{"id":23183,"date":"2019-11-24T12:34:13","date_gmt":"2019-11-24T11:34:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=23183"},"modified":"2019-11-25T03:59:37","modified_gmt":"2019-11-25T02:59:37","slug":"die-novemberrevolution-1918-und-die-schande-der-spd","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/2019\/11\/24\/die-novemberrevolution-1918-und-die-schande-der-spd\/","title":{"rendered":"&#8211; Novemberrevolution 1918, die Schande der SPD"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry\">\n<blockquote>\n<div data-contents=\"true\">\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"22g5f\" data-offset-key=\"bi65b-0-0\">\n<div class=\"public-DraftStyleDefault-block public-DraftStyleDefault-ltr\" style=\"text-align: justify;\" data-offset-key=\"bi65b-0-0\"><strong>Vor 101 Jahren g\u00e4rte es in ganz Deutschland. Soldaten verweigerten den Dienst und wendeten sich gegen ihre Offiziere, Arbeiter streikten zu <span id=\"decorator-corrected-entity-id-3\" data-entity-key=\"3\" data-offset-key=\"bi65b-1-0\">Hunderttausenden<\/span>, Frauen gingen gegen den Hunger auf die Stra\u00dfe. Das war der Beginn der deutschen Novemberrevolution.<br \/>\n<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"\" style=\"text-align: justify;\" data-block=\"true\" data-editor=\"22g5f\" data-offset-key=\"5cmk8-0-0\">\n<div class=\"public-DraftStyleDefault-block public-DraftStyleDefault-ltr\" data-offset-key=\"5cmk8-0-0\"><strong>W\u00e4hrend im Vorjahr die b\u00fcrgerliche- und linke Presse, aufgrund des <span id=\"decorator-corrected-entity-id-5\" data-entity-key=\"5\" data-offset-key=\"5cmk8-1-0\">100-j\u00e4hrigen<\/span> Jahrestages der Novemberrevolution umfangreich berichtete, blieben in diesem Jahr die Artikel, Dokumentarfilme und Gedenkfeiern aus. Doch gerade die Lehren aus der Novemberrevolution und den Verrat der SPD machen die Kenntnisse \u00fcber diese Ereignisse so wichtig f\u00fcr den Kampf f\u00fcr eine bessere Gesellschaftsordnung.<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"\" data-block=\"true\" data-editor=\"22g5f\" data-offset-key=\"81sr1-0-0\">\n<div class=\"public-DraftStyleDefault-block public-DraftStyleDefault-ltr\" style=\"text-align: justify;\" data-offset-key=\"81sr1-0-0\"><strong>Aus diesem Grunde ver\u00f6ffentlichen wir an dieser Stelle den Artikel \u00bbDie Novemberrevolution 1918 und die Schande der SPD\u00ab, die 2018 im Roten Morgen erschien.<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/blockquote>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_23150\" style=\"width: 110px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-23150\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-23150\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Franz-Po\u0308schl.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-23150\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Franz Po\u0308schl<\/strong><\/span><\/p><\/div>\n<h2>Die Novemberrevolution 1918 und die Schande der SPD<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Die Novemberrevolution 1918 hat weder zu einer proletarischen R\u00e4terepublik noch zu einer rein b\u00fcrgerlichen Republik wie etwa in Frankreich gef\u00fchrt. Daran tr\u00e4gt die Politik der SPD einen gro\u00dfen Anteil. Nach dem Tode Bismarcks hat die von ihm eingef\u00fchrte Sozialversicherung einen ganz entscheidenden Anteil gehabt, die systemkritische Distanz der organisierten Arbeiterschaft aufzuweichen und ihre Staatsloyalit\u00e4t zu gewinnen.<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Jahr 1910 waren von ca. 720 000 Parteimitgliedern fast 100 000 in Verwaltungs- und Vertretungsk\u00f6rperschaften der Arbeiterversicherung, der kommunalen Arbeitsnachweise und der Gewerbe- und Kaufmannsgerichte vertreten, hinzu kamen 11 000 Gemeindevertreter. Diese Sozialdemokraten waren die Haupttr\u00e4ger der fortschreitenden \u201eVerpreu\u00dfung\u201c der SPD, des Hineinwachsens in den Obrigkeitsstaat. Sie bildeten zusammen mit der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie die soziale Kernbasis f\u00fcr die allm\u00e4hliche Umformung der Sozialdemokratie zu einer preu\u00dfischen Arbeiterpartei.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-23184 alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Novemberrevolution-1918-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"322\" height=\"219\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Novemberrevolution-1918-300x204.jpg 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Novemberrevolution-1918.jpg 544w\" sizes=\"(max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/>Das Erfurter Programm von 1891 traf weder eine Aussage zur Reichsgr\u00fcndung noch zur historischen Entwicklung der b\u00fcrgerlichen Revolution in Deutschland, enthielt keine Analyse der Klassen und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse im Kaiserreich und schwieg sich \u00fcber die Machtverteilung zwischen Junkertum und Bourgeoisie aus. Am Schlu\u00df gab es eine Ansammlung einzelner politischer und Arbeitsschutzforderungen, aber die Forderung nach Durchsetzung der Parlamentsherrschaft in Deutschland suchte man vergebens.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese nichtssagende Programm bestand im Warten auf den polit\u00f6konomisch vorhergesagten Zusammenbruch der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, in dessen Gefolge irgendwie der Sozialismus siegen w\u00fcrde. Insbesondere der Parteivorsitzende Bebel verk\u00fcndigte regelm\u00e4\u00dfig den bevorstehenden \u201eKladderadatsch\u201c der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft und pries den daraus hervorgehenden Zukunftsstaat. Hinter derlei substanzlosen Prophezeiungen vollzog sich umso ger\u00e4uschloser die allm\u00e4hliche Anpassung der Arbeiterbewegung an den realexistierenden Staat. <div class=\"hide-this-part-wrap\"><div class=\"hide-this-part-more\" id=\"hide-this-part-0\" morelink-text=\"hier geht es weiter\">hier geht es weiter \u00bb<\/div><div class=\"hide-this-part\" status=\"invisible\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach dem Tode Engel war es Bernstein, der die schleichende Verpreu\u00dfung der SPD angriff. Die SPD m\u00fcsse \u201esich r\u00fcckhaltlos, auch in der Doktrin, auf den Boden des allgemeinen Wahlrechts, der Demokratie\u201c stellen, \u201emit allen sich daraus f\u00fcr ihre Taktik ergebenden Konsequenzen\u201c. Im Zentrum der von ihm propagierten Aufgabenstellung sah er die Durchsetzung der parlamentarischen Herrschaft durch den Reichstag sowie die Abschaffung des preu\u00dfischen Dreiklassenwahlrechts. Wegen dessen Bedeutung f\u00fcr die fortdauernde Vorherrschaft des Junkertums geh\u00f6rte er mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg zu den entschiedensten Bef\u00fcrwortern des politischen Massenstreiks, um eine Wahlrechtsreform in Preu\u00dfen zu erzwingen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Karl Marx hatte Ende 1846 in einem Brief an Pawel W. Annenkow darauf hingewiesen, da\u00df \u201edas Kleinb\u00fcrgertum ein integrierender Bestandteil aller sich vorbereitenden sozialen Revolutionen sein wird\u201c (MEW 4:557;vgl. MEW 18:633). Wenn man diese Feststellung ernst nahm \u2013 was folgte daraus f\u00fcr das Revolutionskonzept?<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Die Antworten, die Bernstein selber gab, waren f\u00fcr eine revolution\u00e4re Arbeiterpartei untauglich. In seinen \u00dcberlegungen wurde die Demokratie zum Selbstzweck statt zu einer Etappe auf dem Weg zum Sozialismus, und es ging unter, da\u00df die Vollendung der b\u00fcrgerlichen Revolution nur m\u00f6glich war, wenn das Proletariat im B\u00fcndnis mit dem Kleinb\u00fcrgertum die F\u00fchrung \u00fcbernahm. Au\u00dferdem propagierte er die demokratische Umgestaltung der Gesellschaft durch friedliche Reformen und negierte, da\u00df das junkerlich-schwerindustrielle Herrschaftskartell sich mit allen Mitteln gegen seine Entmachtung zur Wehr setzen w\u00fcrde.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">Bebel f\u00fcr die \u00dcbernahme des \u201eJunkerstaats\u201c<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die zunehmende Integration der Arbeiterpartei in die Milit\u00e4rmonarchie wurde insbesondere durch den Parteivorsitzenden Bebel verk\u00f6rpert. Er formulierte auch die Schlu\u00dffolgerungen, die sich daraus f\u00fcr die Staatsfrage ergaben. Gegen die s\u00fcddeutschen Reformisten gerichtet, f\u00fchrte er auf dem Magdeburger Parteitag der SPD 1910 aus:\u201cEs gibt keinen zweiten, dem preu\u00dfischen \u00e4hnlichen Staat, aber wenn wir einmal diesen Staat in der Gewalt haben, haben wir alles.(&#8230;) im S\u00fcden versteht man nicht diesen Junkerstaat in seiner ganzen Sch\u00f6nheit.\u201c (Parteitagsprotokoll 1910:250). Im gleichen Atemzug wies er darauf hin, da\u00df er \u00e4hnliche Aussagen schon mehrfach get\u00e4tigt habe.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Betonung der Einzigartigkeit des preu\u00dfischen Junkerstaats verweist darauf, da\u00df dieser Staat, anders als der b\u00fcrgerliche Staat in Frankreich oder Gro\u00dfbritannien, nicht von der Bourgeoisie beherrscht war und der industriellen Arbeiterschaft deshalb in h\u00f6herem Ma\u00dfe entgegenkommen konnte, wie das die Sozialversicherungen unter Beweis stellten. Davon abgesehen verfocht Bebel mit diesen Worten eine Position zur Staatsfrage, die im Gegensatz zum revolution\u00e4ren Sozialismus stand.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Marx hatte aus den Erfahrungen der Pariser Kommune von 1870\/71 die Schlu\u00dffolgerung gezogen, da\u00df die Arbeiterklasse die vorhandene Staatsmaschinerie nach einem Sieg nicht einfach \u00fcbernehmen k\u00f6nne, sondern sie zerschlagen und eine neue aufbauen m\u00fcsse.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Engels hatte diese Position in seiner Kritik des Erfurter Programms bekr\u00e4ftigt, indem er die sich ausbreitende Vorstellung vom friedlichen Hineinwachsen der Gesellschaft mit der Frage konterte, ob diese damit nicht \u201eebenso notwendig aus ihrer alten Gesellschaftsverfassung hinauswachse und diese alte H\u00fclle ebenso gewaltsam sprengen m\u00fcsse wie der Krebs die seine\u201c (MEW 22:234).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bebel vertrat einen anderen Standpunkt. Ihm ging es nicht um die Ersetzung des obrigkeitlichen Junkerstaats durch einen neuen, demokratischen Staat, sondern darum, ihn als scheinbar neutrale Instanz unter sozialdemokratischer Regierung fortzuf\u00fchren, denn dann \u201ehaben wir alles\u201c, wie er diese Position auf den Punkt brachte..<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">Bebel und das Milit\u00e4r<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Auf der einen Seite kritisierte Bebel den Militarismus, wandte sich gegen sinnlosen Drill und Rekrutenschinderei, \u00dcbergriffe und Mi\u00dfhandlungen in den Kasernen und forderte die Verk\u00fcrzung der dreij\u00e4hrigen Milit\u00e4rzeit. Auf der anderen Seite richtete sich seine Kritik nicht gegen das preu\u00dfisch-deutsche Milit\u00e4r als solches, sondern zielte darauf, das Heerwesen durch konstruktive Reformvorschl\u00e4ge zweckm\u00e4\u00dfiger zu gestalten. Bei den Beratungen des Milit\u00e4retats im Reichstag \u00fcbte er regelm\u00e4\u00dfig zun\u00e4chst eine Generalkritik, um dann praktische Verbesserungsvorschl\u00e4ge zu unterbreiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Diese Haltung hatte einen konkreten politischen Hintergrund. Bebel hielt zeit seines Lebens daran fest, da\u00df Deutschland mit einem russischen Angriff rechnen und sich deshalb auf einen Verteidigungskrieg vorbereiten m\u00fcsse. Deshalb trat er f\u00fcr den Ausbau eines zeitgem\u00e4\u00dfen, modernen und kriegstauglichen Milit\u00e4rwesens ein.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Diese Haltung hatte seine Berechtigung in der nachnapoleonischen \u00c4ra, nach dem Wiener Kongre\u00df als Ru\u00dfland der Hort der Reaktion gegen jegliche demokratische Entwicklung in Europa war. Jedoch beim Krimkrieg 1853 \u2013 1856 zeigte sich die Schw\u00e4che Ru\u00dflands und die St\u00e4rke des britischen und franz\u00f6sischen Imperialismus.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Sp\u00e4testens nach der russischen Revolution 1905 h\u00e4tte Bebel und die SPD die alte Position revidieren m\u00fcssen, da Ru\u00dfland jetzt als potentiell zur Revolution bereites Land in Erscheinung getreten war. So war das bewu\u00dfte Hineintreten der SPD in den Weltkrieg 1914 eben kein \u201eVerrat\u201c oder \u201eUmfallen\u201c ,sondern die logische Konsequenz am starren Festklammern an eine \u00fcberholte Position.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der gern zitierte Satz des alten Wilhelm Liebknecht \u201eDiesem System keinen Mann und keinen Groschen\u201c schien eine grunds\u00e4tzliche Gegnerschaft gegen den Milit\u00e4rstaat zu dokumentieren. In Teilen der Arbeiterbewegung war diese Gegnerschaft auch vorhanden, doch insgesamt verdeckten die wohlklingenden Worte die Tatsache, da\u00df die SPD in der parlamentarischen Praxis ganz andere Wege ging und sich immer mehr an den bestehenden Staat ann\u00e4herte..<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">1907: Bebel verteidigt Noske gegen Liebknecht<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als die SPD bei der Reichstagswahl 1907 eine Niederlage erlitt, r\u00fcckte sie noch mehr nach rechts.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei den Beratungen des neuen Reichstags \u00fcber den R\u00fcstungsetat wies Bebel den im Wahlkampf erhobenen Vorwurf der \u201evaterlandslosen Gesellen\u201c scharf zur\u00fcck und versicherte zum wiederholten Male, da\u00df die Sozialdemokraten in einem Krieg mit Ru\u00dfland \u201eselbstverst\u00e4ndlich die Flinte auf den Buckel nehmen\u201c w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Anschlie\u00dfend vertiefte Gustav Noske als r\u00fcstungspolitischer Sprecher der Fraktion Bebels Ausf\u00fchrungen. Er identifizierte sich mit den vorher gemachten Aussagen des preu\u00dfischen Kriegsministers \u00fcber Angriffskriege auf Deutschland, betonte, da\u00df die Sozialdemokraten in einem solchen Fall \u201ebegeistert ihr Vaterland verteidigen\u201c w\u00fcrden, und erkl\u00e4rte es zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit, daf\u00fcr zu sorgen,\u201cda\u00df das deutsche Volk nicht etwa von irgend einem anderen Volk an die Wand gedr\u00fcckt wird\u201c. Als er wegen seiner Aussagen auf dem anschlie\u00dfenden Essener Parteitag kritisiert wurde, stellte sich Bebel vor ihn und pries seine Reichstagsrede als \u201egute Rede\u201c, die seine \u201eZustimmung und Anerkennung\u201c gefunden habe (Parteitagsprotokoll 1907:254).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im selben Jahr legte Liebknecht eine Schrift \u00fcber \u201eMilitarismus und Antimilitarismus unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der internationalen Jugendbewegung\u201c vor, worin er den Militarismus mit scharfen Worten gei\u00dfelte und zu einer Verst\u00e4rkung der antimilitaristischen Propaganda aufrief. Bebel distanzierte sich \u00f6ffentlich von Liebknechts Schrift und verhinderte, da\u00df sie im Parteiverlag der SPD erscheinen konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als die preu\u00dfische Milit\u00e4rf\u00fchrung im April 1913 auf einer nicht\u00f6ffentlichen Sitzung des Haushaltsausschusses die Notwendigkeit der Nachr\u00fcstung mit Kriegsvorbereitungen durch Ru\u00dfland und Frankreich begr\u00fcndete und zugleich darlegte, da\u00df Deutschland im Kriegsfall zuerst Frankreich angreifen m\u00fcsse (inklusive Durchmarsch durch Belgien), um sich anschlie\u00dfend dem Gegner im Osten zuzuwenden, nahmen die anwesenden SPD-Vertreter mit Bebel an der Spitze die vorgestellte Kriegsplanung einschlie\u00dflich des angek\u00fcndigten Einmarsch in das neutrale Belgien ohne Protest zur Kenntnis (Sitzungsbericht in Bley 2014:258ff.).<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Nach der Sitzung verfasste Bebel eine Stellungnahme zur Aufr\u00fcstung, die der Parteivorstand im Mai 1913 als Flugschrift in ganz Deutschland verbreiten lie\u00df. Unter dem Titel \u201eEin ernstes Wort in ernster Zeit. Milit\u00e4rvorlage und internationale R\u00fcstungsindustrie\u201c hie\u00df es darin, da\u00df \u201ewir in Deutschland mit der M\u00f6glichkeit eines Angriffskrieges von au\u00dfen einstweilen noch rechnen (m\u00fcssen), namentlich von Osten her.\u201c Weil dann aber \u201eunser Vaterland vielleicht vor die Frage von Sein oder Nichtsein\u201c gestellt w\u00fcrde, w\u00e4re \u201edie Vorbereitung einer starken Schutzwehr notwendig\u201c. Damit wiederholte die Flugschrift die Vorgaben der Milit\u00e4rs als Position der Parteif\u00fchrung, bef\u00fcrwortete die deutsche Aufr\u00fcstung und stellte die Kriegsunterst\u00fctzung durch die Arbeiterbewegung in Aussicht.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">1914: Die SPD verschmilzt mit dem Milit\u00e4radel<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mitte 1914 war es soweit. Die SPD setzte ihre Versprechungen in die Tat um und stimmte den Kriegskrediten zu. Zwar traten keine Sozialdemokraten als Minister in die Regierung ein, aber ma\u00dfgebliche Parteimitglieder nahmen intensive Kontakte zur Obersten Heeresleitung (OHL) auf, an der Spitze Eduard David, der mit Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann seit April 1917 dem engsten F\u00fchrungszirkel der Partei angeh\u00f6rte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ende 1916 wurde in Kooperation mit Gewerkschaften und Sozialdemokraten das Vaterl\u00e4ndische Hilfsdienstgesetz erarbeitet, das alle M\u00e4nner zwischen siebzehn und sechzig der Arbeitspflicht unterwarf und die freie Wahl des Arbeitsplatzes aufhob, um kriegswichtigen Betrieben die notwendigen Arbeitskr\u00e4fte zu verschaffen. Zur Umsetzung dieses Gesetzes mu\u00dften in allen Betrieben ab f\u00fcnfzig Besch\u00e4ftigten Arbeiter- und Angestelltenaussch\u00fcsse gebildet werden, die bei Arbeitskonflikten zusammen mit Vertretern der Betriebsleitung f\u00fcr die Schlichtung zu sorgen hatten. Au\u00dferdem wurde zur Koordinierung der R\u00fcstungsanstrengungen ein Oberstes Kriegsamt eingerichtet, als dessen Leiter General Wilhelm Groener fungierte, der sein Amt in enger Absprache mit den Gewerkschaften f\u00fchrte und im November 1918 als Co-Chef der Obersten Heeresleitung mit Ebert das Vorgehen gegen die Novemberrevolution abstimmte..<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">1917: Die SPD f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung des Weltkrieges<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der deutsche Reichskanzler Bethmann Hollweg, der seit dem Fehlschlag der Verdun-Offensive 1916 an den Siegesaussichten der Mittelm\u00e4chte zweifelte, unternahm in dieser Situation einen Versuch, um unter Vermittlung des Vatikans mit den Gegnern einen \u201eRemisfrieden\u201c unter gegenseitigen Verzicht auf Eroberungen und Entsch\u00e4digungen zu schlie\u00dfen. Er sagte in den geheimen Vorgespr\u00e4chen u.a. die vollst\u00e4ndige Wiederherstellung der Unabh\u00e4ngigkeit Belgiens zu (f\u00fcr London der Hauptkriegsgrund) und erkl\u00e4rte sich zu Grenzkorrekturen in Elsa\u00df-Lothringen bereit.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Doch die F\u00fchrungen von Zentrum und SPD setzten ebenso wie die OHL auf einen deutschen Sieg, denn sie erwarteten ein baldiges Ausscheiden des revolutionsgesch\u00fcttelten Ru\u00dflands aus dem Krieg und danach den Endsieg im Westen. Hinter den Kulissen organisierten sie daher im geheimen Zusammenwirken mit der OHL den Sturz des friedensbereiten Kanzlers, um den Krieg mit einem neuen Kanzler bis zum Sieg fortzusetzen. Als sichergestellt war, da\u00df Bethmann Hollweg vom Reichstag keine Unterst\u00fctzung erhalten w\u00fcrde, verlangte die OHL vom Kaiser seine Entlassung, und da bis auf die politisch einflu\u00dflosen Linksliberalen s\u00e4mtliche Reichstagsparteien sich gegen ihn aussprachen, mu\u00dfte er zur\u00fccktreten. Anschlie\u00dfend konnte der Krieg mit Georg Michaelis als neuem Kriegskanzler, auch dank der SPD, wie geplant weitergef\u00fchrt werden; die Friedensgespr\u00e4che mit dem Vatikan lie\u00df der neue Regierungschef im Sande verlaufen.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-16947 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Bildschirmfoto-2018-10-04-um-02.25.32-300x157.png\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"248\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Bildschirmfoto-2018-10-04-um-02.25.32-300x157.png 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Bildschirmfoto-2018-10-04-um-02.25.32.png 544w\" sizes=\"(max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">1918 Der Kampf der SPD gegen die Novemberrevolution<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Als 1918 die milit\u00e4rische Niederlage Deutschlands trotz des Ausscheidens Ru\u00dflands aus dem Krieg unausweichlich wurde, leitete die OHL die Parlamentarisierung des Reichs ein, um den US-Pr\u00e4sidenten Wilson als Friedensvermittler zu gewinnen. Der unvorbelastete Max von Baden wurde zum Kanzler gemacht, und im Oktober 1918 verabschiedete der Reichstag die Verfassungs\u00e4nderungen,die dem Reichstag die zuvor verwehrten Parlamentsrechte gew\u00e4hrten; ebenso fiel nun das preu\u00dfische Dreiklassenwahlrecht. Jetzt traten auch zwei Sozialdemokraten in die Regierung ein, was die SPD bis dahin abgelehnt hatte, um nicht mit einer Kriegsregierung identifiziert zu werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die seit langem brodelnde revolution\u00e4re Flut lie\u00df sich jedoch nicht aufhalten. Als sie Anfang November losbrach, wurde das Heer binnen weniger Tage von Soldatenr\u00e4ten beherrscht, st\u00fcrzten die F\u00fcrstenthrone einer nach dem anderen und \u00fcbernahmen in allen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te die Macht. In einem letzten Versuch, die Monarchie zu retten, trat der sozialdemokratische Parteivorsitzende Ebert am Mittag, des 9. November 1918 als Reichskanzler an die Stelle Max von Badens, in der Hoffnung, die revolution\u00e4ren Massen dadurch zu beruhigen. Seine erste Aktion war ein Aufruf an alle Beh\u00f6rden und Beamten, auf ihren Posten zu bleiben, desgleichen lie\u00df er die bisherigen Staatssekret\u00e4re (Minister) sowie die Milit\u00e4rf\u00fchrung im Amt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die F\u00fchrer der Mehrheitssozialdemokraten hatten sich mit der Oktoberreform des Kanzler Max von Baden am Ziel ihrer W\u00fcnsche gesehen. In ihren Augen war der Novemberumsturz ebenso \u00fcberfl\u00fcssig wie sch\u00e4dlich. Die Parlamentarisierung der Monarchie erm\u00f6glichte es ihnen, als st\u00e4rkste Reichstagspartei die Regierung zu \u00fcbernehmen und den \u201eJunkerstaat\u201c, wie von Bebel erhofft, in die Hand zu bekommen; die Kanzlerschaft Eberts realisierte diese Zielsetzung. Die Parteif\u00fchrung hatte also jeden Grund, die Revolution zu bek\u00e4mpfen \u2013 in den bekannten Worten Eberts: \u201eich hasse sie wie die S\u00fcnde\u201c, komprimierte sich die Position der SPD-Spitze, deren jahrelang verfolgtes Machtkonzept mit einem Mal durch die Revolution bedroht wurde..<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">Die SPD sabotiert die R\u00e4tebewegung<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die sozialdemokratische Regierungs\u00fcbernahme hatte nicht die erhoffte beruhigende Wirkung, au\u00dferdem rief Scheidemann am Nachmittag des 9. November gegen den Willen der Parteif\u00fchrung die Republik aus, um der Ausrufung einer sozialistischen Republik durch Liebknecht zuvor zu kommen. Eberts Kanzlerschaft endete also nach wenigen Stunden und die Parteif\u00fchrung mu\u00dfte sich auf eine neue Lage einstellen. Als erstes mu\u00dfte sie akzeptieren, da\u00df die USPD inzwischen fast gleichstark war wie sie selber und insbesondere die aktivsten Teile der R\u00e4tebewegung darin ihre Vertretung sahen. Auf Vorschlag der SPD wurde deshalb eine gemeinsame Revolutionsregierung aus je drei Vertretern von SPD und USPD gebildet, der \u201eRat der Volksbeauftragten\u201c. Da die USPDler in sich zerstritten und ohne politische Konzeption waren, fiel es nicht schwer, sie an die Wand zu spielen; Ende 1918 verlie\u00dfen sie den Rat, der von da an nur noch aus SPD-Mitgliedern bestand.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\" wp-image-17509 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/45e3-300x240.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"504\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/45e3-300x240.jpg 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/45e3-768x614.jpg 768w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/45e3.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die zweite, entscheidende Herausforderung war die R\u00e4tebewegung. Sie verf\u00fcgte \u00fcber die reale Macht im Staat und der Rat der Volksbeauftragten konnte nur in dem von ihr gesteckten Rahmen agieren. Vom 16. bis 20. Dezember 1918 tagte in Berlin der Zentrale Kongre\u00df der Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te Deutschlands, um die k\u00fcnftige Gestaltung Deutschlands festzulegen. Weniger als ein Viertel der Delegierten sprach sich f\u00fcr ein R\u00e4tesystem als Grundlage der Verfassung aus, die gro\u00dfe Mehrheit entschied sich f\u00fcr ein parlamentarisches Regierungssystem und f\u00fcr den 19. Januar 1919 als Termin f\u00fcr die Wahl zur Nationalversammlung.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Gleichzeitig beschlo\u00df der Kongre\u00df eine Reihe von Ma\u00dfnahmen, die die Umw\u00e4lzung des preu\u00dfisch-deutschen Obrigkeitsstaats zum Gegenstand hatten \u2013 sofern sie umgesetzt wurden. Dazu geh\u00f6rte die \u201eZertr\u00fcmmerung des Militarismus\u201c, die Schaffung einer Volkswehr anstelle eines stehenden Heeres sowie die Sozialisierung \u201ealler hierf\u00fcr reifen Industrien\u201c. In diesen Forderungen wurde umri\u00dfhaft ein &#8218;Programm&#8216; sichtbar, f\u00fcr das es in der breiten Massenbewegung dieser Wochen einen breiten Konsens gab: &#8218;Demokratisierung&#8216; vor allem des Heeres, der Verwaltung und der Wirtschaft. Dazu kam noch die Forderung nach einer Landreform, sprich nach Zerschlagung des junkerlichen Grundbesitzes, die zwar vom R\u00e4tekongre\u00df nicht explizit beschlossen wurde, aber einem breiten Konsens entsprach.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Bis auf die Sozialisierung der Schwerindustrie geh\u00f6rten diese Forderungen bereits zum Programm der Revolution von 1848\/49. W\u00e4re die SPD in der Vorkriegszeit wenigstens eine b\u00fcrgerlich-reformistische Arbeiterpartei geworden, h\u00e4tte sie zumindest einen ma\u00dfgeblichen Teil davon umgesetzt und so der b\u00fcrgerlichen Revolution zum Durchbruch verholfen. Jedoch standen die Beschl\u00fcsse des R\u00e4tekongre\u00dfes zum Konzept der SPD-F\u00fchrung in eindeutigem Widerspruch, und diese setzte alles daran, sie zu unterlaufen. Das fiel ihr umso leichter, weil keine revolution\u00e4re Organisation existierte, um das vom R\u00e4tekongre\u00df formulierte\u00a0<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Programm aufzugreifen.<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">Das unzureichende Programm von Spartakus\/KPD<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend die USPD, zwischen gegens\u00e4tzlichen Richtungen zerrissen, unf\u00e4hig zu einer stringenten Politik \u00fcberhaupt war, verf\u00fcgte Spartakus\/KPD \u00fcber ein eigenes Revolutionskonzept, das sogenannte \u201eOktoberprogramm\u201c. Dieses Programm sah jedoch eine proletarische Alleinrevolution zur Errichtung einer Diktatur des Proletariats vor und war angesichts der sozialen und politischen Verh\u00e4ltnisse in Deutschland zum Scheitern verurteilt. In Ru\u00dfland hatte Lenin, um den Sieg der Oktoberrevolution zu sichern, das jahrelang verfochtene Agrarprogramm der SDAPR \u00fcber Bord geworfen, das Programm der Sozialrevolution\u00e4re \u00fcbernommen und so die Unterst\u00fctzung der Bauern f\u00fcr die Regierungs\u00fcbernahme durch die Bolschewiki erhalten. Luxemburg hielt diese Wende Lenins f\u00fcr falsch, sie dachte nicht daran, ihre Sozialismusstrategie f\u00fcr Deutschland umzusto\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Unter diesen Umst\u00e4nden hatte die SPD leichtes Spiel, im Unterschied zu den anderen Kr\u00e4ften besa\u00df sie mit der Wiederherstellung des preu\u00dfische-deutschen Beamtenstaats ein realistisches politisches Konzept. Zwar hatte es einen formalen Staatswechsel gegeben, aber die gesellschaftlichen Strukturen der bisherigen Ordnung waren unangetastet geblieben, so da\u00df es nur darauf ankam, den alten Staatsapparat wieder in seine Rechte einzusetzen. Diesem Ziel gem\u00e4\u00df agierte sie in den kommenden Wochen und Monaten..<br \/>\n<span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<\/span><strong><span style=\"color: #000000;\">Die Konterrevolution unter F\u00fchrung der SPD<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Statt den Militarismus zu zertr\u00fcmmern, wie vom R\u00e4tekongre\u00df gefordert, setzte sie das im Krieg zustande gekommen B\u00fcndnis mit dem Milit\u00e4radel fort (Ebert-Groener-Pakt), garantierte die Fortexistenz des preu\u00dfisch-deutschen Offizierskorps und setzte die vorhandene bewaffnete Macht aus konterrevolution\u00e4ren Heereseinheiten und neu gebildeten Freikorps ein, um die revolution\u00e4r-demokratische Bewegung zu zerschlagen und die eigene Regierungsmacht zu sichern.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit dem Stinnes-Legien-Abkommen zwischen Schwerindustrie und Gewerkschaftsf\u00fchrung wendete sie die Sozialisierung der Zechen und Stahlwerke gegen eine Reihe sozialpolitischer Zugest\u00e4ndnisse ab. Statt eine Landreform durchzuf\u00fchren, setzte sie bewaffnete Kr\u00e4fte ein, um die ostelbischen Gutsbesitzer gegen aufbegehrende Landarbeiter zu sch\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die R\u00e4te, die allerorten die Demokratisierung von Verwaltung und Polizei eingeleitet hatten, wurden von ihr entmachtet, das alte Justizwesen wieder in Gang gebracht, Staat und Kirche nicht voneinander getrennt. Als die Weimarer Verfassung Mitte 1919 die \u201ewohlerworbenen Rechte\u201c des Berufsbeamtentums in Verfassungsrang erhob, war die Restauration des obrigkeitlichen Staatsapparats abgeschlossen. Damit korrespondierte der Aufbau der Reichswehr als Staat im Staat in den 1920er Jahren.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_17764\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignright\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-17764\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-17764\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/g35e3h-300x210.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"224\" srcset=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/g35e3h-300x210.jpg 300w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/g35e3h-768x538.jpg 768w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/g35e3h-1024x717.jpg 1024w, http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/g35e3h.jpg 1150w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-17764\" class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #808080;\">Barrikade im Berliner Zeitungsviertel Anfang 1919 \u2013 gegen die reaktion\u00e4ren Noske-Truppen<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei ihrer Zusammenarbeit mit den Vertretern der alten Ordnung handelten die Sozialdemokraten in der \u00dcberzeugung, da\u00df sie diese dauerhaft mit Hilfe des Parlamentarismus beherrschen k\u00f6nnten. Deshalb wandten sie sich auch gegen die \u00fcberf\u00e4llige Zerschlagung des Landes Preu\u00dfen, da sie hier bei Landtagswahlen mit stabilen Mehrheiten rechnen konnten, w\u00e4hrend im S\u00fcden das Zentrum stark war. Sollten sie daher auf Reichsebene die Regierungsgewalt verlieren, w\u00fcrde Preu\u00dfen ihnen weiterhin als Machtbastion dienen. Der von Paul von Hindenburg befohlene und von der Reichswehr exekutierte \u201ePreu\u00dfenschlag\u201c vom 20. Juli 1932 zerst\u00f6rte diese Illusion gr\u00fcndlich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wie die Revolution von 1848\/49 blieb auch der Novemberumsturz von 1918 auf diese Weise eine unvollendete b\u00fcrgerliche Revolution. Im ersten Anlauf scheinbar siegreich, vermochte er es nicht, seinen Sieg zu festigen, so da\u00df den von der Sozialdemokratie angef\u00fchrten reaktion\u00e4ren Kr\u00e4ften ein roll back gelingen konnte.<br \/>\n<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">Der daraus hervorgehende Staat von Weimar war seinem Wesen nach kein neuer Staat, sondern die Fortsetzung der alten Ordnung vor 1918 im Gewand der Republik \u2013 das Produkt nicht einer siegreichen Revolution, sondern einer von der SPD organisierten Konterrevolution. Entsprechend kurzlebig war er und endete 1933 mit der Machtergreifung Hitlers.<\/span> <span class=\"_4n-j _fbReactionComponent__eventDetailsContentTags fsl\" style=\"color: #000000;\" data-testid=\"event-permalink-details\"><\/div><!-- .hide-this-part --><\/div><!-- hide-this-part-wrap --><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt; color: #000000;\">Erstver\u00f6ffentlichung in <a href=\"http:\/\/rotermorgen.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ROTER MORGEN<\/a> vor wenigen Tagen. Ver\u00f6ffentlichung mit freundlicher Genehmigung des des Autors. Bilder und Bildunterschriften wurden ganz oder zum Teil von der Redaktion American Rebel hinzugef\u00fcgt.<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?cat=3291\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-size: 10pt;\">Weitere Artikel von Franz P\u00f6schl<\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><br \/>\n<em><strong>Lest dazu auch unser Spezial von 2018<\/strong><\/em><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"YPOlS1Ist1\"><p><a href=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=14906\">&#8211; 100 Jahre Novemberrevolution in Deutschland<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe title=\"&#8222;&#8211; 100 Jahre Novemberrevolution in Deutschland&#8220; &#8212; Onlinezeitung AmericanRebel\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/?p=14906&#038;embed=true#?secret=YPOlS1Ist1\" data-secret=\"YPOlS1Ist1\" width=\"500\" height=\"282\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\">.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 10pt; color: #000000;\">F\u00fcr den Inhalt dieses Artikels ist der Autor bzw. die Autorin verantwortlich.<br \/>\nDabei muss es sich nicht grunds\u00e4tzlich um die Meinung der Redaktion handeln.<\/span><\/p>\n<table width=\"100%\" align=\"center\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<form action=\"https:\/\/www.paypal.com\/cgi-bin\/webscr\" method=\"post\" target=\"_top\"><input alt=\"Jetzt einfach, schnell und sicher online bezahlen \u2013 mit PayPal.\" name=\"submit\" src=\"https:\/\/www.paypalobjects.com\/de_DE\/DE\/i\/btn\/btn_donateCC_LG.gif\" type=\"image\" \/><\/form>\n<\/td>\n<td><span style=\"color: #993300;\"><strong>Auch linker Journalismus ist nicht kostenlos<br \/>\nund auch kleine Spenden k\u00f6nnen helfen Gro\u00dfes zu ver\u00f6ffentlichen!<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div style=\"margin-left: 10px;\"><a title=\"zur Startseite\" href=\"http:\/\/www.americanrebel.de\/\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/back_ar.png\" alt=\"zur\u00fcck zur Startseite\" width=\"156\" height=\"15\" \/><\/a><\/div>\n<div style=\"margin-right: 10px;\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1683837971860223\/permalink\/1987214344855916\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_zu_fb.png\" alt=\"hier geht es zur Facebook Diskussionsgruppe\" width=\"353\" height=\"15\" \/><\/a><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"#respond\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/www.deanreed.de\/AmericanRebel\/2017\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ar_kommentar-1.png\" alt=\"Sag uns deine Meinung zum Artikel mit einem Kommentar\/Leserbrief\" width=\"627\" height=\"20\" \/><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 101 Jahren g\u00e4rte es in ganz Deutschland. 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