{"id":5526,"date":"2017-08-02T06:00:09","date_gmt":"2017-08-02T04:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=5526"},"modified":"2018-05-01T22:52:05","modified_gmt":"2018-05-01T20:52:05","slug":"juergen-vorstellung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2017\/08\/02\/juergen-vorstellung\/","title":{"rendered":"&#8211; Ich, J\u00fcrgen Eger \u2013 Made in DDR"},"content":{"rendered":"<h4>J\u00fcrgen Eger<\/h4>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Ich, J\u00fcrgen Eger \u2013 Made in DDR<\/h2>\n<h4 style=\"text-align: left;\"><strong>Der Dichters\u00e4nger J\u00fcrgen Eger stellt sich vor<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<div id=\"attachment_5490\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5490\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-5490\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Juergen_Eger_2.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-5490\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">J\u00fcrgen Eger<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Redaktion von American Rebel bat mich, an dieser Stelle ein paar Arbeiten von mir aus den 80er Jahren vorzustellen. Das will ich gerne machen, und also darf ich auch mich selbst denen, die mich nicht kennen oder vergessen haben, kurz vorstellen.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nGeboren 1954 in Berlin, Hauptstadt der DDR, durchlief ich von der Kinderkrippe \u00fcber Einschulung, EOS bis zum erfolgreichen Abschluss des Diplomstudiengangs Elektronik\/Technologie an der TU Dresden, einen ganz normalen DDR-B\u00fcrger-Lebensbeschreitungsweg.<br \/>\nW\u00e4hrend meiner drei Absolventen-Pflichtjahre in einem Berliner VEB begann ich mit dem Gesangsunterricht an der ber\u00fchmten Musikschule Friedrichshain. Nach meiner K\u00fcndigung war ich dann,\u00a0um nicht als asozial zu gelten, Nachhilfelehrer f\u00fcr Mathe und Physik. Das musste ich, um Amateurmusiker sein zu k\u00f6nnen. Danach, erst halbillegal, wenig sp\u00e4ter nach einem S\u00e4ngerpreis bei den DDR-nationalen Chansontagen in Frankfurt\/Oder 1981, berufsausweis-anerkannter DDR-Chansons\u00e4nger. Ich verwendete aber alsbald f\u00fcr mich die Bezeichnung \u201aDichters\u00e4nger\u2018. Als Alleinstellungsmerkmal, wie man dazu heute in der sogenannten Freiheit sagt. Soviel Marketing ging auch in der DDR. Sp\u00e4ter konnte ich mich auch als Publizist und Regisseur profilieren. Ich war seit 1981 der wohl einzige staatlich-anerkannt-freischaffende und steuerlich so gef\u00fchrte Agitator der DDR, und es war immer lustig bis verunsichernd, wenn ich das, bis 1989, zum besten gab. Ab 1990 wurde meine kleine Schweykiade dann von den Besatzern und ihren Kollaborateuren absichtsvoll missverstanden und als Verbrechen gewertet und ich war allein deshalb, mit 35 Jahren, schon eine sogenannte Altlast.<\/p>\n<div id=\"attachment_5805\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5805\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-5805\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/je_2.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/je_2.jpg 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/je_2-150x150.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-5805\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">\u00bbKopf hoch\u00ab&#8220;, Amiga, DDR 1984 \/ &#8222;Der Zeit die Z\u00e4hne zeigen&#8220;, Pl\u00e4ne, Brd 1986<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich studierte in den 1980ern sieben Jahre lang selbstbestimmt und privat an der Berliner Musikhochschule und an der Humboldt-Uni in Berlin, textete gelegentlich auch f\u00fcr andere, machte Theater und hatte in den DDR-Endzeiten auch eine Band, mit der ich DDR-Rock- und Pop-Lieder auff\u00fchrte, auch solche, die nicht mehr \u00fcber den Rundfunk gesendet wurden: Renft, Krug, Panta Rhei, Fischer usw. Die DDR hat so viele sch\u00f6ne deutsche Lieder hervorgebracht! Allein das kennzeichnet sie schon als ihrem heutigen Zerrbild entgegengesetzt.<br \/>\nAls Herbstaktivist beteiligte ich mich 1989 an diversen Kollektivunternehmungen, die s\u00e4mtlich seit 1990 totalgleichgeschaltet gro\u00df\u00f6ffentlich falsch und von Jahr zu Jahr falscher erz\u00e4hlt werden. Sowohl die <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/Veranstaltungen\/2014\/1.resolution_liedermacher_89.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Resolution der Rocker und Liedermacher<\/strong><\/a> im September, als auch die Demo am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin (DDR) \u2013 ich war an beidem von Anfang bis Ende beteiligt &#8211; und so vieles andere waren seitens der Aktivisten, Organisatoren, Mitwirkenden, Erstunterzeichner usw. mit der Verteidigung und Verbesserung der DDR motiviert; woran sich der eine und die andere alsbald nicht mehr erinnern konnte oder wollte oder beides\u2026 Und die anderen werden eben nicht mehr gefragt oder nicht gesendet, wenn sich falschrichtig-richtigfalsch antworten. Und mit Kirche hatte das meiste sowieso nichts zu tun. Ich wurde u.a. zweimaliger Preistr\u00e4ger der Chansontage, Kunstpreistr\u00e4ger der FDJ und der DDR.<\/p>\n<div id=\"attachment_5806\" style=\"width: 302px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5806\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-5806\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/je_1-292x300.jpg\" alt=\"\" width=\"292\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/je_1-292x300.jpg 292w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/je_1.jpg 487w\" sizes=\"(max-width: 292px) 100vw, 292px\" \/><p id=\"caption-attachment-5806\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">\u00bbDiaeklektische Liederspr\u00fcche\u00ab, VEB Deutsche Schallplatten Berlin DDR, erschienen bei LITERA, 1987<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang Dezember 1989 wurde ich als einer der ersten DDR-K\u00fcnstler unter Mitwirkung einiger meiner mir in den R\u00fccken gefallenen DDR-Kollegen, einige fressen heute noch auf der Grundlage entsprechender \u201efreiheitlicher\u201c Schuldbekenntnisse und Denunziationen ihr k\u00fcnstlerisches Gnadenbrot im Anschlu\u00df-Ghetto, von Biermann &amp; Co. abgestraft und in die Volksverhetzungssuppe gehackt. Der B. war und hatte sich selbst sozusagen vorgeschickt, die kohlsche Neuauflage des hitlerschen Kommissarbefehls durch- und auszugeben. Es gab damals keinen Geeigneteren. Und also wird er heute noch vom Regime auch daf\u00fcr belohnt. Es folgten mehrere Berufsverbote, die aber seit 1990 nicht mehr Berufsverbote genannt werden, des weiteren Degradierungen, Plattmachen, Strafverfolgungen, Verfahren, Prozesse\u2026 Das seither millionenfach gegen DDR-B\u00fcrger praktizierte \u00dcbliche. Was aber auch gro\u00df\u00f6ffentlich und parlamentsroutinedreh-korrupt in den Propaganda-Skat gedr\u00fcckt wird, nicht zuletzt mittels Umbenennung der DDR-B\u00fcrger in sogenannten Ostdeutsche. So verliert sich meine k\u00fcnstlerische Spur in der Totalzensur der Anschlu\u00dfdiktatoren.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<strong>Manu (1982)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit \u201eManu\u201c ging ich 1983 zum zweiten Mal nach Frankfurt\/O an den Start zu den Chansontagen. Beim ersten Mal, 1981, war das spannendste Lied meines Werkstattauftritts \u201eDer Enkel des Wunderrabbi\u201c &#8211; die Teilnehmer sangen so zwei drei mal Lieder. Spannend auch, weil ich den \u201eEnkel\u201c damals erst wenige Wochen vorher geschrieben, so zwei&#8230;drei, und nur 1&#8230;2 Mal \u00f6ffentlich gesungen hatte. Meine Freunde hatten mir abgeraten, sie meinten, es sei politisch zu gewagt&#8230; Tats\u00e4chlich hatten auch einige Funktion\u00e4re im Vorfeld der Chansontage Angst vor dem Lied, weil sie meinten, es k\u00f6nne als antisemitisch gewertet werden\u2026 Und sie h\u00e4tten dann als nicht wachsam genug was abbekommen k\u00f6nnen, wenn sie nicht gegen das Lied gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesmal also ein Lied, das ich schon gut ausprobiert hatte, und um dessen St\u00e4rke und Wirkung ich wu\u00dfte. Und richtig, ich wurde nach meinem Auftritt eigentlich von allen Kennern und Eingeweihten, aber auch von normalen Kartenk\u00e4ufern mit klaren Vorsprung als Hauptpreistr\u00e4ger gehandelt, und das blieb auch so bis zum Ende der Wettbewerbsauftritte. Aber \u2013 o Wunder! \u2013 Hauptpreistr\u00e4ger wurde ein abendf\u00fcllendes Programm, mit dem kein Wettbewerbs-Teilnehmer hatte wirklich konkurrieren k\u00f6nnen und das auch gar nicht im Wettbewerb gewesen war. Ein von der Generaldirektion f\u00fcr Unterhaltungskunst, die ja die Chansontage veranstaltete, bezahlter und produzierter Abend mit etlichen namhaften Liedermacher- und Chanson-Kollegen. Ich war vorher gefragt worden, da mitzumachen, lehnte aber ab, weil ich es f\u00fcr schmierig hielt, wenn ich als Wettbewerber gleichzeitig bei diesem repr\u00e4sentativen, offiziellen Programm mitmachte. Ich wollte jedenfalls nicht nach Korruption riechen. Und nun sahen wir alle, die wir uns um die Preise beworben hatten, uns um den Hauptpreis beschissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sollte den Preis des Schriftstellerverbands bekommen. Und lehnte ab. Ich war um den Hauptpreis angetreten und hatte feststellen m\u00fcssen, da\u00df es den gar nicht wirklich gab. Jedenfalls nicht f\u00fcr die Bewerber. Ich war wieder einmal aus der Reihe getanzt; der Eklat war perfekt. Aus heutiger Sicht h\u00e4tte ich mich ab 1990 also zum DDR- und SED-Opfer erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Mit Ausreiseantrag auch schon fr\u00fcher. Das ist ja der Stoff, aus dem schon in den 1980ern R\u00fchr- und Emp\u00f6rungsgeschichten gesponnen waren. Und ab 1990 dann erst recht, von wegen Unrechtsstaat. Aber wer wollte sowas schon und den Brd-Staats-Propaganda-Nazis nach dem Munde reden? F\u00fcr einen Charakter war das nichts. Und ist es heute erst recht nichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser aller seit den 1970ern Chansonmutter Gisela Steineckert nahm mich zur Brust. Also m\u00fctterlich beiseite. Um mich unartigen, st\u00f6rrichten Angeber zu korrigieren. Im Folgejahr wurde sie dann die Pr\u00e4sidentin des Komitees f\u00fcr Unterhaltungskunst. Eine erhebliche Aufwertung der Genres, der K\u00fcnstler und auch ihres politischen Gewichts.<\/p>\n<div id=\"attachment_5802\" style=\"width: 191px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5802\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-5802\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/gs-232x300.jpg\" alt=\"\" width=\"181\" height=\"234\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/gs-232x300.jpg 232w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/gs-768x994.jpg 768w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/gs-791x1024.jpg 791w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/gs.jpg 931w\" sizes=\"(max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><p id=\"caption-attachment-5802\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Gisela Steineckert, seit 1979 Mitglied des Komitees f\u00fcr Unterhaltungskunst in der DDR, dessen Pr\u00e4sidentin sie von 1984 bis 1990 war.<\/span><br \/><span style=\"color: #808080;\">Bild aus dem Jahr 2016<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hab ich mich \u00fcberreden lassen. Ihr Argument: An dem Schriftstellerverbandspreis h\u00e4ngt die Kandidatur. Hm. Mit Speck f\u00e4ngt man M\u00e4use. Was habe ich vom Hauptpreis \u2013 was von der Kandidatur? So ihre \u00dcberredung. Tats\u00e4chlich war kaum ein Frankfurter Hauptpreis schneller vergessen als der 1983er. Sie, also Gisela, war \u2013 und ist es immer noch \u2013 eine kluge, m\u00fctterliche Respektsperson. Leider war Hermann Kant, der Pr\u00e4sident der DDR-Schriftsteller, doch noch bissl respektabler, weil es seine Branche war, und er machte ihr einen recht dicken Strich durch ihre strategischen Rechnung, hier f\u00fcr die Lied-Dichter mehr gesellschaftliche Wertsch\u00e4tzung herauszuschinden. Auf der ich einer ihrer Posten unter anderen war. Es blieb dabei: Literatur mu\u00dfte zwischen Buchdeckel gepre\u00dft sein. Nach einem Viertel- oder halben Jahr war meine Kandidatur dann auch wieder vorbei: Kant hatte \u201enjet\u201c gesagt zu diesem Transfer. Alle Posten gestrichen, und also Eger aus der Kandidatenliste. Und also war der Handel f\u00fcr mich ein Kuhhandel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ich ja nun eingeknickt war im November 1983 vor ihrem m\u00e4chtigen Charme, trat ich dann doch im Abschlu\u00df- und Preistr\u00e4ger-Konzert auf. Das \u00e4hnlich inszeniert war wie der repr\u00e4sentative Abend, der neben den \u00fcppigen Generaldirektions-Honoraren auch noch den Hauptpreis abgesahnt hatte. Nur da\u00df statt der schon gestandenen Kollegen und neben ihnen nun die Preistr\u00e4ger ihre Auftritte hatten. Jeder mit einem Lied, soweit ich das erinnere. Also war \u201eManu\u201c Bestandteil dieses Abends. Und da das DDR-Fernsehen seine Kameras aufgefahren hatte, wurde mein Auftritt mit diesem Lied einer von meinen 2&#8230;3 Fernsehauftritten, die ich nach meiner Erinnerung in meinen S\u00e4ngerjahren absolvierte; das Genre war im H\u00f6rfunk ganz gut vertreten und zunehmend auch auf schwarzen Platten serviert, im TV eher weniger bis gar nicht. In sp\u00e4teren Jahren gab es dann u.a. eine Sendereihe mit der wunderbaren, gro\u00dfen Gisela May. Die f\u00fcr mich nicht taugte; ein Auftrittsangebot dort lehnte ich dankend ab. Diese Unterbelichtung k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich in der \u00fcblichen Weise mit Zensur in der DDR begr\u00fcnden. Aber: Es gab ja bei uns nicht wirklich viel zu sehen, und die Popularit\u00e4t der DDR-Lied-Artisten hielt sich insgesamt in Grenzen. Die popul\u00e4rsten S\u00e4nger wie J\u00fcrgen Walther, allerdings als Chansonier, waren auch \u00f6fter im Fernsehen. Allemal war das Genre im DDR-Fernsehen, das umbenannt ja bis Ende 1991 sendete, wesentlich pr\u00e4senter als seit 1992 im Besatzer-TV. Was beim DDR-Kritteln ja nicht mitgedacht werden darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein paar Monate sp\u00e4ter berichtete mir die Kollegin Gina Pietsch anl\u00e4\u00dflich eines Besuchs bei ihr, Franz-Josef Degenhardt habe diesen DDR-TV-Abend geguckt, also meinen bis dahin einzigen Auftritt in diesem, und sich bei ihr nach mir erkundigt; sie waren gut befreundet und die telefonierten des\u00f6ftern, wie sie mir sagte. Ich erinnere, er habe gesagt: &#8222;Ich wu\u00dfte gar nicht, da\u00df ihr so gute Leute habt.&#8220; Das ging nat\u00fcrlich runter! Rumwienum: Er bot mir an, mir einen Plattenvertrag im Westen zu vermitteln und bot mir CBS oder \u201epl\u00e4ne\u201c zur Auswahl. Also Kapitalismus pur und den DKP-gem\u00e4\u00dfigten Kapitalismus. Denn \u201epl\u00e4ne\u201c war ja das rote Label. Kapitalismus wollte ich damals schon nicht, schon gar nicht pur; tats\u00e4chlich wollte ich mit meiner Wahl f\u00fcr meine Person eine Wiederholung etlicher zu dieser Zeit gut bekannter Werdeg\u00e4nge von DDR-K\u00fcnstlern vermeiden, denen im Laufe der Zeit westliche Schmeicheleien und Demark-Konten wichtiger geworden waren als das DDR-Publikum und die Aufgabe, f\u00fcr dieses flei\u00dfig arbeitende Volk Kunst zu machen: Becker, Biermann, Brasch, Diestelmann, Fischer, Kirsch, Krug, Kunert, Schlesinger, Wegner und wie sie alle hie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So darf das ja bekanntlich nicht erz\u00e4hlt werden. Vielmehr waren alle DDR-K\u00fcnstler, die dem angeblich wertlosen DDR-Geld den R\u00fccken kehrten und der &#8222;harten&#8220; Demark ihre Zukunft zuwandten, reine Idealisten und bewiesen ihren Idealismus mit dieser Absage an das DDR-Geld. Und diejenigen, die in der DDR blieben und so auf die seligmachende Wirkung der Demark verzichteten, waren s\u00e4mtlich Karrieristen, die alles und jedes nur des Geldes wegen taten. Sch\u00f6ne Logik! Die aber nirgends \u00f6ffentlich erz\u00e4hlt werden darf. Und alle S\u00e4nger galten als besonders b\u00f6se, wenn sie Biermanns Vorbild nicht f\u00fcr vorbildlich hielten. N\u00e4mlich als DDR-B\u00fcrger ein von Hamburg aus gef\u00fchrtes Demark-Konto zu haben, aber nicht dar\u00fcber zu sprechen, und f\u00fcr seine Einnahmen weder in der DDR, noch in der Brd Steuer gezahlt zu haben, um schlie\u00dflich zu seinem Konto zu ziehen. Was aber auch nie so erz\u00e4hlt werden durfte. Innerhalb der westlich- \u201epluralistischen\u201c sogenannten Freiheit. Der Zufall wollte es halt, da\u00df alle diese Idealisten, die es zur Demark zog, irgendwie bitter die Unfreiheit der &#8222;Alu-Chips&#8220; sp\u00fcrten und in jedem Brieftr\u00e4ger Staatswillk\u00fcr und Zensur sahen. Und ihnen im Westen auch niemand gro\u00dfmedial widersprach. Wie ja auch heute alle totalpluralistisch-l\u00fcgenmedial einer Meinung dar\u00fcber sind. Im wesentlichen derselben wie damals. Der Dichter Kunert vollbrachte unter Betonung seiner j\u00fcdischen Herkunft sogar das Kunstst\u00fcck, in den Staat des SS-\u201cArbeitgeber\u201c-Pr\u00e4sidenten, des SS-ZDF-Krimi-Kommissars Tappert, des SS-Literatur-Nobel-Preistr\u00e4gers Grass und der vielen SS-Staatsanw\u00e4lte und -Richter zu wechseln mit dem Anti-DDR-Vorwurf, diese sei antisemitisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich entschied mich also f\u00fcr \u201epl\u00e4ne\u201c und f\u00fcr die UZ als Bekanntmachungs-Medium. Womit willentlich die Weichen gestellt waren f\u00fcr null Commerz-Karriere. Und also hielten sich die klandestinen Angebote, die Seite und das Land zu wechseln, in Grenzen. Ich wurde 2&#8230;3 mal gestestet, von Westjournalisten, die ja u.a. die Aufgabe der Werbung von \u00dcberl\u00e4ufern und sonstiger Zusammenarbeit hatten. Meine Nichtsehnsucht nach der sogenannten Freiheit ist mir gut und bestens bekommen. Bis Ende 1989. Aber auch heute ziehe ich eine positive ideologisch-mentale Bilanz: Es war sch\u00f6n und begl\u00fcckend, f\u00fcr ganz normale, arbeitende Menschen sich Lieder auszudenken, die auch diese Menschen und ihr und unser Leben zum Gegenstand hatten. Und sie nicht in Massen nach stampfenden Viervierteltakten h\u00fcpfen zu lassen, sondern in ihre Gesichter sehen zu k\u00f6nnen, wie es in den K\u00f6pfen denkt&#8230; Und damit der Traditionen der eigenen Vorfahren wie der besten K\u00f6pfe des deutschen Volkes zu folgen. <a id=\"Rui\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" title=\"04 Manu 1982, 5:07\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe qsa_\\&amp;start\\=14\" id=\"WYL_5b4RmzsKbHo\"><div id=\"lyte_5b4RmzsKbHo\" data-src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F5b4RmzsKbHo%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\">04 Manu 1982, 5:07<\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"http:\/\/youtu.be\/5b4RmzsKbHo\"><img src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=http%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F5b4RmzsKbHo%2F0.jpg\" alt=\"04 Manu 1982, 5:07\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<p><code><div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-0\" morelink-text=\"Liedtext\">Liedtext \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><\/code><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manu macht die riesenrunden Reifen<br \/>\nin der Reifenbude an der Spree.<br \/>\nDa\u00df det wichtig is, kann jeder leicht begreifen,<br \/>\nwenn er mit sein\u2018 Trabbi will zur See<br \/>\nfahr\u2018n im Sommer und er braucht so\u2018n Jummi<br \/>\nund kricht\u2018n nich, dann steht er da wie Bummi.<br \/>\nSchon manchen sah man, sich um Reifen raufen,<br \/>\ndet is oft nich einfach, die schwarzen Dinger sich zu kaufen.<br \/>\nUnd da\u00df man\u2018s \u00fcberhaupt kann, is die Manu eben da:<br \/>\nEener mu\u00df se machen, klar:<br \/>\nNa und, ick bin doch hier!<br \/>\nNa und, ick mach hier Reifen!<br \/>\nNach und, ick bin doch hier!<br \/>\nNa und, ick mach hier Reifen!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Ding! Wa?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Hast\u2018e mal acht Stunden an so\u2018n Unjet\u00fcm jestand\u2018n?<br \/>\nUnd det faucht und stinkt und macht Reifen nebenbei.<br \/>\nDu dr\u00fcckst Hebel, schiebst\u2018n Karren und packst janz sch\u00f6n an<br \/>\nund kommst Dir in der Kluft schon selber vor wie\u2018n kurzjeratn\u2018ner Mann.<br \/>\nDa stehste nu mit deinen zwanzig Jahren<br \/>\nund hast von der Schicht schon k\u00e4sewei\u00dfe Haut.<br \/>\nManchmal m\u00f6chste ja janz jerne Schlittenfahren<br \/>\nmit dem Schicksal. Aber bitt\u2018 sch\u00f6n: grob und laut!<br \/>\nAber dann: wat sollste machen?<br \/>\nUnd: jelernt haste nu eemal dit!<br \/>\nDoch am Zahltach haste dann schon wieder\u2018n leichtret Lachen<br \/>\nund bist f\u00fcr drei Tage mit dem Schicksal quitt.<br \/>\nNa und, ick bin doch hier!<br \/>\nNa und, ick mach hier Reifen!<br \/>\nNach und, ick bin doch hier!<br \/>\nNa und, ick mach hier Reifen!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Ding! Wa?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Weeste, ick wohn\u2018 ja noch zuhause,<br \/>\ndrei Schwestern hab ick und \u2018n Bruder ooch.<br \/>\nUnd \u2018n Zimmer hab ick f\u00fcr mich janz alleene,<br \/>\nund wenn der Wecker klingelt, mu\u00df ick hoch.<br \/>\nZu essen krieg ick noch von Muttern,<br \/>\ndaf\u00fcr zahl ick zweehundert Mark an ihr.<br \/>\nAber manchmal jeh ick ooch nach Arbeet futtern:<br \/>\nmal wirds f\u00fcrnehm und mal Currywurscht mit Bier.<br \/>\nUnd abends jeh ick jerne schwoofen,<br \/>\nalle drei Wochen nur, wejen de Schicht.<br \/>\nAber meistens kommt da nischt zu loofen;<br \/>\nick gloob, ick bin zu bla\u00df in mein\u2018 Jesicht.<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nUnd ick mach hier Reifen!<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nUnd manchmal kann ick ma schon selber nich begreifen!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Ding! Wa?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">In der Brigade bin ick die einzje Frau.<br \/>\nDet is nich leicht, det kannste wiss\u2018n!<br \/>\nWat die jern wolln, wee\u00df ick schon sch\u00f6n jenau,<br \/>\nund wenn et \u00c4rger jab, hab ick ma durchjebiss\u2018n.<br \/>\nNur eenmal bin ick weich jeword\u2018n:<br \/>\nder hat ma ooch jedr\u00e4ngt, der Hund!<br \/>\nDer hat ma so jestreichelt anne Ohrn<br \/>\nund hat ma vill vasprochen mit\u2018n Mund (womit\u2018n sonst?).<br \/>\nUnd dann hat er kurz mal abjeschhloss\u2018n.<br \/>\nDet war nich sch\u00f6n, so uff\u2018n Tisch und so.<br \/>\nMit seine Kumpels hat er dann den \u201aSieg\u2018 bejossn;<br \/>\nick hab jeheult, jekotzt hab ick uff Klo.<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nUnd ick mach hier Reifen!<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nUnd ick mach hier Reifen!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Ding! Wa?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Meistens krieg ick bei der Arbeit Tr\u00e4ume:<br \/>\ndit Rumpeln wird Klaviermusik.<br \/>\nDer Jummistunk wird Bl\u00fctenduft mit B\u00e4ume,<br \/>\nund die Bl\u00e4tter tanzen \u00fcbern blauen See.<br \/>\nDer Meester is\u2018n falscher K\u00f6nich,<br \/>\ndie Pf\u00f6rtnerin die jute Fee.<br \/>\nDie Uhrenzeiger zeigen h\u00f6hnisch,<br \/>\nda\u00df ick det Dornjeb\u00fcsch ooch seh,<br \/>\ndet mich mit seinem Stachelwall<br \/>\nhier h\u00e4lt, bis mich der Prinz einst k\u00fc\u00dft.<br \/>\nIck suche ihn schon \u00fcberall<br \/>\nund mein\u2018, da\u00df er nu ma bald kommen m\u00fc\u00dft.<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nUnd ick mach hier Reifen!<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nUnd manch eener kann ma nich begreif\u2018n!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Ding! Wa?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und mit \u2018ner Freundin schreib ick\u2018n Roman.<br \/>\nWenn der mal fertig is, Mensch, dann kannste mal sehn,<br \/>\nwat so\u2018ne kleene Manumaus so allet kann.<br \/>\nDann is die pl\u00f6tzlich jarnich mehr so kleen!<br \/>\nUnd der Roman is n\u00e4mlich Sience Fiction,<br \/>\nund Liebe is nat\u00fcrlich ooch mit drin!<br \/>\nDann f\u00e4llste um vor Staun\u2018, du kiekst ja jetz schon<br \/>\nwie von \u2018ner Ochsenschau der Hauptgewinn.<br \/>\nUnd in dem Buch, da is ooch wat mit Reifen,<br \/>\nda wer\u2018n die automatisch herjestellt.<br \/>\nDa tr\u00e4um ick von, det wirste doch begreif\u2018n.<br \/>\nMensch, dit w\u00e4r doch die Welt:<br \/>\nDie Stahljungs w\u00fcrden f\u00fcr mich schuft\u2018n.<br \/>\nUnd Neesn krieg\u2018n die jar nich erst mit ran.<br \/>\nIck k\u00f6nnt in aller Ruhe mir vaduften<br \/>\nund schrieb dar\u00fcber gleich noch mal\u2018n Roman.<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nAber, ick mach hier Reifen!<br \/>\nAber, ick bin doch hier!<br \/>\nNa! Und ick mach hier Reifen!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Ding! Wa?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manu macht die riesenrunden Reifen<br \/>\nin der Reifenbude an der Spree.<br \/>\nDa\u00df det wichtig is, kann jeder leicht begreifen,<br \/>\nwenn er mit sein\u2018 Trabbi will zur See<br \/>\nfahr\u2018n im Sommer und er braucht so\u2018n Jummi<br \/>\nund kricht\u2018n nich, dann steht er da wie Bummi.<br \/>\nUnd da\u00df er welche kricht, klotzt Manu eben ran.<br \/>\nUnd da staunt die Welt, wat Manu allet kann:<br \/>\nMensch, die is doch hier!<br \/>\nUnd die macht hier Reifen!<br \/>\nMensch, die is doch hier!<br \/>\nUnd die kann sich schon janz jut begreifen!<br \/>\nMensch, die is doch hier!<br \/>\nNa, und die macht hier Reifen!<br \/>\nMensch, die is doch hier!<br \/>\nUnd manch einer kann sich schon begreifen!<br \/>\nIs ja\u2018n dollet Dich! Wa?<\/p>\n<p><code><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/code><\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfer kleiner Trost (1983)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wollte sch\u00f6ne Lieder singen. Unterhaltende, aber auch politische Lieder, aber nicht nur. Kr\u00e4ftige, aber auch leise, artistische und schlichte. Ich wollte das Menschsein mit meiner Person, meinem Kopf, meinen Liedern m\u00f6glichst ganzheitlich auf die B\u00fchnen des Landes stellen. Und da ich meine eigenen Lieder sang, mu\u00dfte ich lernen, diese Lieder herzustellen. Wenn man 90-Minuten-Konzerte spielt und man hat nur eine und also immer die selbe bartitone Stimme und nur ein Instrument, wird es dem Publikum wom\u00f6glich schnell langweilig, wenn die Stimme nicht sonderlich modulierbar ist und nur in einem Register eingesetzt wird und ohne Dynamik, wenn man im Musikalischen immer nur die selben schmalbandigen Muster variiert. Wenn man immer nur ein, zwei Reimschemata und Versformen verwendet. Und sich mit den \u201eMelodien\u201c im Vier- bis F\u00fcnfton-Stufenmelodie-Raum der Liedermacher bewegt, inspiriert durch die enorme F\u00e4higkeit, auf der Gitarre nacheinander C-Dur, A-Moll, F- und G-Dur greifen und diese &#8222;Melodien&#8220; da raufsummen zu k\u00f6nnen. Das musikalische Material wollte entwickelt werden, da\u00df auch ein kleines Lied Interessantes h\u00f6ren l\u00e4\u00dft. F\u00fcr den Uneingeweihten wie f\u00fcr den \u201eKenner und Genie\u00dfer\u201c. Und die Entwicklung der Sprache und der Poetik braucht es, da\u00df die Welt im Privaten aufscheine und das Private weltdimensional werde. Und wenn es nur ein eingeschobener Takt in einem anderen Metrum ist, was \u2013 selten genug in dem Genre \u2013 alles andere als musikalisch trivial ist. In diesem Fall ein 3\/8-Achtel-Takt in einem in 6\/8 gesetzten Lied.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" title=\"05 Gro&Atilde;?er kleiner Trost (1983)\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL__coIDuBtGb4\"><div id=\"lyte__coIDuBtGb4\" data-src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F_coIDuBtGb4%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\">05 Gro\u00dfer kleiner Trost (1983)<\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"http:\/\/youtu.be\/_coIDuBtGb4\"><img src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=http%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2F_coIDuBtGb4%2F0.jpg\" alt=\"05 Gro&Atilde;?er kleiner Trost (1983)\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<p><code><div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-1\" morelink-text=\"Liedtext\">Liedtext \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><\/code><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich habe Angst vorm Tod,<br \/>\nund du f\u00fcrchtest das Faltenkriegen.<br \/>\nWie bla\u00df wird unsre Not,<br \/>\nwenn wir dicht beieinander liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie weit weg weht der Wind der Welt,<br \/>\nwenn ich von deinem Atem trinke.<br \/>\nIch wei\u00df nicht mehr, was mir gef\u00e4llt,<br \/>\nwenn ich in diesem Rausch versinke.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich suche deine N\u00e4h&#8216;<br \/>\nund find: es wird die Welt mir weiter.<br \/>\nIch seh, was ich nicht s\u00e4h&#8216;<br \/>\nund wei\u00df nicht wie und werd&#8216; gescheiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und fliegend mit unsern Ideen<br \/>\nstehn wir ganz fest auf dieser Erden.<br \/>\nWir werden mit der Zeit vergehn<br \/>\nund werden mit ihr kl\u00fcger werden&#8230;<\/p>\n<p><code><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/code><\/p>\n<p><strong>Abschied eines Guirellero (1983)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anders als einige meiner Kollegen war ich ja nicht nach Nikaragua delegiert. Gerhard Sch\u00f6ne war z.B. dort und Wenzel auch, wenn ich es recht erinnere; Sch\u00f6ne war gedanklich und emotional besonders engagiert, nicht zuletzt da Nikaragua ja in dieser Zeit, in den 1980ern, das prominenteste Beispiel f\u00fcr christlich-revolution\u00e4re Ethik war. Ernesto Cardenal war damals eines der prominentesten Sinnbilder f\u00fcr die \u201eTheologie der Befreiung\u201c. Eine katholische Basis-Bewegung in S\u00fcdamerika, vom polnischen Papst geha\u00dft und totgemacht, was auch weitestgehend aus der Geschichte gestrichen ist mit den vielen anderen r\u00f6mischen Schweinereien und Verbrechen. Den \u00e4lteren DDR-B\u00fcrgern und Liederh\u00f6rern ist Gerhards Engagement nicht zuletzt deshalb unverge\u00dflich, weil er nach seiner Heimkehr in die DDR u.a. das Lied \u201eMit dem Gesicht zum Volke\u201c mitgebracht hatte. Wie aktuell dieses Lied doch heute ist! Und also auch durch Nichtsenden vergessen gemacht. In der b\u00f6sesten aller DDR-Diktaturen lief es im Radio und durfte er es von der gro\u00dfen B\u00fchne des Palastes der Republik herab ins Volk singen. Daf\u00fcr, da\u00df er die DDR nicht verlassen hat und seine Christenpflicht erf\u00fcllen wollte, haben sie ihn nach 1989 auch einigerma\u00dfen abgestraft, wie andere aufrechte Christen auch. Ein gro\u00dfartiger Mensch und Christ und Kollege! Und Erfinder sch\u00f6ner Lieder sowieso. Die ebenfalls nicht \u201ewiedervereinigt\u201c wurden. Nicht wirklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nicht nur die damals Delegierten nahmen gro\u00dfen Anteil an dem Kampf des Nikaraguanischen Volkes f\u00fcr die Befreiung aus dem \u201eHinterhof\u201c-W\u00fcrgegriff der Amis und gegen ihren illegalen-CIA-\u201cContras\u201c-Krieg. Auch die daheimgebliebenen DDR-B\u00fcrger taten dies zu gro\u00dfen Teilen. Und so ist und deshalb dieses Lied entstanden. Ich war dann etwas sp\u00e4ter auserkoren, solidarisch ins ebenfalls offen-verdeckt ami-bekriegte Angola zu fahren und durfte lernen: da pa\u00dfte es auch. War ja auch das gleiche M\u00f6rdergesindel, das auf der selben US Payroll stand. Und auch ich hatte keine Lust, ins Demark-\u201cParadies\u201c zu wechseln. Was ich von Luanda aus leicht h\u00e4tte machen k\u00f6nnen. Jede westliche Botschaft h\u00e4tte mir geholfen, ins Demark-Paradies \u00fcberzusiedeln&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" title=\"03 Abschiedslied eines Guerillero 1983, 3:34\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_gDYtGiN7beE\"><div id=\"lyte_gDYtGiN7beE\" data-src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FgDYtGiN7beE%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\">03 Abschiedslied eines Guerillero 1983, 3:34<\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"http:\/\/youtu.be\/gDYtGiN7beE\"><img src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=http%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FgDYtGiN7beE%2F0.jpg\" alt=\"03 Abschiedslied eines Guerillero 1983, 3:34\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<p><code><div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-2\" morelink-text=\"Liedtext\">Liedtext \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><\/code><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Der Mond steigt aus den Meeren,<br \/>\ner leuchtet mir den Weg.<br \/>\nIch werd&#8217;kaum wiederkehren.<br \/>\nWer wei\u00df, wo ich mich leg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es f\u00fchlen meine F\u00fc\u00dfe<br \/>\ndas feuchte, weiche Gras.<br \/>\nIch sp\u00fcr&#8217;des Lebens S\u00fc\u00dfe.<br \/>\nWer wei\u00df, wo ich es la\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ach, meine schwarze Rose,<br \/>\nes winkt mir warm das Boot,<br \/>\ndas ich es nochmal kose.<br \/>\nDoch ich schwimm in den Tod.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es l\u00f6sen sich die Schatten<br \/>\nvom Licht und werden stark.<br \/>\nEs kriegen tote Schatten<br \/>\nnicht einmal einen Sarg.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Es brennen mir die Narben.<br \/>\nDas Blut flie\u00dft ruhig, kalt.<br \/>\nIch pisse Feuergarben,<br \/>\nund bitter lacht der Wald.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wie ich das Leben liebe;<br \/>\nich geb&#8217;s nicht billig her!<br \/>\nWie gerne ich doch bliebe<br \/>\nund bleibe nimmermehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Ich sehe meine Feinde,<br \/>\nsie schie\u00dfen scharf und schnell.<br \/>\nIch gehe nicht alleine,<br \/>\nvon fern schon wird es hell.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Adios! Buenos noches!<br \/>\nEs kommt einmal ein Tag<\/p>\n<p><code><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/code><\/p>\n<p><strong>Wenn (1984)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neuen Ami-Raketen waren nach qu\u00e4lenden Jahren der erpresserischen, krankmachenden Ank\u00fcndigung stationiert, in Hauptverantwortung von Schmidt-Sozen-Schnauze 1983. Einer mu\u00dfte den Raketenerpressungsbluthund machen! Der Widerstand gegen L\u00fcge und Betrug der Amis, Sozen, der CDUhus und all der anderen volksverr\u00e4terischen, amiknechtelnden Korrupten hatte wenig genutzt. Die endsiegorientierte Erpressung in Adolf-Tradition wurde unter Reagan und Kohl nahtlos fortgesetzt und ging sp\u00e4ter auf. Aber das Leben ging weiter. 1983 wie auch 1990. Unser diesseitiges Denken der Interessen der arbeitenden Menschen ist ja weder eine Selbstm\u00f6rderideologie, noch eine des Verzichts auf das Sch\u00f6ne im Leben. Das Bestehen unter solchem Druck bedarf des Diskurses, des Abw\u00e4gens, der Strategiebildung, der Durchdringung, kurz: der Dialektik. Was jede und jeder privat f\u00fcr sich, in der Familie, im Freundeskreis auch tat und tut, ist dem Dichters\u00e4nger auch \u00f6ffentliche Aufgabe. Solange er Zugang zur \u00d6ffentlichkeit hat. Aber was im Privaten taugt, ist doch zumeist nicht die L\u00f6sung f\u00fcr die Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" title=\"06 Wenn 1984, 5:10\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_vj4IPGa64ao\"><div id=\"lyte_vj4IPGa64ao\" data-src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2Fvj4IPGa64ao%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\">06 Wenn 1984, 5:10<\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"http:\/\/youtu.be\/vj4IPGa64ao\"><img src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=http%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2Fvj4IPGa64ao%2F0.jpg\" alt=\"06 Wenn 1984, 5:10\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<p><code><div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-3\" morelink-text=\"Liedtext\">Liedtext \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><\/code><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn ich mich zu dir bette<br \/>\nin dieser kalten Zeit,<br \/>\nhoff ich, da\u00df es mich rette<br \/>\nvor andrer Ruhest\u00e4tte.<br \/>\nIch halt mich nicht bereit.<br \/>\nIch find mich nicht bereit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn ich mich zu dir legen,<br \/>\nlegst du mich nicht herin.<br \/>\nIch biet&#8217;dir alle Pflege,<br \/>\nwenn ich mich zu dir lege,<br \/>\nund w\u00e4rm dir dein Gebein.<br \/>\nEs soll gew\u00e4rmet sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn ich mich an dich dr\u00fccke,<br \/>\nso bin ich nicht bedr\u00fcckt.<br \/>\nEs bleibt gar keine L\u00fccke<br \/>\nzu dir, und keine T\u00fccke<br \/>\nteilt, was uns beide schm\u00fcckt.<br \/>\nDas Einssein scheint gegl\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn ich mich in dir f\u00fchle<br \/>\nund werd ganz gro\u00df und klein<br \/>\nin unsres Schwei\u00dfes Schw\u00fcle,<br \/>\nwenn ich dich um mich f\u00fchle,<br \/>\nwill ich lebendig sein.<br \/>\nKann ich lebendig sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Wenn wir uns ganz entwaffnen<br \/>\nwerden wir stark und frei.<br \/>\nWir haben&#8217;s erst geschafft, wenn<br \/>\nalle unsre Kraft denn<br \/>\nwird zum Freudenschrei.<br \/>\nUnd bleibt ein Schmerzensschrei.<\/p>\n<p><code><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/code><\/p>\n<p><strong>Philosophisches M\u00e4rchen (1985)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die mit mir etwa gleich alten und etwa zu der selben Zeit das \u00f6ffentliche Liedersingen, meist mit Gitarre vorm Bauch, f\u00fcr sich entdeckten und dann einen Beruf daraus machen wollten, erfanden genau das passende Genre f\u00fcr die DDR. Nun hatte es das auch vorher schon gegeben, da\u00df Solisten mit eigenen oder fremdgeschriebenen Liedern vor kleinerem Publikum auftraten. Z.B. mit dem Brettl um 1910 oder in den Kleinkunstb\u00fchnen der 1920er Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der DDR wurde ab Ende der 1960er eine immer komplexere, fl\u00e4chendeckende Struktur von Jugendklubs entwickelt. Das \u201eHaus der jungen Talente\u201c in Berlin war das wohl gr\u00f6\u00dfte kommunale Haus dieser Ausrichtung. Betriebe, LPGen, der Kulturbund machten sich ebenfalls zur Aufgabe, was als Aufgabe gestellt war: Orte, R\u00e4ume, Aufgaben, M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Heranwachsenden. 1989 gab es meines Wissens ca. 1.600 Jugendklubs, allein innerhalb der FDJ-Strukturen. In dem Land, in dem die Kinder als ein gesellschaftlicher Reichtum angesehen und angesprochen worden waren. Die DDR-HaSS-Pfaffen haben auch diese Aussage bek\u00e4mpft wie Goebbels die \u201eWeisen von Zion\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Klubs sollte es Discos genauso geben wie Diskussionsveranstaltungen und auch Kunst und Literatur und Rock-Konzerte. Nicht \u00fcberall konnte es alles geben, und viele dieser Jugendklubs waren sehr klein. In den Neubaugebieten wurden sie von Anfang an mitgeplant, und wenn die ersten Familien einzogen, hatte der Jugendklub l\u00e4ngst einen hauptamtlichen und fest angestellten und entsprechend qualifizierten Leiter, einen Stellvertreter und ein Budget f\u00fcr K\u00fcnstler-Honorare und Fahrtkosten extra. Davon kann der Normalk\u00fcnstler heute nicht einmal mehr tr\u00e4umen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da waren die Liedermacher die sich st\u00e4ndig selbsterfindenden Gl\u00fccksf\u00e4lle, die selbst f\u00fcr den kleinsten Jugendklub noch raumf\u00fcllend Freude, Abwechslung, Nachricht, \u00c4rgernis, Staunenswertes, Unterhaltung, Diskussion und H\u00f6hepunkt und auch nachwirkenden Diskussionstoff in den letzten Winkel des kleinen Landes brachten. Der gr\u00f6\u00dften DDR der Welt! Und zuweilen auch in die vorderen Winkel. Welche demokratische Potenz und auch Praxis in dieser Qualit\u00e4t der gesellschaftlichen Kommunikation lag und von den jungen und \u00e4lteren B\u00fcrgern genutzt wurde, darf r\u00fcckblicken nicht gesehen werden. Schon gar nicht vergleichend mit einem Starkult, innerhalb dessen nur einige wenige und hochkorrumpierte Konzern-Nutten in den TV-Labershows ihre personenkultigen Eitelkeiten pflegen d\u00fcrfen, und zwar daf\u00fcr, da\u00df sie ihr Massenpublikum in ihren Massen-Shows abrichten, wie fr\u00fcher auf Exerzierpl\u00e4tzen, auf Kommando zu Br\u00fcllen, synchron die Arme zu heben, zu h\u00fcpfen, Wellen darzustellen, Feuerzeuge anzumachen und hinterher, gleich anschlie\u00dfend Merchandising-Artikel zu kaufen. Die totale Gleichschaltung in weltanschaulicher wie commerzidiotischer Verbl\u00f6dung. Die perfekte Symiose: Das Fernsehen hat immer gen\u00fcgend willige Ja- und Nichts-Sager, mit denen es die Laber-Sendungen-Studio-Sessel f\u00fcllen kann, und die Funktionieren im Sinne des Systems, wenn sie nur ihre neuesten Produkte anpreisen k\u00f6nnen. Den Tontr\u00e4ger oder auch die Tour. Wissend: Wenn sie auch nur einmal die unterw\u00fcnschte Wahrheit sagen, sind sie ein-f\u00fcr-alle-Mal weg vom Fenster und dann das viele Vorfinanzierungsgeld, dann ist die Investition im Eimer. Wie frei wir doch waren in der DDR von dergleichen Zw\u00e4ngen! Jedenfalls die allermeisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Auftrittsbedingungen in den Jugendklubs waren entsprechend: Sehr unterschiedlich. Ich dachte mir alsbald, aus der Not eine Tugend machen zu wollen, also da\u00df ich, um in den Mehrzweckr\u00e4umen \u00fcberhaupt k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t abliefern zu k\u00f6nnen, meine Auftrittsbedingungen einigerma\u00dfen mitbringen m\u00fcsse. Und da\u00df ich f\u00fcr ein Publikum, das anfangs noch recht unge\u00fcbt war in der Rezeption von Liedprogrammen von 1&#8230;2 Stunden, auch sinnliche Reize der Spannung und Entspannung schaffen sollte. \u201eUnplugged\u201c nannte man das damals bei uns nicht: es war das Normale, f\u00fcr das man kein commerzielles Label brauchte. Die meisten dieser Jugendklub-S\u00e4nger au\u00dferhalb des Pop und Rock zogen nylonbesaitet durchs Land; es ging vergleichsweise leise zu. In den kleineren Klubs, also bis zu 50 \u2026 200 H\u00f6rern lie\u00df ich die Gesangsanlage gern weg; die Liedermacherfreunde konnten damals als Publik\u00fcmmer sehr leise und aufmerksam sein. Und konzentriert sowieso. Und das im Laufe der Jahre immer mehr und immer besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist mein \u00c4u\u00dferes auch in jungen Jahren keine Attraktion gewesen, und M\u00e4nnerstrip war ja sowieso nicht angesagt. Ich lie\u00df mir also eine kleine B\u00fchne bauen, die in das Hinterteil eines Trabant-Kombi oder eines Wartburg pa\u00dfte, mit fu\u00dfgesteuerter Beleuchtung und einigen wenigen Requisiten, und erfand Sprechtexte. Mit denen ich mir auch \u00fcber Gegrummel und Gemurmel und Nebenraumger\u00e4usche, die es immer mal geben konnte in einem solches Jugendklub, besser Geh\u00f6r verschaffen und Aufmerksamkeit wiederherstellen konnte. Einer dieser Texte kam als M\u00e4rchen daher und wurde sehr wohl verstanden. Von jungen Arbeitern wie von Studenten. Und selbstverst\u00e4ndlich auch von Funktion\u00e4ren &#8211; aller Jahrg\u00e4nge. Die waren ja nur sehr selten ann\u00e4hernd so doof, wie sie seit 1990 gleichgeschaltet erz\u00e4hlt werden. Die d\u00f6fsten Typen in meinem Leben habe ich aber erst seit 1990 kennengelernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr diese Art von Texten und f\u00fcr ihr Verstehen war \u2013 schon lange vor dem Anschlu\u00df der DDR \u2013 das negativ gemeinte \u201eZwischen-den-Zeilen-Lesen\u201c im Umlauf. Von vielen \u00e4lteren DDR-B\u00fcrgern als DDR-selbstgebildet empfunden. Schon in den letzten DDR-Jahren wurde es von Kabarettisten auf den B\u00fchnen des Landes thematisiert. Tats\u00e4chlich aber war es vor allem von ARD &amp; ZDF &amp; Rias &amp; L\u00fcgel und Konsorten andauernd wiederholt und wichtig geredet. Dementsprechend durften diese Kabarettisten es zur Belohnung ab 1990 auch in den Ghettomedien unendlichwiederholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemals ist meines Wissens jemand auf die Idee gekommen, eine lessingsche Fabel oder eine von Lafontaine oder einen Dialog von Diderot oder die Goethe-\u00dcbertragung einer diderotschen Sequenz sexuellen Inhalts, wie in \u201eRameaus Neffe\u201c, aus dem freiz\u00fcgigen Franz\u00f6sischen ins klemmige Deutsche ebenso zu erkl\u00e4ren: also als zwischen den Zeilen zu lesenden Texte. Die Metapher, Allegorie, Fabel ist eine alte literarische Standard-Erz\u00e4hlweise, etwas zu sagen, ohne es auszusprechen. Und nicht nur der gesellschaftlichen Konventionen wegen, die etwas auszusprechen verboten; zu Goethes Zeiten war eine amtliche Zensur noch gar nicht entwickelt. Diese Formen sind wesentliche Bestandteile der Literatur \u00fcberhaupt, die immer auch das Unaussprechliche auszusprechen hatte und hat. Auch das war keine Besonderheit der DDR, sondern wurde nur feindpropagandistisch zu einer solchen geredet. Diese Propaganda-Technik hatte Viktor Klemperer schon zu Beginn der staatliche gewordenen Nazi-Sprache als deren Besonderheit erkannt. Wie man in der LTI nachlesen kann. Aber woher sollten die Anti-DDR-Propaganda-Heinis das wissen? Die bei Goebbels in die Schule gegangen sind. Auch der eine oder die andere nie gemerkt hat, wer ihr eigentlicher Oberlehrer war.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><div class=\"lyte-wrapper fourthree\" title=\"15. Philosophisches M&Atilde;&curren;rchen (1985)\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_gwWxlkz3km4\"><div id=\"lyte_gwWxlkz3km4\" data-src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FgwWxlkz3km4%2Fhqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\">15. Philosophisches M\u00e4rchen (1985)<\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"http:\/\/youtu.be\/gwWxlkz3km4\"><img src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/plugins\/wp-youtube-lyte\/lyteCache.php?origThumbUrl=http%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FgwWxlkz3km4%2F0.jpg\" alt=\"15. Philosophisches M&Atilde;&curren;rchen (1985)\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Und der K\u00f6nig sagte seinem Philosophen: &#8222;Philosoph, ich habe heute schlecht geschlafen und bin entsprechend gelaunt. Mach mir eine Philosophie, die meiner Befindlichkeit entspricht!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Philosoph setzte sich sofort an seine Arbeit und schon vor dem Fr\u00fchst\u00fcck war das System im Rohbau fertig, seine Durchbildung konnte gegen Mittag als beendet angesehen werden, zum Kaffee wurden bereits die Materialien zur Propagierung der volkst\u00fcmlichen Varianten in zehn Hauptgeschmacksrichtungen gereicht. Die neue Philosophie war so durchdrungen von dem schlechten Atem eines unausgeschlafenen und entsprechend gelaunten Herrschers, dass die Industrie am Abend schon verschiedene Mundsprays auf den Markt geworfen hatte, die den k\u00f6niglichen Nachgeschmack mehr oder weniger trefflich imitierten. Die Serie hie\u00df &#8222;Hoch leben die Launen unseres Herrn und K\u00f6nigs!&#8220; und fand rei\u00dfenden Absatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Schlafen gehen reichte man seiner Majest\u00e4t die Luxusausf\u00fchrung, die sogleich probiert wurde, und er war wieder einmal angenehm \u00fcberrascht, und es verbl\u00fcffte ihn schon ein wenig, mit welcher Genauigkeit sein hochherrschaftlicher Organismus mit offenbar sensibelsten Rezeptoren die Gef\u00fchle seiner Untertanen ersp\u00fcrt und diese hochgenau in eigenes Befinden und Schwankungen des Wohlseins umsetzt, dass er mit derart geringer Abweichung den Geschmack seines Volkes trifft, den er nun zum Vergleich und als Best\u00e4tigung genoss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zufrieden schlief er mit einem huldvollen L\u00e4cheln auf seinen majest\u00e4tischen Lippen ein. Der letzte Gedanke, der ihn in den Schlaf begleitete auf eine der zehn kanonisierten Weisen war, dass er ganz offensichtlich genau der richtige Herrscher sei f\u00fcr dieses Volk. Was zu beweisen war!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was kann eine Philosophie mehr wollen?!&#8220;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer mit mir texten m\u00f6chte kann dieses gerne via Facebook\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/jurgen.eger.37\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.facebook.com\/jurgen.eger.37<\/a> oder eMail <a href=\"mailto:egerbureau@gmx.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">egerbureau@gmx.de<\/a> machen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.americanrebel.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-1682\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/2018320651745285\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1676\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"15\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png 470w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb-300x13.png 300w\" sizes=\"(max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=5526\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1688 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen Eger Ich, J\u00fcrgen Eger \u2013 Made in DDR Der Dichters\u00e4nger J\u00fcrgen Eger stellt sich vor . 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