Julius Jamal

Italienische Hafenarbeiter streiken,
weil sie saudisches Schiff mit Waffen beladen sollen!

Julius Jamal

Seit mehreren Jahren tobt im Jemen ein Krieg, der schon zehntausende Menschen das Leben gekostet hat. Infolgedessen weigern sich immer mehr Staaten Saudi-Arabien und seine Allierten mit Waffen zu beliefern. Daran nahmen sich nun italienische Hafenarbeiter ein Beispiel, sie erklärten den Streik bis das Schiff den Hafen verlässt.

Einer der Gewerkschafter, der am Hafen arbeitete, erklärte zum Streik: „Wir werden nicht zum Komplizen von dem, was im Jemen passiert.“ Der Streik der Hafenarbeiter in Genua soll solange andauern, wie die Beladung des saudischen Schiffs „Bahri-Yanbu“ gefordert wird. Die Haltung der Hafenarbeiter wird von den italienischen Gewerkschaften unterstützt. Diese hatten zuvor gefordert, dass das Schiff gar nicht erst am Hafen andocken soll, dies gelang allerdings nicht. Auch in anderen Städten kam es schon zu Protesten. So weigerten sich bereits die Hafenarbeiterinnen und -arbeiter im französischen Hafen Le Havre das Schiff mit Waffen zu beladen, weswegen dieses nach Italien weiterfuhr. Auch bei der vorherigen Ankunft des Schiffs im spanischen Santander kam es zu Protesten.

by Felton Davis, Flickr, licensed under CC BY 2.0 (edited by Jakob Reimann).

Ursache der Proteste sind die Kriegshandlungen im Jemen, die inzwischen ins fünfte Jahr gehen. Sie haben über 57.000 Tote, allein durch Kampfhandlungen zur Folge gehabt. Viel weitere Menschenleben, vielen der von Saudi-Arabien verhängten See-, Land- und Luftblockade zum Opfer. Deutlich sind die Folgen des Hunger, dieser führte inzwischen zum Tod von mehr als 85 000 Kinder unter 5 Jahren. Viele weitere starben aufgrund des Mangels an Medizin, die infolge der Seeblockade nicht ins Land kommen. Unser Autor Jakob verdeutlichte: „Laut UN-Nothilfe ist die Zahl der akut von Hunger gefährdeten Menschen im Jemen auf 14 Millionen angestiegen, was der Hälfte der gesamten Bevölkerung entspricht – Ende Februar waren es noch 8,4 Millionen. Die Gründe für diese Hungersnot sind zahlreich und liegen einerseits auf der Angebotsseite. Vor dem Krieg importierte der Jemen etwa 90 Prozent aller Lebensmittel, davon wiederum 80 Prozent über den Rotmeerhafen Hodeida.“

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Erstveröffentlichung in „Die Freiheitsliebe“ vor wenigen Tagen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers.

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