Kein Mensch ist Arbeitslos

Warum man es Erwerbslos nennen sollte und nicht Arbeitslos

 

Klaus Meier #Dissident

Klaus Meier Dissident

Der Begriff „arbeitslos“ kam in Deutschland ca. um 1890 auf. Aber schon damals lehnten Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, den Begriff „Arbeitslos“ ab. Da es zu viele Tätigkeitsformen gibt, die ohne Entlohnung sind. Darum sollte man den Begriff „Erwerbslos“ nutzen.

Hier nur ein paar Beispiel: Allgemein das Ehrenamt, Eltern die für ihre Kinder da sind, Menschen die sich für andere Menschen engagieren, und so weiter. Selbst Karl Marx machte schon lange vor 1890 einen Unterschied zwischen konkreter Arbeit, die dem Zweck der individuellen Bedürfnisse und der Bedarfsbefriedigung diente und der entfremdeten Arbeit, die die Arbeiterklasse zur Abgabe ihrer Arbeitskraft nötige, der Erwerbstätigkeit.

kein mensch ist arbeitslos

Dazu kommt, dass nicht erst seit dem Herr Franz Müntefering (SPD) mit der Aussage „Wer nicht arbeiten, soll auch nicht essen“ und „Nur wer arbeitet, soll auch essen“ gegen Menschen ohne Erwerbstätigkeit, der Begriff „Arbeitslos“ genutzt wird um zu diskreditiert. Der Begriff „Arbeitslos“ war und ist schon immer ein Synonym für Faulheit gewesen. Wir kennt sie doch alle, diese Stammtischparolen des Neoliberalismus, „Arbeitslose sind nur faul“ oder „Arbeitslose leben nur auf unsere Kosten“ oder „Arbeitslose haben es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht“ oder „wer Arbeiten will, findet auch welche“ und so weiter. Die Liste ist lang, mit der man den Begriff „Arbeitslos“ in der Gesellschaft immer wieder als Synonym für Faulheit etabliert.

Warum sollte man es aber Erwerbstätigkeit nennen? Erwerben bedeutet, sich etwas aneignen, etwas in seinen Besitz bringen. Tätigkeit bedeutet eine sowohl körperliche als auch geistige Erbringung von Leistung. Also, mit der Erbringung von Leistung, erwirbt man Besitz. Im Fall von Erwerbstätigkeit muss das nicht zwangsläufig das Zahlungsmittel „Geld“ sein. Auch wenn das der Standard ist bei einer Erwerbstätigkeit.  Denn auch Nahrung und andere wirtschaftliche Vorteile gelten als Einkommen. Man brauch sich nur mal das Sozialgesetzbuch (SGB) ansehen, was da alles auf ALGII als Einkommen angerechnet wird. Darum ist die Bezeichnung Erwerbslos, nicht nur genauer, sondern auch nicht diskriminierend. Denn kein Mensch ist Arbeitslos.