{"id":3696,"date":"2018-01-09T06:00:57","date_gmt":"2018-01-09T05:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=3696"},"modified":"2018-01-14T12:38:36","modified_gmt":"2018-01-14T11:38:36","slug":"fiete-jensen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2018\/01\/09\/fiete-jensen\/","title":{"rendered":"&#8211; Der Tag, an dem der Hafen Trauer trug"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\">Fiete Jensen<\/h4>\n<h2 class=\"c-dreifaltigkeit__headline-wrapper\"><span class=\"o-headline c-headline c-dreifaltigkeit__headline \" data-qa=\"Headline\">Der Tag, an dem der Hafen Trauer trug<\/span><\/h2>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>9. Januar 1976 &#8211; 27 Werftarbeiter starben f\u00fcr die Bosse von Blohm und Voss<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<div id=\"attachment_586\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-586\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-586\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Fiete_Jensen-e1486657208150.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-586\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Fiete Jensen<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00bbErz\u00e4hlst Du von der Anders M\u00e6rsk dann nenne sie nie Ungl\u00fcckschiff, weil der Tod von 28 Kollegen kein ungl\u00fccklicher Zufall ist\u00ab. Mit diesen Zeilen beginn ein Lied der Hamburger Songgruppe \u00bbELBE 1\u00ab. Was war geschehen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute vor 42 Jahren war es \u2013 innerhalb von Sekunden wurde der 9. Januar 1976 zu einem der schw\u00e4rzesten Tage in der Geschichte des Hamburger Hafens. Um 18.14 Uhr war im Maschinenraum des 209 Meter lamgen Containerschiff-Neubaus &#8222;Anders M\u00e6rsk&#8220;, das sich in der Endausr\u00fcstung befand, ein Dampfkessel explodiert. Die Folgen waren furchtbar: Der mit dem 30fachen Explosionsdruck eines Autoreifens austretende, \u00fcber 300 Grad hei\u00dfe Dampf t\u00f6tete 14 Arbeiter auf der Stelle, neun weitere starben innerhalb der n\u00e4chsten 48 Stunden, vier erlagen Tage sp\u00e4ter ihren schweren Verbrennungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_3781\" style=\"width: 333px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3781\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3781\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/and_v-contentgross-300x169.jpeg\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/and_v-contentgross-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/and_v-contentgross.jpeg 568w\" sizes=\"(max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/><p id=\"caption-attachment-3781\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Der v\u00f6llig zerst\u00f6rte Maschinenraum nach der Explosion<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Pier, Am Ausr\u00fcstungskai spielten sich im Scheinwerferlicht grausige Szenen ab. Mit Sauerstoffduschen versuchten die Not\u00e4rzte das Los der Opfer zu lindern, w\u00e4hrend im Schiffsrumpf m\u00fchselig die Toten geborgen und in Holzkisten von Bord gebracht wurden. Die Schwerverletzten wurden, in Aluminiumfolien geh\u00fcllt, in das 500 Meter Luftlinie entfernte Hafenkrankenhaus und in die Krankenh\u00e4user Altona und St. Georg gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ungl\u00fcck auf der &#8222;Anders Maersk&#8220; war nicht nur eine menschliche Trag\u00f6die, sondern es wurde sofort zu einem Politikum. Die IG Metall verwies sogleich auf &#8222;unfassbare L\u00fccken in Gesetzen und Sicherheitsvorschriften&#8220;, und die Staatsanwalt- schaft Hamburg leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die Werftleitung wegen fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung ein, das jedoch Ende Februar 1978 eingestellt wurde, da ein Verschulden der Werft angeblich nicht festgestellt werden konnte. Dennoch f\u00fchrte die Werft weitere Sicherheitsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Inbetriebnahme von Hauptkesselanlagen auf Seeschiffen ein.<\/p>\n<div id=\"attachment_3782\" style=\"width: 332px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3782\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-3782\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/andersmaersk114_v-contentgross-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/andersmaersk114_v-contentgross-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/andersmaersk114_v-contentgross.jpg 568w\" sizes=\"(max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><p id=\"caption-attachment-3782\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Die Anders M\u00e6rsk nach der Fertigstellung<br \/><\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer der \u00dcberlebenden Kollegen, Hans Dieter Marggraf, schilderte der MOPO was er erlebte: &#8222;Als das Ungl\u00fcck geschieht, verteilt der Fu\u00dfbodenverleger gerade Klebemasse auf dem eisernen Boden des Gangs zum Maschinenraum. Es gab einen dr\u00f6hnenden Knall. Die Maschinenraumt\u00fcr wurde von einer gewaltigen Druckwelle aus den Angeln gerissen. Gro\u00dfe Eisenst\u00fccke wirbelten wie Geschosse durch den Gang. Ich wurde wie durch eine riesige Faust weggerissen. Dann kam brennend hei\u00dfe Luft. Ich konnte nicht mehr atmen. Mit schweren Prellungen rettet ich mich aus dem Ungl\u00fccksschiff ins Freie. Es war stockdunkel. \u00dcberall schrien Kollegen&#8230;&#8220;.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Roter Morgen&#8220;, Zentralorgan der KPD\/ML schrieb dazu am 17. Januar 1976:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Exposion bei Blohm und Voss<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8222;\u00dcber 20 Kollegen get\u00f6tet<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Explosion des Dampfturbinenkessels im Containerschiff ,,Anders Maersk&#8220; am Ausr\u00fcstungskai von Blohm und Voss in Hamburg hat inzwischen 23 Todesopfer gefordert. Zahlreiche weitere Kollegen schweben noch immer in Lebensgefahr. Es war das schwerste Ungl\u00fcck auf einer westdeutschen Werft seit dem Ende des Krieges. Und eines der grauenvollsten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Explosion zerfetzte den Stahlkessel, wirbelte Stahlplatten durch das Schiff und zerriss alle seine inneren W\u00e4nde. In Minutenschnelle scho\u00df der 500 Grad hei\u00dfe Wasserdampf, der unter dem gewaltigen Druck von 65 Atmosph\u00e4ren \u00dcberdruck stand (zum Vergleich: ein Autoreifen steht unter einem Druck von ca. 1,5 bis 2 at\u00fc) durch alle R\u00e4ume des 194 langen Schiffes. Zw\u00f6lf Kollegen waren sofort tot, verbr\u00fcht. Die anderen erlitten schwerste Verbrennungen. Augenzeugen berichten, dass in den Minuten nach der Explosion die Schreie der Verletzten jedes andere Ger\u00e4usch \u00fcbert\u00f6nten. Ein 45 j\u00e4hriger Schiffbauer sagte, als er seine toten Kollegen sah: ,,So eine Katastrophe habe ich noch nie erlebt.&#8220; Ein anderer: ,,Es war wie im Krieg. Wir wussten sofort: Da ist etwas Schreckliches passiert.&#8220; Ein dritter: ,,Es war furchtbar. Ich werde diesen Anblick nie vergessen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie konnte es zu einem Ungl\u00fcck kommen? Wer ist Schuld daran? <\/strong>Noch am selben Abend erkl\u00e4rte der Leiter des Konstruktionsb\u00fcros von Blohm und Voss W. Brockmann zynisch im Fernsehen, Kessel h\u00e4tten nun einmal die Angewohnheit, zu explodieren. Ob ein Bedienungsfehler vorliege, k\u00f6nne man nicht sagen, da man mit den Betreffenden nicht mehr sprechen k\u00f6nne. Und das Vorstandsmitglied Bartel von Blohm und Voss einen Tag sp\u00e4ter im Radio: alle Sicherheitsvorschriften seien eingehalten worden. Die Arbeiter h\u00e4tten auch nicht unter irgendeinem Druck gestanden, mit H\u00f6chsttempo zu arbeiten und das Schiff so schnell wie m\u00f6glich fertigzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das sind zynische L\u00fcgen, die die Blohm und Voss-Kapitalisten reinwaschen sollen, deren Profitgier, deren Sterben nach immer h\u00f6heren Profiten die Ursache dieses schrecklichen Ungl\u00fccks ist. <\/strong>Jeder, der auf einer Werft arbeitet, wei\u00df, dass in den Tagen vor der Probefahrt Tag und Nacht gearbeitet wird, damit, ohne R\u00fccksicht auf die Gesundheit und die Sicherheit der Kollegen, der Termin eingehalten wird. Die Arbeit auf den Werften, die auch sonst schon eine der h\u00e4rtesten und gef\u00e4hrlichsten ist, wird dann noch gef\u00e4hrlicher. In den letzten Tagen vor der Probefahrt kommen sogar die Meister aufs Schiff, um die Kollegen anzutreiben. Selbst die ,,Hamburger Morgenpost&#8220; musste nach dem Ungl\u00fcck zugeben: ,,<strong>Die M\u00e4nner arbeiten auch unter Druck.&#8220; <\/strong>Und wie es mit dem Einhalten der Sicherheitsvorschriften ausgesehen hat, geht aus den Berichten der b\u00fcrgerlichen Presse auch klipp und klar hervor. W\u00e4hrend der Erprobung des Kessel, bei dem er unter \u00fcberh\u00f6htem Betriebsdruck gefahren wird, war der Kessel- und Turbinenraum nicht f\u00fcr andere Arbeiten gesperrt. <strong>Die Morgenpost enth\u00fcllt, dass sogar gleichzeitig am Kessel geschwei\u00dft wurde! Das ist umso schwerwiegender, als schon bei den ersten Schiffen dieser Serie Schwierigkeiten an der Kesselanlage aufgetreten waren, die die Auslieferung der Schiffe um bis zu 3 Monate verz\u00f6gert hatten. Angesichts dieser Tatsache kann man das Ungl\u00fcck in Hamburg nicht anders als Mord nennen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Werften sind ein besonderes klares Beispiel f\u00fcr die kapitalistische Produktionsweise. Gerade jetzt in der Krise, in der sich die Konkurrenz unter den paar Trusts und Konzernen, die den Weltmarkt beherrschen, bis aufs Messer versch\u00e4rft, versch\u00e4rfen die Werftkapitalisten die Ausbeutung, steigern sie die Arbeitshetze und treiben die Rationalisierung auf dem R\u00fccken der Arbeiter voran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pure Heuchelei ist es auch, wenn der Hamburger Oberb\u00fcrgermeister Klose den Angeh\u00f6rigen der Opfer sein ,,tiefempfundenes Beileid&#8220; ausspricht. Wie sieht es denn mit den Einrichtungen f\u00fcr die Behandlung der verletzten Arbeiter aus? In Hamburg gibt es keine Spezialeinrichtungen f\u00fcr schwere Brandverletzungen, ein Hohn, da im Hafen und auf den Werften h\u00e4ufig Brandverletzungen vorkommen. Die verletzten Kollegen sind auf mehrere Krankenh\u00e4user verteilt worden. Das Hafenkrankenhaus, das direkt gegen\u00fcber von Blohm und Voss liegt, ist f\u00fcr den Hafen sehr wichtig, da es am schnellsten zu erreichen ist. Es soll aber geschlossen werden. Schon jetzt sind mehrere Abteilungen stillgelegt. So mussten neun verletzte Kollegen in eine schon seit anderthalb Jahren stillgelegte Abteilung, die in aller Hast notd\u00fcrftig eingerichtet wurde, gebracht werden. Auf den Bildern kann man deutlichen sehen, dass dabei die Bedingungen f\u00fcr die bei Brandverletzungen notwendige \u00e4u\u00dferste Sterilit\u00e4t, f\u00fcr die Einhaltung bestimmter Klimabedingungen, nicht vorhanden waren. <strong>Die Behandlung der Kollegen unter diesen Bedingungen hat bestimmt einigen das Leben gekostet, die sonst h\u00e4tten gerettet werden k\u00f6nnen. So sieht die ,,F\u00fcrsorge&#8220; des b\u00fcrgerlichen Staates f\u00fcr die Werkt\u00e4tigen aus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Kapitalisten gehen f\u00fcr ihren Profit \u00fcber Leichen<\/strong>. <strong>Erst wenn ihre Herrschaft in der proletarischen Revulotion gest\u00fcrzt ist, ist auch Schluss mit dem menschenfeindlichen System der Ausbeutung, ist Schluss mit den Opfern, die dieses System der Arbeiterklasse auferlegt.<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\nDie Hamburger Songgruppe \u201dELBE 1\u00ab schrieb ein Jahr sp\u00e4ter diese Lied:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_P5UHPFL-uM0\"><div id=\"lyte_P5UHPFL-uM0\" data-src=\"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FP5UHPFL-uM0%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/P5UHPFL-uM0\"><img src=\"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FP5UHPFL-uM0%2F0.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-0\" morelink-text=\"Liedtext\">Liedtext \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\">\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Anders M\u00e6rsk<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erz\u00e4hlst du von der Anders M\u00e6rsk<br \/>\nDann nenne sie nie Ungl\u00fcckschiff<br \/>\nWeil der Tod von 28 Kollegen<br \/>\nKein ungl\u00fccklicher Zufall ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es ist der 13. Januar,<br \/>\nZu Beginn der zweiten Schicht<br \/>\nDie Turbine dr\u00f6hnt beim Probelauf<br \/>\n70 Mann sind auf dem Schiff.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erst volle Kraft dann \u00dcberdruck<br \/>\nKeiner wei\u00df ob der Kessel h\u00e4lt<br \/>\nDoch alle Arbeit an Bord muss weiter gehn<br \/>\nDenn Zeit ist ja bekanntlich Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dann platzt ein Rohr, 2000 Grad<br \/>\nDer \u00dcberdruck wird frei<br \/>\nIch sp\u00fcre die Glut, wer nicht fliehen kann<br \/>\nWird gekocht beim lebendigen Leib.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern<br \/>\nAuch du kannst so verkochen, du kannst ebenso krepiern<br \/>\nSie reden stets von Sicherheit und meinen nur ihr Geld<br \/>\nWeil ein Arbeiterleben f\u00fcr sie gar nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gesicht und H\u00e4nde nur rohes Fleisch<br \/>\nSo tr\u00e4gt man mich auf den Kai<br \/>\nEs liegen schon zwanzig andere dort<br \/>\nBei St\u00f6hnen und Schmerzensgeschrei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nach der Blaulichtjagd durch die kalte Nacht<br \/>\nWird uns die letzte Chance verwehrt<br \/>\nKein Platz auf der Intensivstation<br \/>\nEin alter Saal wird nur aufgesperrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Schwestern und \u00c4rzte k\u00e4mpfen noch<br \/>\nDoch Hoffnung ist gering<br \/>\nEiner nach dem anderen stirbt im Saal<br \/>\nBis auch ich an der Reihe bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern<br \/>\nAuch dich l\u00e4sst man so sterben, es wird sie nicht interessiern<br \/>\nSie reden stets von deinem Wohl und meinen nur ihr Geld<br \/>\nWeil ein Arbeiterleben f\u00fcr sie gar nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meine Frau will mich noch einmal sehn<br \/>\nEin Gesicht habe ich nicht mehr<br \/>\nSie kann nicht fassen, dass ich hier lieg<br \/>\nIhre Augen sind tr\u00e4nenleer.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Kollegen stehn an meinem Grab<br \/>\nSie bringen kein Wort heraus<br \/>\nNur die hohen Herrn k\u00f6nnen das Maul aufsperrn<br \/>\nDas macht ihnen selbst hier nichts aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meine Frau bekommt f\u00fcr meinen Tod<br \/>\nVom Werk ein paar tausend Mark<br \/>\nSo wird das Verbrechen von Bloom und Voss<br \/>\nMit einem Kopfgeld abbezahlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern.<br \/>\nAuch an deinem Grabe werden sie sich nicht genieren<br \/>\nSie halten Trauerreden und denken nur ans Geld<br \/>\nWeil ein Arbeiterleben f\u00fcr sie gar nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erz\u00e4hlst du von der Anders Maersk<br \/>\nDann nenne sie nie Ungl\u00fcckschiff<br \/>\nWeil der Tod von 28 Kollegen<br \/>\nKein ungl\u00fccklicher Zufall ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Glaub mir mein Freund, dir kann das Gleiche passiern<br \/>\nAuch du kannst so verkochen, du kannst ebenso krepiern<br \/>\nSie reden stets von Sicherheit und meinen nur ihr Geld<br \/>\nWeil ein Arbeiterleben f\u00fcr sie gar nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><strong>\u00dcber den Autor:<\/strong><\/span><span style=\"font-family: Arial, Helvetica, sans-serif;\"> Fiete Jensen, Tischler, Kommunist in der Roten Garde und der KPD\/ML (KPD), Jugendvertreter, Betriebsrat, Werftarbeiter, Berufs-Verbotener, Zwangsselbst\u00e4ndiger, leitender Mitarbeiter in der linken au\u00dferschulische Jugendbildung, Redakteur und Webdesigner ist heute im Vorruhestand und fordert Andere mit seinen Texten und Aktionen immer wieder aus der Reserve.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-7516\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/88x31.png\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"31\" \/><span style=\"font-size: 10pt;\">Dieses Werk ist unter einer <strong>Creative Commons-Lizenz<\/strong> (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/4.0\/deed.de\" rel=\"license\">Namensnennung &#8211; Nicht kommerziell &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International<\/a>) lizensiert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen darf es weiter verbreitet und vervielf\u00e4ltigt werden<\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><span style=\"font-family: Arial,Helvetica,sans-serif;\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.americanrebel.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1682\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/2099143210329695\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1676\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"15\" srcset=\"https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png 470w, https:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb-300x13.png 300w\" sizes=\"(max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=3696#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1688\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/strong><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<br \/>\n:<br \/>\n.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">_______________________________________________<a id=\"JE\"><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<br \/>\n.<\/span><\/p>\n<p><strong>Anhang:<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Laudation auf ein Lied: Elbe 1, \u201eAnders Mersk\u201c<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>von J\u00fcrgen Eger<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_5490\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5490\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-5490\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Juergen_Eger_2.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-5490\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">J\u00fcrgen Eger<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">Erz\u00e4hlst Du von der Anders M\u00e6rsk<br \/>\nDann nenne sie nie Ungl\u00fcckschiff<br \/>\nWeil der Tod von 28 Kollegen<br \/>\nKein ungl\u00fccklicher Zufall ist\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer erz\u00e4hlt heute noch von dieser \u201eAnders M\u00e6rsk\u201c? Wer erz\u00e4hlt, ja denkt \u00fcberhaupt noch etwas anderes, als die Herrschaftsmedien vorgeben? Gut, wer sich f\u00fcr einen Us-Rebellen der 1960er, 70er und 80er Jahre interessiert, interessiert sich damit durchaus schon f\u00fcr sehr Herrschaftsabseitiges. Heutzutage. Und ist sicher zumindest eher offen f\u00fcr Erz\u00e4hlungen der Art, um die es hier geht. Und wie Dean Reed, nachdem er die Weichenstellung weg vom Ami-Kommerz f\u00fcr sein Leben und sein K\u00fcnstlertum vorgenommen hatte, sehr andere Menschen kennenlernte, als es zu Beginn seiner Schauspieler-Laufbahn ihm wie zig Tausenden anderen auch mit Zutritt zum Hollywood-Universum vorbestimmt schien, sehr andere Erlebnisse hatte und Erfahrungen machte und \u2013 nicht zuletzt \u2013 auch f\u00fcr sehr andere Menschen K\u00fcnstler wurde und f\u00fcr ein sehr anderes Prinzip und sich mit diesen anderen Millionen in immer wichtigerer \u00dcbereinstimmung erlebte, so erkannten sich in fr\u00fcheren Jahrzehnten auch immer mehr Deutsche als Mit- und Selbstgestalter ihres Lebens und ihrer gesellschaftlichen Umst\u00e4nde. Und begriffen, da\u00df die Selbst- und also demokratische Gestaltung der Gesellschaft nicht nur die schaffenden H\u00e4nde braucht, sondern auch die K\u00f6pfe. Und zwar vereint in den selben K\u00f6rpern. Nicht irgendwo da oben wenige K\u00f6pfe und unten die Millionen und aber Millionen flei\u00dfige H\u00e4nde, als h\u00e4tten die keine eigenen K\u00f6pfe. Und da\u00df ein solches anderes Gesellschaftsmodell auch den k\u00fcnstlerischen Ausdruck des eigenen Erlebens und Arbeitens braucht\u2026 <div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-1\" morelink-text=\"weiter\">weiter \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es ist der 13. Januar,<br \/>\nzu Beginn der zweiten Schicht<br \/>\nDie Turbine dr\u00f6hnt beim Probelauf<br \/>\n70 Mann sind auf dem Schiff.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erst volle Kraft dann \u00dcberdruck<br \/>\nKeiner wei\u00df ob der Kessel h\u00e4lt<br \/>\nDoch alle Arbeit an Bord muss weiter gehn<br \/>\nDenn Zeit ist ja bekanntlich Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Dann platzt ein Rohr, 2000\u00b0 Grad<br \/>\nDer \u00dcberdruck wird frei\u2028Ich sp\u00fcre die Glut,<br \/>\nwer nicht fliehen kann<br \/>\nWird gekocht beim lebendigen Leib.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 18. Jahrhundert sammelten Vertreter des fortschrittlichen B\u00fcrgertums Volkslieder und -m\u00e4rchen. In denen waren Leben und Erleben des Volkes aufgehoben, auch der Untersten der Unteren, der Einfachsten der Einfachen, und das war f\u00fcr das aufstrebende B\u00fcrgertum des 18. und 19. Jahrhunderts interessant in Verfolgung seiner eigenen Interessen. N\u00e4mlich der Emanzipation vom kleinstaatelnden Feudalabsolutismus und zum Zweck der Erreichung eines einheitlichen Staatsverbands deutscher Nation. Nicht zuletzt um konkurrenzf\u00e4hig zu sein gegen die franz\u00f6sischen und britischen Produzenten. Denen der m\u00e4chtige Staatsverband riesige M\u00f6glichkeiten in einem schier unendlichen Markt ohne Zollgrenzen erm\u00f6glichte. Analog zur Attraktivit\u00e4t des Us-Marktes f\u00fcr die westeurop\u00e4ischen Gro\u00df-Produzenten des 20. und 21. Jahrhunderts. Der nicht die unwichtigste Basis \u00f6konomischer Dominanz war und ist. Und diese Emanzipation bedurfte auch der Hinwendung zur eigenen Sprache und Kultur. Da\u00df das Volk zum Ausdruck seiner und die Nation ihrer selbst komme. Der heute so andere Umgang des Staats und der Gesellschaft mit dem kulturellen Erbe ist ein Verrat mehr, der aber f\u00fcr die anderen unverzichtbar ist: Man kann keine vorbildliche Amikolonie sein mit einer humanistischen, freiheitlichen, deutschen, nationalen Kultur. Deswegen wurden in der DDR das Volkslied, die Sch\u00f6pferkraft der Arbeitenden und des Geistesadels so hoch gesch\u00e4tzt. Und galten Arbeiter und ihr Tun als kunstw\u00fcrdig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Jahrhunderte war das Volkslied Aufbewahrungsort und Tradierungsmedium des Unerh\u00f6rten, der Sehnsuchts-Tr\u00e4ume eines besseren Lebens, der Volkshelden, der Nachrichten von weither wie auch der puren Unterhaltung. Aber auch des Aufbegehrens. Was alles in allem in den pf\u00e4ffischen Predigten nicht vorkam, und also in Opposition standen zum herrschaftlich Diktierten. Und also von der pf\u00e4ffische Obrigkeit verachtet und unterdr\u00fcckt war. Hier Scencia, dort Usus. Die quasi magische Verbindung einer Geschichte, die die Vortragenden wie die H\u00f6rer gleicherma\u00dfen verstehen, aber auch empfinden konnten, da sie in deren Muttersprache erz\u00e4hlt wurde, mit den sph\u00e4rischen Elementen Rhythmus, Melodie, Harmonie sollte dem \u201eh\u00f6heren\u201c Zweck der Preisung Jesus\u2018 und der Befestigung der Macht der Kirche \u00fcber die Menschen vorbehalten bleiben. Also lange Zeit auch m\u00f6glichst nicht einmal in der Muttersprache der Menschen stattfinden, sondern in Latein. Ab 1945, also ab der kolonialen Landnahme der Amis in Europa trat das Englische an die Stelle des Lateinischen, um dieses pf\u00e4ffische Herrschafts-Prinzip mit dem commerzielle zu verschmelzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber: Fahrende S\u00e4nger trugen zu fast allen Zeiten in ihren Versen herum, was sie gesehen hatten, was sie f\u00fcr berichtenswert hielten. Nicht zuletzt aber auch getragen davon, was beim Publikum ankam. Fast immer zun\u00e4chst weitab von obrigkeitlichen Vorgaben und Kontrollen. Der ber\u00fchmteste europ\u00e4ische Vorl\u00e4ufer dieser Erz\u00e4hlungen war und ist die Odyssee des Homer. Und zuweilen fuhren sie dann auch nicht mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 19. Jahrhundert gab es dann das Liedgenre Moritat. Das lateinische Verb \u201amori\u2018, zum Substantiv \u201amors\u2018 &#8211; Tod hei\u00dft sterben. Also ist es die gereimte, strophige Erz\u00e4hlung einer Mords- bzw. T\u00f6tungs-Tat. Allerdings wesentlich k\u00fcrzer als das Helden- und Schicksalslied des alten Griechen. Der vortragende S\u00e4nger lebte von den M\u00fcnzen, die die st\u00e4dtischen H\u00f6rer bereit waren zu geben f\u00fcr den Vortrag. Oder er profitierte auch vom Verkauf der Lied- und Bilderbogenbl\u00e4tter, auf die die grausigen Geschichten gedruckt und auf denen sie bebildert waren. Und gruselige und criminale Geschichten stellten sich dabei als f\u00fcr dieses Publikum besonders attraktiv und wirksam heraus, weshalb diese Art Lieder den eigenen Namen erhielten. Als Ank\u00fcndigung wie als sonstige Denk-Schublade. N\u00e4mlich um das Volk vor oder um den S\u00e4nger zu versammeln und es f\u00fcr ein paar Minuten zu binden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Zwangsgeb\u00fchren-Fernsehen ist bekanntlich auf freiwillige Zahlungen nicht angewiesen, aber die Kulturtechnik Fernsehen ist doch auf die \u2013 scheinbare &#8211; Freiwilligkeit des Massenmenschen angewiesen, sich seine Lebenszeit durch es verk\u00fcrzen zu lassen. Sei es, um ihm die Botschaften der Reklame-Industrie oder die Polithirnw\u00e4sche der Pfaffenherrschaft unterschieben zu k\u00f6nnen: Die Krimi-Toten haben auch heute die Aufgabe, das Volk vor den Ger\u00e4ten zu versammeln, da\u00df die Polit- und Commerzpfaffen davor, dazwischen oder danach ihre Kauf- und Denkbefehle ausgeben k\u00f6nnen. Die aber nicht Befehle hei\u00dfen wie auch die Zwangsgeb\u00fchren nicht Zwangsgeb\u00fchren hei\u00dfen. Und doch welche sind. Und also erleben wir seit Jahren eine stetige Zunahme von Toten im TV. Denn der einzelne Tod ist heute, nicht anders als damals, das Ersch\u00fctterndste, was wir denken k\u00f6nnen. Und also als Erz\u00e4hlgegenstand und Ma\u00dfstab f\u00fcr Moral und Handeln, f\u00fcr richtig und falsch un\u00fcbertroffen. Ab 10, 100 oder 1.000 Tote hei\u00dft es dann in der westdeutschen Fascho-Herrschaftssprache aber nicht mehr Mord, sondern Befehlsnotstand, dessen h\u00f6chste Steigerungsstufe hei\u00dft: Holocaust. Und also kommen die Todesgr\u00fcnde und Umst\u00e4nde, die uns dieses Lied berichtet, weder im Zwangs-Geb\u00fchren-TV, noch im Commerz-Fernsehen vor:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Glaub mir mein Freund dir kann das gleiche passiern<br \/>\nAuch Du kannst so verkochen,<br \/>\nDu kannst ebenso krepiern<br \/>\nSie reden stets von Sicherheit und meinen nur ihr Geld<br \/>\nWeil ein Arbeiterleben f\u00fcr sie gar nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gesicht und H\u00e4nde nur rohes Fleisch<br \/>\nSo tr\u00e4gt man mich auf dem Kai<br \/>\nEs liegen schon zwanzig andere dort<br \/>\nBei st\u00f6hnen und Schmerzensgeschrei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Nach der Blaulichtjagd durch die kalte Nacht<br \/>\nWird uns die letzte Chance verwehrt<br \/>\nKein Platz auf der Intensivstation<br \/>\nEin alter Saal wird nur aufgesperrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Schwestern und \u00c4rzte k\u00e4mpfen noch<br \/>\nDoch Hoffnung ist gering<br \/>\nEiner nach dem anderen stirbt im Saal<br \/>\nBis auch ich an der Reihe bin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Toter erz\u00e4hlt in unserem Lied also seine gewesene Lebenssituation. Eine nicht allzu h\u00e4ufige Erz\u00e4hltechnik. Es ist das Leben und Sterben eines Brd-Proleten und seiner Kollegen unter den Bedingungen versch\u00e4rfter kapitalistischer Konkurrenz und Ausbeutung. Und die S\u00e4nger geben zu erkennen, da\u00df sie damals noch um Marxens Welt-Formel wissen: 300% und es gibt kein Risko auf Kosten anderer und kein Verbrechen, das die Bosse nicht anzuordnen bereit w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Moritaten-S\u00e4nger definieren die Interessen, das Kollektiv, f\u00fcr das sie sprechen, und auch gegen wen sie es tun. Sie formulieren das Oben und Unten, das Pro und Contra. Das Ideensystem, dem diese Darstellung zugrunde liegt, hei\u00dft Marxismus oder auch Materialismus oder auch wissenschaftliche Weltanschauung. W\u00f6rter, die seit 1990 weitestgehend aus dem \u00f6ffentlichen Sprachgebrauch verschwunden wurden. Wo sie in der DDR erstrangig benutzt worden waren, w\u00e4hrend sie in der Brd gro\u00df\u00f6ffentlich nur in Reaktion auf den DDR-Sprachgebrauch und also untergeordnete Verwendung fanden. Mit der Abschaffung der DDR verschwand auch deren Sprachgebrauch wie auch das schwache Echo auf diesen weitestgehend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den meisten Deutschmuttersprachlern sind diese W\u00f6rter und Argumentationslinien mittlerweile weitestgehend unbekannt, weil das damit bezeichnete Denk-System seit 1990 weitestgehend aus \u00f6ffentlicher Reflektion verbannt, entfernt, gel\u00f6scht wurde: Da\u00df Kapitaleigner und andere Obrigkeiten &#8211; und zwar prinzipiell (!) &#8211; etwas anderes im Schilde f\u00fchren, als sie \u00f6ffentlich sagen. Eine solche Darstellung w\u00fcrde heute als Verschw\u00f6rungstheorie qualifiziert. Und wer diesen Vorwurf an den Kopf geknallt bekommt, hat zu schweigen, wie man die Untertanen vor allem mittels der ferngesehenen Laberrunden lehrt. Der Marxismus ist der Prototyp aller sogenannten Verschw\u00f6rungstheorien und daf\u00fcr, was man nicht zuletzt daran sieht, da\u00df er von den System-Propaganda-Heinis, auch nicht von denen mit Menstruationshintergrund als Verschw\u00f6rungstheorie erz\u00e4hlt wird. Ansonsten l\u00e4\u00dft das Regime, das andere Regimes Regimes nennen l\u00e4\u00dft, Unliebsames gern und oft mittels einer solchen Benennung wie \u201aVerschw\u00f6rungstheorie\u2018 aus die K\u00f6pfe pr\u00fcgeln. Wer das erst einmal begriffen hat, der wei\u00df, da\u00df das Wort \u201aVerschw\u00f6rungstheorie\u2018 keine Qualifizierung f\u00fcr Falschheit ist, sondern nur f\u00fcr Unerw\u00fcnschtheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meine Frau will mich noch einmal sehn<br \/>\nEin Gesicht habe ich nicht mehr<br \/>\nSie kann nicht fassen, da\u00df ich hier lieg<br \/>\nIhre Augen sind tr\u00e4nenleer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Millionenfaches Proletenschicksal. Ob in Bergwerken, in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben zweier Weltkriege, in den Stahlwerken oder eben auf den Werften draufgegangen und im Profit der Arbeitskraftk\u00e4ufer und -verwerter, die aber nicht marxistisch K\u00e4ufer von Arbeit hei\u00dfen, sondern dementgegengesetzt Geber, verrechnet und von vornherein einkalkuliert und auch eingepreist. Und auch dieser Profit darf \u00f6ffentlich l\u00e4ngst nicht mehr Profit hei\u00dfen. So wird der namenlose Prolet in unserem Lied das, was er f\u00fcr die Rentabilit\u00e4t des eingesetzten Kapitals von vornherein und immer war: gesichtslos, entindividualisiert. Eine Erkenntnis, die bis in die Popmusik der kapitalistischen Westwelt und bis Ende der 1970er noch erlaubt und gang und g\u00e4be war. Erst recht in den Liedern des Agitprop der Brd wie der DDR, in den es den S\u00e4ngern nicht einmal ums Geldverdienen ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Lieder und S\u00e4nger wiederum hatten in den Formen der kulturellen Selbstverst\u00e4ndigung der Kommunisten um 1930 ihre Vorl\u00e4ufer. Als in der Reichshauptstadt das \u201eRote Sprachrohr\u201c im roten Wedding noch \u00fcber die Klassensituation aufkl\u00e4rte und in dem legend\u00e4ren Film \u201eKuhle Wampe\u201c am anderen Ende der Stadt Arbeitersportler und Arbeiterschauspieler als geschichtsgestaltende Massen noch f\u00fcr sich selbst sprachen und sich selbst darstellten und ihren Favoriten Ernst Busch, den ber\u00fchmten \u201eBarrikaden-Tauber\u201c, weitab von allem Kommerz auf den Schultern ihrer Erwerbslosigkeit und ihres Klassenbewu\u00dftseins zur Erstklassigkeit trugen. Die Arbeiterschaft entwickelte im B\u00fcndnis mit einigen der besten Talente und K\u00fcnstler des deutschen Volkes damals Einflu\u00df und Klassizit\u00e4t weit \u00fcber den Bereich ihrer Mitgliedschaft; die M\u00e4chtigen und Reichen des Reiches wu\u00dften sich schlie\u00dflich keinen anderen Ausweg aus dieser friedfertigen, geist- und kulturvollen Offensive der arbeitenden Menschen, als das kulturloseste Pack, als die miesesten Auftragskiller, die sie jemals in Marsch gesetzt und finanziert haben, auf die gegen sie Aufbegehrenden zu hetzen. Nach dem damaligen deutschen Strafgesetzen wie auch international stand darauf die Todesstrafe. Die sie dann 1949 nur aus dem einen Grund abschafften, um weder die Nazimassenm\u00f6rder, noch deren Finanziers f\u00fcr den Auftragsmassenmord und also ihr Regime zum Tode verurteilen zu k\u00f6nnen. Und erkl\u00e4rten diese Feigheit vor Recht und Gerechtigkeit zu Humanit\u00e4t und Fortschritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck in die Entstehungszeit des Liedes. Mit der westweltlich-offiziellen Wende zum Disko Ende der 1970er und zur sogenannten Neuen Deutschen Welle Anfang der 1980er in der Brd verschwanden die sozialen Inhalte und Friedens-T\u00f6ne v\u00f6llig. Rasch aber unmerklich. Nirgends darf \u00f6ffentlich \u2013 schon gar nicht gez-\u00f6ffentlich oder auf Wissenschaftsticket gefragt werden, welche scheinbar unsichtbaren H\u00e4nde das gesteuert haben und warum bestimmte, n\u00e4mlich die heute propagierte Liedformen, die nat\u00fcrlich nicht als propagiert erscheinen sollen und auch nicht so genannt werden d\u00fcrfen, f\u00fcr so viele, also \u00fcberhaupt f\u00fcr Inhalte scheinbar nicht geeignet scheinen. Sondern nur f\u00fcr die Nichtinhalte, mit denen sie professionell gef\u00fcllt werden. Und zwar in schier unendlichen Variationen, mit denen wir tagt\u00e4glich f\u00fcr die Zwangsgeb\u00fchren abgespeist werden. W\u00e4hrend in den 1960ern und 1970ern im internationalen Beat, Rock und Pop noch das Thema Revolution, Befreiung, Frieden, Krieg, Unterdr\u00fcckung, Trauer um die Atombombentoten von Hiroshima wie auch die soziale Frage nicht selten in den Liedern vorkamen, die auch im Rundfunk und TV aufgef\u00fchrt wurden und gelegentlich sogar in den Hitparaden landeten wie die Beatles mit \u201eRevolution\u201c, the Kinks mit Liedern wie \u201eDeadend Street\u201c und sp\u00e4ter John Lennon mit \u201eGive Peace A Chance\u201c und \u201eWoman Is The Nigger Of The World\u201c. Aber auch national und regional wirkende und erfolgreiche K\u00fcnstler noch die Klassenfrage stellten und davon leben konnten wie in der DDR die Renft-Combo mit \u201eKetten werden knapper\u201c, die Puhdys hatten 1973 ein Chile-Lied, \u201eTon Steine Scherben\u201c streuten allerhand Aufm\u00fcpfiges und Rebellisches ins Volk, und bis in die 1980er hinein gab es in der DDR Rockmusik f\u00fcr \u201eRock f\u00fcr den Frieden\u201c und in der Singebewegung, die ja nicht so modeanf\u00e4llig war, sowieso jede Menge Friedenslieder aus aller Herren L\u00e4nder. Auf Ausl\u00e4ndisch wie auf Deutsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dementgegen scheinen die Moderichtungen und Stile, die ab den 70ern aufkamen, wie Punk und Skin daf\u00fcr ganz und gar nicht geeignet. Jedenfalls wollen mir keine Liedbeispiele einfallen. Wie es auch eine Korrelation zu geben scheint zwischen vern\u00fcnftigen, humanistischen Inhalten von Liedern und ihrer Singbarkeit zur Gitarre am Lagerfeuer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Rockmusik entledigte sich bestimmter, also der meisten Themen, und niemand merkt es \u00f6ffentlich an. Und wurde zunehmen unsinkbar zur Gitarre am Lagerfeuer; die jungen Menschen, die in den letzten beiden Jahrzehnten an Lagerfeuern Lieder singen wollten, mu\u00dfte schon zur\u00fcckgreifen auf den Pop der 1960er und 1970er. Falls sie nicht noch das eine oder andere deutsche Volkslied wu\u00dften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die Verbannung der Inhalte geschah, sieht man nicht zuletzt am Tod John Lennons wie auch an seiner FBI-Akte, die \u00f6ffentlich selbstverst\u00e4ndlich als etwas sehr anderes als jede des MfS erz\u00e4hlt zu werden hat. Sein Tod und dessen \u00f6ffentliche Verhandlung signalisierte der Branche und ihren Akteuren: So was kommt davon\u2026 Wer wei\u00df schon noch, da\u00df \u201cLindi\u201cmal ein Lied auff\u00fchrte und aufnahm mit dem Titel \u201eWozu sind Kriege da?\u201c Das prompt auf einer Amiga-LP ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201eLindi\u201c ist der, der via Westmedien von der Westherrschaft die Lizenz zum Flachlegen von FDJ-Blusigen in der DDR hatte, von wegen \u201eM\u00e4dchen aus Ostberlin\u201c, dem nie ein M\u00e4dchen aus Westberlin oder ein Junge aus Berlin, Hauptstadt der DDR, hitparadig oder sonst gegen\u00fcberstand. Der sich 1983 friedensbewegt gab und auch als eine Art Arbeiters\u00e4nger. Ich kann mich nicht erinnern, da\u00df beim propagandistischen Weihrauchschw\u00e4nken um dieses commerzielle Gro\u00dfmaul und bei den vielen, vielen Abrechnungen mit der DDR diese Amiga-LP, das Lied und der Umgang der DDR mit diesem Lied, das auf DT64 gesendet wurde, auch nur einmal erw\u00e4hnt worden ist. Warum hat er es wohl damals aufgenommen, da er dieses oder \u00e4hnliche schon seit Jahrzehnten nicht mehr singt? Wo doch seit 1990 die Kriege mehr und mehr wurden und n\u00e4her kamen? Und Lieder wie dieses nicht weniger n\u00f6tig, wichtig, aktuell wurden und sind? Wo ging die 1983 beschworene Verantwortung der commerziellen K\u00fcnstler hin? Damals friedensbewegt und nun: Ich mach mein Ding! Und: Du mu\u00dft ein Schwein sein. In dieser Welt. In der Egosuppe des commerziellen Erfolgsdrangs sitzend in der perfekte Symbiose mit Medien, die den Personenkult um die Stars bedienen, die daf\u00fcr 100%ig sicher nichts TV-\u00f6ffentlich sagen, was irgend einem Sendepfaffen mi\u00dffallen k\u00f6nnte. Und selbstverst\u00e4ndlich darf auch der Personenkult um die Eitlen und Raffgierigen des Pop nie so genannt werden. Wie ja auch nicht der um die K\u00f6nige, Prinzessinnen, Thronfolger und sonstigen superdemokratischen Staatsoberh\u00e4upter per Geburt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz abgesehen davon, da\u00df ein Volk, das weit \u00fcberwiegend die eigene Muttersprache nicht f\u00fcr kunst- und popw\u00fcrdig, sondern nur noch f\u00fcr egosprechblasen- und konsumanpreisungsw\u00fcrdig h\u00e4lt und dessen Rundfunkredakteure dies offenbar zu \u00fcber 100% erf\u00fcllen, und anstatt das Leben der Menschen f\u00fcr poesiew\u00fcrdig zu halten nur noch Hollywood Glamour zu imitieren sucht, sowieso l\u00e4ngst in einer auch selbst verschuldeten geistigen Amikolonie verharrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so erz\u00e4hlt uns die Songgruppe \u201eElbe1\u201c mit dem Lied \u201eAnders Mersk\u201c aus einer l\u00e4ngst vergangenen Zeit und also zutiefst unmodern \u2013 wenn modern das Jetzige ist \u2013 etwas sehr anderes als heute \u00fcblich: eine Geschichte aus dem Leben der Leute. Dem Heutigen wie dem Damaligen. Eine Moritat. Und die Besungenen sind Leute, die mit ihrer H\u00e4nde Arbeit Wohlstand und Reichtum schaffen, schon weil sie anders ihren Lebensunterhalt und den der Familien nicht erwerben k\u00f6nnen. Und weil es keinen Wohlstand und Reichtum und es bald gar keinen Lebensunterhalt mehr g\u00e4be, wenn alle ihre Lebensunterhalt anders erwerben wollten als durch ihrer H\u00e4nde Arbeit.<\/p>\n<p>Und auch wenn sich das Arbeits-Leben in Sichtweite der mittel-westeurop\u00e4isch privilegierten, verschwindend geringen Minderheit der Menschheit scheinbar sehr vereinfacht und gebessert hat in den letzten 40 Jahren, wenigstens was die Arbeitsrisiken in der Schwerindustrie angeht, schon weil es die gr\u00f6\u00dften Teile davon hier gar nicht mehr gibt, so sieht es doch anderswo umso schlimmer aus. Wo an den K\u00fcsten irgend welcher fernen L\u00e4nder die Schiffe, die vor vielleicht 40 Jahren in der Brd oder in Gro\u00dfbritannien oder in den Niederlanden gebaut worden waren, heute abgewrackt werden. Mit blo\u00dfen H\u00e4nden, ohne Arbeitsschutz, ohne Kranken-, Unfall-, Rentenversicherung. Also weit hinter die bis um 1976 in der Brd erk\u00e4mpften Arbeiterrechte zur\u00fcckgeworfen. Und also ist das Lied aktueller als damals, zum Zeitpunkt seiner Entstehung, wenn man \u00fcber den Eu-Tellerrand schaut. Und sowieso, wenn man das im Fernsehen nicht mehr und noch nie Erz\u00e4hlte extrapoliert. Von wegen globalisierte Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die damalige Arbeitsunfallkatastrophe bei Blohm &amp; Voss und mit ihr die Lebenskatastrophen der betroffenen Kollegen und ihrer Familien sind l\u00e4ngst weitestgehend aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis gestrichen. Sie, die Betroffenen, sind damit aus der Liste der Menschen gestrichen, wie die ermordeten DDR-Grenzer und ihre Angeh\u00f6rigen aus den Erz\u00e4hlungen der sogenannten Mauertoten gestrichen sind; ich kann mich nicht an ein einziges Beispiel erinnern, da\u00df die Mutter eines ermordeten DDR-Grenzers im Brd-TV geweint h\u00e4tte. Da heulsusen sich daf\u00fcr umso \u00f6fter und penetranter die Flucht-und-Vertreibungs-Deutsch-Tussen aus, wenn sie den b\u00f6sen Russen erz\u00e4hlen. Am liebsten blond und mit dem Namen Furtw\u00e4ngler ausgestattet und also umso glaubw\u00fcrdiger gemacht. Wie Joseph Goebbels es schon liebte und den deutschen Weibern beigebracht hat. Warum 28 Tote aus dem Jahr 1976 vergessen und seit Jahrzehnten nicht erz\u00e4hlw\u00fcrdig sind, w\u00e4hrend ein K\u00f6lner Konzert eines Keifbarden mit Wohnsitz in der DDR im selben Jahr alle paar Jahre in die Erinnerung zur\u00fcckgeholt wird, hat auch noch nie jemand staatsoffiziell und -\u00f6ffentlich der deutschen Untertanerei erkl\u00e4rt. Wie war das doch gleich mit den Verschw\u00f6rungstheorien?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neuere Grusel- und Katastrophen-Geschichten lassen die Kolonialherrscher allerdings oft und gern \u00fcber, also gegen die DDR erz\u00e4hlen. Vorzugsweise ausgesendet vom Ghettosender mdr. Der ausgesprochen \u201aMitteldeutscher Rundfunk\u2018 hei\u00dft. In dessen Sendegebiet die DDR-Stadt G\u00f6rlitz liegt. Und wenn man sich die geographischen Verh\u00e4ltnisse auf der Karte anschaut, m\u00fc\u00dfte man sich eigentlich willk\u00fcrlich fragen, wovon G\u00f6rlitz eigentlich die Mitte ist und ob also die Deutsch-Brd bis nach Gleichwitz reicht oder gleich bis nach Auschwitz. Aber \u201eman\u201c fragt sich das selbstverst\u00e4ndlich normalerweise nicht, weil man gar nicht merkt, wie man mit dergleichen FALSCH- und BL\u00d6Dw\u00f6rtern hinters Licht gef\u00fchrt und verarscht, gelenkt, beherrscht und regiert wird. Mit anderen Worten: Man m\u00fc\u00dfte sich fragen, warum das \u201eehemalig\u201c im \u00f6ffentlichen Sprachgebrauch fehlt, wo es hingeh\u00f6rt und zwanghaft dauerwiederholt werden mu\u00df, wo es falsch ist. Also warum die DDR dauernd \u201eehemalig\u201c gehei\u00dfen werden mu\u00df, wo es doch eine Tautologie ist und Tautologien falsch sind, w\u00e4hrend dieser Sender ausdr\u00fccklich nicht der des ehemaligen Mitteldeutschland hei\u00dfen darf.<\/p>\n<p>Also: Dieser Katastrophen-Erz\u00e4hl-Sender ist darauf spezialisiert, die DDR falsch, b\u00f6se, katastrophisch zu erz\u00e4hlen. Man kann auch mit Fakten und Fast-Fakten l\u00fcgen, da\u00df sich die braunen Sender-Balken nur so biegen, mindestens bis ins \u201eF\u00fchrerhauptquartier\u201c. N\u00e4mlich wenn man nur eine Sorte Fakten erz\u00e4hlt und aus 1% oder 2% oder 0,1% oder 0,00001% fernsehoptisch und -dramaturgisch 150% macht. Und wieder ist es die Moritat, die das Publikum gegen die DDR \u00fcberzeugen soll. Wieder mit anderen Worten, klingt es wie eine rechnerische Paradoxie: Die halbe Wahrheit ist fast immer eine ganze L\u00fcge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Wirklichkeit war dieses TV-Katastrophen-Land die selbe DDR, in der Dean Reed seine Heimat gefunden hat. In den Erz\u00e4hlungen der Brd-Propaganda, die \u00f6ffentlich nicht Propaganda hei\u00dfen darf, war und ist es eine entgegengesetzte DDR. Und w\u00e4hrend die einen DDR-B\u00fcrger der B\u00f6sigkeits-Erz\u00e4hlungen gegen die DDR unterworfen werden und also immer ihr Fett abbekommen und selbst schuld zu sein haben, insbesondere f\u00fcr das, was ihnen die Brd-Staatsnazis seit 1990 antaten, und das vermeintlich B\u00f6se der DDR zu einem Gutteil eben auch zu dem Zweck erz\u00e4hlt wird, um deren Architekten, Bauarbeiter und Verteidiger vorzuf\u00fchren und anzuklagen, haben sich die Jesus-Propaganda-Apostel schon vor Jahrzehnten entschieden, Dean Reed nicht all das B\u00f6se der DDR anzulasten und g\u00f6nnen ihm sein gehabtes pers\u00f6nliches Gl\u00fcck in der DDR, schon weil es kurz genug und sein tragisches Ende ja auch als ein Negativ-Urteil \u00fcber die DDR zu sein hat: Das kommt davon! Also wird Dean Reed auch als jemand erz\u00e4hlt, der zum einen politisch naiv war, zum anderen aber au\u00dfer- und oberhalb der DDR-Wirklichkeit geschwebt sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also da werden wider die DDR mal Bergwerks-, mal Eisenbahn-Ungl\u00fccks-, mal Raffinerie-Todesf\u00e4lle erz\u00e4hlt. Nicht erz\u00e4hlt werden d\u00fcrfen: Einweihungen von Betrieben und Kulturh\u00e4usern, gl\u00fccklich erlebter Kindergarten- und -heimalltag, Einschulngen, Ferienlager ohne Krittelbeilage, Betriebsfeiern- und Wohngebiets-Gastst\u00e4tten-Normalit\u00e4t, Subbotniks, Sportfeste, Spartakiaden, Matheolympiaden, Lehre oder Studium f\u00fcr alle unmittelbar im Anschlu\u00df an die Schule oder Armeezeit, Haushaltstag und Rente mit 60 f\u00fcr die Frauen und so vieles andere mehr. Jeder sch\u00e4tze selbst ab, wieviel Prozent der DDR-Lebenswirklichkeit die Entgleisungen und Explosionen ausmachten, mit denen die Zwangs-Geb\u00fchren-Propaganda-Sender die DDRler seit 1992 qu\u00e4len, und wieviel Prozent die DDR-Lebensnormalit\u00e4t. Und dann vergleiche man das mit der inl\u00e4nderfeindlichen Ghetto-Pfaffen-Sender-Hetz-Propaganda und was dort wie und wie oft und wie lange erz\u00e4hlt wird. Denn wie schon ab 1933 so war auch ab 1990 erst der Inl\u00e4nderha\u00df, um dann auch ausl\u00e4nderhassende Weltherrschafts-Kriege f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Und auch hier kommen die erhellenden W\u00f6rter in den Gro\u00dfmedien gar nicht erst vor. Weder der Inl\u00e4nderhaSS, noch die Volksverhetzung, die in der Brd angeblich eine Straftat ist. Aber wie schon ab 1933 die Schwarzkuttenkriminellen, die angeblich damit befa\u00dft waren, das Recht zu h\u00fcten, die schlimmsten Verbrecher waren, so werden seit 1990 die schlimmsten Straftaten \u2013 sowohl nach Definition des StGB der Brd, der DDR wie auch nach der UN Menschenrechtsdeklaration \u2013 prinzipiell nicht strafverfolgt. Und die Di\u00e4tenheinis aller Di\u00e4ten Profit Center machen sich zu Mitgliedern dieser kriminellen und terroristischen Vereinigung, indem sie sowohl \u00fcber die Verbrechen schweigen, als auch \u00fcber die totale Rechtlosigkeit des Volks. Heute nicht von einem Brd-Staats-Polizisten erschossen zu werden, ist f\u00fcr den Zwangsangeschlossenen DDR-B\u00fcrger wie auch f\u00fcr den Westdeeutschen kein Recht, sondern ein Zufall, solange solche Mordskerle immer freigesprochen werden.<\/p>\n<p>So erscheinen die Katastrophe, das D\u00fcstere, das Graue, das H\u00e4\u00dfliche als das Normale der DDR, w\u00e4hrend das Normale der Brd in den selben Jahrzehnten der zufriedene Konsum, die Discon\u00e4chte, die angebliche sexuelle Revolution sein sollen. Wie die Discog\u00e4nger ihre N\u00e4chte finanzierten, wo sie sich das Geld erschwitzten oder in einer Art russischem Roulette erspielten bei Blohm &amp; Voss, interessiert nicht weiter. Es wird nicht gezeigt, und also wird es nicht gedacht. Da\u00df diese Diskovergn\u00fcgten auch auf den Leichen der Anders Mersk tanzten, darf nicht gesagt werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Kollegen stehn an meinem Grab<br \/>\nSie bringen kein Wort heraus<br \/>\nNur die hohen Herrn k\u00f6nnen das Maul aufsperrn<br \/>\nDas macht ihnen selbst hier nichts aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meine Frau bekommt f\u00fcr meinen Tod<br \/>\nVom Werk ein paar tausend Mark<br \/>\nSo wird das Verbrechen von Bloom und Voss<br \/>\nMit einem Kopfgeld abbezahlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df die DDR-Gesellschaft einen anderen, n\u00e4mlich sozialistischen Begriff von Arbeit hatte, verschwindet quasi automatisch hinter der Erz\u00e4hlung der DDR als DIE Diktatur und des sogenannten freien Westens als DIE Demokratie, ohne da\u00df die Begriffe n\u00e4her, also \u00fcberhaupt bestimmt w\u00fcrden. Sie haben l\u00e4ngst aufgeh\u00f6rt, als Begriffe verwendet zu werden. Und da\u00df mit diesem anderen DDR-Begriff von Arbeit auch ARBEITSSCHUTZ sehr anders buchstabiert wurde, mu\u00df der Untertan schon gar nicht wissen. Wie er auch nicht wissen mu\u00df, da\u00df und warum einer ihrer Regime-Chefl\u00fcgner, Brandt, ab 1990 vom Kolonialregime eingesetzt wurde, den DDR-B\u00fcrgern einzureden, das provunG = das provisorische ung\u00fcltige Grundgesetz sei die beste Verfassung, die die Deutschen je hatten. Es war nie eine Verfassung, wie man sich bei Carlo Schmid, einem der sogenannten V\u00e4ter des Grundgesetzes, erkundigen kann, sollte keine sein und wird nie eine werden. Das \u201evergessen\u201c sie immer zu sagen, wenn sie sogenannte Reichsdeutsche und andere unzufriedene Rebellen in ihre Propaganda-Suppe hacken. Also auch das sollen die deutschen Untertanen nicht wissen und auch Gysi kriegt seine Di\u00e4ten daf\u00fcr, da\u00df er es weggrinst und wegl\u00fcgt: Die beste deutsche Verfassung war die der DDR von 1968\/1974 und die zweitbeste die der DDR von 1949. Und zwar u.a. weil diese weiterf\u00fchrten, was die Weimarer Verfassung von 1919 vorgab, die die drittbester Verfassung war; allein was in der 1919er Verfassung zum Schutz der Arbeitskraft zu lesen steht, h\u00e4tte die Brd-Proleten in ein Arbeiterparadies versetzt, h\u00e4tten die Amiquislinge wenigstens einen Bruchteil davon ins Grundgesetz geschrieben, anstatt miese Amispr\u00fcche schlecht in ein Pseudodeutsch zu qu\u00e4len. Von wegen die W\u00fcrde des Menschen sei unverletzlich! Und: \u201eSo wahr mir Gott helfe!\u201c<\/p>\n<p>Unser Lied straft auch diese S\u00e4tze l\u00fcgen. Es erz\u00e4hlt, wie die W\u00fcrde der Arbeitenden nicht einfach nur verletzt wird: Diese W\u00fcrde ist f\u00fcr die Kapital-Bosse gar nicht vorhanden und war es nie; und da\u00df diese vom Staat Brd und seinen Funktion\u00e4ren, die ja angeblich dem Grundgesetz verpflichtet sind, nicht zu Verantwortung gezogen wurden, zeigt, da\u00df auch f\u00fcr die Staatsb\u00fcttel der Mensch nichts ist und keine W\u00fcrde hat, und die Kapitaleigner alles sind, weil das Goldene Kalb der Kapitalakkumulation ihr Co-Gott ist, dem alle Staatsgebete gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie verlogen dieser Arbeiterverr\u00e4ter Brandt war, und nat\u00fcrlich auch sein pers\u00f6nlicher Wadenbei\u00dfer Bahr, sieht man \u00fcbrigens schon daran \u2013 wenn man es denn sehen und sehen lernen will -, da\u00df der Superlativ \u201ebeste\u201c immer das Ergebnis eines Vergleichs von mindestens drei Vergleichsgegenst\u00e4nden ist. Also Brandt mindetens drei deutsche Verfassungen h\u00e4tte vergleichen m\u00fcssen, um zu dem Ergebnis zu gelangen, da\u00df das provunG die beste Verfassung sei. Dieser Satz wurde den DDR-B\u00fcrger in den 1990ern unendlich oft an die K\u00f6pfe geknallt, auch und besonders gern via Ghetto-Sender mdr. Einen Vergleich deutscher Verfassungen haben sie nicht ein einziges Mal auch nur ansatzweise angeboten. Weder in den Pfaffensendern, noch in den sogenannt parteinahen Stiftungen, noch von den Weihrauchkanzeln des korrupten Bumstags. Den Gysi haben sie ein paarmal grinsen und feixen und witzig tun lassen, wie schlecht die DDR-Verfassung von 1968 gewesen sei. In der steht immerhin, wem die DDR und also auch das Volkseigentum, die Regierungsgeb\u00e4ude, die Kundenlisten der VEB, die Patente, die Grenzanlagen usw. geh\u00f6ren und da\u00df jeder Eingabe zu beantworten ist. Mit Frist. Die wurde freileich zwischenzeitlich von 14 Tage auf 4 Wochen verl\u00e4ngert. Von solchen Titeln und Rechten kann der Grundgesetz-B\u00fcrger-Idiot nicht einmal tr\u00e4umen. Weder als Versprechen noch als Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der selbe Arbeiter- und Volksverr\u00e4ter und Journalistinnenflachleger Brandt alias Frahm, der den DDR-B\u00fcrgern und also auch den Westdeutschen in den 1990ern die Verfassungsl\u00fcge auf Zwangs-Gez-und Sozenverbl\u00f6dungs-Ticket eintrichterte, war bis 1974 als Kanzler und zum Todes-Zeitpunkt der 28 Arbeiter f\u00fchrend mitverantwortlich als Chef der Regierungspartei Spd f\u00fcr die profitoptimierten Zust\u00e4nde, denen bei die Blohm &amp; Voss die 28 Arbeiter dem Profit geopfert wurden. Und w\u00e4hrend gegen die DDR die Honeckers und Mielkes und Wolfs und Mittags usw. f\u00fcr alles und jedes immer und \u00fcberall verantwortlich erz\u00e4hlt werden, waren und sind die Adenauers, Brandts, die Schmidt-Schnauzen, Kohls, Schr\u00f6ders, Lafontaines und Merkels f\u00fcr nichts verantwortlich au\u00dfer f\u00fcr Rentenerh\u00f6hungen, Befreiungen aller Art, Freiheit und Wohlstand, Luxus. Wenn man den Medien glaubt. Dann aber ist man bekanntlich selbst schuld. Denen, die keinen realen Zugang zu all den verdienstvoll erscheinen sollenden Segnungen haben, zeigt man sie dann wenigstens im TV wie dem Esel die Morr\u00fcbe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den seriellen Erz\u00e4hlungen der B\u00f6sesten des B\u00f6sestens, n\u00e4mlich Regimes, also mit der Erz\u00e4hlung der \u201eStasis\u201c ist die Rolle des falschbenannten Ministeriums und der falschbenannten Mitarbeiter f\u00fcr Staatssicherheit auch schon weggelogen. Katastrophen vom Ausma\u00df derjenigen der Anders Mersk in der DDR w\u00e4ren Untersuchungsgegenstand dieses Ministeriums gewesen. Das kam zum einen daher, da\u00df in den Fr\u00fchzeiten der DDR dergleichen Katastrophen vor allem durch aus Westrichtung in Marsch gesetzte und finanzierte Diversanten verursacht waren wie auch andere gro\u00dfe und gr\u00f6\u00dfte volkswirtschaftliche Sch\u00e4den vor allem anderen dem Sog dieser korrumpierenden und Verbrecher machenden Brd-W\u00e4hrung geschuldet war. Aber auch ein wesentlicher Vorteil einer Zentralstaats sollte zum Zuge kommen: Nicht der letzte Zweck der Untersuchungen dieses Organs war es, nach Arbeitsunf\u00e4llen mit Todesfolgen und sonstigen gro\u00dfen Sch\u00e4den gesamtgesellschaftliche Lehren zu ziehen. Da in der DDR nichts h\u00f6her stand als jedes einzelne Menschenleben. Im Unterschied zur Brd, wo Eigentum weit h\u00f6her steht; 1990 hat Gregor Gysi dieses Wissen noch \u00f6ffentlich kundgetan. Wer wei\u00df sowas heute schon noch? Also was Gysi mal wu\u00dfte? Und da war ein zentrales Untersuchungsorgan, das auch f\u00fcr eine Auswertung und Formulierung ver\u00e4nderter Arbeitsschutznormen zust\u00e4ndig war, sehr n\u00fctzlich. Und dieser Nutzen war sein Zweck. Und auch Informelle Mitarbeiter waren diesem Nutzen unterworfen, sogenannte IMs, die ohne Wenn und Aber \u00fcber M\u00e4ngel, Schlampereien, Vers\u00e4umnisse und auch Vertuschungsversuche informierten. Allerdings, auch das war Bestandteil der nicht oder ewigfalsch erz\u00e4hlten Ideologie der DDR und also auch des Untersuchungsorgans, sollte das MfS und sollten auch die IMs m\u00f6glichst pr\u00e4ventiv wirken, also bevor irgend etwas passiert, bevor jemand zu Tode gekommen war. Und genau das darf der deutsche Untertan nicht denken. Den Mangel, also da\u00df das Adenauer-Erhardt-Kiesinger-Brandt-Schmidt-Kohl-Schr\u00f6der-Merkel-Regime \u00fcber ein solches zentrales Organ nie verf\u00fcgte und nie verf\u00fcgen wollte, das die Verhinderung und Auswertung solcher Katastrophen betrieb wie das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit dies in der DDR tat, macht die staatspf\u00e4ffische Propaganda mehr als wett, indem zig Tausende virtuelle Joseph Goebbelse mit der Falscherz\u00e4hlung dieses Ministeriums den gemeinen Saujuden wieder auferstehen lie\u00dfen und tagt\u00e4glich lassen. Man mu\u00df nur das K\u00fcrzel \u201aIM\u2018 oder \u201aStasi\u2018 durch das Wort \u201aJude\u2018 ersetzen, und schon erkennt man in den seriellen Hetzmedien die v\u00f6lkischen Beobachter von Adolfs Befehls-Gnaden wieder. Was keine Wunder oder Zufall ist, da ja auch Helmuts Endsieg von 1989\/1990 der seines gro\u00dfen Vorg\u00e4ngers \u201ein Rechtsnachfolge in Identit\u00e4t\u201c Adolf ist. Und der Sohn der Adolf Tusse Gauck und des Adolf-Kriegers Gauck, der vor einigen Jahren von keinem dringender als Bumspr\u00e4ser gew\u00fcnscht und gefordert wurde als von dem Sohn des SS-Manns Trittin, da\u00df sie gemeinsam weitere Rache nehmen konnten an den Kindern und Enkeln der Kommunisten, Sozen, Gewerkschafter, Deserteure, weil die es gewagt hatten, den Befehlen Adolf Hitlers nicht folgen zu wollen, war der beste Garant f\u00fcr die Kontinuit\u00e4t faschistischer Geschichtsl\u00fcgen. Ob es nun um eine zwanghaft von Brandt, Lafontaine, dem Kriegsverbrecher Schr\u00f6der und all ihren Arbeiter- und Volksverr\u00e4ter-Kumpane herbeigelogene angebliche Zwangsvereinigung, um Katyn, den Warschauer Aufstand, die 1939er und 1941er Kriegsgr\u00fcnde oder die DDR-Realit\u00e4ten einschlie\u00dflich Katastrophenverhinderungsarbeitschutzvorschriften ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also wurden und werden Lieder wie dieses der nach dem an der Wasserkante einst ber\u00fchmten Feuerschiff \u201eElbe1\u201c benannten Liedgruppe vergessen gemacht wie auch Lennons \u201eGive Peace A Chance\u201c und \u201eWoman Is The Nigger Of The World\u201c. Und keiner wei\u00df \u00f6ffentlich, wie und durch wen. Und die DDR wurde etabliert als der Ort der Katastrophen und Explosionen, Entgleisungen, von Pleiten, Pech und Pannen, der \u201eStasi\u201c-Spitzel, dessen vern\u00fcnftige Gesetze fast nie mit erz\u00e4hlt werden, und vor allem als Ort der Dauerfluchtgedanken aller ihrer B\u00fcrger. Weil nichts die DDR besser als eine staatliche H\u00f6lle denunziert, als wenn man die Deutschen denken macht, da\u00df alle DDR-B\u00fcrger tagt\u00e4glich wie alln\u00e4chtens immer nur an eines dachten: sie zu verlassen. Ich nenne das den indirekten Beweis: Gegen diese Propaganda-Methode hat der deutsche Untertan nicht einmal ein Sensorium, geschweige denn Abwehrkr\u00e4fte. Anstatt zu denken und anzusagen, welche Gr\u00fcnde Dean Reed gehabt haben mag, die DDR als das richtige Land f\u00fcr seinen Lebensmittelpunkt anzusehen. Und wenn es \u201enur\u201c die Erkl\u00e4rung gewesen w\u00e4re, da\u00df er die Blume seines Herzens und Lebens nur hier finden konnte. Solche Blumen wuchsen in den St\u00e4dten und D\u00f6rfern der DDR heran wie nirgends sonst. Seit 1990 wachsen Frustrationen, Depressionen und bl\u00fchen die menschlichen Neu-Rosen in allen Farben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihre rangh\u00f6chsten und \u00fcberzeugendsten Zeugen in Sachen der ghettosenderbehaupteten Dauerzwangsfluchtgedanken und des Fluchtgedankendauerzwangs, Merkel und Gauck, sind die besten Parade- und Vorzeige-Beispiele f\u00fcr ihre Verlogenheit, da von den beiden keinerlei Aktivit\u00e4ten jemals bekannt geworden sind, diesen schlimmsten aller Orte verlassen zu wollen, die Mauerketten \u2013 sozusagen &#8211; zu sprengen. Kein Ausreiseantrag, keine Nix. Sie blieben in dem Land, wo Menschenleben mehr galten als Kapital und sonstiges Gro\u00df-Eigentum, weil Jesus nicht Staatsreligion war und Commerz nicht jeglichen k\u00fcnstlerischen Ausdruck der Arbeitenden erstickte. Sogar Volkswitz gab es noch. Damals. Als Gauck und Merkel noch bekennende DDR-B\u00fcrger waren und noch \u2013 immerhin waren sie zum Zeitpunkt des Anschlusses l\u00e4ngst erwachsene Leute &#8211; nicht gemerkt hatten, wie b\u00f6se man ihnen mitspielte. Was ihnen dann 1990 pl\u00f6tzlich auf- und einfiel. Wie \u201eLindi\u201c pl\u00f6tzlich \u00f6ffentlich bemerkte, da\u00df die DDR von der Brd eine Mauer trennte, um mit diesem Einfalls-Blitz zu begr\u00fcnden, warum er seinem Freund Erich nicht zu Hilfe kam, da der nun so dringend Hilfe brauchte. Da Michael und Boris ihn verraten und verschenkt hatten. Wie das ganze Volk der DDR.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum hat \u201eLindi\u201c den Erich nicht mit in sein Hotel genommen? In Berlin oder Hamburg? Wo er doch so viele Jahre um dessen Freundschaft gebuhlt hatte? Da h\u00e4tten Erich und Margot nicht zum Pfaffen gehen m\u00fcssen. Mit was f\u00fcr einer Moral sind solche Pops\u00e4ufer und Westgro\u00dffressen ausgestattet? Ist das Wort Moral f\u00fcr solchen Abschaum \u00fcberhaupt noch brauchbar? Oder sollte man jede und jeden, der mehr als 2&#8230;3 mal im Brd-Staats-Commerz-Fernsehen gesehen wurde und auf irgend einer Wahlliste einer Bumstagspartei auftauchte, sowieso aus der Liste der Anst\u00e4ndigen streichen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also r\u00fcckwirkend haben sie es ja dann schon bemerkt und erkl\u00e4rt, die Gro\u00dffressen des Regimes, wie b\u00f6se die DDR war. Und wie der Zufall es wollte, gab es solches Bemerken \u00f6ffentlich nie, ohne da\u00df sie in sogenannt harter Demark bezahlt wurden: Bei Gauck war es erst den Chefposten einer Bundesbeh\u00f6rde mit entsprechendem Sal\u00e4r, dann Ruhegehalt und dann noch das f\u00fcr den Bumspr\u00e4ser. Wer redet \u00fcber die Millionen die ihm seine L\u00fcgen eingebracht haben? Bei Merkel reichte die in den 1990ern dauer-TV-kampagnengesendete und geradezu sprichw\u00f6rtliche DDR-Christenverfolgung bis in die Zwangspromotion mit Zwangsauslandsstudium und Zwangsstipendium und Zwangsfrauenf\u00f6rderung. Wie viele Brd-Proleten und -innen sich die Finger geleckt h\u00e4tten nach solchen Zw\u00e4ngen \u2013 und dann auch noch so viel davon! &#8211; und wie viele sich den DDR-Arbeitsbedingungen gern unterworfen h\u00e4tten, darf auch nirgendwo sendend gefragt werden. Normalerweise. Eine der wenigen Ausnahmen war Inge Viett, die RAF-Aussteigerin, von der sie einmal berichteten, wie gern sie sich, inzwischen DDR-B\u00fcrgerin, diesen Zw\u00e4ngen unterwarf. Mit der un\u00fcberh\u00f6rbaren Tendenz, sie daf\u00fcr f\u00fcr plemmplemm zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diese Liedlaudatio ein wenig aus dem Abstrakten ins f\u00fcr mich Pers\u00f6nliche zu holen: Ich hatte einen Westberliner Gro\u00dfvater. Den ich auch nie verleugnet habe. Auch wenn ich in jungen Jahren wenigstens ahnen mu\u00dfte, es k\u00f6nne nachteilig sein, da uns DDR-B\u00fcrgern allgemein bekannt war, da\u00df aus Sicherheits- und Geheimhaltungsgr\u00fcnden solche Familienbande dazu f\u00fchren konnten, da\u00df man f\u00fcr diese oder jene Aufgabe oder Anstellung nicht infrage kam. Ich mu\u00dfte diesen Opa also nicht wie so viele andere aus dem sprichw\u00f6rtlichen Hut ziehen, als man dann ab Anfang der 1980er zu hohen runden Geburtstagen naher Verwandter auch als j\u00fcngerer DDR-B\u00fcrger in die Brd und nach West-Berlin reisen durfte. Nicht immer, aber immer mehr und \u00f6fter. Und dazu waren diese Verwandten nun pl\u00f6tzlich von Vorteil. Und viele erinnerten sich ihrer, da sie sie bis dahin so erfolgreich \u201evergessen\u201c hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So kam es, da\u00df mein Vater in Westberlin nicht nur seinen Vater hatte, sondern auch einen Halbbruder. Der hie\u00df Wolfgang; in den Geburtsjahrg\u00e4ngen meines Vaters und seines Halbbruders waren ja noch deutsche Namen \u00fcblich, und auch als ich geboren wurde, waren noch nicht Fernsehfiguren oder Schlagerfuzzis f\u00fcr die Namensgebung der Neugeborenen durch die jungen M\u00fctter zust\u00e4ndig. Jedenfalls lernte ich meinen Onkel in den 1980ern kennen. Ein normales Proletenleben in der Westberliner Platte, von der wir DDR-B\u00fcrger auch nichts wissen sollten, weitab von politischem Wissen und politischem Engagement. Ein untersetzter, kr\u00e4ftiger Mann mit Tochter und Hausfrau. Die nicht offiziell arbeitete und nicht offiziell versichert war. Der in jungen Jahren nur ans Geld gedacht hatte, und niemand und nichts waren da gewesen, ihm andere Gedanken zu machen. Im einstmals roten Wedding.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit 50 war sein R\u00fccken vom Akkordschleppen hin\u00fcber, mit Mitte 50 war er tot. Das war nicht lange nach dem Endsieg Adolfs und Helmuts \u00fcber die DDR. Mein Vater, der den allergr\u00f6\u00dften Teil seines Arbeitslebens als Maurer in sozialistischen Betrieben zugebracht hat, wo man ordentliche Pausen gemacht hat und ordentlich den 1. Mai gefeiert hat und den Frauentag sowieso und auch den 7. Oktober, erfreut sich heute bester Gesundheit im 87. Lebensjahr und ist, wie man so sagt: Fit wie ein Turnschuh. Und ich teile seinen Stolz auf sein gelebtes Arbeiterleben in der DDR. Und auch deshalb ist die DDR eben unser Gl\u00fcck gewesen, jedenfalls das der meisten ihrer Bewohner. Wie auch Deans. Und ist es DER Unterschied, ob Arbeitsunf\u00e4lle geschehen, OBWOHL alles getan wird, sie zu vermeiden, oder WEIL NICHTS dergleichen getan wird. Und genau deshalb kommen diese Realit\u00e4ten weder im Programm des mdr noch irgend eines anderen Rechtsextremistensenders vor. Und wie die Anschlu\u00dfsieger nicht nur in Sachen Sero, Kinderg\u00e4rten, Polikliniken, Hausgemeinschaften, Genossenschaften, Volksbildung, Diabetis-Pr\u00e4vention und -Betreuung, EOS, Sozialversicherung, Plastict\u00fctenverzicht von der DDR lernen wollten, so wollten sie es vom zentralen Untersuchungsorgan MfS schon gar nicht. Und geben wir es zu: Sie konnten und k\u00f6nnen es auch nicht. Jesus oder Vernunft? Beides zusammen geht eben nicht. Und was f\u00fcr Arbeitsschutz und -unf\u00e4lle zutrifft, gilt erst recht und noch dringender f\u00fcr Kriege, Autobahnraserei, sonstigen Mord und Totschlag, Puffsklavinnen, Aufkl\u00e4rung, Bildung, Kultur, Ehrlichkeit. Also daf\u00fcr, wie ein Staat konstruiert ist und wozu. Kapitalismus und seine h\u00f6chste Stufe, der Imperialismus sind eben kein Unfall. Sondern ein tagt\u00e4gliches Verbrechen an der Menschheit. Davon, da\u00df dieses Verbrechen schon so lange w\u00e4hrt, wird es nicht besser, die Abschaffung des Verbrechens wird nur Tag f\u00fcr Tag dringlicher, auch wenn sie uns wom\u00f6glich immer unm\u00f6glicher erscheint. Und genau das erz\u00e4hlt dieses Lied. Denn die Wahrheit ist konkret wie auch die Poesie. Auch wenn sie traurige Geschichten erz\u00e4hlt. Und sowieso wenn die traurigen Geschichten nicht um des Erz\u00e4hlens willen erz\u00e4hlt werden, sondern um die Welt erkennen zu machen und zu \u00e4ndern&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Glaub mir mein Freund dir kann das gleiche passiern.<br \/>\nAuch an deinem Grabe, werden sie sich nicht genieren<br \/>\nSie halten Trauerreden und denken nur ans Geld<br \/>\nWeil ein Arbeiterleben f\u00fcr sie gar nicht z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erz\u00e4hlst Du von der Anders M\u00e6rsk<br \/>\nDann nenne sie nie Ungl\u00fcckschiff<br \/>\nWeil der Tod von 28 Kollegen<br \/>\nKein ungl\u00fccklicher Zufall ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Die Kollegen stehn an meinem Grab<br \/>\nSie bringen kein Wort heraus<br \/>\nNur die hohen Herrn k\u00f6nnen das Maul aufsperrn<br \/>\nDas macht ihnen selbst hier nichts aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meine Frau bekommt f\u00fcr meinen Tod<br \/>\nVom Werk ein paar tausend Mark<br \/>\nSo wird das Verbrechen von Bloom und Voss<br \/>\nMit einem Kopfgeld abbezahlt.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>J\u00fcrgen Eger<\/strong><strong>,<\/strong> geboren 1954 in Berlin, Hauptstadt der DDR. Von der Einschulung bis zum Abschluss des Diplomstudiengangs Elektronik\/Technologie an der TU Dresden durchlief er einen normalen DDR-Lebensbeschreitungsweg. Er nahm Gesangsunterricht, war Nachhilfelehrer, erhielt 1981 einen S\u00e4ngerpreis bei den DDR-nationalen Chansontagen in Frankfurt\/ Oder. Berufsausweis als staatlich anerkannter DDR-Chansons\u00e4nger, arbeitete als Publizist und Regisseur, bezeichnete sich selbst gern als einziger \u201estaatlich-anerkannt freischaffender Agitator\u201c der DDR. Studierte 7 Jahre lang selbstbestimmt und privat an der Berliner Musikhochschule und an der Humboldt Universit\u00e4t Berlin, textete auch f\u00fcr andere, machte Theater, hatte in DDR-Endzeiten eine Band, mit der er DDR-Rock- und Pop-Lieder pr\u00e4sentierte, die nicht \u00fcber den Rundfunk gesendet wurden.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: 10pt;\">Im Herbst 1989 war er an diversen Kollektivunternehmungen zur Verteidigung und Verbesserung der DDR aktiv, bekam als FDJ-Kunstpreistr\u00e4ger auch (noch) den DDR-Kunstpreis. Anfang Dezember 1989 wurde er nach eigenen Worten \u201evon Biermann &amp; Co. abgestraft und in die Volksverhetzungssuppe gehackt\u2026 Der Biermann war sozusagen vorgeschickt, die kohlsche Neuauflage des hitlerschen Kommissarbefehls durch- und auszugeben.\u201c Es folgten mehrere Berufsverbote, Degradierungen, Plattmachen, Strafverfolgungen usw. So verliert sich, nach seinen Angaben, seine k\u00fcnstlerische Spur in der Totalzensur der Anschlussdiktatoren.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fiete Jensen Der Tag, an dem der Hafen Trauer trug 9. 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