{"id":1699,"date":"2018-10-16T00:35:02","date_gmt":"2018-10-15T22:35:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=1699"},"modified":"2018-10-16T00:53:42","modified_gmt":"2018-10-15T22:53:42","slug":"migration-ein-und-zuwanderung-bei-marx-engels-lenin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/migration-ein-und-zuwanderung-bei-marx-engels-lenin\/","title":{"rendered":"&#8211; Migration, Ein- und Zuwanderung bei Marx, Engels, Lenin \u2026"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify;\">Martin Emko<\/h4>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">242.000 Leute demonstrierten am Sonntag nach <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/nachrichten\/deutschland\/innenpolitik\/id_84609876\/zehntausende-bei-unteilbar-demonstration-in-berlin-kein-bock-auf-rueckschritt-und-rassismus-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Veranstalter<\/a>-Angaben in Berlin unter der sie einigenden Kurzformel #unteilbar.<\/h3>\n<div id=\"attachment_185\" style=\"width: 111px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-185\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-185\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Einheit_logo.png\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"90\" \/><p id=\"caption-attachment-185\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Martin Emko<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dass sehr viele Menschen aus ehrlichen Beweggr\u00fcnden gegen den Rassismus von AfD &amp; Co. auf die Stra\u00dfe gingen, ist gut. Dass Klassenpositionen dort aber deutlich zu vermissen waren, ist schmerzlich und f\u00fchrte von Beliebigkeit \u00fcber Unklarheiten \u00fcber den Adressaten bishin zum unhinterfragten Auftreten der <a href=\"https:\/\/cooptv.wordpress.com\/2018\/10\/15\/syrische-anti-assad-rebellen-bei-unteilbar-demo-am-13-10-in-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">terroristischen &#8222;syrischen&#8220; &#8222;Opposition&#8220;<\/a>. Und es f\u00fchrte auch dazu, dass mit Andrea Nahles und Heiko Maas Leute diese Demo unterst\u00fctzten, deren Partei selbst mitverantwortlich ist f\u00fcr die soziale Zuspitzung im Land &#8211; und damit auch den zunehmenden Rassismus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war die SPD-Vorsitzende Nahles selbst, die im Mai 2018 t\u00f6nte: &#8222;<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/andrea-nahles-ueber-fluechtlinge-wir-koennen-nicht-alle-bei-uns-aufnehmen-a-1209713.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wir k\u00f6nnen nicht alle bei uns aufnehmen<\/a>&#8222;. Dieser Satz scheint f\u00fcr BRD-B\u00fcrger &#8211; oberfl\u00e4chlich angeh\u00f6rt &#8211; fast &#8222;selbstverst\u00e4ndlich&#8220; und wird h\u00e4ufig zitiert. Doch ist er bei genauerer Betrachtung rechts und nicht links, sondern nur link und hinterh\u00e4ltig. Dazu m\u00f6ge z.B. gen\u00fcgen: In der Klassengesellschaft der BRD gibt es kein &#8222;wir \/ uns&#8220; &#8211; allein mit diesen zwei Pronomen wird bereits ausgespielt, &#8222;wir&#8220; gegen andere, gegen die da, &#8222;alle&#8220;. Also &#8222;alle&#8220;? Dieses Wort ist in seiner Tendenzi\u00f6sit\u00e4t geeignet, Angst und Abwehr zu erzeugen: Ende des Jahres 2017 waren 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Sie &#8222;alle&#8220; wollen also in die BRD? Solch vernebelnder Unfug treibt Leute nach rechts; ein andermal mehr dazu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wichtig sollte uns sein, auf der Basis von Klassenpositionen auf Leute zuzugehen und mit ihnen zu diskutieren. Als ersten Baustein hierzu sei ein Artikel empfohlen, in dem Andreas Gr\u00fcnwald untersucht, welche Positionen die marxistischen Klassiker zur Migration vertraten. Der Artikel l\u00e4uft auf folgende Zusammenfassung hinaus:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Migration, Aus- und Einwanderung sind unter imperialistischen Bedingungen ein Prozess zu dem die Migranten durch die imperialistische Herrschaft und die versch\u00e4rfte Ausbeutung der abh\u00e4ngigen L\u00e4nder gezwungen sind. Er vollzieht sich unabh\u00e4ngig vom Willen des Einzelnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Die Bourgeoisie in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern nutzt die Migration, um die L\u00f6hne, die sozialen Standards, das allgemeine Niveau des Lebens weiter zu senken, also um auch die bisherigen Arbeitskr\u00e4fte im eigenen Land noch besser auszubeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Sie bef\u00f6rdert damit und mit entsprechenden Ideologien gleichzeitig die Spaltung der Arbeiterklasse auch in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern und mindert so auch dort ihre Kampfkraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. Sozialisten k\u00f6nnen auf diesen Prozess nicht in der Weise reagieren, in dem sie sich ihrerseits zu F\u00fcrsprechern m\u00f6glicher Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen machen. Warum nicht: weil sie sich damit selbst der Ideologie der Herrschenden ausliefern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. Internationale Solidarit\u00e4t mit den Migranten muss vor allem darin bestehen, f\u00fcr eine Verbesserung der Arbeits- und Kampfbedingungen in den jeweiligen Herkunftsl\u00e4ndern einzutreten und diesen Kampf, der dort in der Form ein nationaler Kampf ist, solidarisch durch internationale Aktion zu unterst\u00fctzen. Das ist die eine Seite der Internationalen Solidarit\u00e4t. Die andere besteht darin, in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern selbst Kolonalisierung politisch zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. Um im eigenen Land wirksam zu k\u00e4mpfen, um demokratische Reformen, \u00f6konomische K\u00e4mpfe erfolgreich zu bestehen, um Prozesse der sozialen Revolution einzuleiten, muss alles daf\u00fcr getan werden, dass auch die eingewanderten Arbeiter gleiche Rechte haben. F\u00fcr den eigenen Kampf m\u00fcssen sie als gleichberechtigter Teil in den Formierungsprozess gewerkschaftlicher und politischer Bewegungen einbezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7. Die Kapitalisten versuchten, die immigrierten Arbeiter zum Dr\u00fccken der L\u00f6hne und zur Spaltung der Arbeiterklasse zu benutzen. Aber f\u00fcr Sozialisten ist das nicht als &#8222;Schw\u00e4che&#8220; des &#8222;kulturell minderwertigen immigrierenden Arbeiters&#8220; hinzustellen, sondern als objektive Funktion, die die Bourgeoisie ihnen zudenkt. Dies kann nur durchkreuzt werden, wenn auch das inl\u00e4ndische Proletariat den Kampf um gleiche Rechte f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Arbeiter mit aufnimmt und sich mit ihnen verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-0\" morelink-text=\"Zum Artikel\">Zum Artikel \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><br \/>\n<strong>Andreas Gr\u00fcnwald<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Migration, Ein- und Zuwanderung bei Marx, Engels, Lenin \u2026<\/h2>\n<div id=\"attachment_1706\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-1706\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-1706\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Andreas_Guenwald.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-1706\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Andreas Gr\u00fcnwald<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine durchaus berechtigte Angst, weshalb eine offene Debatte dazu dringend erforderlich ist. Die geschieht nicht zum Selbstzweck, sondern nat\u00fcrlich mit dem Ziel die eigene Handlungsf\u00e4higkeit nach M\u00f6glichkeit zu optimieren.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr mich als Marxisten geh\u00f6rt dazu auch (nicht nur!) der Blick in die Klassiker, denn Flucht, Migration und Einwanderung sind keine neuen Erscheinungen, sondern im Kapitalismus ein sich immer wieder\u00a0wiederholendes Ph\u00e4nomen. Diesen Blick will ich hier ein wenig entwickeln.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist das Verdienst von Karl Marx, Friedrich Engels und anderer Theoretiker des wissenschaftlichen Sozialismus in einer Vielzahl von Werken die objektiven Entwicklungsgesetze der kapitalistischen Gesellschaft aufzuzeigen. Dazu geh\u00f6rt auch die Migration. Zun\u00e4chst die vom Land in die Stadt, die in der Phase der Herausbildung der kapitalistischen Gesellschaft schon vor 200 oder 300 Jahren eine besondere Rolle spielte. Aus der Sicht des Kapitals ein notwendiger Prozess um freie Lohnsklaven den neuen Ausbeutungsbedingungen zu unterwerfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Migration bef\u00f6rdert zudem die Bildung Industrieller Reservearmeen. Diese entstehen zuallererst aus dem Ablauf des Kapitalverwertungsprozesses selbst, der in Zeiten der \u00dcberproduktion immer wieder Millionen bisher erwerbst\u00e4tiger Menschen in eine erwerbslose Reservearmee verwandelt. Durch die Migration wird dieser Prozess befeuert. Die Reserven entstehen dauerhafter und stabiler. Die objektive Funktion solche Reservearmeen besteht immer darin, noch intensivere Formen der Ausbeutung \u2013 vor allem durch die Senkung der Lohnkosten \u2013 durch das Kapital durchzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschen migrieren, wandern aus. Aus den unterschiedlichsten Gr\u00fcnden. Auch die Art der Migration \u2013 von saisonal bis dauerhaft \u2013 weist viele Varianten auf. Gemeinsam ist allen diesen Migrationsbewegungen freilich, dass sie zu einer St\u00e4rkung solcher Reservearmeen f\u00fcr den Ausbeutungsprozess im Kapitalismus beitragen. Sie ver\u00e4ndern damit zugleich die \u00f6konomische Basis einer kapitalistischen Gesellschaft, und vermittelt dar\u00fcber nat\u00fcrlich auch das jeweilige Alltagsbewusstsein. Auch und gerade das der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Friedrich Engels hat dies an Hand der Migrationsbewegungen die Mitte des 19. Jahrhunderts auftraten, mehrfach beschrieben. Millionen von Menschen wanderten damals von Europa und Asien nach Amerika aus:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Zahl der amerikanischen Geldf\u00fcrsten ist [dort] noch weit gr\u00f6\u00dfer [als in Deutschland]. Und diese fabelhafte Reichtums-Akkumulation wird durch die enorme Einwanderung in Amerika noch von Tag zu Tag gesteigert. Denn direkt und indirekt kommt dieselbe in erster Linie den Kapitalmagnaten zugute. Direkt, indem sie die Ursache einer rapiden Steigerung der Bodenpreise ist, indirekt, indem die Mehrzahl der Einwanderer den Lebensstand der amerikanischen Arbeiter herabdr\u00fcckt. Schon jetzt finden wir in den zahllosen Streikberichten, welche unsere amerikanischen Bruderorgane melden, einen immer gr\u00f6\u00dferen Prozentsatz von Streiks zur Abwehr von Lohnreduktionen, und die meisten auf Lohnerh\u00f6hung abzielenden Streiks sind im Grunde auch nichts anderes, denn sie sind entweder hervorgerufen durch die enorme Steigerung der Preise oder durch das Ausbleiben der sonst im Fr\u00fchjahr \u00fcblichen Lohnerh\u00f6hungen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem spricht sich Friedrich Engels in der damaligen Zeit strikt dagegen aus sich an Restriktionsdebatten zu beteiligen. Er begr\u00fcndet dies Mitte des 19., Jahrhunderts damit, dass \u2026<\/p>\n<blockquote><p>\u201eauf diese Weise \u2026 der Auswandererstrom, den Europa jetzt j\u00e4hrlich nach Amerika entsendet, nur dazu bei [trage], die kapitalistische Wirtschaft mit all ihren Folgen auf die Spitze zu treiben, so da\u00df \u00fcber kurz oder lang ein kolossaler Krach dr\u00fcben unvermeidlich wird.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann aber werde der \u2026<\/p>\n<blockquote><p>\u201eAuswandererstrom stocken oder vielleicht gar seinen Lauf zur\u00fccknehmen, d.h. der Moment gekommen sein, wo der europ\u00e4ische, speziell der deutsche Arbeiter vor der Alternative steht: Hungertod oder Revolution!\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDarum, so sehr wir auch mit der \u2018New Yorker Volkszeitung\u2019 die Auswanderung aus Deutschland bedauern, so sehr wir \u00fcberzeugt sind, da\u00df dieselbe zun\u00e4chst eine wesentliche Verschlechterung der Lage der amerikanischen Arbeiter im Gefolge haben wird, und so sehr wir ferner mit ihr w\u00fcnschten, da\u00df die deutschen Arbeiter ihr ganzes Augenmerk ausschlie\u00dflich auf die Verbesserung ihrer Lage in Deutschland richteten, so k\u00f6nnen wir ihren Pessimismus doch nicht teilen. Wir m\u00fcssen eben mit den Verh\u00e4ltnissen rechnen, und &#8211; da dieselben, dank der Kurzsichtigkeit und Habgier unserer Gegner, eine Entwicklung im wirklich reformatorischen Sinne immer mehr ausschlie\u00dfen &#8211; unsere Aufgabe darin suchen, die Geister allen Angstmeiern zum Trotz, vorzubereiten auf den revolution\u00e4ren Gang der Ereignisse.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und weiter:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eF\u00fcr den Konflikt: Riesenhafte Konzentration des Kapitals einerseits und wachsendes Massenelend andererseits, gibt es nur eine L\u00f6sung: Die soziale Revolution!&#8220; (Geschrieben am 3. Mai 1882 &#8211; Friedrich Engels, &#8222;\u00dcber die Konzentration des Kapitals in den Vereinigten Staaten&#8220;, MEW, Bd. 19, S. 307)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Engels argumentiert grunds\u00e4tzlich (an der Migration selbst lasse sich nichts \u00e4ndern) und dann strategisch (soziale Revolution), woraus sich f\u00fcr ihn auf der taktisch-politischen Ebene ergibt von jeglicher restriktiven Debatte seitens der Arbeiterbewegung abzusehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch heute wissen wir: dieses Ereignis \u2013 sozialen Revolution befeuert durch Migration \u2013 trat nicht ein, denn die moderne kapitalistische Gesellschaft, die Gesellschaft des sich Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts heraus bildenden Imperialismus sowie des staatsmonopolistischen Kapitalismus, verf\u00fcgt \u00fcber gewaltigere \u00f6konomische, vor allem aber auch politisch-ideologische Regulierungsmethoden, wie dies Friedrich Engels in seiner Zeit h\u00e4tte voraussehen k\u00f6nnen. Gro\u00dfe Wirtschaftskrisen \u2013 und seien sie auch begleitet durch eine enorme Armut \u2013 f\u00fchren allein noch lange nicht zum Ende dieses Systems.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies hervorzuheben, ist mir wichtig, denn mit Zitaten, die aus dem Zusammenhang eines vollst\u00e4ndigen Gedankengangs und seiner Pr\u00e4missen und Voraussetzungen gerissen werden, wird bekanntlich auch viel Unsinn begr\u00fcndet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche unmittelbare Wirkung Masseneinwanderung f\u00fcr die Arbeiterklasse eines Landes haben kann, schildert Friedrich Engels indes mit sehr deutlichen und drastischen Worten im Abschnitt \u201e<em>Die irische Einwanderung<\/em>\u201c seines Buchs \u201e<em>Die Lage der arbeitenden Klasse in England<\/em>\u201c, das 1845 heraus kam. Diesen Abschnitt hier zu zitieren, w\u00e4re zu umfangreich, aber ich rate allen da mal rein zu lesen, vor allem jenen, die h\u00e4ufig auch eine Scheu davor haben kulturelle Gegens\u00e4tze und Spannungen, die im Zusammenhang mit Migration auftreten, offen anzusprechen. Zumindest Friedrich Engels hatte da geringere Probleme, wenn er diesem Abschnitt beispielsweise mit den Worten schloss:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDenn wenn fast in jeder gro\u00dfen Stadt ein F\u00fcnftel oder ein Viertel der Arbeiter Irl\u00e4nder oder in irischem Schmutz aufgewachsene Kinder von Irl\u00e4ndern sind, so wird man sich nicht dar\u00fcber wundern, da\u00df das Leben der ganzen Arbeiterklasse, ihre Sitten, ihre intellektuelle und moralische Stellung, ihr ganzer Charakter einen bedeutenden Teil von diesem irischen Wesen angenommen hat, so wird man begreifen k\u00f6nnen, wie die schon durch die moderne Industrie und ihre n\u00e4chsten Folgen hervorgerufene indignierende Lage der englischen Arbeiter auf eine hohe Stufe der Entw\u00fcrdigung gesteigert werden konnte (1892) &#8230; indignierende Lage der englischen Arbeiter noch entw\u00fcrdigender gemacht werden konnte.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber lest selber:<br \/>\n\u00bb<a title=\"Link f\u00fchrt zum Gesamtinhaltsverzeichnis von www.mlwerke.de (neuer Tab)\" href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/me\/me02\/index.shtml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.mlwerke.de\/me\/me02\/me02_<\/a>\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wirkung solcher Migrationsbewegungen analysierte auch Karl Marx. Ebenfalls am Beispiel der nach England einwandernden irischen Arbeiter:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zweitens hat die englische Bourgeoisie das irische Elend nicht nur ausgenutzt, um durch die erzwungene Einwanderung der armen Iren die Lage der Arbeiterklasse in England zu verschlechtern, sondern sie hat \u00fcberdies das Proletariat in zwei feindliche Lager gespalten. Das revolution\u00e4re Feuer des keltischen Arbeiters vereinigt sich nicht mit der soliden, aber langsamen Natur des angels\u00e4chsischen Arbeiters. Im Gegenteil, es herrscht in allen gro\u00dfen Industriezentren Englands ein tiefer Antagonismus zwischen dem irischen und englischen Proletarier. Der gew\u00f6hnliche englische Arbeiter ha\u00dft den irischen als einen Konkurrenten, der die L\u00f6hne und den standard of life (Lebensstandard) herabdr\u00fcckt. Er empfindet ihm gegen\u00fcber nationale und religi\u00f6se Antipathien. Er betrachtet ihn fast mit denselben Augen, wie die Poor whites (armen Wei\u00dfen) der S\u00fcdstaaten Nordamerikas die schwarzen Sklaven betrachteten. Dieser Antagonismus zwischen den Proletariern in England selbst wird von der Bourgeoisie k\u00fcnstlich gesch\u00fcrt und wachgehalten. Sie wei\u00df, da\u00df diese Spaltung das wahre Geheimnis der Erhaltung ihrer Macht ist.&#8220; (Karl Marx, &#8222;Resolutionsentwurf des Generalrats \u00fcber das Verhalten der britischen Regierung in der irischen Amnestiefrage&#8220;, Januar 1870, MEW, Bd. 16, S. 388)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marx betont hier also einen anderen Zusammenhang. Die Kampfbedingungen der englischen Arbeiter verschlechtern sich. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf kulturelle Gegens\u00e4tze. Diese sind vorhanden, also nichts k\u00fcnstliches, sie werden freilich durch die Bourgeoisie noch weiter vertieft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie tief die kulturellen Spannungen in der Arbeiterklasse sein k\u00f6nnen, tritt Massenmigration auf, hatte ich zuvor schon am Beispiel des Textes aus dem Buch von Friedrich Engels zur Entwicklung der Arbeiterklasse in England verdeutlicht.<br \/>\nDiese \u2013 durchaus nicht widerspruchsfreien Kernpunkte \u2013 finden sich mehr oder weniger in allen Aussagen von Marx und Engels zur Migration wieder:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Migration, als ein ein objektiver unaufhaltsamer Prozess des Kapitalismus. Unabh\u00e4ngig von dem Willen des einzelnen werden Millionen in diesen Prozess einbezogen.<\/li>\n<li>Die Folge ist eine versch\u00e4rfte Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung vor allem der Arbeitsmigranten, aber auch eine Verschlechterung der Lage der einheimischen Lohnarbeiter.<\/li>\n<li>Migranten und einheimische Arbeiter finden von allein nicht zusammen. Kulturelle und nationale Unterschiede behindern diesen Prozess.<\/li>\n<li>Die Bourgeoisie optimiert diese Spaltung durch nationalen Chauvinismus, der die Spaltungsprozesse in der Gesellschaft, vor allem auch die Spaltung unter den Proleten weiter vertieft und somit den demokratischen wie den revolution\u00e4ren Prozess behindert.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Migration im Imperialismus<\/strong><\/em><br \/>\nLenin stand vor der Aufgabe diesen Prozess f\u00fcr die imperialistische Phase des Kapitalismus noch genauer zu analysieren, denn bereits zu seinen Zeiten hat sich die Migration nun zu einem weltweiten Ph\u00e4nomen fortentwickelt. Die imperialistischen Staaten ziehen alle L\u00e4nder der Welt n das Getriebe des Finanzkapitals. Die kolonialisierten, abh\u00e4ngigen oder unterdr\u00fcckten L\u00e4nder, in der die \u00fcberwiegende Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung lebt, werden in vollkommen neuer Qualit\u00e4t ausgepresst und ausgebeutet. Die Folge sind riesige Migrationsbewegungen, wie etwa die der mexikanischen Landarbeiter, der nordafrikanischen Vertragsarbeiter oder der Wanderarbeiter in S\u00fcdafrika. J\u00fcngere Bewegungen dieser Art bezogen sich zum Beispiel auch auf philippinische oder indische Bauern, die als Arbeiter in die arabischen Golfstaaten zogen. Und auch zum Ende des 20. Jahrhunderts waren Millionen von Menschen durch Armut, Hunger und Not dazu gezwungen sich in tausende von Kilometer entfernt liegende L\u00e4nder transportieren zu lassen, um dort ihre Arbeitskraft anzubieten. In den L\u00e4ndern, in die sie immigrierten, waren sie h\u00e4ufig die am st\u00e4rksten Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten, h\u00e4ufig die ersten, die in der Krise die Knute der Arbeitslosigkeit und des Elends traf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sich solche Wanderungsbewegungen in der imperialistischen Phase der kapitalistischen Gesellschaftsordnung vollziehen, untersuchte Lenin in Reihe von Artikeln und Aufs\u00e4tzen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zu den mit dem geschilderten Erscheinungskomplex verkn\u00fcpften Besonderheiten des Imperialismus geh\u00f6rt die abnehmende Abwanderung aus den imperialistischen L\u00e4ndern und die zunehmende Einwanderung (Zustrom von Arbeitern und \u00dcbersiedlung) in diese L\u00e4nder aus r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern mit niedrigen Arbeitsl\u00f6hnen.&#8220; (Lenin, &#8222;Der Imperialismus das h\u00f6chste Stadium des Kapitalismus&#8220;, LW, Bd. 23, S. 287)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Entwicklung in Deutschland f\u00fchrte Lenin seinerzeit aus:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Deutschland, das mit Amerika mehr oder weniger Schritt h\u00e4lt, verwandelt sich aus einem Land, das Arbeiter abgegeben hat, in ein Land, das fremde Arbeiter heranzieht.&#8220; (LW, Bd.19, S. 449)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Artikel &#8222;Kapitalismus und ArbeiterImmigration&#8220; pr\u00e4zisiert Lenin die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Entwicklungsprozess wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der Kapitalismus hat eine besondere Art der V\u00f6lkerwanderung entwickelt. Die sich industriell rasch entwickelnden L\u00e4nder, die mehr Maschinen anwenden und die zur\u00fcckgebliebenen L\u00e4nder vom Weltmarkt verdr\u00e4ngen, erh\u00f6hen die Arbeitsl\u00f6hne \u00fcber den Durchschnitt und locken die Lohnarbeiter aus den zur\u00fcckgebliebenen L\u00e4ndern an.<\/p>\n<p>Hunderttausende von Arbeitern werden auf diese Weise Hunderte und Tausende Werst weit verschlagen. Der fortgeschrittene Kapitalismus zieht sie gewaltsam in seinen Kreislauf hinein, rei\u00dft sie aus ihrem Kr\u00e4hwinkel heraus, macht sie zu Teilnehmern an einer weltgeschichtlichen Bewegung, stellt sie der m\u00e4chtigen, vereinigten, internationalen Klasse der Industriellen von Angesicht zu Angesicht gegen\u00fcber \u2026<\/p>\n<p>Es besteht kein Zweifel, da\u00df nur \u00e4u\u00dferstes Elend die Menschen veranla\u00dft, die Heimat zu verlassen, und da\u00df die Kapitalisten die eingewanderten Arbeiter in gewissenlosester Weise ausbeuten. Doch nur Reaktion\u00e4re k\u00f6nnen vor der fortschrittlichen Bedeutung dieser modernen V\u00f6lkerwanderung die Augen verschlie\u00dfen. Eine Erl\u00f6sung vom Joch des Kapitals ohne weitere Entwicklung des Kapitalismus, ohne den auf dieser Basis gef\u00fchrten Klassenkampf gibt es nicht und kann es nicht geben. Und gerade in diesen Kampf zieht der Kapitalismus die werkt\u00e4tigen Massen der ganzen Welt hinein, indem er die Muffigkeit und Zur\u00fcckgebliebenheit des lokalen Lebens durchbricht, die nationalen Schranken und Vorurteile zerst\u00f6rt und Arbeiter aller L\u00e4nder in den gro\u00dfen Fabriken und Gruben Amerikas, Deutschlands, usw. miteinander vereinigt \u2026<\/p>\n<p>Die Bourgeoisie hetzt die Arbeiter der einen Nation gegen die der anderen auf und sucht sie zu trennen. Die klassenbewu\u00dften Arbeiter, die begreifen, da\u00df die Zerst\u00f6rung aller nationalen Schranken durch den Kapitalismus unumg\u00e4nglich und fortschrittlich ist, bem\u00fchen sich, die Aufkl\u00e4rung und Organisierung ihrer Genossen aus den zur\u00fcckgebliebenen L\u00e4ndern zu unterst\u00fctzen.&#8220; (Lenin, &#8222;Kapitalismus und Arbeiterimmigration&#8220;, Oktober 1913, LW, Bd. 19, S. 447-450)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie dieser Artikel zeigt, analysiert Lenin umfassend die Migration als ein Merkmal in der Entwicklung des Imperialismus. Sie wird angesto\u00dfen durch die besondere Form der Ausbeutung der abh\u00e4ngigen L\u00e4nder, aber auch durch Extra-Profite in den imperialistischen Hauptl\u00e4ndern, die es gestatten dort h\u00f6here L\u00f6hne zu zahlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Lenin in diesem Artikel sagt, da\u00df die auswandernden k\u00fcnftigen Arbeiter \u201eaus ihren Kr\u00e4henwinkeln\u201c gerissen werden und so zu Teilnehmenden einer weltgeschichtlichen Bewegung werden, so muss freilich auch dies in einem geschichtlichen Rahmen gesehen werden, denn seit Lenin hat hat sich der Imperialismus inzwischen auf dem ganzen Globus ausgedehnt, und mit der informellen Durchdringung in der Form elektronischer Medien sowie der Herausbildung einer Arbeiterklasse auch in den L\u00e4ndern Asiens und Afrikas, haben sich nat\u00fcrlich auch diese \u201eKr\u00e4henwinkel\u201c ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die von Lenin benannte \u201efortschrittliche Bedeutung dieser modernen V\u00f6lkerwanderung\u201c und sein Verweis darauf, dass nur \u201eReaktion\u00e4re davor die Augen verschlie\u00dfen k\u00f6nnen\u201c, muss ebenfalls in diesem Kontext betrachtet werden: Lenin f\u00fchrt aus, dass es eine \u201eErl\u00f6sung vom Joch des Kapitalismus\u201c nicht \u201eohne weitere Entwicklung des Kapitalismus, ohne den auf dieser Basis gef\u00fchrten Klassenkampf\u201c geben k\u00f6nne. Zu Zeiten Lenins vollzog sich dies vor allem durch die Konzentration der Arbeiterheere in den wenigen hoch entwickelten L\u00e4ndern Europas und Amerikas. Doch heute hat sich die moderne kapitalistische Produktionsweise mehr oder weniger auf den ganzen Globus ausgedehnt, so dass durchaus ver\u00e4nderte Bedingungen vorliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin nahm zu seiner Zeit an, dass durch Konzentration von immer mehr Migranten in den hoch entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern selbst, die M\u00f6glichkeit zum Niederrei\u00dfens der religi\u00f6sen, nationalen und sonstigen Schranken im Rahmen eines revolution\u00e4ren Prozesses leichter macht. Doch was dabei nicht vergessen werden darf, das ist der Umstand, dass dies kein gesetzm\u00e4\u00dfiger sich selbst vollziehender Prozess sein kann, sondern einer, der daran gebunden ist innerhalb dieser L\u00e4nder die ideologische Vorherrschaft der imperialistischen Bourgeoisie durch politische Aufkl\u00e4rung starker sozialistischer Bewegungen aktiv zu durchbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die Einwanderer freilich einmal im Land oder stehen sie als Reservearmee den Herrschenden unmittelbar zur Verf\u00fcgung, so ergeben sich f\u00fcr diese aus Lenins Sicht dann die folgenden Anforderungen, die er im Zusammenhang mit einer Diskussion \u00fcber die Revision des Parteiprogramms der SDAPR (B) (Sozialdemokratische Arbeiterpartei Ru\u00dflands\/Bolschewiki) (1917) diskutierte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin forderte in diesem Zusammenhang eine Erg\u00e4nzung ein, die auf die zunehmende Verwendung der \u201eArbeit ungelernter aus r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern importierter Arbeiter\u201c hinweist. Die besonders brutale Ausbeutung der eingewanderten Arbeiter und ihre vollkommene Rechtlosigkeit in den Einwanderungsl\u00e4ndern sei mit dem &#8222;Parasitismus dieser L\u00e4nder&#8220; verkn\u00fcpft und der auch dadurch erm\u00f6glichten besseren Stellung eines Teils der \u201eeinheimischen Arbeiter\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Gerade f\u00fcr den Imperialismus ist eine solche Ausbeutung der Arbeit schlechter bezahlter Arbeiter aus r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern besonders charakteristisch. Gerade darauf basiert in einem gewissen Grade der Parasitismus der reichen imperialistischen L\u00e4nder, die auch einen Teil ihrer eigenen Arbeiter durch eine h\u00f6here Bezahlung bestechen, w\u00e4hrend sie gleichzeitig die Arbeit der \u2018billigen\u2019 ausl\u00e4ndischen Arbeiter ma\u00dflos und schamlos ausbeuten. Die Worte \u2018schlechter bezahlten\u2019 m\u00fc\u00dften hinzugef\u00fcgt werden, ebenso wie die Worte \u2018und oft rechtlosen\u2019, denn die Ausbeuter der \u2018zivilisierten\u2019 L\u00e4nder machen sich immer den Umstand zunutze, da\u00df die importierten ausl\u00e4ndischen Arbeiter rechtlos sind.&#8220; (LW, Bd. 26, S. 155)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin sieht also einen elementaren Zusammenhang zwischen der Herausbildung einer Arbeiteraristokratie, die den demokratischen, wie auch den revolution\u00e4ren Prozess behindert und der Instrumentalisierung solcher Migrationsbewegungen durch das Kapital. Er fordert daher:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Gleichstellung der ausl\u00e4ndischen Arbeiter mit den einheimischen (besonders wichtig f\u00fcr imperialistische L\u00e4nder, die fremde Arbeiter in steigender Zahl, wie z.B. die Schweiz schamlos ausbeuten und rechtlos machen)&#8230;&#8220; (LW, Bd. 23, S. 81)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Forderung von Lenin durchzieht dann auch die gesamte weitere Debatte in der sozialistischen und kommunistischen Bewegung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings soll hier auch auf einige Feinheiten dieses Diskussionsprozesses hingewiesen werden: Schon Marx und Engels traten daf\u00fcr ein, dass es eine besondere Aufgabe der Internationalen Arbeiterassoziationen sein m\u00fcsse, den<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIntrigen der Kapitalisten entgegenzutreten, die stets bereit sind, in F\u00e4llen von Arbeitseinstellungen und Ausschl\u00fcssen die Arbeiter fremder L\u00e4nder als Werkzeuge zur Vereitlung der Anspr\u00fcche der Arbeiter ihrer eigenen L\u00e4nder zu mi\u00dfbrauchen. Es ist [daher] einer der gr\u00f6\u00dften Zwecke der Assoziation, da\u00df die Arbeiter verschiedener L\u00e4nder sich nicht allein wie Br\u00fcder f\u00fchlen, sondern auch als vereinte Teile der Emanzipations-Armee zu handeln wissen.&#8220;(&#8222;Der Vorbote&#8220;, Nummer 10\/1866)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konkret bezog sich diese Forderung vor allem auf die Situation in England, wo die englischen Kapitalisten Arbeiter des Kontinents zum Streikbrechen herangezogen hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Jahr sp\u00e4ter wird im Aufruf des Generalrates zur Einberufung des Lausanner Kongresses 1867 auf die Internationalisierung der Ausbeutung und versch\u00e4rfte Konkurrenz zwischen den Arbeiter der verschiedenen L\u00e4nder verwiesen und als einzige m\u00f6gliche Antwort der internationale der Zusammenschluss der Arbeiter propagiert:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;\u2026 allein das Kapital sieht verm\u00f6ge neuer industrieller Erfindungen seine Kraft tats\u00e4chlich wachsen, wodurch eine gro\u00dfe Anzahl nationaler Genossenschaften in eine ohnm\u00e4chtige Lage geraten, die K\u00e4mpfe der englischen Arbeiterklasse studierend, gewahrt man wie die Fabrikherren, um ihren Arbeitern zu widerstehen, sowohl fremde Arbeiter kommen, als auch die Waren dort anfertigen lassen, wo die Arbeitsl\u00f6hne billiger stehen. Gegen\u00fcber dieser Sachlage mu\u00df die Arbeiterklasse, wenn sie ihren Kampf mit einiger Aussicht auf Erfolg fortsetzen will, ihre nationale Associationen in internationale umgestalten&#8220;. (&#8222;Der Vorbote&#8220;, Nr.8\/1867)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Bericht des Generalrats der I. Internationale an den Kongress von Lausanne 1867 wird entsprechend Bilanz gezogen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die zahlreichen Dienste, welche die Internationale Arbeiterassoziation in den mannigfachen K\u00e4mpfen zwischen Kapital und Arbeit in den verschiedenen L\u00e4ndern erwiesen hat, zeigen deutlich die Notwendigkeit einer derartigen Organisation. Wenn die Arbeiter die willk\u00fcrlichen Bedingungen der Kapitalisten in England zur\u00fcckwiesen drohten diese, sie durch \u2018H\u00e4nde\u2019 vom Kontinent zu ersetzen. Die M\u00f6glichkeit einer solchen Importation hat in mehreren F\u00e4llen gen\u00fcgt, die Arbeiter zum Nachgeben zu veranlassen. Die Wirksamkeit des Generalrats verhinderte, da\u00df solche Drohungen zutage traten wie ehedem. So oft derartiges vorkommt, gen\u00fcgt ein Wink, um die Pl\u00e4ne der Kapitalisten zum Scheitern zu bringen. Bricht ein Streik oder eine Aussperrung unter den Vereinen aus, die zur Internationalen Arbeiterassoziation geh\u00f6ren, dann werden sofort die Arbeiter aller L\u00e4nder von der Sachlage unterrichtet und vor den Werbeagenten der Kapitalisten gewarnt. Diese Wirksamkeit des Generalrats beschr\u00e4nkt sich \u00fcbrigens nicht blo\u00df auf die Vereine der Internationalen Arbeiterassoziation die Unterst\u00fctzung der Assoziation wird allen zuteil die sie anrufen. Vor allem half die Internationale den englischen Arbeitern dadurch, da\u00df sie die gewerkschaftliche Organisation allenthalben au\u00dferhalb Englands aufs lebhafteste f\u00f6rderte.&#8220;<br \/>\n(&#8222;Die Neue Zeit&#8220;, 1906-1907, Bd 2 S. 51 \/52)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was hei\u00dft das? Die dargestellten \u00dcberlegungen der Klassiker verweisen deutlich darauf, dass der Prozess der Migration durch Marx und Engels zwar als ein objektiver Prozess betrachtet wird, der sich aus den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Kapitalismus selbst ergibt, dass aber andererseits die vom Kapital im Rahmen von Arbeitsk\u00e4mpfen instrumentalisierte Migration, um Arbeitsl\u00f6hne in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern zu dr\u00fccken, vor allem damit beantwortet werden sollte, den Kampf um eine Verbesserung der sozialen Lage in diesen Herkunftsl\u00e4ndern selbst zu f\u00fchren und sich daf\u00fcr im Rahmen internationale Assoziation abzusprechen und zu st\u00fctzen, so dass also zumindest in diesem Zusammenhang Migration nicht mehr instrumentalisiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Sache, in seinem Inhalt ist der Arbeiterkampf ein internationaler Kampf. Entsprechend auch der Orientierung des Kommunistischen Manifests \u201eProletarier aller L\u00e4nder vereinigt euch!\u201c. In seiner konkreten Form bezieht er sich freilich zuallererst auf den jeweiligen nationalen Rahmen, der wiederum durch internationale Solidarit\u00e4t besser abgesichert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von vielen wird in diesem Zusammenhang leider immer wieder auch wieder auch vergessen, dass mit zu zitieren, was vor und nach jenem ber\u00fchmten Satz des Manifest steht \u201eProletarier aller L\u00e4nder vereinigt euch!\u201c:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eObgleich nicht dem Inhalt, ist der Form nach der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zun\u00e4chst ein nationaler. Das Proletariat eines jeden Landes mu\u00df nat\u00fcrlich zuerst mit seiner eigenen Bourgeoisie fertig werden. (\u2026)<br \/>\ndas Proletariat [m\u00fcsse} zun\u00e4chst .. die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren ..,[Es ist ] selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie. (\u2026)<br \/>\nMit einem Wort, die Kommunisten unterst\u00fctzen \u00fcberall jede revolution\u00e4re Bewegung gegen die bestehenden gesellschaftlichen und politischen Zust\u00e4nde. In allen diesen Bewegungen heben sie die Eigentumsfrage, welche mehr oder minder entwickelte Form sie auch angenommen haben m\u00f6ge, als die Grundfrage der Bewegung hervor. Die Kommunisten arbeiten endlich \u00fcberall an der Verbindung und Verst\u00e4ndigung der demokratischen Parteien aller L\u00e4nder.<br \/>\n(\u2026) Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller L\u00e4nder, vereinigt euch!\u201c<br \/>\n(\u00bb<a title=\"Rolf Becker liest: &quot;Das Kommunistische Manifest&quot; Link f\u00fchrt zum Online-Shop der Zeitschrift &quot;Melodie &amp; Rhythmus&quot; (neuer Tab)\" href=\"http:\/\/www.mr-onlineshop.com\/buecher\/rolf-becker-liest-das-kommunistische-manifest\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommunistisches Manifest<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der \u201eVereinigung der Proletarier aller L\u00e4nder\u201c ist also nicht erster Linie gemeint, dass sich die Arbeiter in einem Land vereinigen, etwa durch Migration, sondern gemeint ist vorrangig die internationale Klassensolidarit\u00e4t aller L\u00e4nder \u2013 gegen ihr nationales Kapital und ebenso gegen das international agierende imperiale Kapital der kapitalistischen Hauptl\u00e4nder!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Verst\u00e4ndnis des Marxismus ist es ebenfalls erforderlich, die Begriffe Kapital, Arbeiterklasse, Arbeiter, Proletariat richtig zu verstehen. Diese Begriffe beschreiben das Verh\u00e4ltnis der Arbeiterklasse und des Kapitals zu den Produktionsmitteln. Es handelt sich um Begriffe der politischen \u00d6konomie und es geht dabei darum, wer die Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Produktionsmittel besitzt. \u201eArbeiter\u201c ist also keineswegs ein Substitutionsbegriff f\u00fcr \u201eMensch\u201c oder \u201eB\u00fcrger\u201c im Allgemeinen, sondern beschreibt ein \u00f6konomisches Verh\u00e4ltnis. Der Satz \u201eDie Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben\u201c beschreibt ergo das die einzelnen Nationen \u00fcbergreifende Verh\u00e4ltnis von Kapital und Arbeit zu den Produktionsmitteln, welches objektiv die gemeinsame Situation und Interessen der \u00f6konomischen Klassen definiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnliche \u00dcberlegungen finden wir auch in den Debatten des Stuttgarter Kongresses der 2. Internationale 1907. In der Zeitschrift &#8222;Die Neue Zeit&#8220; werden in Vorbereitung des Stuttgarter Kongresses der II. Internationale und des vierzehn Tage nach diesem stattfindenden Essener Parteitages der SPD viele Artikel zu dieser Frage abgedruckt. In diesen Debatten zeigt sich nun noch eine pr\u00e4zisere Forderung:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;\u2018Dem best\u00e4ndigen Geschrei der britischen Kapitalisten, da\u00df die l\u00e4ngere Arbeitszeit und die geringeren L\u00f6hne der kontinentalen Arbeiter eine Lohnherabsetzung unvermeidlich machten, kann man nur durch das Streben erfolgreich begegnen, die Arbeitszeit und Lohnh\u00f6he durch ganz Europa auf das gleiche Niveau zu bringen. Das ist eine der Aufgaben der Internationalen Arbeiterassoziation\u2019.<\/p>\n<p>Also nicht Einwanderungserschwerungen f\u00fcr freie Arbeiter , nichts von alledem forderte der Generalrat, also auch Marx, zum Schutze der englischen hohen L\u00f6hne und kurzen Arbeitszeiten, sondern das Erringen derselben L\u00f6hne und derselben Arbeitszeiten durch Gewerkschaften und Arbeiterschutz in allen kapitalistischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Das ist in der Tat die einzige Methode, die Errungenschaften g\u00fcnstiger gestellter Teile des internationalen Proletariats sicherzustellen. \u2026Wo es unter dem Einflu\u00df kurzsichtiger Z\u00fcnftlerei der letzteren Methode verf\u00e4llt, macht sie fr\u00fcher oder sp\u00e4ter bankrott und wird sie von vorneherein eines der verderblichsten Mittel zur L\u00e4hmung des proletarischen Emanzipationskampfes&#8220;. (&#8222;Die Neue Zeit&#8220;, 1906\/907, Bd 2 , S. 51l- 512)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Worin besteht dieser neue Gedanke?<\/strong><\/em><br \/>\nErstmalig tritt hier jetzt ganz klar die Forderung auf, sich keineswegs f\u00fcr Einwanderungserschwerungen stark zu machen! Stattdessen soll alles daf\u00fcr getan werden Arbeitszeit und Lohnh\u00f6he f\u00fcr alle L\u00e4nder, Nationen und V\u00f6lker auf das gleiche Niveau zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Kongress wendet sich explizit auch gegen die &#8222;Ausschlie\u00dfung bestimmter Nationen und Rassen von der Einwanderung&#8220;, auf die seinerzeit vor allem auch die Delegation der Sozialistischen Partei Amerikas dr\u00e4ngte. Der Kongress forderte stattdessen, die<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Abschaffung aller Beschr\u00e4nkungen welche bestimmte Nationalit\u00e4ten oder Rassen vom Aufenthalt in einem Lande und den sozialen politischen und \u00f6konomischen Rechten der Einheimischen ausschlie\u00dfen oder sie ihnen erschweren&#8220;.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin sch\u00e4tzt die Debatte auf dem Kongre\u00df in dem Artikel &#8222;Der internationale Sozialistenkongre\u00df so ein:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;\u00dcber die Resolution zur Aus- und Einwanderungsfrage wollen wir nur einige Worte sagen. Auch hier wurde in der Kommission versucht, z\u00fcnftlerisch beschr\u00e4nkte Anschauungen zu verfechten, ein Verbot der Einwanderung von Arbeitern aus den r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern (Kulis aus China usw.) durchzubringen. Das ist derselbe Geist des Aristokratismus unter den Proletariern einiger &#8222;zivilisierter&#8220; L\u00e4nder, die aus ihrer privilegierten Lage gewisse Vorteile ziehen und daher geneigt sind, die Forderungen internationaler Klassensolidarit\u00e4t zu vergessen. Auf dem Kongre\u00df selbst fanden sich keine Verfechter dieser z\u00fcnftlerischen und spie\u00dfb\u00fcrgerlichen Beschr\u00e4nktheit. Die Resolution entspricht durchaus den Forderungen der revolution\u00e4ren Sozialdemokratie.&#8220; (Lenin, &#8222;Der internationale Sozialistenkongre\u00df in Stuttgart&#8220;, LW, Bd. 13, S. 77)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle wird Lenin also sehr prinzipiell! Es sei eine Frage der Klassensolidarit\u00e4t sich solchen arbeiteraristokratischen Forderungen zu verweigern. Um diese sehr prinzipielle Haltung Lenins richtig einzuordnen, muss man freilich auch wissen, dass die Debatte zu den Einwanderungsfragen auf dem Kongress selbst eher ein Randthema war. Voranging ging es um Fragen der Kolonalisierung, in der einige reformistische Vertreter sehr chauvinistische Positionen einbrachten. Dass es prinzipiell mit sozialistischen Positionen nicht vereinbar ist Kriege gegen andere L\u00e4nder zu f\u00fchren bzw. diese zu unterdr\u00fccken, war das Hauptergebnis dieses Kongresses, bei dem sich freilich auch schon die Spaltung zwischen der sp\u00e4teren Sozialdemokratie und der kommunistischen Bewegung abzeichnete. Die zus\u00e4tzliche Debatte zur Einwanderungsfrage ergab sich vor allem in diesem Kontext.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entsprechend auch die Bewertung dieser Debatte durch Clara Zetkin:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Die f\u00fcnf Gegenst\u00e4nde, auf die sich der Stuttgarter Kongre\u00df in seinen Verhandlungen beschr\u00e4nkt hat, waren: die Kolonialpolitik, der Militarismus, das Verh\u00e4ltnis von Partei und Gewerkschaften, die Ein- und Auswanderung und das Frauenwahlrecht. In allen diesen Fragen kam ein Gegensatz der prinzipiellen und der opportunistischen Auffassung zum Ausdruck, und der Meinungskampf in den einzelnen Kommissionen sowie im Plenum des Kongresses war ein treues Spiegelbild des Widerstreits der verschiedenen Tendenzen, der das Innere der modernen Arbeiterbewegung in allen L\u00e4ndern aufw\u00fchlt, zur Selbstkritik und zur Vertiefung der sozialistischen Auffassung f\u00fchrt. \u2026 Ein nahe verwandtes Problem hatte die Frage der Ein- und Auswanderung aufgerollt. Auch hier entstand der unbedingten Klassensolidarit\u00e4t der Proletarier aller L\u00e4nder und Rassen eine Gegnerin in der kurzsichtigen Politik, die Lohninteressen organisierter Arbeiter in den Einwanderungsl\u00e4ndern, wie Amerika und Australien, durch Einwanderungsverbote gegen r\u00fcckst\u00e4ndige, angeblich \u2018nicht organisationsf\u00e4hige\u2019 Proletarier aus China und Japan sch\u00fctzen wollte. Es sprach aus dieser letzteren Tendenz derselbe Geist der Ausschlie\u00dfung und des Egoismus, der die alten englischen Trade Unions als eine Arbeiteraristokratie in Gegensatz zu der gro\u00dfen Masse der vom Kapitalismus am brutalsten ausgebeuteten und herabgedr\u00fcckten Klassengenossen gebracht hatte. Der Kongre\u00df hat hier, im Sinne und Geiste der deutschen Gewerkschaften und ihrer Praxis entsprechend, die Solidarit\u00e4t der Klasse als eines gro\u00dfen Weltbundes des Proletariats aller Rassen und Nationen hochgehalten, wie er in der Kolonialfrage den gro\u00dfen Weltbund der gleichen und verbr\u00fcderten Menschheit aller Kulturstufen und Weltteile zum Triumph gef\u00fchrt hat&#8220;. (Clara Zetkin, &#8222;Der Internationale Sozialistenkongre\u00df zu Stuttgart&#8220;, Artikel in der Zeitschrift &#8222;Die Gleichheit&#8220;, Bd. 1, S. 360-362)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich auch Karl Liebknecht, der in seiner Rede auf dem folgenden SPD Parteitag die Bedeutung der Resolution des Stuttgarter Kongresses zur Ein- und Auswanderung konkret f\u00fcr die Bedingungen Deutschlands unterstrich. Er wendet sich gegen jegliche die Migranten diskriminierenden Ausnahmegesetze:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;lch habe mich zum Worte gemeldet, um einige Ausf\u00fchrungen \u00fcber die Frage der Ein- und Auswanderung zu machen, die in der Diskussion etwas kurz weggekommen ist. Ich m\u00f6chte Ihre Aufmerksamkeit auf die eminente Wichtigkeit dieser Frage lenken. Ich habe viel Gelegenheit, die Misere der Einwanderer in Deutschland und insbesondere ihre Abh\u00e4ngigkeit von der Polizei zu beobachten, und ich wei\u00df, mit welchen Schwierigkeiten diese Leute zu k\u00e4mpfen haben. Ihre Vogelfreiheit sollte gerade uns deutsche Sozialdemokraten besonders veranlassen, uns mit der Regelung des Fremdenrechtes, besonders der Beseitigung der Ausweisungsschmach schleunigst und energisch zu besch\u00e4ftigen. Es ist ja bekannt, da\u00df die gewerkschaftlich organisierten Ausl\u00e4nder mit Vorliebe ausgewiesen werden. . .<\/p>\n<p>&#8230; Die Kongre\u00dfresolution fordert also die v\u00f6llige Gleichstellung der Ausl\u00e4nder mit den Inl\u00e4ndern auch in bezug auf das Recht zum Aufenthalt im Inlande. Fort mit dem Damoklesschwert der Ausweisung! Das ist die erste Voraussetzung daf\u00fcr, da\u00df die Ausl\u00e4nder aufh\u00f6ren, die pr\u00e4destinierten Lohndr\u00fccker und Streikbrecher zu sein. Die Besch\u00e4ftigung mit der Wanderungsfrage ist ein Ruhmesblatt f\u00fcr den Internationalen Kongre\u00df.&#8220; (Liebknecht, Bd. 2, S. 72-73)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wesentlichen Argumente in der internationalen Diskussion der sozialistischen Weltbewegung zu diesen Fragen lassen sich knapp also so zusammenfassen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Sozialisten sollten auf die Instrumentalisierung von Migranten durch das Kapital keineswegs so reagieren, dass sie ihrerseits Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen fordern, da dies dem Prinzipien internationaler Solidarit\u00e4t widerspricht, indes dieses dazu beitr\u00e4gt den gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse innerhalb eines Landes und international zu erschweren.<\/li>\n<li>Sie sollten sich solchem Denken auch deshalb verweigern, weil es ein Eigentor in Richtung chauvinistischer Bestrebungen ist.<\/li>\n<li>Kampf gegen jegliche Diskriminierung der bereits eingewanderten Arbeiter und demokratischer Kampf um rechtliche Gleichstellung.<\/li>\n<li>Aufkl\u00e4rung und Organisierung auch des immigrierten Teils der Arbeiterschaft.<\/li>\n<li>Den Schwerpunkt sehen die Klassiker freilich aber auch nicht darin, diese durch das Kapital bewirkten Migrationsbewegungen auch noch anzuheizen, sondern eindeutig darin durch Internationale Assoziationen den jeweils nationalen Kampf in den einzelnen L\u00e4ndern f\u00fcr eine Verbesserung der dortigen Lage zu f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin geht in einem Kommentar zu diesem Kongress so ein:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In unserem Kampf f\u00fcr wahren Internationalismus und gegen \u2018Jingo Sozialismus\u2019 (als \u2018Jingo-Pseudosozialisten\u2019 bezeichnet Lenin die \u2018Sozialisten\u2019, die 1915 im 1.Weltkrieg f\u00fcr den &#8222;Verteidigungskrieg&#8220; eintraten, siehe LW, Bd. 21, S. 433) verweisen wir in unserer Presse stets auf die opportunistischen F\u00fchrer der SP in Amerika, die daf\u00fcr eintreten, da\u00df die Einwanderung chinesischer und japanischer Arbeiter beschr\u00e4nkt wird (besonders nach dem Stuttgarter Kongre\u00df von 1907 und entgegen seinen Beschl\u00fcssen). Wir denken, da\u00df niemand Internationalist sein und zugleich f\u00fcr derartige Beschr\u00e4nkungen eintreten kann. Und wir behaupten, da\u00df Sozialisten in Amerika, besonders englische Sozialisten, die der herrschenden, also einer unterdr\u00fcckenden Nation angeh\u00f6ren, wenn sie sich nicht gegen jedwede Einwanderungsbeschr\u00e4nkung und gegen die Besitzergreifung von Kolonien (Hawaiinseln) wenden, wenn sie nicht f\u00fcr die volle Unabh\u00e4ngigkeit der letzteren eintreten, da\u00df solche Sozialisten in Wirklichkeit \u2018Jingos\u2019 sind.&#8220; (Lenin, &#8222;An den Sekret\u00e4r der \u2018Liga\u2019 f\u00fcr sozialistische Propaganda&#8220;, LW, Bd. 21, S. 435)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lenin argumentiert hier als auch deshalb sehr grunds\u00e4tzlich, weil ein Abweichen und das Eingehen auf restriktive Verfahren politisch und ideologisch dazu beitr\u00e4gt den Geist des Opportunismus und Arbeiteraristokratie in den jeweiligen L\u00e4ndern selbst zu st\u00e4rken, was wiederum die Entfaltung demokratischer und revolution\u00e4rer Bestrebungen bremst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fassen wir diese Dinge noch einmal zusammen:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Migration, Aus- und Einwanderung sind unter imperialistischen Bedingungen ein Prozess zu dem die Migranten durch die imperialistische Herrschaft und die versch\u00e4rfte Ausbeutung der abh\u00e4ngigen L\u00e4nder gezwungen sind. Er vollzieht sich unabh\u00e4ngig vom Willen des Einzelnen.<\/li>\n<li>Die Bourgeoisie in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern nutzt die Migration um die L\u00f6hne, die sozialen Standards, das allgemeine Niveau des Lebens weiter zu senken, also um auch die bisherigen Arbeitskr\u00e4fte im eigenen Land noch besser auszubeuten.<\/li>\n<li>Sie bef\u00f6rdert damit und mit entsprechenden Ideologien gleichzeitig die Spaltung der Arbeiterklasse auch in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern und mindert so auch dort ihre Kampfkraft.<\/li>\n<li>Sozialisten k\u00f6nnen auf diesen Prozess nicht in der Weise reagieren, in dem sie sich ihrerseits zu F\u00fcrsprechern m\u00f6glicher Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen machen. Warum nicht: weil sie sich damit selbst der Ideologie der Herrschenden ausliefern.<\/li>\n<li>Internationale Solidarit\u00e4t mit den Migranten muss vor allem darin bestehen f\u00fcr eine Verbesserung der Arbeits- und Kampfbedingungen in den jeweiligen Herkunftsl\u00e4ndern einzutreten und diesen Kampf, der dort in der Form ein nationaler Kampf ist, solidarisch durch internationale Aktion zu unterst\u00fctzen. Das ist die eine Seite der Internationalen Solidarit\u00e4t. Die andere besteht darin in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern selbst Kolonalisierung politisch zu bek\u00e4mpfen.<\/li>\n<li>Um im eigenen Land wirksam zu k\u00e4mpfen, um demokratische Reformen, \u00f6konomische K\u00e4mpfe erfolgreich zu bestehen, um Prozesse der sozialen Revolution einzuleiten, muss alles daf\u00fcr getan werden, dass auch die eingewanderten Arbeiter gleiche Rechte haben. F\u00fcr den eigenen Kampf m\u00fcssen sie als gleichberechtigter Teil in den Formierungsprozess gewerkschaftlicher und politischer Bewegungen einbezogen werden.<\/li>\n<li>Die Kapitalisten versuchten, die immigrierten Arbeiter zum Dr\u00fccken der L\u00f6hne und zur Spaltung der Arbeiterklasse zu benutzen. Aber f\u00fcr Sozialisten ist das nicht als &#8222;Schw\u00e4che&#8220; des &#8222;kulturell minderwertigen immigrierenden Arbeiters&#8220; hinzustellen, sondern als objektive Funktion, die die Bourgeoisie ihnen zudenkt. Dies kann nur durchkreuzt werden, wenn auch das inl\u00e4ndische Proletariat den Kampf um gleiche Rechte f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Arbeiter mit aufnimmt und sich mit ihnen verbindet.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;<br \/>\nSoweit einige Klassiker.<br \/>\n&#8212;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend einige Fragen, die sich f\u00fcr die heutige Situation ergeben, und die mich auch vor dem Hintergrund des ausgef\u00fchrten besch\u00e4ftigen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marx, Engels, Lenin und viele andere Theoretiker diskutieren die Frage der Migration unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsmigration, ausgel\u00f6st durch Armut und Elend in den Herkunftsl\u00e4ndern, die wiederum ihre Ursache in imperialer Unterdr\u00fcckung hat. Was bei Ihnen noch keine so gro\u00dfe Rolle spielt, was aber heutzutage f\u00fcr Migration eine erhebliche Bedeutung hat, das ist die Migration die durch Kriege ausgel\u00f6st wird und die auch Millionen zur Flucht veranlasst. In diesem Fall auch Menschen, die zu einem Teil auch aus L\u00e4ndern kommen, die erst durch diese Kriege in einen so erbarmungsw\u00fcrdigen Zustand des Elends gesto\u00dfen wurden (beispielsweise Syrien). Damit ergibt sich aber eine ganz andere soziale Zusammensetzung der Fl\u00fcchtlinge. Aus Syrien kommen z.B. viele Menschen mit sehr entwickelter Ausbildung. Wie ist dann aber der Zusammenhang zur Frage der industriellen Reservearmee in den Kernl\u00e4ndern zu beantworten? F\u00fcr die Klassiker bildeten die Migranten eine nat\u00fcrliche Quelle f\u00fcr die industrielle Reservearmee. Heute kann es indes auch passieren, dass gar nicht so sehr die Migranten dann der Quell der Reserve sind, sondern ein Teil der bisher Besch\u00e4ftigten in den kapitalistischen Kernl\u00e4ndern diese Rolle dann einnimmt. Lassen sich die von den Klassikern benannten Instrumente zur Organisierung des Proletariats dann ebenfalls noch so umsetzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marx und Engels, wie auch an die anderen Theoretiker des Sozialismus diskutieren die Frage der Migration unter dem Gesichtspunkt des Kolonialismus in der Weise, dass die Migration eine Folge versch\u00e4rfter Ausbeutung dieser L\u00e4nder ist. Angesichts der heutigen Vorkommnisse muss man aber auch die Frage diskutieren, inwieweit nicht auch die Migration selbst, also konkret die Steuerung dieser Migration durch kriegerische und \u00f6konomische Instrumente, ein zentrales Instrument f\u00fcr die Re-Kolonialisierung solcher L\u00e4nder ist? Also ob und inwieweit nicht gerade auch durch Migration bisher national unabh\u00e4ngige L\u00e4nder f\u00fcr eine \u00dcbernahme im Rahmen des Kapitalexports (Verschuldung) mit sturmreif geschossen werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Theoretiker diskutieren politische Strategien vor allem unter dem Gesichtspunkt daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen, dass sich auch in den Herkunftsl\u00e4ndern bessere Lohnbedingungen und bessere Kampfbedingungen f\u00fcr die dortige Arbeiterklasse ergeben. Wenn Migration im Einzelfall aber mit dazu beitr\u00e4gt die dortigen Lebensbedingungen weiter zu verschlechtern, was ergibt sich daraus dann f\u00fcr unsere eigenen Strategien?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das eine ist die klassische Armutsmigration. Man denke etwa an viele L\u00e4nder Afrikas oder Asiens. Und auch die Einwanderer aus Spanien oder Griechenland, die in den letzten Monaten nach Deutschland zogen, fliehen nicht weil es hier so sch\u00f6n ist aus ihren Herkunftsl\u00e4ndern, sondern weil sie in ihren eigenen L\u00e4ndern keine soziale Perspektive mehr haben. Aber es gibt einiges in diesem Zusammenhang zu ber\u00fccksichtigen, was durchaus neu ist: Aus Spanien und aus Griechenland kommen vor allem Menschen mit einer sehr guten Ausbildung, also gar nicht so sehr die \u00c4rmsten der Armen, die hier \u00fcberhaupt keinen Anschluss finden w\u00fcrden. Diese intellektuellen Potentiale werden den dortigen L\u00e4ndern durch die Migration aber dauerhaft entzogen, was den \u00f6konomischen Schaden in den betroffenen L\u00e4ndern eher noch potenziert und sie noch st\u00e4rker in die Abh\u00e4ngigkeit zu den imperialistischen Zentralen f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich: Die Marx\u2019sche Kapitalismuskritik basiert auch auf dem folgenden Satz:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Arbeitslohn ist also nicht ein Anteil des Arbeiters an der von ihm produzierten Ware. Der Arbeitslohn ist der Teil schon vorhandener Ware, womit der Kapitalist eine bestimmte Summe produktiver Arbeitskraft an sich kauft.\u201c (Karl Marx, \u00bb<a title=\"Link f\u00fchrt zur Webseite der MLWerke (neuer Tab)\" href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/me\/me16\/me16_101.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lohnarbeit und Kapital, Lohn, Preis und Profit<\/a>, Dietz Verlag, Berlin, 1998, S. 20)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit hat Marx das Wesen des Kapitalismus erfasst, das den Arbeiter zum Feilbieten seiner Arbeitskraft zwingt und ihn zum Lohnsklaven degradiert. Der Imperialismus und die darauf basierende neue Qualit\u00e4t von Migration haben diesen Vorgang globalisiert. Marx und Engels schreiben dazu im Manifest:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie Bourgeoisie reisst durch die rasche Verbesserung aller Produktionsinstrumente, durch die unendlich erleichterten Kommunikationen alle, auch die barbarischsten Nationen in die Zivilisation. Die wohlfeilen Preise ihrer Waren sind die schwere Artillerie, mit der sie alle chinesischen Mauern in den Grund schiesst, mit der sie den hartn\u00e4ckigsten Fremdenhass der Barbaren zur Kapitulation zwingt. Sie zwingt alle Nationen, die Produktionsweise der Bourgeoisie sich anzueignen, wenn sie nicht zugrunde gehen wollen; sie zwingt sie, die so genannte Zivilisation bei sich selbst einzuf\u00fchren, d.h. Bourgeois zu werden.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann weiter:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDie nationalen Absonderungen und Gegens\u00e4tze der V\u00f6lker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichf\u00f6rmigkeit der industriellen Revolution und der ihr entsprechenden Lebensverh\u00e4ltnisse.\u201c<br \/>\n(\u00bb<a title=\"Rolf Becker liest: &quot;Das Kommunistische Manifest&quot; Link f\u00fchrt zum Online-Shop der Zeitschrift &quot;Melodie &amp; Rhythmus&quot; (neuer Tab)\" href=\"http:\/\/www.mr-onlineshop.com\/buecher\/rolf-becker-liest-das-kommunistische-manifest\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommunistisches Manifest<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wird die Arbeiterschaft weltumspannend von einer Besitztumsklasse ausgebeutet.<br \/>\nIst es insofern dann aber nicht besser f\u00fcr eine Renationalisierung der Entscheidungsgewalt staatlicher Institutionen auf die nationale oder regionale Ebene zu pl\u00e4dieren, um somit das wieder durchzusetzen, was h\u00e4ufiger als &#8222;Primat der Politik&#8220; bezeichnet wird respektive die Interventionsm\u00f6glichkeiten der politischen Arbeiterbewegung selbst zu erh\u00f6hen? Die Klassiker geben uns prinzipielle Hinweise unter dem Druck der jetzigen Ereignisse wichtige Erkenntnisse unseres Kampfes um soziale Befreiung nicht aufzugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das betrifft vor allem die Frage sich nicht auf ein typisch sozialdemokratisches Zunftdenken, schon gar nicht auf Nationalismus bzw. Chauvinismus einzulassen. Das ist sehr wichtig!<br \/>\nAber sie geben uns noch keine fertige politische Strategie, wie wir als Sozialisten mit den heutigen Problemen umgehen k\u00f6nnen. Die m\u00fcssen wir uns immer wieder selbst erarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Quellenangaben:<\/strong><\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Zahlreiche der benannten Zitate sind Online hier zu finden:\u00a0\u00bb<a title=\"Link \u00f6ffnet ein neues Tab\" href=\"http:\/\/www.mlwerke.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.mlwerke.de\/<\/a><\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Andere Textstellen habe ich einer guten Sammlung zu dem Problem der Migration entnommen, die von der Gruppe \u201eTrotz Alledem&#8220; ver\u00f6ffentlicht wurde. Dort wird zudem auch dargestellt, wie die Frage der Migration konkret auch in der kommunistischen Bewegung der 20er und 30er Jahre in Deutschland diskutiert wurde: \u00bb<a title=\"Link \u00f6ffnet ein neues Tab\" href=\"http:\/\/trotzalledem.cwahi.net\/zeitungen\/15\/ml.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/trotzalledem.cwahi.net\/zeitungen\/15\/ml.html<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a9 Andreas Gr\u00fcnwald<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><span class=\"_4n-j _fbReactionComponent__eventDetailsContentTags fsl\" data-testid=\"event-permalink-details\"><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/span><\/span><strong><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt; color: #ffffff;\">.<\/span><\/strong><span style=\"font-size: 10pt;\"><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?cat=178\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weitere Artikel von Andreas Gr\u00fcnwald<\/a><\/span><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">F\u00fcr den Inhalt dieses Artikels ist der Autor bzw. die Autorin verantwortlich.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Dabei muss es sich nicht grunds\u00e4tzlich um die Meinung der Redaktion handeln.<\/span><\/p>\n<table width=\"100%\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-7516 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/88x31.png\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"31\" \/><\/td>\n<td><span style=\"font-size: 10pt;\"><a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nc-nd\/4.0\/\" target=\"_blank\" rel=\"license noopener\">Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung &#8211;<br \/>\nNicht kommerziell &#8211; Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.<\/a><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<form action=\"https:\/\/www.paypal.com\/cgi-bin\/webscr\" method=\"post\" target=\"_top\"><input alt=\"Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen \u2013 mit PayPal.\" name=\"submit\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/DE\/i\/btn\/btn_donateCC_LG.gif\" type=\"image\" \/><\/form>\n<\/td>\n<td><span style=\"color: #993300;\"><strong>Auch linker Journalismus ist nicht kostenlos<br \/>\nund auch kleine Spenden k\u00f6nnen helfen Gro\u00dfes zu ver\u00f6ffentlichen!<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.Einheit-ML.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><\/div>\n<div><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/1987214344855916\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"hier geht es zur Facebook Diskussionsgruppe\" width=\"353\" height=\"15\" \/><\/a><\/div>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/ml\/?p=1699#respond\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Emko 242.000 Leute demonstrierten am Sonntag nach Veranstalter-Angaben in Berlin unter der sie einigenden Kurzformel #unteilbar. 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