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Kapitalismus macht krank

Fiete Jensen

Heute erreichte die Redaktion von AmericanRebel ein Brief, von einem Leser unserer Zeitungen. Der Kollege möchte zum Selbstschutz nicht genannt werden, deshalb nenne ich ihn einfach mal Fritz. Sein Leidensweg ist nicht von Gott bestimmt und auch kein Zufall, lest bitte und beteiligt Euch an der Diskussion. Er schrieb uns sinngemäß:

„Ich bin seit sehr vielen Jahren arbeitslos und lebe seit fast gleicher Zeit von Hartz IV.  Und als ob das nicht genug wäre, werde ich seit der Zeit in der ich nicht mehr arbeite durch Mobbing fix und fertig gemacht. Das hatte zur Folge das ich vier Schlaganfälle und einen Herzinfarkt hatte. Hilfe bekomme ich keine, nur von klugen Sprüchen und raten zum positivem Denken habe ich einen ganzen Sack voll. Kontakte in meiner Umgebung habe ich praktisch keine mehr. Der Rest ist die Verbitterung eines Krueppels.

Ja, jedes Volk kriegt die Regierung, die es verdient, und die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. Diese Sprüche passen wie die Faust aufs Auge des deutschen Volks. Wenn ich versuche, gegenzusteuern, zu erklären warum es vielen bei uns so schlecht geht, weiss ich nicht, wo ich anfangen soll. Die meisten Menschen sind so verblendet von der Boulevard-Presse und von zur Chefsache gekrönten Belaglosigkeiten alla TV-Soaps und Helene-Fischer-Geplärre, dass sie gar nicht mehr in der Lage sind sachlich über ihre Lage nach zu denken, geschweige denn sich über die Ursachen und deren Bekämpfung auseiander zu setzen.

Wenn ich an den Händen abzählen wollte, wie oft mir „der Focus“ meine Kommentare gesperrt hat, wenn ich z. B. schrieb dass auf einen freien Arbeitsplatz mindestens fünf bis sechs geeignete Arbeitssuchende kommen, bräuchte ich viele Hände. Deutschland hat ein ganz massives Überproduktionsproblem – und das will keiner einsehen.

Ich bin aus der Hartz-IV-Gruppe von AmericanRebel ausgetreten, weil ich zwar durchaus Kritik vertragen kann aber Negativstress in meiner Lage nicht aushalten will. Soviel Betablocker kann ich gar nicht fressen. Das sind Grenzen, mit denen muss ich leben, sonst bin ich ruck zuck wieder auf der Intensivstation. Es ist also keine Boshaeit von mir, es ist nur Selbstschutz. Zz. wage ich mich kaum noch in die Öffentlichkeit und bin drauf und dran Facebook, zu verlassen.

Ich denke sehr marxistisch und sehe Hartz IV als ein Teil des Ueberbaus, den wir überwinden muessen. Im Sozialismus ist Hartz IV überfluessig!

Mir geht vieles durch den Kopf, möche Leute zum nachdenken bringen. Was ist der beste Weg bis zur Übergangsgesellschaft? Die Forderung nach einem bedingungslosem Mindestlohn? Mir liegt sehr viel daran dass eine sanktionsfreie Mindestsicherung eingeführt wird um den Druck der Demütigung von den Kollegen/-innen zu nehmen. Im Kommunistischen Manifest spricht Max von Arbeitszwang. Ich möchte das verstehen als „Arbeitszwang statt Zwangsarbeit“ – ich hoffe du verstehst was ich meine.“
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