Unternehmen “ Lohnarbeiter*in“

 

Klaus Meier #Dissident

Klaus Meier #Dissident

Egal was man verkauft, man tut es um Gewinn zu machen. Also um mehr zu bekommen als man investiert hat. Man spricht hier auch von der Rentabilität. Das ist das Verhältnis von Einsatz zu Gewinn. Vom gemachten Gewinn wiederum kann das Unternehmen dann selber seine Kosten decken. Jedes Unternehmen ist daran interessiert hier eine positive Bilanz zu erzielen.

Durch eine Übersättigung des Marktes kommt es aber zu einem Preisverfall. Um diesem entgegenzuwirken kann das Unternehmen das Angebot seiner Ware am Markt minimieren, so dass der Preis den Gleichgewichtspreis erreicht. Der Gleichgewichtspreis ist die Schnittstelle von Angebot und Nachfrage, dadurch erreicht man den maximalen Preis für eine Ware.

LohnniveauWas aber macht nun der Mensch der seine Arbeitskraft verkauft. Dieser handelt genau gegenläufig per Gesetz. Das Angebot an Arbeitskraft ist auf dem Arbeitsmarkt mehr als übersättigt, so dass es zu einem rapiden Zerfall der Rentabilität kommt. Der Unternehmer „Lohnarbeiter*in“ muss immer mehr von seinem Produkt „Arbeitskraft“ einbringen um überhaupt noch Gewinne zu erzielen, um von diesen dann lebensnotwendige Kosten decken zu können. Es ist schon so, dass der Unternehmer „Lohnarbeiter*in“ trotz maximaler Einbringung seiner Ware  nicht mehr vom Gewinn leben kann (Aufstocker). Es kommt zu einer negativen Bilanz, so dass er den Verkauf seiner Arbeitskraft eigentlich einstellen müsste, da er von dieser seine Existenz nicht mehr sichern kann.

Durch die Agenda 2010/ALG II wird diesen Unternehmern „Lohnarbeiter*in“ das Recht genommen wirtschaftlich zu agieren. Sie werden per Gesetzgebung dazu genötigt ihre Ware weiter auf dem Markt zu verkaufen, so dass die Preise immer weiter fallen. Die Agenda 2010 hat diese Unternehmer entmündigt und der Unwirtschaftlichkeit preisgegeben. Der Unternehmer „Lohnarbeit*in“ wird zum Spielball des Arbeitsmarktes gemacht, auf dem er keinerlei Rechte mehr hat. Die Bilanz für das Unternehmen  „Lohnarbeiter*in“ ist schon lange nicht mehr existenzsichernd, aber da der Staat im ALG II gewährt, muss er weiter seine Arbeitskraft verkaufen. Denn wenn er es nicht tut und sich weigert, wird ihm durch Sanktionen das Grundrecht und das Menschenrecht entzogen und damit seine Existenz bedroht.