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Von Sassnitz bis Suhl, von Eisenhüttenstadt bis zum Rhein, der 1. Mai muss Kampftag sein!
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Karl-Heinz Schulze

Heute fand auch in Sassnitz (Insel Rügen) wieder eine 1. Mai-Veranstaltung der Gewerkschaften in der Rügen-Galerie statt. Gekommen waren 85, zumeist ältere Teilnehmer.

In den persönlichen Gesprächen kam immer wieder die fühlbare Sorge um den Frieden zur Sprache. Die Gewerkschaftsvertreterin hielt eine Rede der Feststellungen und was alles verändert werden müsse. Dabei wurden von den prekären Arbeitsverhältnissen im allgemeinen bis hin zur Pflege beinah alle Problemfelder angesprochen. Jedoch wer soll die aufgestellten Forderungen durchsetzen, war eine gestellte Frage.

Es sprachen dann noch Kerstin Kassner (PdL), Harald Wolf als Landtagsabgeordneter (PdL), der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht sowie ich selber.

Leider fehlten gerade die Leute, welche von den vielen angesprochenen Problemen betroffen sind.
Bezeichnend ist auch das Fehlen der Vertreter von Zeitungen bis zum Rügen TV. Friedenspolitik ist halt kein besonderes Thema für die bürgerliche Presse. Dafür wird dann lieber wieder Frontberichterstattung aus Syrien gesendet. Eine Ausnahme machte die Ostseezeitung, die eine Vertreterin entsendete.

Hier eine kleine Bildauswahl mit meinen Eindrücken.

Vor Beginn der Kundgebung

Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht verwies auf die vielen finanziellen Gängelungen und Probleme der Kommunen hin

Eine Kollegin vom DGB-Schwerin hielt die Hauptrede mit den vielen „man müsste, aber wer soll das durchsetzen?“ Übrigens wurde fast überall diese gleiche vorbereitete Rede gehalten

Kerstin Kassner (Die Linke) hielt eine emotional sehr gute Rede und verwies auf die Umtriebe der AfD im Bundestag. Allerdings ohne Lösungsvorschläge vorbringen zu können

Auch die Rede von Wolfgang Weis (Die Linke) (Landtagsabgeordneter in Schwerin) war sehr kämpferisch. In der Ostseezeitung fand man kein Wort davon

Aufmerksam hörten die Teilnehmer, überwiegend 60+, den Reden zu

Alle Fotos: K. – H. Schulze
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Nachtrag vom 2. Mai 2018:

Ostsee-Zeitung mit Schere im Kopf

Heute berichtet die Ostsee-Zeitung von der Veranstaltung zum 1. Mai auf der Insel Rügen. Offensichtlich ging der Redakteurin bei meiner kleinen Kurzrede die Tinte für Notizen aus. Darum hier meine Gedanken, welche ich spontan und ohne Vorfertigung gesprochen habe.

„Ich bin bis heute Hartz IV Bezieher und möchte etwas zu dem Thema sagen. Wie gesagt wurde, leben wir hier in der schönen Stadt Sassnitz. Sie besteht aber nicht nur aus der Hauptstraße und der fast leeren Rügen-Galerie. Zu Sassnitz gehören auch die Nebenstraßen wie z. B. die kaputte Merkelstraße. Die DGB Rednerin und andere Redner haben viele richtige Dinge festgestellt. Aber wie soll das alles durchgesetzt werden? Durch neue Stellvertreter oder indem die Menschen aktiv einbezogen werden? Es wurde von Renten zum Leben gesprochen. So viele Pfandflaschen liegen hier gar nicht herum, um sich damit die Rente aufbessern zu können. Aber im Bundestag in Berlin gibt es genügend Flaschen welche da nicht hingehören. Hier ist die Stimmung gedrückt und viele fragen sich – wie weiter.
Ich schlage vor sich zu versammeln und hier wieder mit den Montagsdemos zu beginnen. Wer mitmachen will, bitte – ich bin dann der Ansprechpartner.
Wir sind das Volk!
Wir sind die Arbeiterklasse und wir schaffen alle Werte!

Ich hatte mich zu dieser Spontanrede entschlossen, weil zuvor festgestellt wurde, dass hier keine Hartz IV – Bezieher auf dem Platz stehen. Warum konnte sich die Redakteurin daran nicht erinnern? Sogar aus den Sassnitzer „Hilton“ (Obdachlosenheim war ein Besucher ständig anwesend.

Warum konnte sich die Redakteurin daran nicht erinnern?

 

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