00e4t, noch Infrastruktur, noch Universit\u00e4ten, daf\u00fcr Blutrache und den Schleier, riesige Sumpfgebiete und Malaria. Hat eine &#8222;Ein-Mann-Diktatur&#8220; Enver Hoxhas all das geleistet, was es in Albanien heute gibt, ohne sch\u00f6pferische Initiative der Werkt\u00e4tigen? L\u00e4cherlich!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch die Leitungs- und Regierungsformen eines sozialistischen Landes k\u00f6nnen nicht auf alle Zeit unver\u00e4ndert sein. Mit der \u00f6konomischen und kulturellen Entwicklung der Gesellschaft entsteht die M\u00f6glichkeit und gleichzeitig die Notwendigkeit, immer breitere Teile der Gesellschaft an Entscheidungsprozessen wirklich zu beteiligen. Und zwar nicht nur an Entscheidungsprozessen bez\u00fcglich der Planung und Leitung der Produktion des eigenen Betriebs, sondern bez\u00fcglich aller gesellschaftlicher Fragen. Dies bedeutet keineswegs die Aufhebung der f\u00fchrenden Rolle der Partei, denn daf\u00fcr werden erst im Kommunismus die Voraussetzungen bestehen. Es bedeutet aber, dass diese f\u00fchrende Rolle qualitativ h\u00f6here Formen annimmt. Die Politik der Partei muss zunehmend darauf ausgerichtet sein, dass immer mehr Werkt\u00e4tige aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen das Notwendige erkennen und umsetzen, in Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen, die sie als gesellschaftliche Interessen begreifen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Bleibt eine solche Entwicklung aus, so nehmen die gleichen Leitungs- und Regierungsformen, die einmal notwendig und fortschrittlich waren, nach und nach reaktion\u00e4ren Charakter an. Die Menschen gew\u00f6hnen sich an die Vorstellung, dass die Funktion\u00e4re befehlen und die Massen ausf\u00fchren. Dies f\u00f6rdert bei den Funktion\u00e4ren Kommandoall\u00fcren, D\u00fcnkel, das Gef\u00fchl, allm\u00e4chtig zu sein, Genu\u00dfsucht. Bei den Massen geht nach und nach jede kommunistische Initiative verloren; man wartet auf die Befehle von &#8222;denen da oben&#8220;. Es kommt in allen gesellschaftlichen Bereichen zur Stagnation.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Das Sinken der Produktivit\u00e4t zwingt die herrschende Schicht, nach einem Ausweg zu suchen. Da die kommunistische Perspektive verstellt ist, bleibt als &#8222;Rettung&#8220; der Ausbau von Warenkategorien; die private, auf individuellen Gewinn ausgerichtete Initiative soll die verlorengegangene gesellschaftliche Initiative &#8222;ersetzen&#8220;. Dieser Prozess f\u00fchrt zur Restauration des Kapitalismus: langsam und gem\u00e4chlich, wie in der Sowjetunion, oder erdrutschartig, wie jetzt in Albanien. Vor einiger Zeit haben wir begonnen, uns mit all diesen Problemen n\u00e4her zu befassen. Wir werden diese Untersuchungen weiterf\u00fchren, denn aus dem Sieg des Revisionismus und schlie\u00dflich des Kapitalismus m\u00fcssen unbedingt Lehren gezogen werden, wie solche Entwicklungen in Zukunft vermieden werden k\u00f6nnen. Dabei sind sowohl die objektiven als auch die subjektiven Faktoren von Bedeutung, unter letzteren gerade auch die Fehler der Kommunistischen Parteien, die eine konterrevolution\u00e4re Entwicklung beg\u00fcnstigt haben. Wir tun dies nicht mit einer besserwisserischen Pose, dass &#8222;wir alles richtig gemacht h\u00e4tten&#8220;. Es geht um etwas anderes: Die geschichtliche Periode, die mit der Oktoberrevolution begann und die jetzt endg\u00fcltig beendet ist, war der erste weltweite Ansturm auf den Kapitalismus.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Ein zweiter Ansturm wird folgen<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Manche Einseitigkeiten, M\u00e4ngel und Fehler, die beim ersten Ansturm mangels geschichtlicher Erfahrungen vielleicht unvermeidlich waren, k\u00f6nnen beim zweiten Ansturm vermieden werden, wenn man die Erfahrungen nur auswertet. Ein Fehler war es wohl, den Sozialismus zu statisch zu betrachten, nicht zu sehen, dass er sich notwendig entwickeln muss: wenn nicht in fortschrittlicher Richtung, dann in reaktion\u00e4rer.<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Enver Hoxha sagte beispielsweise 1978 in seiner Rede &#8222;Die proletarische Demokratie &#8211; wahre Demokratie&#8220; \u00fcber den Unterschied zwischen den kapitalistisch-revisionistischen Staaten und dem sozialistischen Albanien:<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eWorin liegt dieser Unterschied? In erster Linie in der wirtschaftlichen Basis, in der Struktur der Gesellschaft und im \u00dcberbau, der diese Basis widerspiegelt. In den kapitalistischen und revisionistischen Gesellschaftsordnungen stehen sich Basis und \u00dcberbau antagonistisch gegen\u00fcber, w\u00e4hrend sie in unserer sozialistischen Gesellschaft ohne jeden Klassenantagonismus sind und diesbez\u00fcglich fortw\u00e4hrend vervollkommnet werden.\u201c (Abdruck in &#8222;Weg der Partei&#8220; 5\/78, S. 3f.)<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">\u201eOhne jeden Klassenantagonismus\u201c: Das war eine \u00dcbersch\u00e4tzung der Einheit und Geschlossenheit der sozialistischen Gesellschaft. Wie sich gezeigt hat, bestanden betr\u00e4chtliche Widerspr\u00fcche sowohl in der \u00f6konomischen Basis als auch im \u00dcberbau, und zwar auch Widerspr\u00fcche antagonistischer Art. Die tiefe Kluft in der Gesellschaft, die sich heute auftut, kann nicht von heute auf morgen entstanden sein. Eine solche Orientierung, wie sie Enver Hoxha hier vornahm, verbaute aber den Blick auf die realen Widerspr\u00fcche. Sie ist eine Erkl\u00e4rung z.B. f\u00fcr das Verhalten von Jugendfunktion\u00e4ren, die noch vor zwei Jahren einen b\u00fcrgerlichen Einfluss auf die Jugend vollst\u00e4ndig in Abrede stellten (vgl. Juni-RM). Und Enver Hoxha sagte in der gleichen Rede: \u201eBei uns existiert in den geeignetsten und demokratischsten Formen vollst\u00e4ndige Freiheit f\u00fcr die werkt\u00e4tigen Massen&#8230; Nicht nur in den Staatsorganen, sondern auch in den Versammlungen der Werkt\u00e4tigen finden, wenn \u00fcber einen Plan oder ein Gesetz diskutiert wird, viele Diskussionen statt, die durch eine gro\u00dfe Volksaussprache gekennzeichnet sind, welche alles Vorauszusehende und Nichtvorauszusehende in Erw\u00e4gung ziehen, um die geeignetste L\u00f6sung daf\u00fcr zu finden.\u201c (ebenda, S. 6)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Wie schon gesagt: Eine solche sch\u00f6pferische Initiative der Massen hat es gegeben, daran besteht f\u00fcr uns kein Zweifel. Doch warum sind solche Superlative und \u00dcbertreibungen erforderlich, die ein Klima schaffen m\u00fcssen, dass alles so gut ist, dass es gar nicht mehr verbesserungsf\u00e4hig w\u00e4re? \u201eVollst\u00e4ndige Freiheit f\u00fcr die Werkt\u00e4tigen\u201c \u2013 als w\u00e4re das in einer Klassengesellschaft m\u00f6glich; es herrschen die \u201egeeignetsten\u201c und \u201edemokratischsten\u201c Formen; sogar das \u201eNichtvorauszusehende\u201c wird in Erw\u00e4gung gezogen. All dies verstellt doch den Blick auf die Notwendigkeit von Ver\u00e4nderungen!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Elf Jahre sp\u00e4ter konnte sich ein Ramiz Alia hinstellen und demagogisch erkl\u00e4ren: \u201eDas innere Leben der Partei, der k\u00e4mpferische Geist und die Debatte werden nicht nur durch Intervention von oben, sondern auch durch die Vermischung des Begriffs der Einheit mit dem der Einstimmigkeit zum Erblassen gebracht. Nicht wenige Genossen meinen f\u00e4lschlicherweise, dass es die Einheit verletze, wenn \u00fcber einen Kommunisten oder Kader, \u00fcber ein Problem oder eine Haltung nicht einstimmig abgestimmt werde.\u201c (Abdruck Verlag RM 1989, S. 23)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Der Mann mag zwar bereit sein, schamlos zu l\u00fcgen, doch er ist sicherlich nicht so dumm, Erscheinungen, die jeder kennt, anders zu beschreiben, als sie sind. Im Gegenteil: Revisionisten wie Alia greifen reale Probleme auf, um sie in konterrevolution\u00e4rer Weise zu \u201el\u00f6sen\u201c. Wie er diese Probleme \u201egel\u00f6st\u201c hat, ist bekannt. Aber sie waren vorhanden und h\u00e4tten einer sozialistischen L\u00f6sung bedurft. Und wenn die Lage in der Partei schon so war, dass jedes nicht einstimmige Verhalten als Verletzung der Einheit und damit als tendenziell feindlich angesehen wurde, dann kann man sich vorstellen, wie die Lage in der Gesellschaft insgesamt war!<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">1978, zum Zeitpunkt von Envers oben anger\u00fchrten Zitaten, war die Lage sicherlich noch nicht so gewesen, doch Envers Darstellung, es bestehe eine \u201evollst\u00e4ndige\u201c und somit nicht mehr verbesserungsf\u00e4hige Freiheit f\u00fcr die Werkt\u00e4tigen, war sicherlich nicht geeignet, einer solchen negativen Entwicklung entgegenzutreten. Dies ist nur ein Aspekt, den wir herausgreifen, um zu verdeutlichen, dass die Entwicklung in Albanien wie auch in den anderen ehemals sozialistischen und sp\u00e4ter revisionistischen L\u00e4ndern m\u00f6glichst genau untersucht werden muss. Wir werden dabei zwischen Fehlern von Marxisten-Leninisten und konterrevolution\u00e4ren Handlungen der Revisionisten stets die Klassenlinie ziehen. Enver Hoxha h\u00e4tte, als der gro\u00dfe Marxist-Leninist, der er war, die negativen Entwicklungen entweder rechtzeitig erkannt, um die Entartung von Partei, Staat und Gesellschaft zu verhindern, oder er h\u00e4tte sich den Revisionisten offen entgegengestellt, h\u00e4tte direkt an die wirklichen Kommunisten und die Werkt\u00e4tigen appelliert, und sei es um den Preis, die Macht zu verlieren und erneut um die Macht k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Den Alia und Co. war dieser Weg nicht m\u00f6glich, da sie untrennbar mit der privilegierten Schicht verbunden waren und sind, deren Klasseninteressen sie vertraten. Daher hatten sie keinen anderen Weg, als sich gegen die Arbeiterklasse, gegen den Sozialismus, gegen den Marxismus-Leninismus zu stellen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><strong>Unterschiede zwischen den sowjetischen und albanischen Revisionisten<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Zwischen der revisionistischen Entwicklung in der Sowjetunion und in Albanien besteht nicht nur im Tempo, sondern in gewisser Hinsicht auch im Inhalt ein bestimmter Unterschied. Dieser Unterschied scheint uns, kurz gesagt, in folgendem zu bestehen: Der Machtantritt der sowjetischen Revisionisten, der rasch nach Stalins Tod erfolgte, geschah nicht unmittelbar als Folge eines auf die gesamte Gesellschaft wirkenden Drucks, jedenfalls nicht in erster Linie. Er war in erster Linie die Emanzipation der privilegierten Schicht zur herrschenden Klasse. Schon am Tag nach Stalins Tod schlossen sich das ZK, der Ministerrat und das Pr\u00e4sidium des Obersten Sowjets im Kreml ein und verteilten die Posten neu. (Enver Hoxha, Die Chruschtschowianer, Tirana 1980, S. 14) Offenbar hatten viele auf diesen Tag gewartet, und die entsprechenden Pl\u00e4ne lagen schon bereit (vgl. ebenda, S. 15). Die revisionistischen F\u00fchrer hatten sicherlich schon zu Lebzeiten Stalins betr\u00e4chtliche Privilegien, doch andererseits standen sie unter einem Druck, den Chruschtschow einmal so beschrieb: Wenn man zu Stalin gerufen worden sei, habe man nie gewusst, ob es zum Mittagessen gehe oder ins Gef\u00e4ngnis. Denn Stalin war tats\u00e4chlich bereit, gegen solche Arbeiterfeinde wie Chruschtschow mit allen Mitteln vorzugehen, wenn er hinter ihren heuchlerischen Beteuerungen von &#8222;Treue zur Partei&#8220; ihr wahres Gesicht erkannte. Die Revisionisten waren also st\u00e4ndig gezwungen, ihre wahren Absichten zu verschleiern. Ein solcher Druck macht die Privilegien nat\u00fcrlich in gewisser Weise schal. Trotz aller F\u00e4ulniserscheinungen existierte eine \u2013 wenn auch geschw\u00e4chte \u2013 Diktatur des Proletariats, die die Revisionisten daran hinderte, so zu schalten und zu walten, wie sie es wollten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Nach Stalins Tod gingen sie also sofort daran, diesen Zustand zu \u00e4ndern. Um den Druck, der auf ihnen lastete, zu beseitigen, begannen sie, in verschiedener Hinsicht ein liberaleres Klima zu schaffen: Gegen\u00fcber offenen Konterrevolution\u00e4ren, vor allem aber auch gegen\u00fcber dem Imperialismus, dem recht bald die M\u00f6glichkeit zu friedlichem Verhalten bescheinigt wurde. Die Begriffe der Diktatur des Proletariats und der Partei der Arbeiterklasse wurden beseitigt und durch den &#8222;Staat des ganzen Volkes&#8220; und die &#8222;Partei des ganzen Volkes&#8220; ersetzt. All diese Erscheinungen waren unserer Meinung nach nicht in erster Linie eine Reaktion auf den offenen Ausbruch einer Krise, sondern Ma\u00dfnahmen, die der Emanzipation der neuen b\u00fcrgerlichen Elemente zur Klasse dienten. Die Krise schwelte zwar, war aber noch nicht offen ausgebrochen. Sie bestand darin, dass die aktive Rolle der werkt\u00e4tigen Massen nicht ausgeweitet, sondern immer mehr eingeschr\u00e4nkt wurde, sodass dieser Umstand bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der straff zentralistischen Leitung zur \u00f6konomischen F\u00e4ulnis f\u00fchrte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Doch diese F\u00e4ulnis war vorerst nur latent vorhanden, und uns scheint, dass Chruschtschow und Co. von diesen Prozessen keine Ahnung hatten, dass sie an ihre Allmacht glaubten, dass sie an die nahe Zukunft eines \u201eKommunismus\u201c glaubten, in dem sie in Saus und Braus leben konnten und auch f\u00fcr die Werkt\u00e4tigen gen\u00fcgend &#8222;Gulasch&#8220; abfallen w\u00fcrde, sodass die herrschende Stellung der Revisionisten-Clique nicht in Gefahr geraten w\u00fcrde. Freilich erwiesen sich diese Vorstellungen bald als Illusion. Die Produktivit\u00e4t ging zur\u00fcck, die Massen waren unzufrieden, die F\u00e4ulnis trat offen zutage. Die Revisionisten begannen mit Wirtschaftsreformen, die die Warenelemente der Produkte verst\u00e4rkten, langsam aber sicher auf den Kapitalismus hinausliefen. Ab diesem Zeitpunkt waren sie nicht mehr agierende Kraft, sondern sie wurden immer st\u00e4rker von den Umst\u00e4nden getrieben; man schw\u00e4rmte immer weniger vom &#8222;Kommunismus&#8220; und beschr\u00e4nkte sich immer mehr auf &#8222;realistisches&#8220; Krisenmanagement. Doch in der ersten Zeit nach Stalins Tod war dies noch nicht so; die Chruschtschowianer schienen das Gesetz des Handelns in der Hand zu haben und hatten es bis zu einem gewissen Grade auch tats\u00e4chlich; sie betrieben die Emanzipation ihrer Klasse. Anders in Albanien. Hier wurden die alten Formen aufrechterhalten, bis die Krise offen ausbrach. Gewiss, die Formen m\u00fcssen in vieler Hinsicht bereits hohl gewesen sein, sonst w\u00e4re Albanien dem Kapitalismus nicht wie eine reife Frucht in den Scho\u00df gefallen, selbst wenn man den enormen Druck des Imperialismus auf das kleine Albanien in Betracht zieht. Doch diese Formen waren vorhanden; die privilegierte Schicht hatte zwar jeden Gedanken an die Selbstt\u00e4tigkeit der Gesellschaftsglieder, die ihre herrschende Stellung einschr\u00e4nken w\u00fcrde, aufgegeben, aber sie hatte sich noch nicht zur herrschenden Klasse emanzipiert. Die Zuspitzung des inneren F\u00e4ulnisprozesses und des \u00e4u\u00dferen Drucks f\u00fchrte zu einer Situation, in der die bisherige labile Lage nicht aufrechterhalten werden konnte. Die Werkt\u00e4tigen f\u00fchlten immer deutlicher, dass sie in der Gesellschaft nichts zu sagen hatten, ihr Interesse an der Produktion sank, die Versorgungslage verschlechterte sich; gleichzeitig nahm der Druck des Imperialismus rapide zu. F\u00fcr die Revisionisten ergab sich daraus die Notwendigkeit, die Elemente der Warenproduktion zu verst\u00e4rken und gleichzeitig ihren Frieden mit dem Imperialismus zu machen. Da sie im Unterschied zu den Chruschtschowianern bereits bei Beginn dieses Prozesses von den Umst\u00e4nden getrieben waren und nicht in erster Linie als agierende Kraft erscheinen, kann der Eindruck entstehen, sie seien in erster Linie Opfer der widrigen Umst\u00e4nde bzw. Opfer des Imperialismus, und aus einer solchen Betrachtung heraus kann ein gewisses Mitleid mit den albanischen Revisionisten aufkommen. Unserer \u00dcberzeugung nach ist eine solche Haltung jedoch v\u00f6llig fehl am Platze. Entscheidend f\u00fcr den Verrat der albanischen Revisionisten, die sich nunmehr sogar in Sozialdemokraten verwandelt und Gorbatschow \u00fcberholt haben, ist ihr b\u00fcrgerliches Klasseninteresse, ihr Bestreben, egal unter welchen Umst\u00e4nden ihre privilegierte Stellung zu erhalten, und zwar so weit wie m\u00f6glich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Damit stehen sie der Arbeiterklasse und dem Kommunismus feindlich gegen\u00fcber. Die Kommunisten auf der ganzen Welt haben alle Veranlassung, diese Verr\u00e4ter als Feinde zu behandeln. W\u00fcrden die Kommunisten anders handeln, so w\u00fcrden sie die prinzipielle Trennungslinie zum Revisionismus und \u00fcberhaupt zum Klassenfeind aufweichen; dies w\u00fcrde in letzter Konsequenz dazu f\u00fchren, dass sie aufh\u00f6ren w\u00fcrden, Kommunisten zu sein.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt; color: #000000;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt; color: #000000;\"><em><strong>Lest die Klassiker und studiert den Marxismus-Leninismus!<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25657\" src=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Untitled-design-5-209x300.png\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"326\" \/><\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25674\" src=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-208x300.png\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"296\" \/><\/a><\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<td><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25658\" src=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/7-Kopie-208x300.png\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"329\" \/><\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/der.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-25673\" src=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-Kopie-208x300.png\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" \/><\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Angebote\/verlag=Roter+Morgen-Arbeitsgruppe-%27Der+Weg+zur+Partei%27\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bestellen<\/a><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Leseprobe_was_wollen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LESEPROBE<\/a><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">&#8230;.<\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/www.booklooker.de\/B%C3%BCcher\/Angebote\/verlag=Roter+Morgen-Arbeitsgruppe-%27Der+Weg+zur+Partei%27\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bestellen<\/a><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000; font-size: 12pt; font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><a style=\"color: #000000;\" href=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/3Grundsaetze-Kopie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LESEPROBE<\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt; color: #000000;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt; color: #000000;\">.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt; color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-23274 aligncenter\" src=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/drtz-768x722-1-300x282.png\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"558\" \/>Mehr dazu: <a style=\"color: #000000;\" href=\"mailto:Info@RoterMorgen.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Info@RoterMorgen.eu<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Redaktion \u2013 12. 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