{"id":7257,"date":"2017-10-05T13:35:15","date_gmt":"2017-10-05T11:35:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=7257"},"modified":"2018-01-12T16:21:54","modified_gmt":"2018-01-12T15:21:54","slug":"7257","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2017\/10\/05\/7257\/","title":{"rendered":"&#8211; Gez\u00fcchtete Unsch\u00e4rfen"},"content":{"rendered":"<h4>Harry Popow<\/h4>\n<h2><strong>Gez\u00fcchtete Unsch\u00e4rfen<\/strong><\/h2>\n<h4><strong>Buchtipp: \u00bb<\/strong><strong>L\u00fcgen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die \u00f6ffentliche Meinung\u00ab Herausgegeben von Jens Wernicke<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<div id=\"attachment_175\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-175\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-175\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Harry-Popow.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-175\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Harry Popow<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Blick in die Welt k\u00f6nne man mit einer Zeitung versperren, so ein Aphorismus. Von wegen. In die gro\u00dfe Welt schon, aber nicht in die kleine. Da wirst du \u00fcberh\u00e4uft mit guten Ratschl\u00e4gen f\u00fcr\u00b4s Kochen, f\u00fcr\u00b4s Make-up, f\u00fcr\u00b4s Wohlbefinden im Schlaf, f\u00fcr tollen Sex, f\u00fcr Gartenpflege und, und, und&#8230; Banales und flach Geb\u00fcrstetes haben Hochkonjunktur, also simple, alltagsnahe Botschaften, wie es im Buch \u201eL\u00fcgen die Medien&#8230;.\u201c hei\u00dft, und der \u00fcberaus brave B\u00fcrger ist\u00b4s zufrieden. Oder? Mehr noch, nach den armseligen Wahlen klatscht er noch in die H\u00e4nde und jubelt den Herrschenden zu: \u201eWeiter so!\u201c 87 Prozent haben da keine Bedenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer schreit da nach einem tieferen Blick in die politische Welt? Wer ist da unzufrieden mit gewissen Medien, die interessierten B\u00fcrgern Wahrheiten verwehren? Was ist los? \u201eL\u00fcgen die Medien?\u201c, fragt der Herausgeber Jens Wernicke, Diplom-Kulturwissenschaftler (Medien), 24 Journalisten, Wissenschaftler sowie ma\u00dfgebende Leute aus der Zivilgesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-7267 alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/luegen_die_medien-Kopie-209x300.png\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"479\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/luegen_die_medien-Kopie-209x300.png 209w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/luegen_die_medien-Kopie.png 362w\" sizes=\"(max-width: 334px) 100vw, 334px\" \/>Das Anliegen dieses Buches sei es, so der Herausgeber auf Seite 8, einen Beitrag zu schaffen, der \u201e\u00fcber Einzelfallkritik und Einzelmeinung weit hinausgeht und ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Komplexit\u00e4t unserer gesellschaftlich-sozialen Misere\u201c leistet. Und so stellt er bereits in der Einleitung, Fabian Scheidler zitierend, fest: \u201eDas bisherige System permanenter Akkumulation von Reichtum und Macht in den H\u00e4nden einiger weniger ist an seine Grenzen gesto\u00dfen.\u201c Die Verschleierung ihrer Motive, um ihr Vorgehen zu legitimieren, die Akkumulation im globalen Ma\u00dfstab durch Enteignung, dies brauche die Elite, ,,denn sonst zerbr\u00e4chen die bestehenden Verh\u00e4ltnisse in k\u00fcrzester Zeit\u201c, so Jens Wernicke. (S. 9)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Rezipienten f\u00e4llt es leicht, die 368 Seiten im \u00dcberblick zu behalten, befragt der Herausgeber die 24 Autoren doch zielgerichtet in der Form von Interviews. Nach jeweils einer kurzen Einleitung zum Thema stellt er etwa zehn bis 15 Fragen. Dabei kommen nicht nur die Bezeichnung L\u00fcgenmedien, die Hintergr\u00fcnde und Absichten der \u00f6konomischen und politischen Macht, deren Methoden der Manipulation, die Rolle jedes einzelnen Journalisten sowie das Verhalten der Nutzer \u2013 sprich der H\u00f6rer, Leser und Zuschauer \u2013 zum Tragen, sondern auch die pers\u00f6nlichen Meinungen und Erfahrungen jedes einzelnen Autors. Dabei kn\u00fcpft Jens Wernicke an die jeweils von seinen Interviewpartnern ver\u00f6ffentlichte Literatur an. Das erm\u00f6glicht den Lesern, die Gleichheiten als auch manche Unterschiede in der Wahrnehmung zu erkennen. Statistiken veranschaulichen die wachsende Macht der Medien. Eine besondere Rolle kommt den Beispielen der Manipulationsmethoden zu, an denen es in keinem der Interviews mangelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die fundierten Antworten der Interviewpartner ergeben insgesamt ein schauriges Bild von der Verfasstheit der Medien, von ihrer Abh\u00e4ngigkeit von den Herausgebern, vom Mainstream, von den Geldgebern in den Hinterstuben des Etablissements. Obwohl es in der Einsch\u00e4tzung, ob die Medien allesamt l\u00fcgen, unterschiedliche Positionen gibt, sind sie sich in der Mehrzahl einig, dass die Eigentumsverh\u00e4ltnisse den grundlegenden N\u00e4hrboden f\u00fcr Diffamierungen, L\u00fcgen, Verf\u00e4lschungen und f\u00fcr das Verschweigen von politischen Zusammenh\u00e4ngen bilden.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drahtzieher &amp; Begehrlichkeiten\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keinesfalls, und das kommt glasklar zum Ausdruck, d\u00fcrfen die Medien isoliert von den Machtverh\u00e4ltnissen betrachtet werden. S. 152: Man d\u00fcrfe die Rolle der Medien nicht auf Fragen spezifischer Missst\u00e4nde, nicht \u201eisoliert von Fragen gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsbeziehungen\u201c behandeln. Die Schlacht um die K\u00f6pfe ist kein ausgesuchtes Spielfeld f\u00fcr Langweiler oder Profitmachern alleine. Sie, die Elite, die Kapitaleigent\u00fcmer, die Politik \u2013 ihnen sitzt der Druck im Nacken, das vom Einsturz bedrohte Kapitalgeb\u00e4ude zu st\u00fctzen, die Zuschauer und Leser zur Anpassung, ja, zur Bejahung von Kriegseins\u00e4tzen unter der Fahne der gr\u00f6\u00dferen Verantwortung Deutschlands in der Welt zu verf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ideologie ist durchschaubar: Auf Seite 88 hei\u00dft es, den Antikommunismus verpacke man nicht mehr \u201epro deutsch\u201c, sondern \u201eprowestlich\u201c. Es sei die Funktion der Medien, die Leute von Wichtigem abzuhalten. (S. 109 und 111) In den USA bef\u00e4nden sich an der Spitze der Machtstruktur der Privatwirtschaft die profitablen Unternehmen wie New York Times und CBS, \u201eeiner extrem tyrannischen Struktur\u201c. S. 137: Medien dienen vorrangig dazu, \u201eden gesellschaftlichen und \u00f6konomischen Status derer zu stabilisieren, in deren Besitz sie sind oder von denen sie \u00f6konomisch abh\u00e4ngig sind\u201c. Es gehe insbesondere darum, die politische Weltsicht der Eliten zu vermitteln. Das bestimme die Auswahl und Interpretation von Fakten. Marktkr\u00e4fte k\u00f6nne man nicht abw\u00e4hlen, man k\u00f6nne sich \u201eihnen nur anpassen und unterwerfen\u201c (S. 143) Auf die Frage nach der politischen \u00d6konomie, der gewichtigsten Ursache, wird geantwortet: Die journalistische Repr\u00e4sentation des Weltgeschehens sei nicht auf eine einzelne Ursache zur\u00fcckzuf\u00fchren. Eher sei es ein \u201eUrsachengeflecht\u201c von kulturellen Fragen \u00fcber Geschlechterdispositionen bis zu Bildungsl\u00fccken. Auf Seite 329 wird gezeigt, wie Kritiker als Verschw\u00f6rungstheoretiker angefeindet werden. (S. 276)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein\u201c, schrieb Karl Marx 1842 in der Rheinischen Zeitung. \u201eDoch die Freiheit des Gewerbes hat gesiegt, Medien unterliegen der totalen Kommerzialisierung. (\u2026) Verflachung durch Quote \u00fcberwiegt.\u201c Er hat die Grunds\u00e4tze dieser Misere bereits vor langer Zeit einmal trefflich zusammengefasst, als er formulierte: Die der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken&#8230;\u201c Und weiter auf S. 334: \u201eIm Kern geht es um das Verf\u00fcgungsrecht \u00fcber privates Eigentum im Medienkomplex: Der Eigent\u00fcmer des Mediums hat die uneingeschr\u00e4nkte \u201eDeutungshoheit\u201c \u00fcber das, was er f\u00fcr Wahrheit h\u00e4lt. S. 335: Es gehe um eine marktradikale und regierungsfreundliche Gesamtideologie. Ein Denken in Alternativen, ein Aufgreifen abweichender Meinungen \u2013 das sei zumeist eine Fehlanzeige.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Krieg auf leisen Sohlen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich wird sich die Elite h\u00fcten, die Verdummungspraktiken offen darzulegen. Um so eindringlicher weisen die Autoren in diesem Buch nach: Die planm\u00e4\u00dfige Zerst\u00f6rung des Sozialstaates \u201ew\u00e4re ohne eine planm\u00e4\u00dfige Vergiftung der Sprache und des Denkens nicht m\u00f6glich\u201c. (S.143) S. 233: \u201eTats\u00e4chliche Verantwortungs\u00fcbernahme w\u00fcrde ja bedeuten, Ausbeutung und Ausraubung r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen&#8230;\u201c S. 34: Nicht immer werde bewusst manipuliert, daf\u00fcr aber verschwiegen oder neutralisiert, (siehe Klimagerechtigkeitsbewegung). Das Resultat sei dennoch \u201eein Zerrbild der realen Welt, das sich an die Interessen und Bed\u00fcrfnisse der M\u00e4chtigen (\u2026) anschmiegt. Auf den Seite 41\/42 hei\u00dft es, es seien die \u00e4u\u00dferen Faktoren, die die \u201einstitutionelle Schlagseite der Massenmedien verst\u00e4rken\u201c, Pressekonferenzen, Pressemitteilungen, PR-Arbeit, Hintergrundgespr\u00e4che, Statements von Top-Entscheidern, Studien, Statistiken und Zahlen, Expertenanalysen, Talkshows. Verwiesen wird auf \u201ediverse Disziplinierungsinstrumente\u201c wie u.a positive Sanktionen, gezielte Leaks, Enth\u00fcllungen, Auszeichnung durch Exklusivinterviews, lukrative Vortragsangebote, Schaltung von Werbung. Wer aber unangenehm auffalle und rote Linien \u00fcberschreite, der wird ermahnt, gez\u00fcgelt, bedroht oder entsolidarisiert. Alle Redaktionen bedienen sich des gleichgeschalteten Einheitsbreis, geliefert von dpa, AP, AFP und Reuter, und schrieben sodann voneinander ab, so lesen wir auf Seite 60. Gewarnt wird auf Seite 58 vor der weitgehenden Gleichschaltung als einen \u201eersten Schritt in Richtung faschistische Gesellschaft\u201c. Im Klartext: Der \u201eWesten\u201c versammelt das Gute um sich, Russen und Chinesen sind die B\u00f6sen. Und die dritte Welt sei schei\u00dfegal, es sei denn sie besitzt Rohstoffe oder bietet Schauplatz f\u00fcr einen kleinen V\u00f6lkermord. (S. 59)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Manipulation hat zum Ziel, eine Vielzahl geeigneter Strategien der sozialen Befriedigung zu entwickeln, \u201edamit also das System nicht an seinen eigenen Widerspr\u00fcchen zerbricht\u201c. (S. 147) Klassengegens\u00e4tze sollen verschleiert und eine stillschweigende Zustimmung der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung zu einer Politik erreicht werden, \u201edurch die Gemeinverm\u00f6gen in gro\u00dfem Umfang einer kleinen Schicht \u00f6konomischer Eliten zugeschanzt wird\u201c. Im Neoliberalismus solle \u201eeine radikal entpolitisierte und sozial atomisierte Gesellschaft\u201c erzeugt werden. S. 148: Keinesfalls d\u00fcrfe ein kollektives B\u00fcndnis von \u201eVer\u00e4nderungsbed\u00fcrfnissen\u201c entstehen. Man habe sich lediglich den Marktbed\u00fcrfnissen anzupassen. Mit schlimmen Folgen: Das wirke, so auf Seite 149, entsolidarisierend und entwurzelnd, Hilflosigkeit und Resignation erzeugend. Eben dazu bedarf es der Medien. S. 144: Politische Lethargie erh\u00f6he den Status der herrschenden Eliten. S. 113: Die Masse der Bev\u00f6lkerung bestehe aus ahnungslosen und l\u00e4stigen Au\u00dfenseitern. Sie sollen sich aus der Politik heraushalten, sie sollen zu Hause lieber Fu\u00dfball gucken. Der P\u00f6bel d\u00fcrfe nicht auf falsche Gedanken kommen, so steht es auf Seite 117.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zuviel Schei\u00dfe im Kopp?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es gleich zu sagen, offen und unverbl\u00fcmt: Bei den miserablen und oft genug substanzlosen Angeboten der \u201eviel ger\u00fchmten\u201c Medien dieses kapitalistischen Systems werfe niemand den einzelnen Journalisten den Fehdehandschuh vor die F\u00fc\u00dfe. Sie sind Mitschuldige, aber keineswegs Hauptschuldige. Sie k\u00f6nnen einfach nichts daf\u00fcr. Dieses Fazit muss der Rezensent aus dem viel beachteten Buch \u201eL\u00fcgen die Medien?\u201c ziehen. Warum? Weil schlicht und einfach der Medienbereich Teil des kapitalistischen Systems ist. Sie befinden sich \u2013 wie wir alle \u2013 im gut gesicherten Finanzhof wie hinter einem Burgfried. Sie gehorchen \u00f6konomisch und politisch den Herrschern dieser Festung des Imperiums Kapital. Und wer dennoch ausschert fliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So lesen wir auf Seite 126: Die Journalisten leiden unter Aktualit\u00e4tsdruck, sie folgen den Vorgaben der Politikelite, sie k\u00f6nnen und d\u00fcrfen keine Alternativen, und wenn, dann nur taktische Details der \u00d6ffentlichkeit verkaufen. An Ausreden mangelt es nicht. Beispielsweise hei\u00dft es auf S. 40: \u201eWenn Qualit\u00e4t und Vielfalt verschwinden, liege das nicht am Anbieter, sondern am Kauf- und Lesevotum der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, dem das Angebot folgen m\u00fcsse.\u201c Man k\u00f6nne aber nur das w\u00e4hlen, was angeboten wird. Eberhard Esche, einst Schauspieler am Deutschen Theater, spitzte manches Phlegma der Zuschauer im Parkett in seinem Buch \u201eDer Hase im Rausch\u201c auf Seite 263 ziemlich sarkastisch so zu: \u201eWie oft bin ich aus schlechten Inszenierungen, von oben hinl\u00e4nglich erw\u00e4hnten Regisseuren in Szene gesetzt, aus dem Theater gelaufen, die Leute blieben sitzen. Manchmal frage ich mich, was mehr zu bewundern ist, ihr Kopf, der so viel Schei\u00dfe aush\u00e4lt, oder ihr Arsch, der so viel Schei\u00dfe aussitzt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist es, so die Autoren, die Schuld an der Misere nicht allein bei den Journalisten zu suchen, die im Grunde genommen Lohnarbeiter sind, allerdings nicht ohne Mitverantwortung. Erst Recht tragen die Nutzer der Medien ob ihres mehr oder weniger aufnahmebereiten Verarbeitens von Informationen keinerlei Schuld am Bl\u00fchen der Falschmeldungen vor allem in der Au\u00dfen- oder Kriegspolitik.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Illusionen &amp; kraftvolle Auswege<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Gebiet von L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen gibt es in dieser so inhaltsreichen Argumentationskette \u2013 kann auch nicht anders sein &#8211; sowohl zur\u00fcckhaltende illusionistisch eingef\u00e4rbte Meinungen als auch \u201erevolutionierende\u201c Ans\u00e4tze zur Ver\u00e4nderung der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Da ist die Rede von Foren, auf denen man sich austauschen k\u00f6nne, von radikalen Reformen, vom Aufwachen auf Seiten der B\u00fcrger, man solle breit lesen und sich informieren, man soll sich in Kritik \u00fcben und den Widerspruch organisieren. Seite 314: Man m\u00fcsse die Massenmedien Entprivatisieren. \u00dcber Genossenschaften, Stiftungen und \u00f6ffentliche Tr\u00e4gerschaften mit gesicherter innerer demokratischer Struktur m\u00fcssten sie zu \u201eB\u00fcrgermedien\u201c gemacht werden. Von alternativen Medien ist auf Seite 331 die Rede.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr Lernf\u00e4hige<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00fcgen die Medien nun oder nicht? Auf Seite 339 findet sich folgende Antwort: Es seien klare L\u00fcgen, \u201edenn sie sind \u2013 besonders in diesen Zeiten \u2013 ein unmittelbarer Angriff auf unser aller Lebenschancen und -qualit\u00e4t, die Umwelt sowie unsere F\u00e4higkeit zu Solidarit\u00e4t. (\u2026) Sie sind Unmenschlichkeit, die sich \u2013 um wirklich kritische Fragen unm\u00f6glich zu machen \u2013 als Weisheit letzter Schluss geb\u00e4rdet, als einzig denkbare Gesellschaftsordnung und Welt.\u201c Da haben wir es: Die Z\u00fcchtung von politischen Unsch\u00e4rfen, von wem dies ausgeht und wer darunter zu leiden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das politisch schwergewichtige das Buch \u201eL\u00fcgen die Medien&#8230;\u201c zur Erhellung des Bewusstseins sowohl der angepassten als auch der kritischen Leserschaft wird vor allem jene erreichen m\u00fcssen, die nicht gewillt sind, die Macht den wenigen ein Prozent der Finanzelite \u00fcber das Denken und F\u00fchlen der Masse der Bev\u00f6lkerung zu \u00fcberlassen. Auch diese Lekt\u00fcre schl\u00e4gt \u2013 wie andere B\u00fccher zuvor \u2013 Gassen in Mauern des zunehmenden politischen Stumpfsinns. Es bietet durch die Vielfalt der An- und Aussichten ein breites Feld von \u00dcberdenkenswertem. Es h\u00e4lt dazu an, sich selbst in diesem System der systemerhaltenden Schmuddelware von Hohlheiten und L\u00fcgen die Messlatte an das eigene Denken und Tun zu legen. Es m\u00f6ge die satte Gen\u00fcgsamkeit, die Lethargie und die dumpfe Selbstzufriedenheit ins eigene Licht der Selbsterkenntnis zerren. Sicher ist dies: Es bedarf \u2013 vor allem nach der Bundestagswahl 2017 \u2013 einer neuen Gegenwehr gegen den geistigen Krieg um die K\u00f6pfe. Es geht um Klarsicht und Scharfsichtigkeit, gegen den Plunder der oberfl\u00e4chlichen Geschw\u00e4tzigkeit und verdummenden politischen Rhetorik, es geht ums Ganze. Wie treffsicher \u2013 ich komme auf ihn zur\u00fcck &#8211; der Schauspieler Eberhard Esche in seinem Buch \u201eDer Hase im Rausch\u201c auf Seite 332 sagte: \u201eWem die Lernf\u00e4higkeit abhanden kommt, dem bleibt die Zunft verschlossen.\u201c<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Zum Herausgeber:<\/strong><em>\u00a0Jens Wernicke, Diplom-Kulturwissenschaftler (Medien), arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Politik und als Gewerkschaftssekret\u00e4r. Heute ist er Autor, freier Journalist und Herausgeber von \u201e<\/em><a href=\"http:\/\/www.rubikon.news\/\"><em>Rubikon &#8211; Magazin f\u00fcr die kritische Masse<\/em><\/a><em>\u201c. Zuletzt erschienen von ihm als Mitherausgeber \u201eNetzwerk der Macht \u2013 Bertelsmann. Der medial-politische Komplex aus G\u00fctersloh\u201c sowie \u201eFassadendemokratie und Tiefer Staat\u201c. Er ver\u00f6ffentlicht unter:\u00a0<\/em><a href=\"http:\/\/www.jenswernicke.de\/\"><em>jenswernicke.de<\/em><\/a><em>.\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>\u00bbL\u00fcgen die Medien? Propaganda, Rudeljournalismus und der Kampf um die \u00f6ffentliche Meinung\u00ab <\/strong>Herausgegeben von Jens Wernicke<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"> Mit Beitr\u00e4gen von Walter van Rossum, David Goe\u00dfmann, Ulrich Teusch, Volker Br\u00e4utigam, Ulrich Tilgner, Stephan Hebel, Werner R\u00fcgemer, Eckard Spoo, Noam Chomsky, Uwe Kr\u00fcger, Rainer Mausfeld, J\u00f6rg Becker, Michael Walter, Erich Schmidt-Eenboom, Klaus-J\u00fcrgen Bruder, Kurt Gritsch, Daniele Ganser, Maren M\u00fcller, Hektor Haark\u00f6tter, Sabine Schiffer, Gert Hautsch, Rainer Butensch\u00f6n, Markus Fiedler, Daniela Dahn (\u00fcberwiegend von Jens Wernicke gef\u00fchrte Interviews) Westendverlag Frankfurt 2017 &#8211; 368 Seiten, 18 Euro<\/span><\/p>\n<p>\u00a0<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?cat=77\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fr\u00fchere Artikel von Harry Popow<\/a><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.americanrebel.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1682\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/2049926065251410\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1676\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"15\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png 470w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb-300x13.png 300w\" sizes=\"(max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=7257#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1688\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harry Popow Gez\u00fcchtete Unsch\u00e4rfen Buchtipp: \u00bbL\u00fcgen die Medien? 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