{"id":302,"date":"2017-03-10T08:12:57","date_gmt":"2017-03-10T07:12:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=302"},"modified":"2017-03-16T11:35:18","modified_gmt":"2017-03-16T10:35:18","slug":"302","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/302\/","title":{"rendered":"&#8211; Zu einigen Fragen, Misverst\u00e4ndnissen und Fehlinterpretationen der Strategie der Kommunisten"},"content":{"rendered":"<h4><strong>Patrik K\u00f6bele, <a href=\"http:\/\/news.dkp.suhail.uberspace.de\/2017\/03\/zu-einigen-fragen-missverstaendnissen-und-fehlinterpretationen-der-strategie-der-kommunisten\/\" target=\"_blank\">DKP<\/a><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<h2>Zu einigen Fragen, Misverst\u00e4ndnissen<br \/>\nund Fehlinterpretationen der Strategie der Kommunisten<\/h2>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong class=\"innerTitle clearfix\">&gt;&gt;&gt;Antimonopolistische Demokratie&lt;&lt;&lt;<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<div id=\"colLeft\">\n<div class=\"blogItem clearfix\">\n<div id=\"attachment_304\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-304\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-304\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Patrik_Koebele.jpeg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-304\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Genosse Patrik K\u00f6bele<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist gut, dass wir diese Fragen diskutieren. Dabei stehen wir nicht am Anfang. Bereits vor dem 21. Parteitag haben wir das Thema auf einer theoretischen Konferenz diskutiert. Den Genossen Blach und Rodermund ist zu danken, dass sie mit ihrem Diskussionsbeitrag Widerspruch hervorrufen. Dieser Widerspruch ist notwendig und der Widerspruch treibt bekanntlich voran.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der gesamten Debatte brauchen wir eine Klarheit der Begrifflichkeiten. Die fehlt uns zum Teil noch. Stichworte wie antimonopolistische Strategie und antimonopolistische Demokratie werden mitunter verwechselt oder gleichgesetzt. Antimonopolistische B\u00fcndnispolitik wird oft auf die Frage reduziert, wer potentielle B\u00fcndnispartner sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Ansatz ist deswegen sowohl Struktur in diese Fragen zu bringen, als dabei auch Position zu beziehen. Ich verstehe meinen Beitrag deshalb weniger als Antwort auf den Beitrag der Genossen Blach und Rodermund, sondern mehr als Beitrag zum zentralen Diskussionsprozess in Vorbereitung des 22. Parteitags.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fangen wir mit der antimonopolistischen Strategie an. Sie ist keineswegs Ergebnis der Programmarbeit der DKP nach 1968. Sie ist auch nicht Ergebnis des Aufschwungs der kommunistischen Weltbewegung oder gar der Existenz eines sozialistischen Lagers, das ein ann\u00e4herndes Kr\u00e4ftegleichgewicht mit dem Kapitalismus erzwungen hatte. Die antimonopolistische Strategie ist eine Konsequenz aus der Leninschen Imperialismusanalyse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Analytische Eckpunkte sind, dass das Monopol zum strukturbestimmenden Moment dieser neuen, des imperialistischen Stadiums des Kapitalismus geworden ist. Und Eckpunkt dieser Analyse ist, dass dies zwingend zur Ausdifferenzierung innerhalb der herrschenden Klasse (Finanzkapital als Verschmelzung von Industrie- und Bankkapital, Monopolkapital, kleine und mittlere Kapitalisten) und der beherrschten Klasse (Herausbildung von Arbeiterb\u00fcrokratie und Arbeiteraristokratie) f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Widerspr\u00fcchlichkeit zwischen den imperialistischen Nationen, ihre Unterdr\u00fcckung gegen\u00fcber schwachen kapitalistischen (ja sogar schwachen imperialistischen) L\u00e4ndern, die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit von der ungleichen Entwicklung im Kapitalismus f\u00fchrt dar\u00fcber hinaus zu Widerspr\u00fcchen, Unterschieden selbst zwischen Fraktionen des Monopolkapitals. Dies zu erkennen ist f\u00fcr eine Strategieentwicklung entscheidend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Historisch gesehen, war dies sowohl die Grundlage zur Leninschen Revolutionstheorie, als auch die Grundlage der dimitroffschen Faschismusdefinition (Faschismus an der Macht ist die offene terroristische Diktatur der reaktion\u00e4rsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen ELEMENTE des Finanzkapitals (Hervorhebung P.K.)). Verallgemeinert kann f\u00fcr das Stadium des Imperialismus und f\u00fcr die innerhalb dieses Stadiums vollzogene Entwicklung hin zum staatsmonopolistischen Kapitalismus (der Verschmelzung von Staat und Monopolmacht gelten, was Willi Gerns, wie folgt formulierte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Monopole, die ihre Macht mit der des kapitalistischen Staates vereinigen, stellen die entscheidende Basis und das R\u00fcckgrat des heutigen Kapitalismus dar. Mit der \u00dcberwindung der Monopolmacht w\u00fcrde darum das wichtigste Hindernis f\u00fcr die \u00d6ffnung des Weges zum Sozialismus \u00fcberwunden. Deshalb ist es objektiv notwendig, die ganze Kraft gegen das Monopolkapital, gegen die vereinigte Macht von Monopolen und monopolkapitalistischem Staat zu konzentrieren.\u201c (1)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle programmatischen Dokumente der KPD, auch nach der Befreiung, waren durchzogen von einer antimonopolistischen Strategie. Das gilt f\u00fcr den Aufruf der KPD vom 11. Juni 1945. Dort werden als \u201eimperialistische Auftraggeber der Nazipartei, die Herren der Gro\u00dfbanken und Konzerne, die Krupp und R\u00f6chling, Poensgen und Siemens.\u201c benannt. Dort wird bei den dringensten Aufgaben unter Punkt 6 und 7 auf die \u201eEnteignung des Verm\u00f6gens der Nazibonzen und Kriegsverbrecher\u201c, der \u201eLiquidierung des Gro\u00dfgrundbesitzes, der gro\u00dfen G\u00fcter der Junker, Grafen und F\u00fcrsten\u201c orientiert, w\u00e4hrend ebenfalls in Punkt 7 gesagt wird, dass \u201ediese Ma\u00dfnahmen in keiner Weise den Grundbesitz und die Wirtschaft der Gro\u00dfbauern ber\u00fchren werden.\u201c In Punkt 2 dieser dringendsten Ma\u00dfnahmen spricht die KPD gar von der \u201ev\u00f6llig ungehinderten Entfaltung des freien Handels und der privaten Unternehmerinitiative auf der Grundlage des Privateigentums.\u201c Das hatte auch etwas damit zu tun, dass die KPD sich der Aufgabe stellte nach einem Weg der Heranf\u00fchrung an die sozialistische Revolution zu suchen, f\u00fcr die die Zeit nicht reif war (im Unterschied \u00fcbrigens zur SPD, die das agitatorisch behauptete, deren F\u00fchrung aber schnell an der Restauration der alten Macht- und Besitzverh\u00e4ltnisse arbeitete). Die KPD bestimmte als Inhalt dieser \u00dcbergangsphase die Orientierung auf einen antifaschistisch-demokratischen Aufbau. Das war Grundlage f\u00fcr den sp\u00e4teren \u00dcbergang zum Aufbau des Sozialismus in der DDR.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Hamburger Parteitag der KPD von 1954 beschloss eine klare antimonopolistische Orientierung. 1954 war wahrlich kein Jahr des Aufschwungs der Kommunisten in der Bundesrepublik. Seit 1949\/50 nahm die Repression zu, 1951 wurde die FDJ verboten, der Antrag auf Verbot der KPD gestellt. Die KPD war aus dem Bundestag geflogen, der Antikommunismus grassierte. Worauf orientierte die KPD? \u201eDie deutsche Arbeiterklasse kann sich nur befreien, indem sie als F\u00fchrerin der Nation das einige, demokratische Deutschland gegen die deutschen Monopolkapitalisten, Gro\u00dfgrundbesitzer und Militaristen erk\u00e4mpft.\u201c Das war die Kernaussage der Orientierung. Hinsichtlich der B\u00fcndnispolitik wurde dann entwickelt: \u201eDas Kraftzentrum des erfolgreichen Kampfs der Volksmassen ist die Aktionseinheit der Arbeiterklasse. Je aktiver die Arbeiterklasse die Sache der Wiedervereinigung und des Friedens in ihre H\u00e4nde nimmt, um so erfolgreicher wird sie das B\u00fcndnis mit der werkt\u00e4tigen Bauernschaft und die Zusammenarbeit mit allen friedliebenden, demokratischen Kr\u00e4ften verwirklichen.\u201c (\u2026) \u201eDie Aufgabe der Arbeiterklasse und vor allem der Kommunisten besteht darin, mit allen patriotischen Schichten der Bev\u00f6lkerung, mit den Millionen Bauern, mit den Handwerkern und Gewerbetreibenden, mit den Geistesschaffenden, mit allen, die nicht wollen, dass der deutsche Militarismus wieder entsteht, in lebendige Verbindung zu treten.\u201c Wenn das keine antimonopolistische Orientierung ist, die die Hauptfrage der Verhinderung von Militarismus und den Kampf um die Wiedervereinigung in den Vordergrund stellt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und heute? Leider haben wir doch mit einer Kernaussage des 21. Parteitags Recht behalten. Wir m\u00fcssen uns auf eine wachsende Aggressivit\u00e4t des deutschen Imperialismus nach innen und au\u00dfen einstellen. Und die dabei treibenden Kr\u00e4fte sind das Monopolkapital, seine unterschiedlichen Fraktionen, der milit\u00e4risch-industrielle Komplex, das Finanzkapital im Leninschen Sinn (Verschmelzung von Industrie- und Bankkapital).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der Schw\u00e4che der deutschen Arbeiterklasse w\u00e4re es Unsinn, \u00fcber B\u00fcndnisse mit den Teilen des Monopolkapitals zu spekulieren, die kein Interesse am S\u00e4belgerassel gegen\u00fcber Ru\u00dfland haben. Aber den Widerspruch bis hinein ins Monopolkapital muss man genauso sehen, wie die Tatsache, dass das Kapital nicht nur aus dem Monopolkapital besteht. Meint: Ich erwarte nicht mit Joe K\u00e4ser, dem Siemensmann, Arm in Arm gegen von der Leyen zu marschieren. Ich bin aber vehement daf\u00fcr f\u00fcr Friedensdemos auch Kleingewerbetreibende, Unternehmer zu gewinnen \u2013 solange wir uns daf\u00fcr nicht selbst zur\u00fccknehmen, und weiterhin auf den Zusammenhang von Kapitalismus und Krieg verweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies macht deutlich: Antimonopolistische B\u00fcndnispolitik hat nicht zuerst die Frage nach den theoretisch m\u00f6glichen B\u00fcndnispartner zu stellen \u2013 zuvorderst ist sie eine inhaltliche Frage. Sie muss die Fragen in den Mittelpunkt stellen, die die entscheidenden sind. Sie muss dann Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse analysieren und dann m\u00f6gliche B\u00fcndnispartner bestimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich darf die kommunistische Partei niemals aus R\u00fccksicht auf die Aktionseinheits- und B\u00fcndnispolitik darauf verzichten, ihre eigenen Inhalte zu verbreiten. Da geht es immer darum, dass der Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital die Ursache f\u00fcr Kriege, Faschismus, Sozial- und Demokratieabbau ist. Zuerst ist antimonopolistische B\u00fcndnispolitik eine Frage der Sto\u00dfrichtung. Es geht um eine B\u00fcndnispolitik mit Forderungen gegen den strukturbestimmenden Teil des Kapitals, das Monopolkapital, es geht um eine B\u00fcndnispolitik gegen die aggressivsten Teile des Monopolkapitals. Dann ist es eine Frage der Inhalte. Und erst dann geht es um die Frage der m\u00f6glichen Partner, der m\u00f6glichen Breite.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Willi Gerns schreibt dazu: \u201eDurch die Vereinigung der Macht der Monopole mit der des Staates ist ein starkes Machtkartell entstanden, das nur durch eine starke Gegenkraft \u00fcberwunden werden kann. Diese wird umso st\u00e4rker sein, je mehr es uns gelingt, m\u00f6glichst viele Gegner der Monopolbourgeoisie aus allen Gruppen und Schichten, die \u2013 und wenn dies auch nur in Teilfragen der Fall ist \u2013 in Widerspr\u00fcche zum staatsmonopolistischen Kapitalismus geraten, in breite antimonopolistische B\u00fcndnisse zusammenzuf\u00fchren.\u201c (2)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei muss klar sein, B\u00fcndnisse sind keine katholischen Ehen, keine Strukturen, die dauerhaft monolithisch sind. Nat\u00fcrlich ist der Kern unserer B\u00fcndnispolitik die Aktionseinheitspolitik, also die B\u00fcndnispolitik im Ma\u00dfstab der Arbeiterklasse. Es ist aber nicht m\u00f6glich, sequentiell ranzugehen, also, wir machen jetzt Aktionseinheitspolitik und, wenn die weit genug entwickelt ist, machen wir B\u00fcndnispolitik mit andern Gruppen und Schichten. Es wird vielmehr darum gehen mit einer h\u00f6chstm\u00f6glichen Flexibilit\u00e4t an diese Frage heranzugehen. UND: Flexibilit\u00e4t darf niemals mit Opportunismus verwechselt werden. Der beginnt immer dort, wo darauf verzichtet wird im B\u00fcndnis nicht mehr um die inhaltlichen Grundlagen des B\u00fcndnis zu ringen und\/oder auf die Vertretung der eigenen, weitergehenden Positionen zu verzichten. Nat\u00fcrlich wollen wir Kollegen, Freunde, B\u00fcrger im B\u00fcndnis davon \u00fcberzeugen, dass nicht nur die Einzelforderung, die sich in der Regel objektiv gegen den staatsmonopolistischen Kapitalismus richtet (aber subjektiv gar nicht so erkannt wird), zu erk\u00e4mpfen ist, sondern die Macht der Monopolbourgeoisie und letztlich die Macht des Kapitals in der Gesamtheit in Frage zu stellen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Debatte um B\u00fcndnism\u00f6glichkeiten bis hinein ins Monopolkapital halte ich f\u00fcr eine Geisterdebatte. Daf\u00fcr gibt es im heutigen Deutschland keine praktische Relevanz. F\u00fcr Schwesterparteien kann sich die Frage aber durchaus stellen. In der Peripherie der EU ist genau zu bestimmen, ob es nicht Teile der Bourgeoisie gibt, die sich gegen die Vorherrschaft des deutschen Imperialismus in der EU stellen. Und dann muss eine Leninsche B\u00fcndnispolitik her \u2013 notfalls mit dem Teufel. Nur darf dabei nicht vergessen werden, dass es der Teufel ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun komme ich zuletzt noch zur Frage der \u201eAntimonopolistischen Demokratie\u201c. Sie war im Programm von 1978 eine konkretisierte \u00dcberlegung, wie eine \u00dcbergangsphase, ein Heranf\u00fchren an die proletarische Revolution aussehen k\u00f6nne, Sie war also vergleichbar mit den Forderungen der KPD von 1945 nach einem antifaschistisch-demokratischen Deutschland und der Orientierung der KPD von 1954 auf ein \u201eeinheitliches, friedliebendes, demokratisches Deutschland.\u201c All diese Phasen waren niemals gedacht als eigenst\u00e4ndige Gesellschaftsformationen. Denn in diesen Phasen ist die Machtfrage noch nicht zu Gunsten der Arbeiterklasse entschieden. Trotzdem sind diese Phasen Teil eines einheitlich revolution\u00e4ren Prozess und f\u00fchren an die proletarische Revolution heran. Sie sind im Leninschen Sinne zu verstehen als Phasen der Doppelherrschaft, als Parallele zu dem, was Lenin vor der Oktoberrevolution als \u201eStaat der revolution\u00e4ren Demokratie\u201c definiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Phasen der Doppelherrschaft, als Bestandteil des einheitlichen revolution\u00e4ren Prozess gab es in allen erfolgreichen proletarischen Revolutionen. Das war die Doppelherrschaft in Russland, das war die Phase des antiimperialistischen Kampfes in China und Kuba, das war die antifaschistisch-demokratische Phase in den europ\u00e4ischen Volksdemokratien, dass war der Befreiungskampf in Vietnam, Laos und Kampuchea.. Die Machtfrage ist noch nicht entschieden, R\u00fcckschl\u00e4ge, Konterrevolutionen m\u00f6glich, siehe Chile und Portugal. Solch eine Phase erlebt Venezuela, der Ausgang ist offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die proletarische Revolution erfordert die Ergreifung der politischen Macht durch die Arbeiterklasse im B\u00fcndnis anderen nicht-kapitalistischen Schichten und Klassen (z.B. Bauern, Intelligenz, kleine Gewerbetreibende). Sie erfordert, dass die politische Macht genutzt wird, um der Bourgeoisie die Produktionsmittel zu entrei\u00dfen. Das ist notwendig, weil auch kleines und mittleres kapitalistisches Eigentum immer wieder neuen Kapitalismus<br \/>\ngebiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die antimonopolistische Demokratie war eine \u00dcberlegung, wie eine Phase der Heranf\u00fchrung an die proletarische Revolution aussehen k\u00f6nnte. Im Programm von 1978 war das stark vom damaligen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zwischen Sozialismus und Kapitalismus\/Imperialismus im Weltma\u00dfstab gepr\u00e4gt. Dort haben wir diese Phase wohl etwas zu detailliert beschrieben, vielleicht auch zu wenig darauf verwiesen (getan haben wir das), dass es sich keineswegs um die proletarische Revolution, sondern um die Heranf\u00fchrung an diese, im Rahmen eines einheitlichen, revolution\u00e4ren Prozess, handelt. Vielleicht haben wir auch zu stark Formulierungen verwendet, die vermuten liessen, dass wir die Frage der Staatsmacht im Sinne einer b\u00fcrgerlich-parlamentaristischen Regierung definieren w\u00fcrden. Diese Fragen werden aber unter den historischen Bedingungen durch die Massen und die Klassen- und Massenk\u00e4mpfe entschieden werden. Dabei ist sicher davon auszugehen, dass die Massen sich Strukturen schaffen werden, die sich unterscheiden und abgrenzen werden von der noch bestehenden und agierenden Macht des Monopolkapitals.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke es ist richtig, dass wir im Programm von 2006 auf die Formulierung von der \u201eAntimonopolistischen Demokratie\u201c und ihrer Darstellung verzichtet haben. Trotzdem spricht aus heutiger Sicht alles daf\u00fcr, dass der Inhalt dieses Teils des revolution\u00e4ren Prozess vom Wesen her antimonopolistisch sein wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell erfordert diese Strategie \u00dcberlegungen und K\u00e4mpfe zu entwickeln, die aus der jetzigen Defensivsituation, aus der Offensive des Imperialismus, des Staatsmonopolistischen Kapitalismus herausf\u00fchren. Diese Defensive muss gedreht werden, das verbirgt sich hinter den \u00dcberlegungen zur Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt. Es geht um die Ver\u00e4nderung des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses. Zugegeben, hier vor allem m\u00fcssen wir konkreter werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Sofortprogramm haben wir einen ersten Schritt gemacht. Und wir gehen derzeit einen zweiten: Die Ver\u00e4nderung des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis wird mit einer schwachen kommunistischen Partei nicht gehen. Wir k\u00e4mpfen mit dem Bundestagswahlkampf um eine st\u00e4rkere kommunistische Partei und um einen Druckmoment auf Linkspartei und andere. Wir k\u00e4mpfen darum, dass die Arbeiterklasse und potentielle B\u00fcndnispartner in antimonopolistischen K\u00e4mpfen erkennen, dass sie ihre Stimme nicht abgeben, sondern erheben m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ein sehr konkreter Beitrag zum Kampf um eine Wende, und das ist die vor uns liegende Etappe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Willi Gerns, in Denkanst\u00f6\u00dfe, Neue Impulse Verlag, Essen 2015, S. 20<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2) Willi Gerns, in Denkanst\u00f6\u00dfe, a.a.O., S. 20<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patrik K\u00f6bele, DKP Zu einigen Fragen, Misverst\u00e4ndnissen und Fehlinterpretationen der Strategie der Kommunisten &gt;&gt;&gt;Antimonopolistische Demokratie&lt;&lt;&lt; . Es ist gut, dass wir diese Fragen diskutieren. Dabei stehen wir nicht am Anfang. Bereits vor dem 21. 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