{"id":28386,"date":"2021-09-28T09:38:00","date_gmt":"2021-09-28T07:38:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=28386"},"modified":"2021-09-28T21:19:16","modified_gmt":"2021-09-28T19:19:16","slug":"friedhofs-la%cc%88rm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2021\/09\/28\/friedhofs-la%cc%88rm\/","title":{"rendered":"&#8211; Friedhofs-&#8222;La\u0308rm&#8220;"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Harry Popow \u2013 28. September 2021<\/span><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><span style=\"font-size: 16pt; color: #993300;\"><strong><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif;\">Friedhofs-&#8222;La\u0308rm&#8220;<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_7578\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-7578\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-7578\" src=\"https:\/\/rotermorgen.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Harry-Popow.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-7578\" class=\"wp-caption-text\">Harry Popow<\/p><\/div>\n<div data-contents=\"true\">\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"85c5f\" data-offset-key=\"b27s6-0-0\">\n<div class=\"public-DraftStyleDefault-block public-DraftStyleDefault-ltr\" style=\"text-align: justify;\" data-offset-key=\"b27s6-0-0\"><strong><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Liebe <span id=\"decorator-ignored-entity-id-5\" data-entity-key=\"5\" data-offset-key=\"b27s6-1-0\">Leser\/innen,<\/span><\/span><\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"85c5f\" data-offset-key=\"4pdcd-0-0\">\n<div class=\"public-DraftStyleDefault-block public-DraftStyleDefault-ltr\" style=\"text-align: justify;\" data-offset-key=\"4pdcd-0-0\"><strong><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">ich m\u00f6chte Euch mein neues Buch \u00bb<em>Der Mensch im Teufelskreis &#8211; Dr. Faustus Auferstehung<\/em>\u00ab, das am 18. September erschienen ist, vorstellen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><\/strong><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-28389 alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/dr6zuk89o-300x216.png\" alt=\"\" width=\"331\" height=\"238\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/dr6zuk89o-300x216.png 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/dr6zuk89o.png 640w\" sizes=\"(max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/>Nach nahezu 200 Jahren vo\u0308lliger Stille in der Gruft von Dr. Faustus, den Goethe als den modernen Menschen darzustellen versuchte, erwacht Faust durch ungeheuren La\u0308rm. Neue Sa\u0308rge werden in den Friedhof verbracht und neue Gra\u0308ber geschaufelt. Bis das Geto\u0308se und Gedonner immer aufdringlicher wird. Er ha\u0308lt es nicht mehr aus &#8211; der Greis im Oberrock des 18. Jahrhunderts. Klettert aus der Grube und will es wissen: Was passiert in der Welt? Manche schreien au\u00dferhalb des Friedhofs das Wort \u201ePandemie\u201c, andere wieder \u201eKlima\u201c, andere wieder \u201eKrieg\u201c, daneben immer zu ho\u0308ren: \u201eVorsicht vor einem Linksruck, da soll der Mensch ja erzogen werden.\u201c Dazu fuchtelt die Politik hilflos mit den Armen und jagt den Vo\u0308lkern Angst ein. Grauer Himmel u\u0308ber dem Planeten statt ein \u201eHimmel auf Erden?\u201c Dem Alten wird u\u0308bel: \u201eSind denn alle des Teufels?\u201c<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" style=\"text-align: justify;\" title=\"Page 7\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Im Streben nach Erkenntnissen will er ein Mensch bleiben, ein moderner, der stets von sich aus bejaht oder verneint, ohne einen Teufel befragen zu mu\u0308ssen. Um Abhilfe zu schaffen? Nein, dazu ist er nicht befugt, aber fu\u0308r Wi\u00dfbegier nicht zu alt.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" style=\"text-align: justify;\" title=\"Page 8\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In dieser 382 Seiten umfassenden Lektu\u0308re bemu\u0308ht sich Dr. Faustus \u2013 gemeinsam mit seinen gleichgesinnten Freunden \u2013 um die Dialektik der Widerspru\u0308che, wie es Goethe und alle fortschrittlichen deutschen Dichter und Denker bereits vor ihm getan haben. Sie sto\u00dfen auf Konflikte, lo\u0308sbare und unlo\u0308sbare. Und auf eine bodenlose Ignoranz, die in der Marktwirtschaft ihr Zuhause hat. Erschrocken wird er sich fragen, ob sein Ausstieg aus der Gruft nicht zu einer neuen und sehr \u201emodernen\u201c fu\u0308hrt? Erst tot und dann noch toter? Wer la\u0308sst sich das schon gefallen in diesem Teufelskreis?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In diesem zwischen Wahrem und Fiktivem gesellschaftskritischen Buch geht es weniger um Handlungsabla\u0308ufe als um Treffen von Gleichgesinnten, die an verschienene Orten \u2013 zum Beispiel in Berlin \u201eZur Letzten Instanz\u201c und in Leipzig im \u201eAuerbachs Keller\u201c u\u0308ber Geschichte und Philosophie debattieren. Die Protagonisten sind Freunde eines gewissen Buchnarren, der wirklich existiert und den \u201eFaust\u201c von Goethe bereits als junger Mensch eifrig gelesen hatte. Alle Freunde, die sich um Faust zusammenschlie\u00dfen gab es und gibt es noch heute. Ein gewisser Michel dient lediglich als Symbolfigur fu\u0308r einen Bu\u0308rger aus der einstigen Bundesrepublik.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Dialoge zwischen den Gleichgesinnten, dabei die Stadt Berlin und andere interessante Orte besuchend, markieren eine tolerante und wissbegierige Gemeinschaft von Menschen, die oft auch sehr unterschiedlich in ihrem Fu\u0308hlen und Denken sind. Sie vereint mit Faust das Entsetzen u\u0308ber eine Gesellschaft, die zum alleinigen Ma\u00dfstab das Profitstreben stellt und nichts mit der Geschichte Deutschlands, speziell den Vordenkern, den deutschen Dichtern und Denkern der Aufkla\u0308rung, der Zeit des Sturm und Drangs, der Renaissance zu tun haben will. Denn schon im IV. und V. Akt zeige Goethe, \u201edass die europa\u0308ische Kultur, die seit der Renaissance im Licht der Antike stand, sich am Ende seines Lebens zu verdunkeln begann.\u201c Zu Beginn des IV. Aktes werde die \u201ebarbarische Zeit\u201c sichtbar. (Siehe Rosa Luxemburg) Faust werde vom Scho\u0308nheitssucher zum Tatendurstigen. Gewonnen hinsichtlich, den Menschen zu helfen, verloren aber, denn ohne Mephisto gehe es nicht. (Johann Wolfgang Goethe, Faust II, Walter Schaschafik, Reclam S. 68)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Faust la\u0308sst es keine Ruhe, in die Tiefe der gesellschaftlichen Zusammenha\u0308nge zu dringen. So lernt er nicht nur das verlogene Menschenbild des Imperialismus, (siehe im Kapitel \u201cPfundsachen\u201c) sondern auch in der \u201eFestung\u201c im Verlies den Ursprung der Profiteure der Marktwirtschaft kennen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Im Kapitel \u201eDas Gespenst\u201c bescha\u0308ftigen sich die Freunde des Dr. Faustus mit den fu\u0308r Faust noch unbekannten Philosophen Marx und Engels kennen. Und sie begreifen, dass es seit der Pariser Kommune und mit dem \u201eKommunistischen Manifest\u201c bei den Vo\u0308lkern &#8211; trotz technischer Fortschritte, die auch dem Gemeinwohl dienen &#8211; angesichts des \u201eGespenstes\u201c dem Geldkapital nach und nach an den Kragen geht und sie alles zusammenraffen, um diesen \u201eMenschenrechtsverletzern, Querdenkern und Verschwo\u0308rern\u201c und den \u201eVerfassungsfeinden\u201c, wie es heutzutage in den bu\u0308rgerlichen<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" style=\"text-align: justify;\" title=\"Page 9\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">\u201eQualita\u0308tsmedien\u201c hei\u00dft, Paroli zu bieten.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Auf dem Berliner Fernsehturm versuchen die Freunde ein wenig mehr Aussicht fu\u0308r die Zukunft zu gewinnen, werden aber angesichts des Missbrauchs der Digitalisierung im Sinne der Marktwirtschaft bitter entta\u0308uscht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Der Autor ist wegen der Ernsthaftigkeit des Strebens nach Aufkla\u0308rung und zahlreicher notwendiger Zitate aus wissenschaftlichen Bu\u0308chern und Beitra\u0308gen aus linken Zeitungen, die u.a. auch ein gewisser \u201eZeitzeuge\u201c den Freunden vermittelt, auch um Ironie und Satire bemu\u0308ht, sich dessen bewusst, dass das Buch \u201eDer Mensch im Teufelskreis\u201c kein Krimminalroman ist und noch weniger Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Gleichwohl kann es jungen Leuten dazu dienen, intensiver u\u0308ber den fortwa\u0308hrenden Klassenkampf zwischen den Industriema\u0308chtigen, den Banken, den Marionetten des Polittheaters und dem arbeitenden und unter neuen Kriegsdrohungen leidendem Volk nachzudenken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Faust allerdings, der sich am Ende zeitweilig zur \u201eErholung\u201c in einer Klink wiederfindet, erschrickt bei dem Gedanken, hier auf Erden seine Rolle als moderner Mensch nur in Ansa\u0308tzen erfu\u0308llen zu ko\u0308nnen. Deshalb kehrt er nicht in die Gruft zuru\u0308ck. Von einer Gruft in die na\u0308chste zu steigen, das bringt nichts. Er wird weiter wirken wollen&#8230; Raus aus dem Teufelskreis.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Der Leser, so er interessiert genug ist, wird also \u2013 so wie Faust \u2013 Bekenntnisse von Autoren, Publizisten, Politikern und Usern begru\u0308\u00dfen, die sich diesem nahezu totgeschwiegenen Thema widmen. Mo\u0308gen die Gedankensplitter, dieser bunte Kessel an streitbaren Texten, zu weiterem Nachdenken anregen, zur mentalen Flucht aus mitunter vorgegebener geistiger Enge, verbunden mit Fragen nach dem eigenen Tun. Ein Mix von Belletristik, Ironie, Satire und fundamentalen Erkenntissen, damit verbunden ein Dank an gleichgesinnte Autoren, deren kluge Aussagen sich in treffenden Zitaten wiederfinden.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-28388\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/teufelskreis-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/teufelskreis-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/teufelskreis.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/span><span style=\"font-size: 12pt;\"><a href=\"https:\/\/www.epubli.de\/shop\/buch\/MENSCH-IM-TEUFELSKREIS-Harry-Popow-9783754166666\/118378\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif;\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Harry Popow: &#8222;DER MENSCH IM TEUFELSKREIS&#8220;, Sprache: Deutsch, ISBN: 9783754166666, Format: DIN A5, 384 Seiten, Erscheinungsdatum: 18.09.2021. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10pt;\">Wenn euch die Buchvorstellung begeistert hat, z\u00f6gert <span id=\"decorator-corrected-entity-id-14\" data-entity-key=\"14\" data-offset-key=\"4pdcd-1-0\">nicht das Buch zu kaufen <\/span>und denkt auch <span id=\"decorator-corrected-entity-id-16\" data-entity-key=\"16\" data-offset-key=\"4pdcd-3-0\">daran, <\/span>dass Weihnachten bald vor der T\u00fcr steht.<\/span><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.epubli.de\/shop\/buch\/MENSCH-IM-TEUFELSKREIS-Harry-Popow-9783754166666\/118378\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Bestellung &gt;&gt;&gt;<\/span><\/a><\/span><\/a><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\"><strong>\u00dcber den Autor:<\/strong><br \/>\nHarry Popow, geboren 1936 in Berlin-Tegel, erlebte der Autor noch die letzten Kriegsjahre. Ab 1953 war er Berglehrling im Zwickauer Steinkohlenrevier und ab Herbst 1954 Offiziersschu\u0308ler in der KVP, spa\u0308ter NVA. Dort diente er bis 1986 als Zugfu\u0308hrer, spa\u0308ter als Milita\u0308rjournalist. Den Titel Diplomjournalist erwarb er sich im fu\u0308nfja\u0308hrigen Fernstudium. Nach Beendigung der fast 32-ja\u0308hrigen Dienstzeit arbeitete Harry Popow bis Ende 1991 als Journalist und Berater im Fernsehen der DDR. Er betreibt als Rentner einen Blog, schreibt Buchrezensionen und Erinnerungen vor allem fu\u0308r die \u201eNeue Rheinische Zeitung\u201c und fu\u0308r die \u201eLinke Zeitung\u201c. Er ist glu\u0308cklich verheiratet seit 60 Jahren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-0\" morelink-text=\"Leseprobe\">Leseprobe \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><\/span><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 1\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">&#8222;Diese Geschichte begab sich, sagen Zeitzeugen, als sich in ju\u0308ngster Zeit (2020\/2021) u\u0308ber Land und Leute, gar u\u0308ber den ganzen Planeten, eine unheimliche Stille ausbreitete \u2013 eine to\u0308dliche. Ein Virus ging um, und die Menschen verschanzten sich hinter Mundmasken und hinter den Mauern ihrer Ha\u0308user. Wie so oft in Gefahrensituationen beschlich den einen oder anderen diese oder jene Erinnerung, als es noch menschengemachte to\u0308dliche und maschinell betriebene Abschlachtungen gab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Als der La\u0308rm der Spatenstiche wa\u0308hrend der Beerdigungen auf den Friedho\u0308fen wegen der U\u0308berfu\u0308lle der heran zu karrenden Toten enorm zunahm, da kam auch einem gewissen Dr. FAUSTUS, der sich schier in seiner Gruft umdrehen wollte vor Wut, das Gru\u0308beln. Wer wagt es, ihn, den gro\u00dfen von Goethe geschaffenen Literaturhelden in seiner nahezu 200-ja\u0308hrigen Stille zu sto\u0308ren? Was ist zu tun? Wie sich zu wehren? Gegen wen richte sich der Protest?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Noch bevor die Stille auf dem riesigen Friedhof am Nachmittag fu\u0308r \u0301s erste Ausklang, erinnert sich der hellho\u0308rige Dr. FAUST in seiner Gruft an den Urfaust, seinem Vorga\u0308nger. Im Gegensatz zur orthodoxen Kirche, die sich durch Urfaust in ihrer Machtposition bedroht fu\u0308hlte, sta\u0308rkte Goethe dem Urfaust den Ru\u0308cken. Rebellieren sei gut und richtig, aber es mu\u0308sse dem auch Taten folgen. Und so schuf der Dichter ihn, den Dr. FAUST, der sta\u0308rker als der Urfaust den Herrschenden tu\u0308chtig in die Parade fahren wu\u0308rde, als moderner Mensch, der dem Menschenrecht Genu\u0308ge tun sollte. Aber es hilft ihm, dem Grufti, kein nachtra\u0308gliches Klagen. Schuld habe schlie\u00dflich der Teufel. Er, der Mephisto, habe ihn immer wieder abgelenkt von seinem Streben, ein moderner Mensch zu werden. Gewiss, FAUST wurde dadurch angehalten, im Menschen jedwegen Zweifel, jeglichen erdenklichen Widerspruchsgeist zu na\u0308hren. Warum? Der strebende Mensch solle nicht erschlaffen, solle wach bleiben, Fragen stellen, neugierig bleiben, sich nicht durch Tricks und Betru\u0308gereien von seinem Bemu\u0308hen um Menschlichkeit ablassen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST wird in seiner Gruft sehr nachdenklich. U\u0308berflu\u0308ssiges Denken? Das ins Nichts fu\u0308hrt? Was ko\u0308nne denn er, der Alte Grufti heute noch bewirken? Und warum?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Vorsichtig o\u0308ffnet er den Deckel u\u0308ber seiner Gruft. Tief atmet er durch. O\u0308ffnet ganz behutsam die Augen. Sieht sich bewundernd um: Ba\u0308ume, Gra\u0308ber, leichter Wind in den Baumkronen. Eine liebliche Melodie. Vogelgezwitscher. Plo\u0308tzlich fahren Autos<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 2\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">vor. Laden Sa\u0308rge ab. Will kein Ende nehmen. Jemand, der Friedhofswa\u0308rter wohl, bru\u0308llt u\u0308ber ein Sprachrohr: \u201eKeine Kapazita\u0308t mehr. Bringt die Leichen woanders hin.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Doch weitere Autos mit Sa\u0308rgen halten vor dem Friedhofstor. Ma\u0308nner in schwarzen Kapuzen und mit Masken vor Mund und Nasen schleppen sie zu einem bereits vorbereiteten gro\u0308\u00dferen Grab. Der Friedhofswa\u0308rter erneut, er habe keinen Platz mehr, der stille Ort sei bereits u\u0308berfu\u0308llt&#8230; Doch Polizei ha\u0308lt ihm den Mund zu, er solle sich bitte der Obrigkeit fu\u0308gen, denn sie habe alles fest im Griff.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Die Auferstehung eines Grufti bleibt nicht unbemerkt. Ein Polizeiauto mit Sirene. Platz da fu\u0308r einen hohen Beamten. Ohrenbeta\u0308ubender La\u0308rm. In einer plo\u0308tzlichen Ruhe ist ein lautes Sto\u0308hnen zu ho\u0308ren. Die Obrigkeit sieht mit Erschrecken: Eine Gruft o\u0308ffnet sich. Ihm entsteigt eine alte Figur mit sehr langem Bart. Schaut sich neugierig um.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Ein Chor erklingt: \u201eThra\u0308nen des Vaterlandes\u201c. Einige Grableute glauben, Goethes FAUST in dem Alten entdeckt zu haben. Sie schreien auf: \u201eWas willst Du denn hier? Wir haben andere Zeiten. Geh ins Grab zuru\u0308ck.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Andere wieder: \u201eLasst ihn gewa\u0308hren. Er musste sterben, weil Mephisto ihn dazu getrieben hat.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST, sehr leise: \u201eIch will Euch alle Erdenkinder vor Unheil schu\u0308tzen. Bin aufgewacht, um Euch zu sagen, hu\u0308tet Euch vor den Teufeln.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Zwischenruf eines Arbeiters: \u201eDie gibt es nicht mehr. Dafu\u0308r aber ein Virus, der uns zu schaffen macht und uns alle einsperren will, ne richtige Knechtschaft.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST: \u201eBeruhigt euch, alles hat seine Ursachen. Man muss nur herauskriegen, woher der Wind mit dem Unheil kommt. Das zu erkennen, dazu reicht nicht euer sinnloses Staunen und Begaffen der Symptome.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Ein Arbeiter: Kommt alle, dem Alten ist nicht zu helfen. Machen wir besser weiter wie bisher&#8230; Und sie graben weiter an zusa\u0308tzlichen Gra\u0308bern, denn es kommen immer mehr Frachten mit Sa\u0308rgen. Werden auf dem Feld bestattet, da der Friedhof u\u0308berfu\u0308llt ist. Der Bauer flucht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Jetzt deutlich ho\u0308rbar: Ein unsichtbarer Chor: <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Thra\u0308nen des Vaterlandes \/ Anno 1636.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Wir sind doch nunmehr gantz \/ ja mehr denn gantz verheeret!<br \/>\nDer frechen Vo\u0308lcker Schaar \/ die rasende Posaun<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Das vom Blutt fette Schwerdt \/ die donnernde Carthaun \/<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Hat aller Schwei\u00df \/ und Flei\u00df \/ und Vorrath auffgezehret.<br \/>\nDie Tu\u0308rme stehn in Glutt \/ die Kirch ist umgekehret.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Das Rathau\u00df ligt im Grau\u00df \/ die Starcken sind zerhaun \/<br \/>\nDie Jungfern sind gescha\u0308nd\u2019t \/ und wo wir hin nur schaun<br \/>\nIst Feuer \/ Pest \/ und Tod \/ der Hertz und Geist durchfa\u0308hret.<br \/>\nHir durch die Schantz und Stadt \/ rinnt allzeit frisches Blutt.<br \/>\nDreymal sind schon sechs Jahr \/ als vnser Stro\u0308me Flutt \/<br \/>\nVon Leichen fast verstopfft \/ sich langsam fort gedrungen.<br \/>\nDoch schweig ich noch von dem \/ was a\u0308rger als der Tod \/<br \/>\nWas grimmer denn die Pest \/ und Glutt und Hungersnoth<br \/>\nDas auch der Seelen Schatz \/ so vielen abgezwungen.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 3\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">(Sonett von Andreas Gryphius)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Wa\u0308hrend es u\u0308ber der Gruft im Friedhof \u2013 wo sonst nur Totenstille herrscht \u2013 nach wie vor ein Scharren und Schippen und Fluchen zu ho\u0308ren sind, wendet sich der Zeitzeuge an Dr. FAUSTUS, der seit 1831 hier in der Gruft in Frieden ruht, und flu\u0308stert ihm zu: \u201eHerr Doktor, wenn ich nicht irre, dann scheint die Ruhe dahin. U\u0308ber uns in den Weiten des gro\u00dfen Friedhofes scheinen sich Dinge abzuspielen, die fu\u0308r recht ungewo\u0308hnlich gelten. Bei ihrer sprichwo\u0308rtlichen Wissbegier, was das Menschliche und Go\u0308ttliche betrifft, ihrem Streben, allwissend zu sein und den Dingen auf den Grund zu gehen, du\u0308rfte das derzeitige Geschehen an der Erdoberfla\u0308che durchaus von Interesse sein.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST, sto\u0308hnend: \u201eIn meiner Erinnerung bin ich gerettet worden und trage keinerlei Verantwortung mehr fu\u0308r das Irdische.\u201c Lasst mich weiter ruhen in Frieden und in Gottes Scho\u00df.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Zeitzeuge: \u201eSie haben ja so Recht, verehrter Dr. FAUST, aber nunmehr wirft man Ihnen im modernen Zeitalter des 21. Jahrhunderts Mord- und Totschlag vor, den sie auf Gehei\u00df des Teufels begangen haben. Also lie\u00dfen Sie Ihren Drang nach Wissen und Bildung zugunsten einer euphorischen Bindung an Liebesbeta\u0308ubung und Lustbarkeit in den Himmel fahren, um nur Ihrer perso\u0308nlichen Begierde zu folgen. Glaubten Sie wirklich, dass dies Verhalten einem edlen Menschen gut zu Gesicht steht? Ist es nicht deutlich genug: Wer sich mit dem Teufel einla\u0308sst, sei unrettbar verloren?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST: \u201eSo unrecht ist das nicht. Man muss u\u0308berlegen, auch wenn es, so scheint es, fu\u0308r nachtra\u0308gliche geistige Einkehr viel zu spa\u0308t ist. Ich habe wohl egoistisch mein Streben, Go\u0308ttliches zu erreichen, bedenkenlos andere Menschen zugrunde gerichtet. War ich nur Schuld? Oder waren es die Umsta\u0308nde, die mich zu dem frevelhaften Pakt mit dem Teufel getrieben haben? Ich will herausfinden, ob mich die Schuld alleine trifft.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST stutzt. Ganz in seiner Na\u0308he hat sich offenbar eine Bestatterin in Position gebracht. Was sie da offenbart, la\u0308sst ihn im Innersten erschu\u0308ttern:<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 4\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">1. Rede:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Und doch leben wir in schwierigen Zeiten&#8230; Staatliche Zwangsma\u00dfnahmen wegen einer Pandemie unterdru\u0308cken jedes Lebensgefu\u0308hl. Und es ist vo\u0308llig unversta\u0308ndlich, wieso gerade dieser letzte Abschied von einem geliebten Menschen, diese wertvollen letzten Stunden und Minuten im Leben eines Sterbenden, unter dem Vorwand einer Corona-Pandemie so herzlos, so mitleidlos und mit einer unmenschlichen Ka\u0308lte durch die Regierung dieses Staates behindert, ja unmo\u0308glich gemacht werden. Und es ist eine Schande, dass die Toten, auf deren Totenschein \u201einfektio\u0308s\u201c oder \u201eCovid\u201c steht, in einem Plastiksack wie Unrat beseitigt werden und die Nahestehenden sich nicht einmal mehr von ihren Angeho\u0308rigen verabschieden ko\u0308nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Eine Gesellschaft, die so mit den Menschen umgeht, wie wir es heute erleben, ist es wert, da\u00df sie zugrunde geht. Diese Gesellschafsformation ist der Kapitalismus. Sie beruht auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln und auf der Ausbeutung der Lohnarbeiter. Der Kapitalismus stu\u0308rzt von einer Krise in die andere. Millionen und Abermillionen Menschen werden an den Rand gedra\u0308ngt, sind nutzlos, werden ausgespien und sterben verfru\u0308ht. Kinder verhungern, alte Menschen siechen dahin, bis der Tod sie abholt.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">2. Rede<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Kliniken, die aus allen Na\u0308hten platzen. Schwerstkranke, die sich vor Intensivstationen stauen und elendig auf ihren Tod warten. A\u0308rzte, die notfalls auswu\u0308rfeln mu\u0308ssten, welchem Patienten sie helfen und welchem nicht. Im Zuge der Corona-Krise haben sich Bilder wie diese tief im kollektiven Bewusstsein eingegraben. Seit u\u0308ber einem Jahr beschwo\u0308ren Politiker, Wissenschaftler und Medien das Szenario eines Gesundheitssystems vorm Kollaps: Steigende Infektionszahlen, steigende Krankenzahlen, steigende Todeszahlen \u2013 wird man dem Virus nicht Herr, sind italienische Verha\u0308ltnisse programmiert. Selbst bei sinkenden Zahlen dra\u0308ut es aus allen Kana\u0308len: Lassen wir heute den Lockdown schleifen, erleben wir morgen unser Bergamo.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Warnungen nach diesem Muster sind unser ta\u0308glicher Begleiter und mit wachsenden Inzidenzen ereilen sie uns mit noch gro\u0308\u00dferer Ha\u0308ufigkeit. \u201eDurch die Mutationen werden die Krankheitsverla\u0308ufe auch la\u0308nger und schwerer.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST bereut nicht, seine Gruft verlassen zu haben. Er ist wu\u0308tend und ratlos zugleich. Der Zeitzeuge hat recht. Er wird der Gruft endgu\u0308ltig den Ru\u0308cken kehren. Zumal er mit Schrecken und Neid soeben vernommen hat, der Urfaust in der Gruft nebenan hat la\u0308ngst sein unterirdisches Gefa\u0308ngnis verlassen. Wie FAUST oft von ihm geho\u0308rt hat, wird er wohl aufs gro\u00dfe Austoben aus sein, ohne Sinn und Verstand. Das ha\u0308lt FAUST nun vollends nicht davon ab, selbst das irdische Paradies erneut zu betreten und zu durchforsten. Und ob auch Mephisto erwacht ist? Vorsicht ist<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 5\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">geboten. Noch kann FAUST nicht einmal ahnen, dass die Sterbe-Statistik seit Beginn der Pandemie bis Juli 2021 nicht einmal die normale Ho\u0308he u\u0308berschritten habe.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Der Zeitzeuge:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Es geht um die Hinwendung zu Erkenntnissen u\u0308ber Leben und Welt. Wa\u0308hrend Urfaust fu\u0308r einfaches Rebellieren ist gegen Ungemach der Kirche usw., ist FAUST nach dem Motto \u201eEs irrt der Mensch, solang er strebt\u201c fu\u0308r die Anerkennung der ewigen Vera\u0308nderungen und der stets neuen Widerspru\u0308che, denen sich der Mensch stellen muss, will er vorwa\u0308rtskommen. Ziele und Motive der beiden sind sehr unterschiedlich, trotz ihrer hohen wissenschaftlichen Bildung. Das hei\u00dft fu\u0308r HEUTIGE: Erkennst du nicht den Ursprung des Strebens nach Macht und Geld und Besitz, dann kannst du noch so viele Wu\u0308nsche und Illusionen haben, auch Versprechen der Oberen, es wird alles beim Alten bleiben, verdeckt unter einem Riesenmantel an Schwindel, Heuchelei, Lu\u0308gen \u2013 der gro\u00dfen Schutzmauer um das Profitstreben herum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Das sich stets wiederholende WIR und andere EINHEITSFLOSKELN\u201c ta\u0308uschen die Massen und fu\u0308hren sie \u2013 statt zur Lieben zum Leben und zum Planeten \u2013 zur leblosen Hinnahme, zum blo\u00dfen Vegetieren. Das Menschsein aber erfordert Liebe und Sa\u0308ttigung aller Bu\u0308rger, ohne dass sie vom Nachbarn und Besitzern ausgebeutet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">In diesem Augenblick, bevor Dr. FAUSTUS sich richtig umsehen konnte auf diesem Friedhof, tritt \u2013 wie erwartet, Mephisto an ihn heran und spricht:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">[Ich bin] ein Teil von jener Kraft, die stets das Bo\u0308se will und stets das Gute schafft. &#8230; Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, ist wert, da\u00df es zugrunde geht; drum besser wa\u0308r&#8217;s, da\u00df nichts entstu\u0308nde. So ist denn alles, was ihr Su\u0308nde, Zersto\u0308rung, kurz das Bo\u0308se nennt, mein eigentliches Element. (Johann Wolfgang von Goethe, 17491832, deutscher Dichter)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">FAUST winkt ab: Er denke nicht mehr daran, auf Leichtsinn und Betrug hereinzufallen. Im Gegenteil: Er sei auf der Spur von Widerspru\u0308chen, die, einmal erkannt, zu Lo\u0308sungen dringend Anlass geben. Hatte nicht Goethe bereits von der Dialektik der Widerspru\u0308che geschrieben, ohne deren Kenntnis man eins ums andre Mal auf die Nase fallen kann?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Nun will er dem entgegenwirken, was dieser Mephisto ihm immer wieder durch teuflische Ablenkungen verwehrt hat: Mensch zu sein. Stattdessen schob er ihn auf Nebengleise wie Lustbarkeiten, auf kaufma\u0308nnisches Gebaren, sogar auf \u0301s Morden. Auf diese Art habe dieser Teufel ihn entmu\u0308ndigt. FAUST sinnt nicht nach Rache, aber er ahnt, da stecken noch ganz andere Probleme dahinter. Zumal es ihn stutzig machte, dass die Grabreden, die er soeben vernehmen musste, offensichtlich einem herrschenden Pack gewidmet waren, denn die Ehrfurcht vor diesem schien bei<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"page\" title=\"Page 6\">\n<div class=\"section\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">einigen Grableuten so tief zu stecken, dass die Bu\u0308cklinge vor den Obrigkeiten nicht tiefer sein konnten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Kurz, er will dem Ansinnen Goethes fu\u0308r eine gerechte Menschenwelt auf die Spur kommen&#8230; Er will sich mit seinem langen Oberrock auf den Weg machen&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Doch Mephisto la\u0308sst sich nicht so schnell aus dem Feld schlagen. \u201eEine letzte Bemerkung sei gestattet, lieber FAUST! Ich versprach dir, lieber FAUST, Lebensglu\u0308ck. Dich wollte ich mit Gott vom rechten Weg abbringen.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Heute sehe es anders aus, das wisse er aus sicherer Quelle, einer Festung, hinter deren Mauern und in den Verliesen sich der reale Teufelspakt unserer Zeit versteckt halte. Aber jedermann wisse von deren Existenz. Fu\u0308r die Menschen, soviel stehe fest, sei die Phase des versprochenen Lebensglu\u0308cks abgelaufen. Man sei dabei, die Menschen von ihrer Seele loszusagen. Heute schon sei ein Land der Richter und Henker gegen Querulanten und Verschwo\u0308rer im Aufblu\u0308hen, auch Dank der Pandemie, die den Ausweg hin zu mehr Zwang von oben nach unten weise. Dazu sei es erforderlich, die Bildung der Bevo\u0308lkerung stark zu reduzieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Gleichzeitig seien gro\u00dfe Teile des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens weiter von Privatinteressen durchseucht worden, statt sie endlich zu kappen&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Das habe man kommen sehen. Seit einer sogenannten Notvereinigung von zwei Teilen in Deutschland haben die Machthaber der Zuschauerdemokratie \u2013 ohne das Volk zu fragen \u2013 alles getan, um die Bildung der Bevo\u0308lkerung zu reduzieren.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">\u201eWoher scho\u0308pfst du diese Weisheiten?\u201c, fragt provokativ FAUST den Teufel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Mephisto: \u201eMein Pakt mit dir sollte dich abhalten vom Streben nach Macht und blo\u00dfer Gier, denn das fu\u0308hrt schlie\u00dflich bis in die heutige Zeit zu einem Teufelskreis, in dem alle Menschen \u2013 so oder so oder hier und dort \u2013 gefangen sind, abha\u0308ngig vom Geld und von den Verbrechen der Machterweiterung. Daraus folgt doch: Erkenne die ewigen Vera\u0308nderungen und die stets neuen Widerspru\u0308che an, denen sich der Mensch stellen muss, will er ungeschoren und kultiviert vorwa\u0308rtskommen. Das hei\u00dft doch fu\u0308r alle Zeiten: Erkennst du nicht den Ursprung des Strebens nach Macht und Geld und Besitz, dann kannst du noch so viele Wu\u0308nsche und Illusionen haben, es bleibt stets beim Alten ohne Vera\u0308nderungen, verdeckt unter einem Riesenmantel an Schwindel, Heuchelei, Lu\u0308gen \u2013 der gro\u00dfen Schutzmauer um das Profitstreben herum.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 12pt;\">Man ta\u0308uscht wohl stets das Volk. Statt zur Liebe zum Leben und Natur und zum Planeten anzuhalten treibe man die Menschen -so befu\u0308rchte ich bereits jetzt \u2013 zur leblosen Hinnahme, zum blo\u00dfen Vegetieren, zum Kaufen und Gehorchen an. Das Menschsein aber erfordert Liebe und Sa\u0308ttigung aller Bu\u0308rger, ohne dass sie vom Nachbarn und Besitzern ausgebeutet werden. Gerade deshalb braucht wohl jeder Erdenbu\u0308rger so einen kleinen Teufel in sich, um das Zweifeln nicht zu verlernen&#8230;&#8220;<br \/>\n<\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.paypal.com\/de\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-26501 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2037\/12\/1-300x72.png\" alt=\"\" width=\"661\" height=\"159\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2037\/12\/1-300x72.png 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2037\/12\/1-1024x245.png 1024w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2037\/12\/1-768x184.png 768w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2037\/12\/1-1536x367.png 1536w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2037\/12\/1-2048x489.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 661px) 100vw, 661px\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote>\n<div style=\"margin-left: 10px;\"><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.americanrebel.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><\/div>\n<div style=\"margin-right: 10px;\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/1987214344855916\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"hier geht es zur Facebook Diskussionsgruppe\" width=\"353\" height=\"15\" \/><\/a><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harry Popow \u2013 28. September 2021 Friedhofs-&#8222;La\u0308rm&#8220; Liebe Leser\/innen, ich m\u00f6chte Euch mein neues Buch \u00bbDer Mensch im Teufelskreis &#8211; Dr. Faustus Auferstehung\u00ab, das am 18. September erschienen ist, vorstellen. . 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