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Vom Facharbeiter zur Hilfskraft

 

Klaus Meier #Dissident

Klaus Meier Dissident

Wer kennt es nicht, das „Na, was willst du denn mal werden?“ Gerede der Gesellschaft? Bei der Antwort: Künstler, Musiker, Prinzessin oder einfach nur „glücklich“, erntet man zumeist nur ein müdes Lächeln. Denn davon kann man doch nicht seine Existenz sichern. Da braucht es schon etwas mit Zukunft und Sicherheit. Ergo wählt man seine Pläne mit Bedacht, damit man auch noch morgen eine gefragte Fachkraft ist. Man lernt in der Schule, in der Lehre und so weiter. Damit man am Ende die gefragte Fachkraft mit Zukunft ist und seine Existenz vom Einkommen sichern kann.

Also eigentlich alles gut – wenn da nicht die Anderen wären. Da sind dann plötzlich einfach zu viele da, von den „gefragten Fachkräften mit Zukunft“. Das Lohnniveau gerät unter Druck. Es wird immer mehr für immer weniger Entlohnung eingefordert. Denn es gibt eben zu viele von den gefragten Fachkräften mit Zukunft. Oder einfach weil genau das was man als gefragte Fachkraft mit Zukunft gelernt hat, heute eine Maschine macht und zwar schneller und kostengünstiger.Gruppe von Facharbeitern

Die gefragte Fachkraft mit Zukunft wird dann schlicht nicht mehr benötigt – aber als Hilfskraft könnte man sie noch gebrauchen. Als Hilfskraft, die ja eigentlich das Wissen und Können der gefragte Fachkraft mit Zukunft hat. Aber nun nur noch die Entlohnung einer Hilfskraft erhält. Also warum wundert ihr euch noch, dass das Jobcenter euch alle zu Fachkräften machen will? Euch aber zugleich bei Bedarf eure erlernten Fachkenntnisse wieder abspricht und euch zu Hilfskräften erklärt.

Es geht letztlich nur darum die Entlohnung der Menschen zu senken, die nur ihre Arbeitskraft haben um sich ihre Existenz zu sichern. Denn Lohn ist im Neoliberalismus ein Faktor der den Gewinn schmälert. Darum muss dieser minimiert werden. Lasst euch euer Können nicht absprechen! Ihr habt alles gemacht, was die Gesellschaft, nein die Produktion von euch gefordert hat. Es wird Zeit, dass wir nun endlich auch einmal etwas von den Produktionsgewinnen einfordern! Denn dies hatte man uns schließlich mal zugesichert.