Armut das System

 

Klaus Meier #Dissident

Klaus Meier Dissident

Wenn Politik was ändern sollte müsste sie Armut bekämpfen. Armut ist aber Systemrelevant im Kapitalismus und muss nicht nur erhalten, sondern ausgebaut und im System gefestigt werden. Denn Armut ist einer der wichtigsten Ketten der Lohnsklaverei. Was also tun damit Armut sich auf die Mehrheit der Menschen ausbreitet ohne den Reichtum der wenigen zu gefährden?

Unter den Produktionsmittel-Inhaber/innen hieß es schon immer „wenn der Erwerbstätige Montags nicht erscheint, bezahlt man ihn zu viel“. Ergo mit weniger Lohn kann man den Erwerbstätigen dazu nötigen immer wieder und immer mehr von seiner Arbeitskraft einzusetzen. Wie aber kann man Lohn senken in einer Solidargemeinschaft in der es so keinen Zwang zur Erwerbstätigkeit gibt. Es sogar im Grundgesetz verboten ist.

Zwei Dinge braucht es um den Preis einer Ware zu minimieren. Erstens das Überangebot der Ware und zweitens die Akzeptanz. Um diese zwei Ziele umzusetzen kommt ein altes aber bewertest Mittel ins Spiel, Teile und Herrsche.Zeichnung Armut

Mit der Aussage das Erwerbslose etwas erhalten ohne dafür was zu geben, macht man Menschen ohne Einkommen zum Feindbild der Solidargemeinschaft. So einfach teilten man Menschen in Erwerbstätige und Erwerbslose. Die einen sind dann die vermeintliche Stütze der Gesellschaft und die anderen die Schmarotzer. Damit erreicht man das erste Ziel – Akzeptanz.

Durch Art. 2 Abs. 1 im SGB II machte man aus Erwerbstätigkeit einen Zwang.  „(1) [..]Personen müssen alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen.“ Nun musste man seine Arbeitskraft hergeben, Zuwiderhandlung hatte den Entzug des Existenzminimums durch Sanktionen zu folge. Damit setzte man dann das zweite Ziel um – ein Überangebot von Arbeitskraft.

Heute ist Armut gefestigt und etwas alltägliches. Alle paar Monate kommt wer daher und zeigt auf das die Armut voranschreitet. Man spricht darüber, aber keiner wird ernsthaft aktiv es zu ändern. Erst recht nicht da durch Armut auch Gewinne erzeugt werden. Stichwort: Tafel, 1€ Job, usw. Erwerbslosigkeit wurde zum gesellschaftlichen Sündenbock gemacht und ALG II-Abhängigkeit zum persönlichen versagen. Was einst zur Sicherung der Existenz des Individiums nutzte, wurde durch den Neokapitalismus pervertiert. Aus fördern wurde nötigen und aus fordern wurde Zwang. Das System „Kapitalismus“ das Armut braucht wird nicht mehr in Frage gestellt, denn lieber schlägt man auf den vermeintlichen Schmarotzer „Erwerbsloser“ ein, als die Systemfrage zu stellen.