Rui Filipe Gutschmidt

Rio Tejo – Ekelerregender Schaum erstickt den Fluss vor Lissabon
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Rui Filipe Gutschmidt

Es ist ein ekeliger Anblick. Dieser große, ehrwürdige Strom von Ufer zu Ufer mit Schaum bedeckt. Die Fischer von Abrantes sind leider schon einiges gewohnt, aber so schlimm war es noch nie. An Regentagen lassen verschiedene Industrien flussaufwärts ihr Abwasser direkt in den Tejo fließen. Wie lange lässt man so etwas noch zu?

Portugals größter Fluss ist der Tejo, der bei Lissabon in den Atlantik fließt. Es ist aber nicht das Abwasser aus Portugals Hauptstadt, dass den Fluss in einen offenen Abwasserabfluss gemacht hat, sondern noch nicht vollständig bekannte Industrien weiter flussaufwärts, die mit ihrem Dreck den Fluss verschmutzen. Arlindo Consolado Marques, von der „proTEJO“ Bewegung, hat als erster diesen weiteren Fall bekannt gemacht. „Es ist ein schrecklicher Anblick“, sagte der Umweltaktivist gegenüber dem Jornal de Noticias.

Es ist besonders die Gegend um Abrantes, eigentlich für Fischrestaurants bekannt, die immer wieder besonders stark betroffen ist. Die Zellulosefabriken in Vila Velha Ródão stehen seit Jahren unter Verdacht. Es ist vom respektiven Zulauf abwärts, dass sich der Schaum bis zu einem Meter hoch auftürmt. Das gelblich, schmutzige Gebräu stinkt nicht zum ersten mal an selbiger Stelle zum Himmel, doch es war wohl noch nie so schlimm. Marques meinte dazu: „Was wir hier sehen ist ein extremer Fall von Wasserverschmutzung. Ich bin seit 2015 dabei und dies ist einer der schlimmsten Tage.“

Schaum auf dem Tejo Screenshot YouTube

Der Umweltschützer, der erst vor Kurzem von der Celtejo auf 250.000 Euro „wegen Schädigung des guten Rufes“ verklagt wurde, garantiert, dass die Wasserqualität östlich von besagtem Zufluss einwandfrei ist. Für Marques ist es einfach zu beweisen, von wo die Umweltverschmutzung stammt. Die Behörden aber schauen einfach weg, was auch noch den Verdacht der Korruption aufwirft. Doch es geht um viel mehr, als das Einsparen von Entsorgungskosten, das Bestechen von Polizisten und Justizbeamten oder die monetären Verluste von Fischern und Restaurantbesitzern. Es geht um das empfindliche Gleichgewicht von Biotopen, wie es der Rio Tejo eines ist und um die Interaktionen zu anderen Lebensräumen, wie das Meer, aus dem Fische flussaufwärts schwimmen um abzuleichen oder die Vögel, die an den Ufern des Flusses nisten und in den Feuchtgebieten Frösche, Fische oder Insekten fangen. Die Natur wird von gierigen Menschen zerstört. Nur mit der Hilfe von Menschen, die Gripps an Stelle von Gier haben, lässt sich der Schaden begrenzen oder sogar beheben. Die Behörden müssen aber handeln und ein für alle mal den Umweltsündern das Handwerk legen.

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