{"id":5627,"date":"2017-07-27T10:00:16","date_gmt":"2017-07-27T08:00:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=5627"},"modified":"2017-08-07T09:15:51","modified_gmt":"2017-08-07T07:15:51","slug":"5627","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2017\/07\/27\/5627\/","title":{"rendered":"&#8211; Im Unruhestand"},"content":{"rendered":"<h4>Harry Popow<\/h4>\n<h2><strong>Im Unruhestand<\/strong><\/h2>\n<h4><strong>Buchtipp: <\/strong><strong>Erhard Crome<\/strong><strong>: Ausgedient. Die Bundeswehr, die Meinungsfreiheit und die \u201cCausa Rose\u201d<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<div id=\"attachment_175\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-175\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-175\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Harry-Popow.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-175\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Harry Popow<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEin Oberstleutnant der Bundeswehr hat den Mut gehabt, seine berufliche Karriere aufs Spiel zu setzen, um die \u00d6ffentlichkeit auf die von deutschen Politikern und Gener\u00e4len ver\u00fcbten V\u00f6lkerrechtsverbrechen aufmerksam zu machen.\u201c Dieser erste Satz aus dem Klappentext aus dem Buch \u201eAUSGEDIENT\u201c, herausgegeben von Erhard Crome erinnert zun\u00e4chst an Don Quijote Anfang der 17. Jahrhunderts, der im angeblichen Kampf gegen den gn\u00e4digen Herren und die gnadenlosen Maschinen in Gestalt der Windm\u00fchlen anging. Oder an Thomas Mann, der in seiner Erz\u00e4hlung Herr und Hund (1918) folgendes schrieb: \u201eEs kann aber auch sein, da\u00df das Ganze, nach allen Veranstaltungen und Umst\u00e4ndlichkeiten, ausgeht wie das Hornberger Schie\u00dfen und still im Sande verl\u00e4uft.\u201c Aber der Offizier der Bundeswehr war und ist ein wissender und kluger Mann, einer, der mit jungen Jahren schon publizistisch und mit Vortr\u00e4gen politisch ins Geschehen eingriff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-5633 alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/ausgedient.jpg\" alt=\"\" width=\"249\" height=\"361\" \/>J\u00fcrgen Rose \u2013 beim Vortrag \u201eDie Medienkrieger \u2013 eine Innensicht\u201c im Rahmen der Veranstaltung &#8222;35 Jahre Bundesverband Arbeiterfotografie \u2013 Wacht auf, Verdammte dieser Erde&#8220;, 2013<br \/>\nSo liest man im Internet Folgendes \u00fcber seinen Werdegang: J\u00fcrgen Rose wurde 1958 als Sohn des ehemaligen Jagdfliegers Unteroffizier Hans-Joachim Rose in Worms geboren. (\u2026) Er verpflichtete sich 1977 als Zeitsoldat und Offizieranw\u00e4rter bei der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seiner milit\u00e4rischen Ausbildung (\u2026) absolvierte er ab 1983 ein Studium der P\u00e4dagogik an der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen, das er als Diplom-P\u00e4dagoge abschloss. Rose war von 1988 bis 1991 Mitarbeiter an der Akademie der Bundeswehr f\u00fcr Information und Kommunikation in Waldbr\u00f6l im Forschungsbereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik. (\u2026) Von 1991 bis 1995 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Internationale Politik, Sicherheitspolitik, Wehrrecht und V\u00f6lkerrecht an der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend dieser Zeit ver\u00f6ffentlichte er Beitr\u00e4ge u.a. \u00fcber das Ende des Kalten Krieges und Nuklearstrategien in milit\u00e4rischen und sicherheitspolitischen Fachzeitschriften. (\u2026) Danach war er von 1995 bis 1998 wissenschaftlicher Mitarbeiter am deutsch-amerikanischen Studienzentrum George C. Marshall European Center for Security Studies in Garmisch-Partenkirchen und External Fellow am Institut f\u00fcr Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universit\u00e4t Hamburg (IFSH).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab 1997 setzte sich Rose dienstlich und \u00f6ffentlich immer kritischer mit der Bundeswehr und der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland auseinander, was zu Disziplinarverfahren, Versetzungen und Klagen beim Bundesverfassungsgericht und dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte f\u00fchrte. Der langj\u00e4hrige Berufssoldat J\u00fcrgen Rose trat im Januar 2010 als Oberstleutnant in den Ruhestand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Roses Attacken <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits im Vorwort von Dr. Heinrich Hannover liest sich der f\u00fcr die Obrigkeit so beruhigende und aufschlussreiche Satz: \u201eSolange es in der Bundeswehr nur zwei Offiziere gibt, die rechtswidrigen Milit\u00e4reins\u00e4tzen widersprechen, brauchen die Herrschenden nicht(s) zu bef\u00fcrchten&#8230;\u201c Er f\u00fcgt hinzu, nur wer provoziert hat eine Chance. J\u00fcrgen Rose hat provoziert. Ermuntert durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig vom 21. Juni 2005 zum Fall Florian Pfaff, der als Offizier der Bundeswehr die Ausf\u00fchrung von Befehlen verweigerte, die der logistischen Unterst\u00fctzung des Irak-Kriegs der USA von 2003 dienten \u2013 hat J\u00fcrgen Rose in &#8222;freitag&#8220; und &#8222;Ossietzky&#8220; konsequent und mit scharfen Worten die Bundeswehrf\u00fchrung ins Visier genommen. Er warf ihr vor, einer illegalen Milit\u00e4rinvasion durch die USA Beihilfe geleistet zu haben und bezeichnete den Irak-Krieg als v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriffskrieg und die deutsche Unterst\u00fctzung als ein Kriegsverbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu seinem Motiv gibt es auf Seite 600 folgende Aussage: \u201eDer Grund weswegen ich Soldat geworden bin, n\u00e4mlich auf Grundlage von Recht und Gesetz meinen Verteidigungsauftrag zu erf\u00fcllen, ist durch die Beteiligung an einem Angriffskrieg negiert worden.\u201c Das sei mit seinem Berufsverst\u00e4ndnis nicht vereinbar. \u201eMeine sachlichen Versuche der Auseinandersetzung mit diesem Thema wurden br\u00fcsk zur\u00fcckgewiesen. Dann habe ich meine Intensit\u00e4t Schritt f\u00fcr Schritt erh\u00f6ht, um endlich eine Wirkung zu erzielen.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_5634\" style=\"width: 367px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5634\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-5634\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/J.Rose_-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"265\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/J.Rose_-300x223.jpg 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/J.Rose_.jpg 435w\" sizes=\"(max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><p id=\"caption-attachment-5634\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Oberstleutnant J\u00fcrgen Rose \u2013 beim Vortrag \u201eDie Medienkrieger \u2013 eine Innensicht\u201c im Rahmen der Veranstaltung &#8222;35 Jahre Bundesverband Arbeiterfotografie \u2013 Wacht auf, Verdammte dieser Erde&#8220;, 2013<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweifellos: Rose ist ein UNANGEPASSTER. Dem durch sein Studium und durch pers\u00f6nliche Erfahrungen allerdings nicht entgangen sein d\u00fcrfte, dass die Bundeswehr des nach 1945 aufkommenden Kalten Krieges, forciert durch die amerikanische Besatzungsmacht im Westen Deutschlands, sowie durch die Remilitarisierung Westdeutschlands ein Kind des Kalten Krieges in den H\u00e4nden des deutschen Kapitalismus und der Sicherung der Herrschaft dienenden Justiz war und ist. Der Mitautor G\u00fcnther Anders erinnert auf Seite 607 daran, dass alte Hitlergenerale wegen v\u00f6lkerrechtswidriger Verbrechen zwar abgeurteilt, \u201edann aber im Laufe der f\u00fcnfziger Jahre, als man wieder deutsche Soldaten als Bollwerk und Speerspitze gegen den Weltkommunismus zu brauchen glaubte, vorzeitig entlassen und in alte Ehren, Geh\u00e4lter und Pensionen eingesetzt\u201c wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der einstige Oberstleutnant Rose verweist auf Seite 622 auf den 2+4-Vertrag, vom deutschen Boden d\u00fcrfe nur Frieden ausgehen. Er erinnert an den Luftkrieg gegen Jugoslawien (man sprach von der Propagandal\u00fcge einer so genannten \u201ehumanit\u00e4ren Katastrophe\u201c im Kosovo), auf die Invasion Afghanistans ohne Autorisierung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und nicht zuletzt auf das v\u00f6lkerrechtliche Verbrechen der USA und ihrer Alliierten gegen den Irak und seine Menschen. Und auf der n\u00e4chsten Seite schlussfolgert er: \u201eDer Angriffskrieg ist der Bundeswehr demnach qua Grundgesetz kategorisch untersagt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Grundgesetz und anderen Bestimmungen und Paragraphen zur freien Meinungs\u00e4u\u00dferung im Marschgep\u00e4ck, begibt sich der Autor also auf eine Irrfahrt zugunsten des Friedens, gegen Angriffskriege und Auslandseins\u00e4tze der Bundeswehr. Er k\u00e4mpft mit einem zweischneidigen Schwert. Zum Nachteil f\u00fcr den Oberstleutnant, den Aufm\u00fcpfigen, mit dem Abschied aus der Bundeswehr, und zum Vorteil f\u00fcr den Leser mit einem Gewinn an Erkenntnissen, wie Friedenswille und grunds\u00e4tzliche Kritiken an der Macht der Politik und des Milit\u00e4rs zweifelsfrei oft genug abgewimmelt wird. Ein hei\u00dfes Eisen &#8211; dieses Buch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bewunderung also f\u00fcr den einstigen Oberstleutnant der Bundeswehr, der im besagten Buch mit seinen 646 Seiten in zwei B\u00e4nden seine Odyssee mit den Herrschenden in der BRD dokumentiert. Neben pers\u00f6nlich gefassten Textbeitr\u00e4gen \u2013 so u.a. in der Einleitung, in einem Artikel f\u00fcr die Zeitschrift Ossietzky und im Anhang -, findet der wohlgesinnte Leser eine schier lange Kette von Dokumenten, Mitteilungen an die Vorgesetzten sowie an die jeweiligen Justizorgane, Beschwerden und Reaktionen durch die Betroffenen. Das ist zugegebenerma\u00dfen nicht leicht lesbar, vor allem der jeweils ins Spiel gebrachte Gesetzes- und Paragraphendschungel, allerdings f\u00fcr die Entlarvung der Dienstbarkeit der Justizorgane im Interesse der Machterhaltung unabdingbar. Nicht ohne Grund beschr\u00e4nkt der Autor J\u00fcrgen Rose den Zweck des Buches lediglich auf den Wert einer gr\u00fcndlichen Dokumentation als auch auf die M\u00f6glichkeit, weiter am Thema zu forschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mundtot machen als eine Methode<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessant sind vor allem die \u201eEntgegnungen und Ausweichman\u00f6ver\u201c der b\u00fcrgerlichen Justizorgane. Sie beziehen sich vor allem darauf, dass Kritik, wie sie der Oberstleutnant an der verbrecherischen Beihilfe zum Krieg gegen Jugoslawien vorbringt, als \u201eFunktionsst\u00f6rung\u201c f\u00fcr die Bundeswehr zu gelten hat. Die prompte Gegenfrage des Beschwerdef\u00fchrers: Um welche Funktionsst\u00f6rung handele es sich und f\u00fcr wen? Darauf gibt es \u2013 au\u00dfer in den Kommentaren des Autors und des Herausgebers \u2013 keinerlei schl\u00fcssige Antworten. Schweigen auch bei andern inhaltlichen Fragen. Ursachenvertuschung, wie gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu ein Beispiel, eines von vielen: Ein Vorwurf des J\u00fcrgen Rose lautet: Mitschuld am Irak-Krieg tr\u00fcgen auch die Friedensverr\u00e4ter im Generalsrock, die sich, Kadavergehorsam leistend und ihren Diensteid brechend, nicht geweigert haben, den ihnen erteilten v\u00f6lkerrechts- und verfassungswidrigen Auftrag zu erf\u00fcllen. Die Antwort der Justiz: Versto\u00df gegen SG \u00a7\u00a7 7 (Pflicht zum treuen Dienen), \u00a7\u00a7 12 (Pflicht zur Kameradschaft), \u00a7\u00a7 10 Abs. 6 (Pflicht zur Zur\u00fcckhaltung), \u00a7\u00a7 17 Abs. 2 (Verhalten au\u00dfer Dienst)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Oberstleutnant bleibt am Ball. Er ver\u00f6ffentlicht Artikel, h\u00e4lt Vortr\u00e4ge, regt Veranstaltungen an. Doch Artikel, so u.a. in der Zeitschrift OSSIETZKYS vom 26.06.2006 l\u00e4sst die Vorgesetzten und die Justizorgane aufhorchen. Unter der \u00dcberschrift \u201eGeist und Ungeist der Generalit\u00e4t\u201c erscheint am 27. Mai 2006 ein Beitrag mit folgenden Kerns\u00e4tzen: \u201eDa\u00df die Generalit\u00e4t aufgrund intellektueller Insuffiziens nicht hatte erkennen k\u00f6nnen, was da vor sich ging, wird man mit Fug und Recht ausschlie\u00dfen d\u00fcrfen. (\u2026) Da Dummheit ergo auszuschlie\u00dfen ist, bleibt nur noch die zweite Alternative zur Erkl\u00e4rung \u2013 und die lautet: Opportunismus, Feigheit, Skrupellosigkeit. (\u2026) H\u00e4tte die deutsche Generalit\u00e4t auch nur einen Funken Ehrgef\u00fchl sowie Rechts- und Moralbewusstsein im Leibe, so h\u00e4tte der Generalinspekteur im Verein mit seinen Teilstreitkraftinspekteuren sich geweigert, den v\u00f6lkerrechts- und verfassungswidrigen Ordres der rot-gr\u00fcnen Bundesregierung Folge zu leisten.\u201c (S. 18)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht unerwartet die Gegenwehr der Herrschenden: Disziplinarverfahren durch mehrere Instanzen, Disziplinarbu\u00dfe in H\u00f6he von 750 Euro, Beschwerde des Autors beim Bundesverfassungsgericht. Die unglaubliche Erkenntnis: Der Verfassungsbeschwerde komme keine \u201egrunds\u00e4tzliche verfassungsrechtliche Bedeutung\u201c zu. Der Autor dazu: \u201eDas V\u00f6lkerrechtsverbrechen gegen den Irak und die hierf\u00fcr erbrachten Unterst\u00fctzungsleistungen durch die Bundesrepublik Deutschland waren den Verfassungsrichtern nicht eine Silbe wert.\u201c (S. 19) Was hier nur andeutungsweise zu erkennen ist: Die Politik und die Justiz mogeln sich um ein klares Bekenntnis zu den zu Recht kritisiertem Schweigen zum Irak-Krieg herum. Sie verschweigen den Grund, sie er\u00f6rtern nicht den Grund der Beschwerde, sie lassen das vom Autor geforderte WOF\u00dcR der so genannten Funktionsf\u00e4higkeit der Bundeswehr einfach unbeantwortet, sie deuten den Begriff \u201eAngriffskrieg\u201c f\u00e4lschlicherweise in \u201eOperation\u201c um, sie legen der so genannten freien Meinungs\u00e4u\u00dferung formale Fesseln an, sie entstellen Sachverhalte, sie sehen als oberstes Prinzip lediglich die ehernen und missbr\u00e4uchlich nutzbaren Begriffe wie Gehorsam, Disziplin, Kameradschaft \u2013 ohne die Frage nach dem inhaltlichen Sinn und dem Wof\u00fcr zu stellen. Gravierend und typisch f\u00fcr den Umgang mit den Soldaten (und den Medien): Der Soldat solle seine Meinung, auch die kritische, \u00e4u\u00dfern d\u00fcrfen, aber eine inhaltliche politische Richtung solle tunlichst vermieden werden, denn das schade der besagten Funktionsf\u00e4higkeit der Streitkr\u00e4fte. Klar zu deuten: Es handelt sich um eine gewollte Entpolitisierung, innerhalb und au\u00dferhalb der Bundeswehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">J\u00fcrgen Rose kommentiert auf Seite 22: \u201eUm pazifistische Bestrebungen zu verhindern und dem Milit\u00e4rstaat zu n\u00fctzen, hat die deutsche Justiz im 20. Jahrhundert immer wieder das Recht im Dienste machtpolitischer Interessen instrumentalisiert und ist als politische Justiz (\u2026) t\u00e4tig geworden.\u201c Dabei bediene man sich folgender strafrechtlicher Vorw\u00fcrfe: Angeblicher Landesverrat, Wehrkraftzersetzung, N\u00f6tigung, Abschreckung der Kritiker der Wiederaufr\u00fcstung. Auf seine eigene kritische Haltung bezogen: Die Bundeswehr werfe ihm vor, gegen die vom Soldatengesetz auferlegte \u201eZur\u00fcckhaltungspflicht\u201c versto\u00dfen und so das \u201eAnsehen der Bundeswehr\u201c gesch\u00e4digt zu haben. Er habe sich \u2013 das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen \u2013 unzul\u00e4ssig politisch bet\u00e4tigt und seine \u201ePflicht zum treuen Dienen\u201c verletzt. Eine gute M\u00f6glichkeit, so J\u00fcrgen Rose, kritische Soldaten mundtot zu machen. (S. 587)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kriegsprofiteure statt \u201eKonstruktionsm\u00e4ngel\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraus lassen sich \u2013 was hinsichtlich der neuerlichen Bestimmungen \u00fcber die Milit\u00e4rdoktrin von der reinen Verteidigungsarmee hin zur Interventionsarmee besonders schwerwiegend ist \u2013 Schl\u00fcsse f\u00fcr die weitere Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik ziehen hinsichtlich der Methoden zur Abwehr funktionsst\u00f6render kritischer Meinungen und zur Verschleierung der aggressiven Absichten der herrschenden Klasse. So lesen wir&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Oberstleutnant im \u201eUnruhestand\u201c &#8211; auch nach seinem \u201eAusgedient\u201c, hat allen Grund, dem Thema Krieg und Frieden auf der Spur zu bleiben. Es ist wie eine bittere Erkenntnis, wenn er auf Seite 30 fragt, wie es um den Weltfrieden bestellt sein mag, wenn man den inkriminierten Tatbestand des Angriffskrieges \u201ewillk\u00fcrlich in die Sph\u00e4re der Bedeutungslosigkeit\u201c verbannt. Un\u00fcbersehbar klaffe heutzutage eine L\u00fccke gro\u00df wie ein Scheunentor \u201ein jenem Normalbollwerk, das die verfassungsgebende Versammlung einst gegen das Wiedererstehen des verbrecherischen Militarismus fr\u00fcherer Zeiten errichtet hatte\u201c. (S. 628) Er tippt auf Konstruktionsm\u00e4ngel bei der verfassungs- und strafrechtlichen Normierung des Angriffskriegsverbotes, von Defiziten, dem beizukommen dringend notwendig ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herausgeber Erhard Crome bringt das nach wie vor aggressive Streben der deutschen Politik und ihrer willf\u00e4hrigen Bundeswehr sowie der Justiz auf den Punkt, wenn er auf Seite 637 in seinen Nachbemerkungen \u2013 Bezug nehmend auf das \u201eWei\u00dfbuch\u201c 2016 \u2013 auf einen neuen deutschen \u201eF\u00fchrungsanspruch\u201c verweist. \u201eDie Bundeswehr soll ein wirksames Instrument einer neuen deutschen Weltpolitik und Weltgeltung werden.\u201c Auf Seite 640 klingt es wie ein Weckruf: \u201eEs gibt die Tendenz, den Einsatz in v\u00f6lkerrechtswidrige Kriege zu befehlen und anschlie\u00dfend die Spuren auch juristisch verwischen zu wollen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Solot\u00e4nzer ohne Chancen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das inhaltsreiche und schwerlastige Sachbuch erf\u00fcllt dann seinen Sinn, wenn sehr aufmerksame und politisch interessierte Leser die kritischen Passagen weiterf\u00fchren zu den Verursachern von Aggressionskriegen, von nach Profit strebenden weltweiten Machtanspr\u00fcchen. Nicht die Windm\u00fchlen gilt es zu bek\u00e4mpfen, sondern den Eigent\u00fcmern von Produktionsmitteln massenhaft Paroli zu bieten. Dr. Heinrich Hannover hatte deshalb hart und unverbl\u00fcmt bereits im Vorwort ausgedr\u00fcckt: Die Herrschenden h\u00e4tten, \u201ewenn sie Roses Argumentation gefolgt w\u00e4ren, aussprechen m\u00fcssen, dass bestimmte namentlich benannte Exponenten der herrschenden Klasse auf die Anklagebank geh\u00f6ren\u201c. Aber sie weichen aus, sie sch\u00fctzen sich. Mit Bittstellern und schriftliche Appelle verfassenden Widerst\u00e4ndlern, m\u00f6gen sie noch so die r\u00fcden Herrschaften provozieren, hat der Imperialismus immer noch ein leichtes Spiel, trotz der bei m\u00e4chtigen Protesten wie in Hamburg und die noch oder wieder im Unruhestand befindlichen und ehrlich emp\u00f6rten Mitb\u00fcrger. Hohe Achtung vor politischen Solot\u00e4nzern, aber sie haben ohne R\u00fcckendeckung im \u201egemeinen Volk\u201c keine Chance. Ein Dacapo solcher Rosen-Attacken \u2013 diesmal von vielen mitgetragen \u2013 w\u00e4re bitter notwendig. Die Beherrscher der Windm\u00fchlen, um bei diesem Bild f\u00fcr ungl\u00e4ubige Mitmenschen zu bleiben, nennen sich schlichtweg Privateigent\u00fcmer. Um die geht es, will man Angriffskriegen um des Profits willen weltweit den Garaus machen. Danke also, Herr J\u00fcrgen Rose und Herr Cromberg als Herausgeber, dass Sie dem aufgeschlossenen Leser einen sehr scharfen Blick auf die Hintergr\u00fcnde der kapitalistischen Machterhaltung \u2013 gleichsam wie durch ein Schl\u00fcsselloch \u2013 gew\u00e4hrt haben. Dies nicht im politischen Kontext zu sehen ist ohne Zweifel bar jeder Vernunft.<\/p>\n<table style=\"height: 5px;\" width=\"37\">\n<tbody>\n<tr style=\"text-align: justify;\">\n<td width=\"136\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"text-align: justify;\">\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><strong>Ausgedient. Die Bundeswehr, die Meinungsfreiheit und die \u201cCausa Rose\u201d, <\/strong>Erhard Crome (Hrsg.), Schkeuditzer Buchverlag, 2016, ISBN 978-3-943931-00-6, In zwei B\u00e4nden, insgesamt 646 Seiten, 30 Euro<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff; font-size: 10pt;\"> .<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">(Erstver\u00f6ffentlichung des Buchtipps in der Neuen Rheinischen Zeitung)<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff; font-size: 10pt;\"> .<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\"> Fr\u00fchere Artikel von Harry Popow erschienen am: <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=4278\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">27.06.<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=3751\">08.06.<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=2079\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">29.03.<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=1178\">01.03.<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#schuetze\">30.12<\/a>., <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#mucki\">12.12.16<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#kapitalwind\">24.10.16<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#ikarus\">01.10.16<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#auszug\">02.07.16<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#anaconda\">22.06.16<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#spur\">07.06.16<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/jahr2016.html#witzel\">19.04.16<\/a>, <\/span><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/onlinezeitung\/buch001.html\"><span style=\"font-size: 10pt;\">06.11.15<\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.americanrebel.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1682\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/2015409165369767\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1676\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"15\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png 470w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb-300x13.png 300w\" sizes=\"(max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=5627#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1688\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harry Popow Im Unruhestand Buchtipp: Erhard Crome: Ausgedient. Die Bundeswehr, die Meinungsfreiheit und die \u201cCausa Rose\u201d . \u201eEin Oberstleutnant der Bundeswehr hat den Mut gehabt, seine berufliche Karriere aufs Spiel zu setzen, um die \u00d6ffentlichkeit auf die von deutschen Politikern [&hellip;]<a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2017\/07\/27\/5627\/\">&darr; Lese den Rest von diesem Eintrag&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[1183],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v17.5 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>- Im Unruhestand &ndash; Onlinezeitung AmericanRebel<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2017\/07\/27\/5627\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"- Im Unruhestand &ndash; Onlinezeitung AmericanRebel\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Harry Popow Im Unruhestand Buchtipp: Erhard Crome: Ausgedient. 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